Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
410 Bytes hinzugefügt ,  17:43, 10. Sep. 2008
Zeile 176: Zeile 176:     
=====20. Jahrhundert=====
 
=====20. Jahrhundert=====
Unken verliert das Prädikat Kurort
+
Unken verliert 1907 das Prädikat Heilklimatischer Curort (s. o.)
   −
In den Jahren  von 1898 bis 1914 bestimmt ein Eisenbahnvorhaben den Raum. Von Salzburg über Unken und Lofer soll eine Linie nach Saalfelden und eine nach St. Johann in Tirol gebaut werden. Nach dem Ersten Weltkrieg wird das Vorhaben nicht mehr verfolgt.
+
In den Jahren  von 1898 bis 1914 bestimmt ein Eisenbahnvorhaben den Raum. Von Salzburg über Unken und Lofer soll eine Linie nach Saalfelden und eine nach St. Johann in Tirol gebaut werden.
In Unken kehren vom von diesem Krieg über sechszig Soldaten nicht mehr heim.
+
Nach dem Ersten Weltkrieg wird das Vorhaben nicht mehr verfolgt.(s. o.)
 +
 
 +
In Unken kehren vom I. Weltkrieg sechszig Soldaten nicht mehr heim.
    
Schlimm sind weiter die folgende Jahrzehnte. Viele Bauern, vor allem in Gföll, sind vor dem „Aufhausen“ (Konkurs). Unken wird von der Propaganda der Nationalsozialisten, vor allem aus Bayern, bedrängt. Jenseits der Grenze von Melleck schallen aus Lautsprechern Hitlerparolen und Marschmusik. Viele, auch Frauen sind als "Illegale" aktiv. Familien sind gespalten in Schwarz und Braun wie die des Verfassers. Bei der Volksabstimmung im April 1938 stimmten 99.9 % für den Zusammenschluss von Deutschland und Österreich. Adolf Hitler wird Ehrenbürger von Unken (beschlossen bereits im Frühjahr 1933).
 
Schlimm sind weiter die folgende Jahrzehnte. Viele Bauern, vor allem in Gföll, sind vor dem „Aufhausen“ (Konkurs). Unken wird von der Propaganda der Nationalsozialisten, vor allem aus Bayern, bedrängt. Jenseits der Grenze von Melleck schallen aus Lautsprechern Hitlerparolen und Marschmusik. Viele, auch Frauen sind als "Illegale" aktiv. Familien sind gespalten in Schwarz und Braun wie die des Verfassers. Bei der Volksabstimmung im April 1938 stimmten 99.9 % für den Zusammenschluss von Deutschland und Österreich. Adolf Hitler wird Ehrenbürger von Unken (beschlossen bereits im Frühjahr 1933).
   −
Im Zweiten Weltkrieg kämpfen nahezu vierhundert Männer in den Ländern von Nordkap bis zur Mittelmeerküste  Afrikas, von Brest in der  Bretagne bis Stalingrad an der Wolga. Nahe Hundert kehren von dort nicht mehr heim. Ein Heldenheim, schon 1943 im Dorf  angelegt, erinnert an die Gefallenen. In der Friedhofskapelle sind auf fünf Marmortafeln  alle Namen  bzw. die Länder der gefallenen Helden festgehalten.  
+
Im II. Weltkrieg kämpfen nahezu vierhundert Männer in den Ländern von Nordkap bis zur Mittelmeerküste  Afrikas, von Brest in der  Bretagne bis Stalingrad an der Wolga. Nahe Hundert kehren von dort nicht mehr heim. Ein Heldenheim, schon 1943 im Dorf  angelegt, erinnert an die Gefallenen. In der Friedhofskapelle sind auf fünf Marmortafeln  alle Namen  bzw. die Länder der gefallenen Helden festgehalten.  
   −
In der ersten Maiwoche 1945 endet in Unken der Zweite Weltkrieg. Am 4. Mai kapituliert die Heeresgruppe Süd, unter Feldmarschall A. Kesselring im Saalachtal. Noch schießt die SS von Unken ( vom Lukaswirt mehr als zehn Granaten) Richtung Bad Reichenhall, davon schlägt eine in der Küche vom Schneizlreutherwirt ein. In einem Schrank können noch heute Spuren gesehen werden. In Baumgarten westlich von Bad Reichenhall stellen die Amerikaner Geschütze auf, bedienen diese jedoch nicht mehr. Am 8. Mai fahren Hunderte US Trucks der 101. Fallschirmdivision von Inzell kommend, die beiden Saalachbrücken in Jettenberg sind gesprengt, in das Saalachtal. Achtzig oder mehr parken im mit Getreide bestelltem Eggerfeld in Nachbarschaft vom Friedhof. Im Juni wird die  101. Fallschirmdivision von der Regenbogendivision abgelöst. Ihr beim Kniepass auf Fels gemalte Divisionszeichen, der Rot -  Gelb – Blaue Regenbogen, wird vom "Museumsverein Festung Kniepass - Unken" als geschichtliches Mal betreut.
+
In der ersten Maiwoche 1945 endet in Unken der Zweite Weltkrieg. Am 4. Mai kapituliert die Heeresgruppe Süd, unter Feldmarschall A. Kesselring im Saalachtal. Noch schießt die SS von Unken, vom Lukaswirt, mehr als zehn Granaten Richtung Bad Reichenhall, davon schlägt eine in der Küche vom Schneizlreutherwirt ein. In einem Schrank können noch heute Spuren gesehen werden. In Baumgarten westlich von Bad Reichenhall stellen die Amerikaner Geschütze auf und schießen gegen Fronau, Jettenberg und Schneizlreuth. Am 5. Mai kommt es dort zu Gefechten zwischen der Wehrmacht bzw. der SS und Franzosen (!) bzw. Amerikanern. Drei deutsche Soldaten finden im Schneizlreuther Friedhof ihre letzte Ruhe. Die gefallenen Franzosen werden später exhuhiert und in ihrer Heimat bestatte. Am 5. Mai verliert auch der Bürgermeister von Schneizlreuth sein Leben. Ein Sprentrichter am Bodenbichl behindert das Vordringen der 101. Fallschirmdivision von Inzell kommend,in das Saalachtal. Am 6. (oder 7.) Mai fahren  hunderte US Trucks Richtung Unken. Achtzig oder mehr parken im mit Getreide bestelltem Eggerfeld in Nachbarschaft vom Friedhof. Im Juni wird die  101. Fallschirmdivision von der Regenbogendivision abgelöst. Ihr beim Rossbühl auf Fels gemalte Divisionszeichen, der Rot -  Gelb – Blaue Regenbogen, wird vom "Museumsverein Festung Kniepass - Unken" als geschichtliches Mal betreut.
    
== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
59

Bearbeitungen

Navigationsmenü