| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| | [[Datei:Schloss leopoldskron.jpg|thumb|Schloss Leopoldskron]] | | [[Datei:Schloss leopoldskron.jpg|thumb|Schloss Leopoldskron]] |
| | + | {{Googlemapsort|5020+Salzburg+Schloss_Leopoldskron}} |
| | [[Datei:Leopoldskron v. Lambert Gierlinger.jpg|thumb|Schloss Leopoldskron und [[Leopoldskroner Weiher]], Ansicht vom [[Untersberg]] aus ]] | | [[Datei:Leopoldskron v. Lambert Gierlinger.jpg|thumb|Schloss Leopoldskron und [[Leopoldskroner Weiher]], Ansicht vom [[Untersberg]] aus ]] |
| | [[bild:schlossleopoldskron.jpg|thumb|Schloss Leopoldskron von der Richterhöhe aus gesehen]] | | [[bild:schlossleopoldskron.jpg|thumb|Schloss Leopoldskron von der Richterhöhe aus gesehen]] |
| Zeile 5: |
Zeile 6: |
| | Das '''Schloss Leopoldskron''' befindet sich im Südwesten der [[Stadt Salzburg]] im Stadtteil [[Riedenburg]] und steht unter [[Denkmalschutz]]. | | Das '''Schloss Leopoldskron''' befindet sich im Südwesten der [[Stadt Salzburg]] im Stadtteil [[Riedenburg]] und steht unter [[Denkmalschutz]]. |
| | | | |
| − | == Allgemeines == | + | == Lage == |
| − | Es befindet sich am nordöstlichen Ufer am [[Leopoldskroner Weiher]], der Teil des großen [[Schlosspark Leopoldskron|Schlossparkes]] ist. Der Weiher wird vom vorbeifließenden [[Almkanal]] gespeist. Heute liegt das Schloss im Grünraum zwischen den Stadtteilen [[Gneis]]-[[Gneis#Gneis und seine Teile|Moos]] und [[Riedenburg]]-[[St. Paul]]. Nach dem Schloss benannt ist der Stadtteil [[Leopoldskroner Moos]] (siehe dort). Nordwestlich des Schlosses befindet sich der dazugehörige Meierhof.
| + | Schloss Leopoldskron befindet sich an der nordöstlichen Uferzone am [[Leopoldskroner Weiher]], der Teil des großen [[Schlosspark Leopoldskron|Schlossparkes]] ist. Der Weiher wird vom vorbeifließenden [[Almkanal]] gespeist. Heute liegt das Schloss im Grünraum zwischen den Stadtteilen [[Gneis]]-[[Gneis#Gneis und seine Teile|Moos]] und [[Riedenburg]]-[[St. Paul]]. Nach dem Schloss benannt ist der Stadtteil [[Leopoldskroner Moos]] (siehe dort). Nordwestlich des Schlosses befindet sich der dazugehörige Meierhof. |
| | | | |
| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | An einem schon vorher bestehenden Weiher ließ [[Fürsterzbischof]] [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] von [[1736]] bis [[1740]] von Pater [[Bernhard Stuart]] ein Schloss errichten. Der Name des Schlosses entstand aus dem Vornamen des Erzbischofs, Leopold, und dem zweiten Teil des Namens seines Südtiroler Heimatortes „Mezzocorone“ – also „-corone“ = Krone<ref>Quelle [http://www.schloss-leopoldskron.com www.schloss-leopoldskron.com]</ref>.
| + | Schloss Leopoldskron wurde in den Jahren [[1736]] bis [[1740]] an einem schon vorher bestehenden Weiher von [[Fürsterzbischof]] [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] errichtet. Die Pläne stammen von Pater [[Bernhard Stuart]]. Der Name des Schlosses entstand aus dem Vornamen des Erzbischofs, „Leopold“, und dem zweiten Teil des Namens seines Südtiroler Heimatortes „Mezzocorone“ – also „-corona“ = Krone<ref>Quelle [http://www.schloss-leopoldskron.com www.schloss-leopoldskron.com]</ref>. |
| | | | |
| − | Nach dem Tod des Erzbischofs 1744 erhielt das Schloss sein Neffe [[Franz Laktanz Graf von Firmian]]. Das Schloss blieb bis [[1828]] im Besitz der Grafen von [[Firmian]], danach gab es häufige Besitzerwechsel. [[1851]] erwarb es König [[Ludwig I. von Bayern]] vom Vorbesitzer, dem [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]], [[Heinrich Ritter von Mertens]]<ref>Quelle ''Salzburger Volksblatt'', Sonderausgabe anlässlich der 100-Jahr-Feier am [[29. Dezember]] [[1970]]</ref> das Schloss, der es zu einem vielbeachteten Mittelpunkt aristokratischen Lebens machte. [[1869]] kaufte es nach dem Tod Ludwigs I. um 40.000 [[Gulden]] der in Salzburg heimisch gewordene Schriftsteller und Politiker [[Alexander Julius Schindler]]. Unter Schindler wurde es zu einem Treffpunkt verschiedener Künstler. Auch [[Theodor Storm]] brachte von Ende Juli bis Mitte August [[1872]] im Rahmen einer größeren Reise einen Aufenthalt im Schloss<ref>Buch [[Die Welt zu Gast in Salzburg]], Beitrag [[Theodor Storm]]</ref>.
| + | [[1744]] starb der Erzbischofs und vermachte das Schloss seinem Neffe [[Franz Laktanz Graf von Firmian]]. Laktanz bewohnte das Schloss mehr als vierzig Jahre. Laktanz war ein großer Kunstkenner und Kunstsammler. Das Schloss blieb bis [[1828]] im Besitz der Grafen von [[Firmian]]. |
| | | | |
| − | Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] erwarb es [[1918]] [[Max Reinhardt]], dem das Schloss bis zur Enteignung durch die [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] [[1938]] gehörte. Der britische Premierminister Sir Winston Churchill besuchte Reinhardt Anfang der [[1930er]] Jahre auf seinem Schloss und war von der hier servierten Ente so begeistert, dass er sich das Rezept geben ließ<ref>Quelle [http://www.salzburg-rundgang.at/sehenswuerdigkeiten/burgen_und_schloesser/schloss_leopoldskron/ www.salzburg-rundgang.at]</ref>. Stéphanie zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst gelang es nach [[1938]], das Schloss für sich zu nutzen und gestaltete es auf Kosten der Partei großzügig um. Sie plante eine Begegnungsstätte für das internationle Festspielpublikum.<ref>''Herrin auf Schloss Leopoldskron''. In: Martha Schad: ''Hitlers Spionin'', München 2002, S. 104-118.</ref> Für kurze Zeit bewohnte dann aber der bekannte, politisch opportunistische Dirigent [[Clemens Krauss]] das Schloss.
| + | Mit dem Ende des Erzbistums bot Laktanz´ Sohn die Kunstwerke seines Vaters zum Verkauf an und verkaufte auch das Schloss. [[1837]] erwarb es [[Georg Zierer]] und verkaufte einen großen Teil der Bilder, Stiche und Skulpturen. |
| | + | |
| | + | In den nachfolgenden Jahrzehnten gab es weitere Besitzerwechsel. |
| | + | |
| | + | [[1851]] erwarb es König [[Ludwig I. von Bayern]] vom Vorbesitzer, dem [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]], [[Heinrich Ritter von Mertens]]<ref>Quelle ''Salzburger Volksblatt'', Sonderausgabe anlässlich der 100-Jahr-Feier am [[29. Dezember]] [[1970]]</ref> das Schloss, der es zu einem vielbeachteten Mittelpunkt aristokratischen Lebens machte. [[1869]] kaufte es nach dem Tod Ludwigs I. um 40.000 [[Gulden]] der in Salzburg heimisch gewordene Schriftsteller und Politiker [[Alexander Julius Schindler]]. Unter Schindler wurde es zu einem Treffpunkt verschiedener Künstler. Auch [[Theodor Storm]] brachte von Ende Juli bis Mitte August [[1872]] im Rahmen einer größeren Reise einen Aufenthalt im Schloss<ref>Buch [[Die Welt zu Gast in Salzburg]], Beitrag [[Theodor Storm]]</ref>. |
| | + | |
| | + | [[1918]] erwarb es [[Max Reinhardt]], dem das Schloss bis zur Enteignung durch die [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] [[1938]] gehörte. Der britische Premierminister Sir Winston Churchill besuchte Reinhardt Anfang der [[1930er]] Jahre auf seinem Schloss und war von der hier servierten Ente so begeistert, dass er sich das Rezept geben ließ<ref>Quelle [http://www.salzburg-rundgang.at/sehenswuerdigkeiten/burgen_und_schloesser/schloss_leopoldskron/ www.salzburg-rundgang.at]</ref>. Stéphanie zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst gelang es nach [[1938]], das Schloss für sich zu nutzen und gestaltete es auf Kosten der Partei großzügig um. Sie plante eine Begegnungsstätte für das internationle Festspielpublikum.<ref>''Herrin auf Schloss Leopoldskron''. In: Martha Schad: ''Hitlers Spionin'', München 2002, S. 104-118.</ref> Für kurze Zeit bewohnte dann aber der bekannte, politisch opportunistische Dirigent [[Clemens Krauss]] das Schloss. |
| | Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde es an die Erben Reinhardts restituiert. Schon [[1955]] verhandelten Stadt und Land Salzburg über den Ankauf von Schloss Leopoldskron samt den weitläufigen umgebenden Grünflächen, dessen Kaufpreis bei sechs Millionen Schilling liegen sollte (ca. € 440.000.--). Nach dem Verkauf von Schloss, den umgebenden Grünflächen samt dem Weiher an die Stadt Salzburg verkaufte diese Schloss und den engeren Bereich des Schlossparks [[1969]] an die US-Stiftung „Salzburg Seminar“. | | Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde es an die Erben Reinhardts restituiert. Schon [[1955]] verhandelten Stadt und Land Salzburg über den Ankauf von Schloss Leopoldskron samt den weitläufigen umgebenden Grünflächen, dessen Kaufpreis bei sechs Millionen Schilling liegen sollte (ca. € 440.000.--). Nach dem Verkauf von Schloss, den umgebenden Grünflächen samt dem Weiher an die Stadt Salzburg verkaufte diese Schloss und den engeren Bereich des Schlossparks [[1969]] an die US-Stiftung „Salzburg Seminar“. |
| | | | |
| Zeile 34: |
Zeile 41: |
| | | | |
| | == Quellen und Fußnoten == | | == Quellen und Fußnoten == |
| | + | * Informationsblatt, Tag der offenen Tür |
| | <references/> | | <references/> |
| | == Weblinks == | | == Weblinks == |