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| | [[Bild:Neuhold_Schubert.jpg|thumb|Stolperstein für Anton Schubert, Foto: Th. Neuhold]] | | [[Bild:Neuhold_Schubert.jpg|thumb|Stolperstein für Anton Schubert, Foto: Th. Neuhold]] |
| | Das Projekt richtet sich gegen das Vergessen. Es will die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, von Roma und Sinti, von politisch Verfolgten, von Homosexuellen, von Zeugen Jehovas und von Euthanasieopfern im Nationalsozialismus lebendig erhalten. Die Erinnerung an das Schicksal dieser Menschen erfolgt | | Das Projekt richtet sich gegen das Vergessen. Es will die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, von Roma und Sinti, von politisch Verfolgten, von Homosexuellen, von Zeugen Jehovas und von Euthanasieopfern im Nationalsozialismus lebendig erhalten. Die Erinnerung an das Schicksal dieser Menschen erfolgt |
| − | durch «Pflastersteine» aus Messing mit den wichtigsten Daten vor dem letzten selbst gewählten Wohnort. | + | durch »Pflastersteine« aus Messing mit den wichtigsten Daten vor dem letzten selbst gewählten Wohnort. |
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| | Seit 1995 hat Gunter Demnig rund 16.000 Steine in 280 Städten und Gemeinden Europas verlegt. | | Seit 1995 hat Gunter Demnig rund 16.000 Steine in 280 Städten und Gemeinden Europas verlegt. |
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| | ==Die Stolpersteine== | | ==Die Stolpersteine== |
| − | Finanziert wird die Aktion über Patenschaften. 38 «Stolpersteine» zum Preis von je 95 Euro sind in der Stadt Salzburg bereits verlegt. Auf einem der ersten Steine, die verlegt wurden, steht der Name des Opernsängers und Bruders [[Arnold Schönberg]]s, [[Heinrich Schönberg]]. Andere Steine erinnern an Kriegsdienstverweigerer, die sofort nach Kriegsbeginn [[1939]] in [[Salzburg]] hingerichtet wurden sowie an Kinder aus dem «Zigeunerlager» [[Maxglan]]. | + | Finanziert wird die Aktion über Patenschaften. 38 »Stolpersteine« zum Preis von je 95 Euro sind in der Stadt Salzburg bereits verlegt. Auf einem der ersten Steine, die verlegt wurden, steht der Name des Opernsängers und Bruders [[Arnold Schönberg]]s, [[Heinrich Schönberg]]. Andere Steine erinnern an Kriegsdienstverweigerer, die sofort nach Kriegsbeginn [[1939]] in [[Salzburg]] hingerichtet wurden sowie an Kinder aus dem »Zigeunerlager« [[Maxglan]]. |
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| | Auf den Pflastersteinen aus Messing (10 x 10 cm) sind die wichtigsten Daten der Opfer wie Name, Wohnort, Geburtsdatum sowie Eckdaten über deren Schicksal im Nationalsozialismus eingeschlagen. | | Auf den Pflastersteinen aus Messing (10 x 10 cm) sind die wichtigsten Daten der Opfer wie Name, Wohnort, Geburtsdatum sowie Eckdaten über deren Schicksal im Nationalsozialismus eingeschlagen. |
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| | 14 Standorte in der Stadt Salzburg hat das Personenkomitee Stolpersteine nach monatelanger Recherchearbeit unter Mithilfe der Historiker [[Gert Kerschbaumer]], [[Johannes Hofinger]] und [[Helga Embacher]] ausgewählt. Dabei wurde darauf geachtet, möglichst alle Opfergruppen zu berücksichtigen. Was nicht immer leicht war. "Als besonders schwierig gestaltete sich die Arbeit bei Homosexuellen oder bei Frauen, die aufgrund einer Beziehung zu Fremdarbeitern verfolgt wurden", schildert Embacher. Diese Opfergruppen sind nach [[1945]] weiterhin diskriminiert worden und bis heute ein Tabuthema in der Gesellschaft. | | 14 Standorte in der Stadt Salzburg hat das Personenkomitee Stolpersteine nach monatelanger Recherchearbeit unter Mithilfe der Historiker [[Gert Kerschbaumer]], [[Johannes Hofinger]] und [[Helga Embacher]] ausgewählt. Dabei wurde darauf geachtet, möglichst alle Opfergruppen zu berücksichtigen. Was nicht immer leicht war. "Als besonders schwierig gestaltete sich die Arbeit bei Homosexuellen oder bei Frauen, die aufgrund einer Beziehung zu Fremdarbeitern verfolgt wurden", schildert Embacher. Diese Opfergruppen sind nach [[1945]] weiterhin diskriminiert worden und bis heute ein Tabuthema in der Gesellschaft. |
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| − | Die Standorte für die Gedenksteine wurden bewusst so gewählt, dass sie an stark frequentierten Wegen liegen. "Es sollen möglichst zugängliche Orte sein, erklärt Embacher. Gerade bei den Roma und Sinti erwies sich das als schwierig, da diese zuletzt im «Zigeunerlager» in Maxglan wohnhaft waren. Tragisches Detail: 17 der 21 dort geborenen Kindern starben im KZ. | + | Die Standorte für die Gedenksteine wurden bewusst so gewählt, dass sie an stark frequentierten Wegen liegen. "Es sollen möglichst zugängliche Orte sein, erklärt Embacher. Gerade bei den Roma und Sinti erwies sich das als schwierig, da diese zuletzt im »Zigeunerlager« in Maxglan wohnhaft waren. Tragisches Detail: 17 der 21 dort geborenen Kindern starben im KZ. |
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