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Als ''Neustadt'' wurde ursprünglich jener größere Stadtteil der Stadt [[Salzburg]] bezeichnet, der nach der Schleifung der großen Bastionen im Raum um die [[Andräkirche]] (zwischen [[Ernest-Thun-Straße]] und [[Vierthalergasse]]) entstand (und der deshalb auch "Andräviertel" heißt).  
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Als ''Neustadt'' wurde ursprünglich jener größere Stadtteil der Stadt [[Salzburg]] bezeichnet, der nach der Schleifung der großen [[Stadtbefestigungen|Bastionen]] im Raum um die [[Andräkirche]] (zwischen [[Ernest-Thun-Straße]] und [[Vierthalergasse]]) entstand (und der deshalb auch "Andräviertel" heißt).  
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Zur Neustadt wird hier der angrenzende alte rechtsufrige Siedlungskern, auch "Rechte Altstadt" oder "Rechte Innenstadt" genannt, hinzugerechnet. Zu diesem inneren Siedlungskern auf der rechten Salzachseite gehört auch der [[Äußerer Stein|Äußere Stein]]. Die Neustadt samt der Rechten Altstadt und dem [[Äußerer Stein|Äußeren Stein]] ([[Altstadt]]) gehört mit zum [[Weltkulturerbe]] der Stadt Salzburg.  
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Zur Neustadt wird hier der angrenzende alte rechtsufrige Siedlungskern, auch "Rechte Altstadt" oder "Rechte Innenstadt" genannt, hinzugerechnet. Zu diesem inneren Siedlungskern auf der rechten Salzachseite gehört auch der [[Äußerer Stein|Äußere Stein]]. Die Neustadt samt der Rechten Altstadt und dem [[Äußerer Stein|Äußeren Stein]] ([[Altstadt]]) gehört mit zum [[Weltkulturerbe]] der Stadt Salzburg.
    
Die Grenze der Neustadt nach Norden zum Stadtteil [[Elisabeth-Vorstadt]] hin bildet die Bahnlinie, die Grenze nach [[Schallmoos]] die [[Lasserstraße]]. Die Neustadt samt Rechter Altstadt grenzt im Westen an die [[Salzach]] und im Süden an den [[Kapuzinerberg]] sowie den [[Gersbach]]. In der Neustadt leben heute (Stand 2007) gut 4000 Bewohner.  
 
Die Grenze der Neustadt nach Norden zum Stadtteil [[Elisabeth-Vorstadt]] hin bildet die Bahnlinie, die Grenze nach [[Schallmoos]] die [[Lasserstraße]]. Die Neustadt samt Rechter Altstadt grenzt im Westen an die [[Salzach]] und im Süden an den [[Kapuzinerberg]] sowie den [[Gersbach]]. In der Neustadt leben heute (Stand 2007) gut 4000 Bewohner.  
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: ''Hauptartikel: [[Dreifaltigkeitskirche]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Dreifaltigkeitskirche]]''
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Die Dreifaltigkeitskirche ist der größte Kirchenbau aus fürsterzbischöflicher Zeit der inneren Rechtsstadt. Die als Zentralbau gestaltete Kirche entstand [[1694]] - [[1702]] und ist der erste Bau Johann Bernhard [[Fischer von Erlach]]s in Salzburg. Als Vorbild dienten dabei römische Sakralbauten. Auffallend ist bei dieser Kirche bereits die dezente Verwendung der Schmuckelemente, die sich dem architektonischen Gesamtwerk unterordnen.  
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Die Dreifaltigkeitskirche ist der größte Kirchenbau aus [[Erbistum (Überblick)|fürsterzbischöflicher Zeit]] der inneren Rechtsstadt. Die als Zentralbau gestaltete Kirche entstand [[1694]] - [[1702]] und ist der erste Bau Johann Bernhard [[Fischer von Erlach]]s in Salzburg. Als Vorbild dienten dabei römische Sakralbauten. Auffallend ist bei dieser Kirche bereits die dezente Verwendung der Schmuckelemente, die sich dem architektonischen Gesamtwerk unterordnen.  
 
   
 
   
 
Das angeschlossene Priesterhaus ist um zwei symmetrische Höfe herum angeordnet. Im nördlichen Innenhof ist der von [[Josef Anton Pfaffinger]] geschaffene mittige Brunnen mit dem Heiligen Petrus ([[1741]]) erwähnenswert. Der mittige Brunnen im südlichen Kolleghof stammt von [[1857]].
 
Das angeschlossene Priesterhaus ist um zwei symmetrische Höfe herum angeordnet. Im nördlichen Innenhof ist der von [[Josef Anton Pfaffinger]] geschaffene mittige Brunnen mit dem Heiligen Petrus ([[1741]]) erwähnenswert. Der mittige Brunnen im südlichen Kolleghof stammt von [[1857]].
    
=== Die Imbergkirche „der beiden heiligen Johannes auf dem Berge"===
 
=== Die Imbergkirche „der beiden heiligen Johannes auf dem Berge"===
Die beiden heiligen Kirchenpatrone Johannes galten nach dem frühmittelalterlichen Investiturstreit als beliebte Symbole des beschaulichen und des tätigen christlichen Lebenswandels also des Einsiedlers und des christlichen Streiters.
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: ''Hauptartikel: [[St. Johannes am Imberg]]''
    
Die kleine Kirche unterhalb des [[Kapuzinerkloster]]s ist ein kleiner und außen schlichter Bau. Er ist im Kern romanisch und erstmals [[1319]] erwähnt. Von [[1594]] bis [[1599]] war die Kirche als Klosterkirche der Kapuziner genutzt. [[1681]] wurde die Kirche unter Erzbischof [[Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg]] barockisiert, durch Kapellen erweitert und bekam einen Zwiebelturm. Die Kirche war einst auch als Wallfahrtskirche und als Bruderschaftskirche von Bedeutung.  
 
Die kleine Kirche unterhalb des [[Kapuzinerkloster]]s ist ein kleiner und außen schlichter Bau. Er ist im Kern romanisch und erstmals [[1319]] erwähnt. Von [[1594]] bis [[1599]] war die Kirche als Klosterkirche der Kapuziner genutzt. [[1681]] wurde die Kirche unter Erzbischof [[Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg]] barockisiert, durch Kapellen erweitert und bekam einen Zwiebelturm. Die Kirche war einst auch als Wallfahrtskirche und als Bruderschaftskirche von Bedeutung.  
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: ''Hauptartikel: [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]]
 
: ''Hauptartikel: [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]]
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Die ursprüngliche Andräkirche oder Kirche des Heiligen Andreas stand einst nächst dem [[Platzl]] - an der östlichen Ecke zur [[Dreifaltigkeitsgasse]]. Die ursprünglich gotische Kirche wurde zuerst unter [[Wolf Dietrich von Raitenau]] zu einem Renaissancebau umgestaltet und unter Erzbischof [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] [[1750]] mit hohem Aufwand erneut umgestaltet und barockisiert.  
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Die ursprüngliche Andräkirche oder ''Kirche des Heiligen Andreas'' stand einst nächst dem [[Platzl]] - an der östlichen Ecke zur [[Dreifaltigkeitsgasse]]. Die ursprünglich gotische Kirche wurde zuerst unter [[Wolf Dietrich von Raitenau]] zu einem Renaissancebau umgestaltet und unter Erzbischof [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] [[1750]] mit hohem Aufwand erneut umgestaltet und barockisiert.  
    
=== Die evangelische Christuskirche ===
 
=== Die evangelische Christuskirche ===
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Das Schloss Mirabell im Zentrum Salzburgs wurde [[1606]] von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] als Landsitz für die Geliebte oder heimliche Ehefrau des Erzbischofs, [[Salome Alt]] errichtet und als [[Schloss Mirabell|Schloss Altenau]] bezeichnet. [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] gab dem Schloss seinen heutigen Namen. [[1818]] durch ein Feuer stark beschädigt, wurde das Schloss danach nicht in seiner alten feingliedrigen Form aufgebaut, sondern im nüchternen klassizistischen Stil, der mächtige Turm in der Mitte der Ostfassade wurde abgetragen.  
 
Das Schloss Mirabell im Zentrum Salzburgs wurde [[1606]] von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] als Landsitz für die Geliebte oder heimliche Ehefrau des Erzbischofs, [[Salome Alt]] errichtet und als [[Schloss Mirabell|Schloss Altenau]] bezeichnet. [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] gab dem Schloss seinen heutigen Namen. [[1818]] durch ein Feuer stark beschädigt, wurde das Schloss danach nicht in seiner alten feingliedrigen Form aufgebaut, sondern im nüchternen klassizistischen Stil, der mächtige Turm in der Mitte der Ostfassade wurde abgetragen.  
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Seit [[1947]] sind hier die Amtssitze des Bürgermeisters und seiner Stellvertreter und einige Magistratsabteilungen untergebracht. Sehenswert sind die [[Georg Raphael Donner]]-Stiege, der Marmorsaal (der bekannt in aller Welt als einer der schönsten Trauungssäle wurde), und die Schlosskapelle.
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Seit [[1947]] sind hier die Amtssitze des [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeisters]] und seiner Stellvertreter und einige Magistratsabteilungen untergebracht. Sehenswert sind die [[Georg Raphael Donner]]-Stiege, der Marmorsaal (der bekannt in aller Welt als einer der schönsten Trauungssäle wurde), und die Schlosskapelle.
 
   
 
   
 
Zur historischen Gartenanlage des Schlosses gehören (neben Teilen, die heute verbaut sind - etwa durch die Universität [[Mozarteum]]) das große Gartenparterre, das Heckentheater, die Wasserbastei und der ursprüngliche [[Zwergerlgarten]].
 
Zur historischen Gartenanlage des Schlosses gehören (neben Teilen, die heute verbaut sind - etwa durch die Universität [[Mozarteum]]) das große Gartenparterre, das Heckentheater, die Wasserbastei und der ursprüngliche [[Zwergerlgarten]].
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Das monumentale Gebäude gegenüber dem Priesterhaus wurde ursprünglich als Palast der Lodronschen Primogenitur erbaut und wurde [[1631]] für die Familie des Fürsterzischofs erbaut. [[1972]] wurde das Haus abgetragen, um der Hochschule Platz zu machen. Nur die Außenwände blieben dabei erhalten. Die zwei Portale tragen jeweils ein Wappen [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]]s. Im [[19. Jahrhundert]] war hier das Borromäum untergebracht, eine katholische Privatschule, die zuerst vor allem für Priesterkandidaten diente und später allgemeines Gymnasium wurde. Diese Bildungsanstalt hat heute im Raum [[Äußerer Stein|Äußeren Stein]] eine neue Heimat gefunden. Die dortige alte Borromäuskirche, um [[1830]] erbaut, ist heute wieder abgetragen.  
 
Das monumentale Gebäude gegenüber dem Priesterhaus wurde ursprünglich als Palast der Lodronschen Primogenitur erbaut und wurde [[1631]] für die Familie des Fürsterzischofs erbaut. [[1972]] wurde das Haus abgetragen, um der Hochschule Platz zu machen. Nur die Außenwände blieben dabei erhalten. Die zwei Portale tragen jeweils ein Wappen [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]]s. Im [[19. Jahrhundert]] war hier das Borromäum untergebracht, eine katholische Privatschule, die zuerst vor allem für Priesterkandidaten diente und später allgemeines Gymnasium wurde. Diese Bildungsanstalt hat heute im Raum [[Äußerer Stein|Äußeren Stein]] eine neue Heimat gefunden. Die dortige alte Borromäuskirche, um [[1830]] erbaut, ist heute wieder abgetragen.  
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Im Mozartsaal der [[Universität]] befindet sich heute ein sehenswertes Fresko von [[Anton Faistauer]] mit der Darstellung der Heimkehr Dianas von der Jagd, ein Fresko, das aus dem abgetragenen Lederer-Schlössl in Wien stammt und hierher übertragen wurde.
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Im ''Mozartsaal'' der [[Universität]] befindet sich heute ein sehenswertes Fresko von [[Anton Faistauer]] mit der Darstellung der Heimkehr Dianas von der Jagd, ein Fresko, das aus dem abgetragenen Lederer-Schlössl in Wien stammt und hierher übertragen wurde.
    
=== Reste alter Wehranlagen ===
 
=== Reste alter Wehranlagen ===
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Die Linzer Gasse war in fürsterzbischöflicher Zeit die alte Hauptstraße der rechtsufrigen Stadt Salzburg und Ausfallstraße nach Osten gegen (Nieder-)[[Gnigl]], wo sich der historische Fahrweg gabelt und einerseits nach Graz (Grazer Reichsstraße, Teil der "Eisenstraße") und anderseits nach Linz bzw. Österreich (Linzer Reichsstraße) führte. Erste Funde in dieser Straße stammen bereits aus der Römerzeit. Sie besitzt heute einen geschlossenen Bestand mittelalterlicher Häuser und von Häusern des [[16. Jahrhundert]]s, die im Süden vielfach direkt an den Fels des [[Kapuzinerberg]]es anschließen.  
 
Die Linzer Gasse war in fürsterzbischöflicher Zeit die alte Hauptstraße der rechtsufrigen Stadt Salzburg und Ausfallstraße nach Osten gegen (Nieder-)[[Gnigl]], wo sich der historische Fahrweg gabelt und einerseits nach Graz (Grazer Reichsstraße, Teil der "Eisenstraße") und anderseits nach Linz bzw. Österreich (Linzer Reichsstraße) führte. Erste Funde in dieser Straße stammen bereits aus der Römerzeit. Sie besitzt heute einen geschlossenen Bestand mittelalterlicher Häuser und von Häusern des [[16. Jahrhundert]]s, die im Süden vielfach direkt an den Fels des [[Kapuzinerberg]]es anschließen.  
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Das dortige Sebastians-[[Bruderhaus]] wurde [[1496]] gestiftet und vermutlich [[1532]] errichtet. Nach schweren Bombenschäden wurde es [[1951]] wiederaufgebaut. Der Bruderhof war neben dem Bürgerspital und später dem Johanns-Spital die wichtigste soziale Stiftung der Stadt, die der Armenfürsorge und der Krankenpflege diente. Ab dem späteren [[19. Jahrhundert]] diente sie als Sitz der [[Freiwillige Feuerwehr der Stadt Salzburg - Löschzug Bruderhof |Freiwilligen Feuerwehr]] und deren Rettungsabteilung ab [[1945]] waren dort die Freiwillige Feuerwehr Bruderhof und die Berufsfeuerwehr bis [[1999]] untergebracht.
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Das dortige Sebastians-[[Bruderhaus]] wurde [[1496]] gestiftet und vermutlich [[1532]] errichtet. Nach schweren Bombenschäden wurde es [[1951]] wiederaufgebaut. Der Bruderhof war neben dem [[Bürgerspital]] und später dem [[St. Johanns-Spital]] die wichtigste soziale Stiftung der Stadt, die der Armenfürsorge und der Krankenpflege diente. Ab dem späteren [[19. Jahrhundert]] diente sie als Sitz der [[Freiwillige Feuerwehr der Stadt Salzburg - Löschzug Bruderhof |Freiwilligen Feuerwehr]] und deren Rettungsabteilung ab [[1945]] waren dort die Freiwillige Feuerwehr Bruderhof und die Berufsfeuerwehr bis [[1999]] untergebracht.
    
Daneben stand einst das [[Salzburger Badehäuser|Baderhaus]], das im Kern aus dem [[16. Jahrhundert]] stammt. In dem Haus wirkte auch [[Paracelsus]]. Auf der anderen Seite des Bruderhauses arbeitete im [[19. Jahrhundert]] bis [[1919]] die [[Glockengießerei Oberascher|Glockengießerei Oberascher]], die zuvor seit [[1724]] nächstgelegen in der [[Glockengasse]] ihre Betriebsstätte besaß.  
 
Daneben stand einst das [[Salzburger Badehäuser|Baderhaus]], das im Kern aus dem [[16. Jahrhundert]] stammt. In dem Haus wirkte auch [[Paracelsus]]. Auf der anderen Seite des Bruderhauses arbeitete im [[19. Jahrhundert]] bis [[1919]] die [[Glockengießerei Oberascher|Glockengießerei Oberascher]], die zuvor seit [[1724]] nächstgelegen in der [[Glockengasse]] ihre Betriebsstätte besaß.  
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: ''Hauptartikel: [[Mirabellplatz]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Mirabellplatz]]''
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Das Areal um das [[Schloss Mirabell]] lag lange Zeit vor den Stadttoren und somit nicht verbaut. Im [[19. Jahrhundert]] entstanden dann langsam auch dort Gebäude, die [[Rainerstraße]] wurde zu einer Art Prachtstraße, die die alte Stadt mit dem  [[Salzburger Hauptbahnhof]] verband. Großzügig angelegt, blieb Platz vor dem Schloss Mirabell.
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Das Areal um das [[Schloss Mirabell]] lag lange Zeit vor den [[Stadttore]]n und somit nicht verbaut. Im [[19. Jahrhundert]] entstanden dann langsam auch dort Gebäude, die [[Rainerstraße]] wurde zu einer Art Prachtstraße, die die alte Stadt mit dem  [[Salzburger Hauptbahnhof]] verband. Großzügig angelegt, blieb Platz vor dem Schloss Mirabell.
    
Gegenüber dem Schloss wurde dann [[1892]] bis [[1898]] die neue [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]] erbaut (die alte befand sich am [[Platzl]].
 
Gegenüber dem Schloss wurde dann [[1892]] bis [[1898]] die neue [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]] erbaut (die alte befand sich am [[Platzl]].
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Im Haus Platzl Nr. 3 hat [[Paracelsus]] sein letztes Lebensjahr verbracht ([[1540]]/[[1541|41]]).
 
Im Haus Platzl Nr. 3 hat [[Paracelsus]] sein letztes Lebensjahr verbracht ([[1540]]/[[1541|41]]).
      
=== Die Steingasse ===
 
=== Die Steingasse ===
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Die Steingasse ist ein sehr alter Fahrweg und war schon Teil der alten Römerstraße. Bis ins [[19. Jahrhundert]] war diese Steingasse eine schlecht gewartete Vorstadt-Fahrstraße. Es wohnten vor allem ärmere Leute in dieser Gasse. Vor allem arbeiteten hier salzachseitig bis Mitte des [[18. Jahrhundert]] die Weißgerber. Außerhalb des Steintores in der Frischluftschneise der Salzach durften se ihr geruchsintensives Handwerk betreiben.
 
Die Steingasse ist ein sehr alter Fahrweg und war schon Teil der alten Römerstraße. Bis ins [[19. Jahrhundert]] war diese Steingasse eine schlecht gewartete Vorstadt-Fahrstraße. Es wohnten vor allem ärmere Leute in dieser Gasse. Vor allem arbeiteten hier salzachseitig bis Mitte des [[18. Jahrhundert]] die Weißgerber. Außerhalb des Steintores in der Frischluftschneise der Salzach durften se ihr geruchsintensives Handwerk betreiben.
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Die Steingasse gliedert sich in zwei Teile: Der Innere Stein war der Straßenabschnitt samt dem dortigen Siedlungsraum zwischen den beiden Steintoren. Außerhalb des Äußeren Steintores schloss entlang der Hangkante des Kapuzinerberges der Äußere Stein an.
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Die Steingasse gliedert sich in zwei Teile: Der ''Innere Stein'' war der Straßenabschnitt samt dem dortigen Siedlungsraum zwischen den beiden Steintoren. Außerhalb des ''Äußeren Steintores'' schloss entlang der Hangkante des Kapuzinerberges der Äußere Stein an.
    
Bekannt ist hier auch das alte Engelwirtshaus, das "enthalb der Bruggen" gelegen ist und heute "[[Das Kino]]" beherbergt. Seit zumindest dem frühen [[14. Jahrhundert]] befand sich die Stadtbrücke an dieser Stelle, bis Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] die [[Staatsbrücke|Stadtbücke]] [[1598]] an den heutigen Standort verlegte.
 
Bekannt ist hier auch das alte Engelwirtshaus, das "enthalb der Bruggen" gelegen ist und heute "[[Das Kino]]" beherbergt. Seit zumindest dem frühen [[14. Jahrhundert]] befand sich die Stadtbrücke an dieser Stelle, bis Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] die [[Staatsbrücke|Stadtbücke]] [[1598]] an den heutigen Standort verlegte.
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Die '''Orangerie''' mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um [[1725]]. Das kleine langgestreckte '''Heckentheater''' mit seinen von geschnitteten Gehölz eingefassten symmetrischen Wegen und seinen zentralen Freiflächen wurde zwischen [[1704]] und [[1718]] auf der Lodronsche Wehrmauer errichtet wird auch heute noch gelegentlich für kleine Theateraufführungen oder für Konzerte verwendet.  
 
Die '''Orangerie''' mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um [[1725]]. Das kleine langgestreckte '''Heckentheater''' mit seinen von geschnitteten Gehölz eingefassten symmetrischen Wegen und seinen zentralen Freiflächen wurde zwischen [[1704]] und [[1718]] auf der Lodronsche Wehrmauer errichtet wird auch heute noch gelegentlich für kleine Theateraufführungen oder für Konzerte verwendet.  
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Die '''Wasserbastei'''  ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen Basteigürtels. Die Basis dieser erhaltenen Wehranlage ist nach [[1860]] stark eingeschüttet worden. Hier sind derzeit provisorisch die bekannten Marmorzwerge aufgestellt. Der historische Zwergerlgarten vor der Wasserbastei wurde im frühen [[19. Jahrhundert]] zerstört und kann anhand alter Pläne in seiner barocken Ursprünglichkeit wiederhergestellt werden. Hier können auf Podesten wieder ein Großteil der ursprünglich 28 bekannten grotesken Marmorzwerge aufgestellt werden, die um [[1715]] entstanden sind, unter Erzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] aber verkauft worden waren.
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Die '''Wasserbastei'''  ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen Basteigürtels. Die Basis dieser erhaltenen Wehranlage ist nach [[1860]] stark eingeschüttet worden. Hier sind derzeit provisorisch die bekannten Marmorzwerge aufgestellt. Der historische [[Zwergerlgarten]] vor der Wasserbastei wurde im frühen [[19. Jahrhundert]] zerstört und kann anhand alter Pläne in seiner barocken Ursprünglichkeit wiederhergestellt werden. Hier können auf Podesten wieder ein Großteil der ursprünglich 28 bekannten grotesken Marmorzwerge aufgestellt werden, die um [[1715]] entstanden sind, unter Erzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] aber verkauft worden waren.
    
=== Der Kurgarten ===
 
=== Der Kurgarten ===
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: ''Hauptartikel: [[Sebastiansfriedhof]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Sebastiansfriedhof]]''
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Der Sebastianfriedhof ist nach dem Vorbild italienischer "Campo Santi" nächst der [[St.-Sebastian-Kirche|Kirche St. Sebastian]] errichtet. Er wurde von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] bei dem italienischen Baumeister Andrea Bertoleto in Auftrag gegeben und [[1600]] - [[1605]] erbaut. Zuvor stand hier der kleine Friedhof neben dem "Bruderhof und der gotischen Sebastianskirche und noch früher wohl ein Pestfriedhof.   
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Der Sebastianfriedhof ist nach dem Vorbild italienischer "Campo Santi" nächst der [[St.-Sebastian-Kirche|Kirche St. Sebastian]] errichtet. Er wurde von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] bei dem italienischen Baumeister [[Andrea Bertoleto]] in Auftrag gegeben und [[1600]] - [[1605]] erbaut. Zuvor stand hier der kleine Friedhof neben dem "Bruderhof und der gotischen Sebastianskirche und noch früher wohl ein Pestfriedhof.   
    
Das schon zu Lebzeiten des Erzbischofs für ihn bestimmte Wolf-Dietrich-Mausoleum wurde [[1597]] - [[1603]] mittig im Friedhof erbaut und ist dem Hl. Gabriel ([[Sebastiansfriedhof#Gabrielskapelle|Gabrielskapelle]]) geweiht. Hier wurde der 1617 nach langer Festungshaft verstorbene Erzbischof in einem Sarkophag beigesetzt.  
 
Das schon zu Lebzeiten des Erzbischofs für ihn bestimmte Wolf-Dietrich-Mausoleum wurde [[1597]] - [[1603]] mittig im Friedhof erbaut und ist dem Hl. Gabriel ([[Sebastiansfriedhof#Gabrielskapelle|Gabrielskapelle]]) geweiht. Hier wurde der 1617 nach langer Festungshaft verstorbene Erzbischof in einem Sarkophag beigesetzt.  
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: ''Hauptartikel: [[Kapuzinerkloster]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Kapuzinerkloster]]''
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Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrich]] holte als Antwort auf die Reformation Luthers als zweiten Bettelorden nach den Franziskanern [[1596]] die Kapuziner nach [[Altstadt|Salzburg]] und ließ das Kapuzinerkloster am [[Kapuzinerberg]] errichten.  
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Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrich]] holte als Antwort auf die Reformation Luthers als zweiten Bettelorden nach den [[Franziskanern]] [[1596]] die [[Kapuziner]] nach [[Altstadt|Salzburg]] und ließ das [[Kapuzinerkloster]] am [[Kapuzinerberg]] errichten.  
    
Die Klosterkirche am [[Kapuzinerberg]] wurde [[1602]] zu Ehren der Heiligen Franziskus von Assisi und Johannes Bonaventura geweiht. [[1620]] erfolgte eine erste Vergrößerung des Klosters, [[1690]] musste es nochmals erweitert werden. Die Ordensleute blieben im Lauf der Jahrhunderte gegenüber dem Landesherren und Bischof stets unabhängig, sie waren einzig dem Papst untergeben. Neben der Bereitstellung der Kost sorgte trotzdem der Erzbischof für das Wohl der Klosterbrüder.  
 
Die Klosterkirche am [[Kapuzinerberg]] wurde [[1602]] zu Ehren der Heiligen Franziskus von Assisi und Johannes Bonaventura geweiht. [[1620]] erfolgte eine erste Vergrößerung des Klosters, [[1690]] musste es nochmals erweitert werden. Die Ordensleute blieben im Lauf der Jahrhunderte gegenüber dem Landesherren und Bischof stets unabhängig, sie waren einzig dem Papst untergeben. Neben der Bereitstellung der Kost sorgte trotzdem der Erzbischof für das Wohl der Klosterbrüder.  
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Gleich daneben liegt das vom gleichen Architekten geplante Gebäude für den Großen Saal des Mozarteums. Diese Gebäude blicken mit ihrer Rückseite in den [[Mirabellgarten]]. An der gegenüber liegenden Seite dieses Gartens, liegt gegen die [[Rainerstraße]] zu das Gebäude der Universität für Musik und darstellenden Kunst "[[Mozarteum]]", welche seit kurzem an ihren früheren Ort zurückgekehrt ist. In sehr ansprechender Form wurde das Gebäude kürzlich unter Berücksichtigung des historischen Erbes völlig neu gestaltet.
 
Gleich daneben liegt das vom gleichen Architekten geplante Gebäude für den Großen Saal des Mozarteums. Diese Gebäude blicken mit ihrer Rückseite in den [[Mirabellgarten]]. An der gegenüber liegenden Seite dieses Gartens, liegt gegen die [[Rainerstraße]] zu das Gebäude der Universität für Musik und darstellenden Kunst "[[Mozarteum]]", welche seit kurzem an ihren früheren Ort zurückgekehrt ist. In sehr ansprechender Form wurde das Gebäude kürzlich unter Berücksichtigung des historischen Erbes völlig neu gestaltet.
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==Quellen==
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{{Bezirke Stadt Salzburg}}
 
{{Bezirke Stadt Salzburg}}
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[[Kategorie:Salzburg]]
 
[[Kategorie:Salzburg]]
 
[[Kategorie:Neustadt|!]]
 
[[Kategorie:Neustadt|!]]
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]]

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