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| | == Geografie == | | == Geografie == |
| | === Lage === | | === Lage === |
| − | Die zentrale Straßenachse des Siedlungsraumes ''Gneis'' ist die [[Berchtesgadener Straße]]. Wie an einer Perlenkette, reihen sich an ihr von Nord nach Süd die einzelnen Ortsteile des Siedlungsraumes Gneis auf. | + | Die zentrale Straßenachse des Siedlungsraumes ''Gneis'' ist die [[Berchtesgadener Straße]]. Wie an einer Perlenkette reihen sich an ihr von Nord nach Süd die einzelnen Ortsteile des Siedlungsraumes Gneis auf. |
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| | Im Norden liegt ''[[Thumegg]]'', ein Baulandkern beidseits der [[Thumegger Straße]] am Rande der [[Friedhofsterrasse]], der unterhalb der Geländekante in den Stadtteil (Äußeres) [[Nonntal]] übergeht. | | Im Norden liegt ''[[Thumegg]]'', ein Baulandkern beidseits der [[Thumegger Straße]] am Rande der [[Friedhofsterrasse]], der unterhalb der Geländekante in den Stadtteil (Äußeres) [[Nonntal]] übergeht. |
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| | Thumegg entwickelte sich als Stadtteil im Zuge der zunehmenden Besiedelung im Raum [[Nonntal]], genauer dem [[Nonntal|Äußeren Nonntal]], an den dieser Siedlungsraum anschließt. Diese Siedlungstätigkeit begann wesentlich nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]]. Bis 1935 bildete die heutige Hauptachse der Siedlung, die [[Thumegger Straße]], die Stadtgrenze zum Gemeindegebiet [[Morzg]]. | | Thumegg entwickelte sich als Stadtteil im Zuge der zunehmenden Besiedelung im Raum [[Nonntal]], genauer dem [[Nonntal|Äußeren Nonntal]], an den dieser Siedlungsraum anschließt. Diese Siedlungstätigkeit begann wesentlich nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]]. Bis 1935 bildete die heutige Hauptachse der Siedlung, die [[Thumegger Straße]], die Stadtgrenze zum Gemeindegebiet [[Morzg]]. |
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| − | Der Name Thumegg gründet sich in einem bäuerlichen Gutshaus, das bereits [[1373]] genannt ist und damals ''Gütl am Thumegkh'' genannt war. [[1650]] heißt dieses Gut ''Tumegg beim Vogltenn''. (Vogeltennen waren damals ein beliebter Zeitvertreib der Adeligen und dienten dem Fangen von Vögeln). Auch der Name ''Hanns Thumegker'' taucht damals auf. Das uralte Gutshaus brannte 1896 ab. | + | Der Name "Thumegg" stammt von einem bäuerlichen Gutshaus, das bereits [[1373]] als ''Gütl am Thumegkh'' genannt war. [[1650]] heißt dieses Gut ''Tumegg beim Vogltenn''. (Vogeltennen waren damals ein beliebter Zeitvertreib der Adeligen und dienten dem Fangen von [[Vögel]]n). Auch der Name ''Hanns Thumegker'' taucht damals auf. Das uralte Gutshaus brannte 1896 ab. |
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| | ==== Gneis-Moos ==== | | ==== Gneis-Moos ==== |
| − | Der Siedlungsteil von Gneis-Moos liegt wesentlich östlich des [[Almkanal]]es unweit der Berchtesgadener Straße und stammt im Kern aus der Zeit des Austrofaschismus, stammt als auch mit den gleichen Motiven, unter denen die [[Kendlersiedlung]] und die Siedlung [[Sam]] entstand. Der kleine neu geschaffene Siedlungsteil entlang dem neu errichteten [[Höglwörthweg]] hieß damals nach [[Odo Neustädter-Stürmer]] (* [[3. November]] [[1885]], Laibach, heute Slowenien; † [[19. März]] [[1938]], Selbstmord, Hinterbrühl/Niederösterreich), der [[1933]] - [[1934|34]] Staatssekretär für Arbeitsbeschaffung, 1934 - [[1935|35]] Sozialminister und [[1936]] - [[1937|37]] Innenminister war und der maßgeblichen Einfluss auf die Christlich-soziale Politik des Heimatschutzes ausgeübt hatte, ''Neustädter-Stürmer-Siedlung''. Abseits dieses Siedlungskernes wurden unweit davon am damaligen Totenweg (heute dort Nissenstraße genannt) zudem einige wenige [[Torfstechen|Torfstecherhütten]] zu ärmlichen Wohnbauten umgewandelt. Nach 1938 wurde die Siedlung zuerst Höglwörthsiedlung genannt, bis sich später der Ortsbegriff Gneis-Moos einbürgerte. | + | Der Siedlungsteil von Gneis-Moos liegt wesentlich östlich des [[Almkanal]]es unweit der Berchtesgadener Straße und stammt im Kern aus der Zeit des Austrofaschismus, stammt als auch mit den gleichen Motiven, unter denen die [[Kendlersiedlung]] und die Siedlung [[Sam]] entstand. Der kleine neu geschaffene Siedlungsteil entlang dem neu errichteten [[Höglwörthweg]] hieß damals nach [[Odo Neustädter-Stürmer]] (* [[3. November]] [[1885]], Laibach, heute [[Slowenien]]; † [[19. März]] [[1938]], Selbstmord, Hinterbrühl/[[Niederösterreich]]), der [[1933]] - [[1934|34]] [[Staatssekretär]] für Arbeitsbeschaffung, 1934 - [[1935|35]] Sozial[[Minister]] und [[1936]] - [[1937|37]] Innenminister war und der maßgeblichen Einfluss auf die Christlich-soziale Politik des Heimatschutzes ausgeübt hatte, ''Neustädter-Stürmer-Siedlung''. Abseits dieses Siedlungskernes wurden unweit davon am damaligen Totenweg (heute dort [[Nissenstraße]] genannt) zudem einige wenige [[Torfstechen|Torfstecherhütten]] zu ärmlichen Wohnbauten umgewandelt. Nach [[1938]] wurde die Siedlung zuerst "Höglwörthsiedlung" genannt, bis sich später der Ortsbegriff Gneis-Moos einbürgerte. |
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| − | Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurden diese Siedlungskerne dann überall dort bis zur heutigen Siedlungsgröße erweitert, wo nur weitgehend "wertlose" Streuwiesen (im Kataster z.T. bis heute als „Sumpf“ eingetragen) und keine Fettwiesen dabei verloren gingen. Dabei waren zwei kirchliche Wohnbaugenossenschaften maßgeblich beteiligt: die katholische Siedlungsgesellschaft ''Neue Heimat'' und die evangelischen Genossenschaft ''Neusiedler''. Der [[Heinrich-Meder-Weg]] am Almkanal südlich des Sternhofweges erinnert im Namen an den evangelischen Pastor und Mitbegründer der Genossenschaft Neusiedler. | + | Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurden diese Siedlungskerne überall dort bis zur heutigen Siedlungsgröße erweitert, wo nur weitgehend "wertlose" Streuwiesen (im Kataster z.T. bis heute als „Sumpf“ eingetragen) und keine Fettwiesen dabei verloren gingen. Dabei waren zwei kirchliche Wohnbaugenossenschaften maßgeblich beteiligt: die [[Katholische Kirche|katholische]] Siedlungsgesellschaft ''[[Neue Heimat]]'' und die [[Evangelische Kirche (Gemeinschaft)|evangelische]] Genossenschaft ''[[Neusiedler Wohnungsbaugenossenschaft|Neusiedler]]''. Der [[Heinrich-Meder-Weg]] am Almkanal südlich des Sternhofweges erinnert im Namen an den evangelischen Pastor und Mitbegründer der Genossenschaft "Neusiedler". |
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| − | Hier fanden dabei vor allem [[Asylwerber in Salzburg|Kriegsflüchtlinge]], vor allem [[Siebenbürger Sachsen]] und andere „Volksdeutsche“ eine neue Heimat. | + | Hier fanden dabei vor allem [[Flüchtlinge|Kriegsflüchtlinge]], vor allem [[Siebenbürger Sachsen]] und andere „[[Volksdeutsche]]“ eine neue Heimat. |
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| | ==== Gneis Kirchensiedlung ==== | | ==== Gneis Kirchensiedlung ==== |
| − | Die Kirchensiedlung Gneis entstand im Wesentlichen erst nach dem Jahr [[1960]]. Der älteste Siedlungskern war der Baulandstreifen westlich der [[Santnergasse]], der bereits zwischen [[1928]] und [[1935]] bebaut worden war. Die [[Gneisfeldstraße]] wurde, abgesehen von zwei Häusern der [[Zwischenkriegszeit]], großteils im Zug der Flüchtlingsansiedlung vor 1960 bebaut. Fast gleichzeitig entstand die Häusergruppe am Südende der [[Dr.-Adolf-Altmann-Straße]] um das alte Sackenbauerngut und die Häuserzeilen an der [[Sackengutstraße]]. | + | Die Kirchensiedlung Gneis entstand im Wesentlichen erst nach dem Jahr [[1960]]. Der älteste Siedlungskern war der Baulandstreifen westlich der [[Santnergasse]], der bereits zwischen [[1928]] und [[1935]] bebaut worden war. Die [[Gneisfeldstraße]] wurde, abgesehen von zwei Häusern der [[Zwischenkriegszeit]], großteils im Zug der Flüchtlingsansiedlung vor 1960 bebaut. Fast gleichzeitig entstanden die Häusergruppe am Südende der [[Dr.-Adolf-Altmann-Straße]] um das alte Sackenbauerngut und die Häuserzeilen an der [[Sackengutstraße]]. |
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| | ==== Gneis Süd ==== | | ==== Gneis Süd ==== |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| | === Name === | | === Name === |
| − | [[Franz Hörburger]] und [[Franz Martin]] leiten das Wort vom [[Romanik|romanischen]] ''Canalis'' - Wasserrinne, [[Graben|Entwässerungsgraben]] - ab. Diese Erklärung scheint in Anbetracht der zahlreichen romanischen Ortsnamen im Süden der Stadt Salzburg schlüssig wie von [[Gnigl]], [[Parsch]], [[Glas]] über Morzg, [[Wals]], [[Gois]], [[Anif]] u.s.w. Auch der Historiker [[Heinz Dopsch]] vertrat in jüngster Zeit diese Erklärung des Namens (Dopsch-Hoffmann, S. 77). | + | [[Franz Hörburger]] und [[Franz Martin]] leiten das Wort vom [[Romanik|romanischen]] ''Canalis'' - Wasserrinne, [[Graben|Entwässerungsgraben]] - ab. Diese Erklärung scheint in Anbetracht der zahlreichen romanischen Ortsnamen im Süden der Stadt Salzburg schlüssig, wie die von [[Gnigl]], [[Parsch]], [[Glas]] über Morzg, [[Wals]], [[Gois]], [[Anif]] u.s.w. Auch der Historiker [[Heinz Dopsch]] vertrat in jüngster Zeit diese Erklärung des Namens (Dopsch-Hoffmann, S. 77). |
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| | Entwässerungsgräben waren früher ein überaus typisches Merkmal des Kulturraumes Gneis und reichten direkt an die [[Berchtesgadener Straße]] heran. | | Entwässerungsgräben waren früher ein überaus typisches Merkmal des Kulturraumes Gneis und reichten direkt an die [[Berchtesgadener Straße]] heran. |