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Während der römischen Besiedlung der Provinz Noricum, wahrscheinlich aber schon früher, trug die Stadt die Bezeichnung Iuvavum. Dieser Name blieb zunächst traditionsgemäß bis in das späte Mittelalter in Gebrauch. In offiziellen Urkunden erscheint Iuvavum und vor allem das Adjektiv Iuvavensis noch viel später. Die Etymologie von Iuvavum ist sehr kompliziert, es existieren dazu verschiedene Hypothesen. Hier sei dazu nur soviel gesagt, dass es sich bei Iuvavum um ein vorrömisches, evt. alteuropäisches Substratwort handelt.  
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Während der römischen Besiedlung der Provinz Noricum, wahrscheinlich aber schon früher, trug die Stadt die Bezeichnung [[Iuvavum]]. Dieser Name blieb zunächst traditionsgemäß bis in das späte Mittelalter in Gebrauch. In offiziellen Urkunden erscheint Iuvavum und vor allem das Adjektiv Iuvavensis noch viel später. Die Etymologie von Iuvavum ist sehr kompliziert, es existieren dazu verschiedene Hypothesen. Hier sei dazu nur soviel gesagt, dass es sich bei Iuvavum um ein vorrömisches, evt. alteuropäisches Substratwort handelt.  
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Seit dem 8. Jahrhundert n. Chr. jedoch, als allmählich auch althochdeutsche Sprachformen schriftlich fixiert wurden, trat das mit den Römern in Verbindung gebrachte Iuvavum in den Hintergrund zugunsten der auf dem Salzhandel basierenden deutschen Bezeichnung. Gerade das fast gleichzeitige Aufkommen der neuen Flussbezeichnung Salzach und des Stadtnamens Salzburg ist ein einzigartiges Phänomen der Namenkunde und scheint auf einen gewollten Bruch mit der römisch/romanischen Tradition abgezielt zu haben.
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Seit dem [[8. Jahrhundert]] n. Chr. jedoch, als allmählich auch althochdeutsche Sprachformen schriftlich fixiert wurden, trat das mit den Römern in Verbindung gebrachte Iuvavum in den Hintergrund zugunsten der auf dem [[Salzhandel]] basierenden deutschen Bezeichnung. Gerade das fast gleichzeitige Aufkommen der neuen Flussbezeichnung [[Salzach]] und des Stadtnamens Salzburg ist ein einzigartiges Phänomen der Namenkunde und scheint auf einen gewollten Bruch mit der römisch/romanischen Tradition abgezielt zu haben.
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Die erste Bezeugung von Salzburg findet sich in der „Vita Bonifatii“, der Lebensbeschreibung des Hl. Bonifatius, die bald nach dessen Tod im Jahre [[754]] von Willibald, einem angelsächsischen Priester, abgefasst wurde. In diesem wertvollen Dokument, erhalten in einer nur wenig jüngeren Abschrift des verlorenen Originals, die in der bayerischen Staatsbibliothek in München aufbewahrt wird, erscheint der Stadtname in seiner ältesten Gestalt: salzpurch. Zum zweitenmal taucht der Name in der „Notitia Arnonis“ auf als salzburch, mit stimmhaftem 'b', was auf eine noch nicht gefestigte Schreibung hindeutet, die phonetische Unterschiede recht genau wiedergibt.
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Die erste Bezeugung von Salzburg findet sich in der „Vita Bonifatii“, der Lebensbeschreibung des [[Bonifatius|Hl. Bonifatius]], die bald nach dessen Tod im Jahre [[754]] von Willibald, einem angelsächsischen Priester, abgefasst wurde. In diesem wertvollen Dokument, erhalten in einer nur wenig jüngeren Abschrift des verlorenen Originals, die in der bayerischen Staatsbibliothek in München, [[Bayern]], aufbewahrt wird, erscheint der Stadtname in seiner ältesten Gestalt: salzpurch. Zum zweiten Mal taucht der Name in der „Notitia Arnonis“ auf als ''salzburch'', mit stimmhaftem 'b', was auf eine noch nicht gefestigte Schreibung hindeutet, die phonetische Unterschiede recht genau wiedergibt.
    
Betrachtet man die Wortbildung, so ist Salzburg eine Wortzusammensetzung, in der der zweite Bestandteil durch den ersten in seiner Bedeutung präzisiert wird - also, ganz allgemein formuliert, eine 'Stadt, in der Salz eine wesentliche Rolle spielte'. Die historischen Fakten, nämlich der Salzhandel und seine wesentlichen wirtschaftlichen Konsequenzen, vermögen diese Bezeichnung überzeugend zu motivieren. - Die Übertragung des bloßen Stadtnamens auf das Land setzt erst im Spätmittelalter ein und ist in Verbindung zu bringen mit den territorialen Verhältnissen des Erzbistums.
 
Betrachtet man die Wortbildung, so ist Salzburg eine Wortzusammensetzung, in der der zweite Bestandteil durch den ersten in seiner Bedeutung präzisiert wird - also, ganz allgemein formuliert, eine 'Stadt, in der Salz eine wesentliche Rolle spielte'. Die historischen Fakten, nämlich der Salzhandel und seine wesentlichen wirtschaftlichen Konsequenzen, vermögen diese Bezeichnung überzeugend zu motivieren. - Die Übertragung des bloßen Stadtnamens auf das Land setzt erst im Spätmittelalter ein und ist in Verbindung zu bringen mit den territorialen Verhältnissen des Erzbistums.
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Der Name kommt von ahd. Aphalter = Apfelbaum, der wohl einmal hier gewachsen sein muss.  
 
Der Name kommt von ahd. Aphalter = Apfelbaum, der wohl einmal hier gewachsen sein muss.  
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Außerdem gibt es in der Sage einen Riesen namens Abfalter: Vor mehreren hundert Jahren hauste auch der Riese Abfalter auf dem [[Untersberg]]e. Noch sieht man einen großen Felsgraben auf dem Rücken des Berges, der ihm zum Lager diente. Die Hügel von [[Wals]], [[Liefering]] und [[Maxglan]] sowie die kleinen Erhebungen ("Golferhügel") da und dort, auf denen meistens Kirchen stehen, sollen von den Steinen herrühren, die er bisweilen zum Zeitvertreib herabwarf. Am Fuße des [[Gaisberg]]es soll er einst einer Riesenjungfrau begegnet sein, welche, vom [[Abersee]] kommend, Steine in der Schürze trug, um auf selben als Trittsteinen über die [[Salzach]] zu schreiten, selbe aber unterwegs unbemerkt bei [[Plainfeld]] verloren hatte, weil die Schürze ein Loch bekam. Abfalter soll sie dann über die Salzach getragen haben.
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Außerdem gibt es in der [[Sagen und Legenden|Sage]] einen Riesen namens [[Riese Abfalter|Abfalter]]: Vor mehreren hundert Jahren hauste auch der Riese Abfalter auf dem [[Untersberg]]e. Noch sieht man einen großen Felsgraben auf dem Rücken des Berges, der ihm zum Lager diente. Die Hügel von [[Wals]], [[Liefering]] und [[Maxglan]] sowie die kleinen Erhebungen ("Golferhügel") da und dort, auf denen meistens Kirchen stehen, sollen von den Steinen herrühren, die er bisweilen zum Zeitvertreib herabwarf. Am Fuße des [[Gaisberg]]es soll er einst einer Riesenjungfrau begegnet sein, welche, vom [[Abersee]] kommend, Steine in der Schürze trug, um auf selben als Trittsteinen über die [[Salzach]] zu schreiten, selbe aber unterwegs unbemerkt bei [[Plainfeld]] verloren hatte, weil die Schürze ein Loch bekam. Abfalter soll sie dann über die Salzach getragen haben.
    
'''Aigen'''<br>
 
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So wird das Gebiet entlang der Arenbergstraße zwischen dem äußeren Steintor (heute Engelwirtsbrunnen) und dem heutigen Beginn der Pausingerstraße (früher äußere [[Steingasse]] genannt. Später wurde Im Inneren Stein wurden am Fuß des [[Kapuzinerberg]]s vielleicht schon in der Römerzeit von Hochwässern der [[Salzach]] besser geschützte Häuser gebaut, die buchstäblich „auf dem Stein“ standen. Im 19. Jahrhundert wurde vorübergehend auch größere Teile des Inneren Parsch zum Äußeren Stein dazugezählt.  
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So wird das Gebiet entlang der Arenbergstraße zwischen dem äußeren Steintor (heute Engelwirtsbrunnen) und dem heutigen Beginn der Pausingerstraße (früher äußere [[Steingasse]] genannt. Später wurde im [[Innerer Stein|Inneren Stein]] am Fuß des [[Kapuzinerberg]]s vielleicht schon in der Römerzeit von [[Hochwasser|Hochwässern]] der Salzach besser geschützte Häuser gebaut, die buchstäblich „auf dem Stein“ standen. Im [[19. Jahrhundert]] wurde vorübergehend auch größere Teile des Inneren Parsch zum Äußeren Stein dazugezählt.  
    
'''Burgfried'''<br>
 
'''Burgfried'''<br>
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Dieser Stadtteil hieß früher Froschheim (nach den hier einst gelegenen Auen der Salzach mit ihren vielen Fröschen) und wurde auf Initiative von [[Sylvester Oberberger]] [[1901]] nach der Kaiserin („Sisi“, [[1837]] – [[1898]]) benannt. Die Katastralgemeinde Elisabeth-Vorstadt wurde nach 1950 wieder in Froschheim rückbenannt, die so heute wieder den Namen Katastralgemeinde Salzburg, Abteilung Froschheim trägt. Davon unbeachtet trägt der Stadtteil an sich aber bis heute den Namen der einstigen Kaiserin.  
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Dieser Stadtteil hieß früher Froschheim (nach den hier einst gelegenen Auen der Salzach mit ihren vielen Fröschen) und wurde auf Initiative von [[Sylvester Oberberger]] [[1901]] nach der Kaiserin („Sisi“, [[1837]] – [[1898]]) benannt. Die Katastralgemeinde Elisabeth-Vorstadt wurde nach [[1950]] wieder in Froschheim rückbenannt, die so heute wieder den Namen Katastralgemeinde Salzburg, Abteilung Froschheim trägt. Davon unbeachtet trägt der Stadtteil an sich aber bis heute den Namen der einstigen Kaiserin.  
    
'''Esch'''<br>
 
'''Esch'''<br>
Siedlungsname nach den dort wachsenden Eschenwaldsam am Fuß des Heuberges.
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Siedlungsname nach den dort wachsenden Eschenwaldsam am Fuß des [[Heuberg]]es.
    
'''Gaisberg'''<br>
 
'''Gaisberg'''<br>
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: ''Hauptartikel: [[Gnigl]]''
 
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Gnigl ist vermutlich ursprünglich der Name des Guggenthaler oder Alterbachs, er wird [[790]] als „glanicle“ erstmals urkundlich genannt und ist möglicherweise eine Verkleinerungsform von „glan“ (siehe dort). Am [[1. Juli]] [[1935]] nach Salzburg eingemeindet.
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Gnigl ist vermutlich ursprünglich der Name des [[Guggenthal]]er oder Alterbachs, er wird [[790]] als „glanicle“ erstmals urkundlich genannt und ist möglicherweise eine Verkleinerungsform von „glan“ (siehe dort). Am [[1. Juli]] [[1935]] nach Salzburg eingemeindet.
    
'''Herrnau'''<br>
 
'''Herrnau'''<br>
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: ''Hauptartikel: [[Josefiau]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Josefiau]]''
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Das Siedlungsgebiet entstand [[1932]] durch Rodungen der Salzachau (-au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser, kommt entweder von mittelhochdeutsch ouwa und übernahm den Namen von der hier gelegenen [[Kapelle St. Josef]], die [[1677]] vom reichen Handelsmann [[Abraham Zillner]] bei seinem Ansitz errichtet worden war und in der Folge dem Gut samt Schlösschen den Namen „[[St. Josefs-Hof]]“ verschaffte (heute als Castellani Parkhotel, das ehemalige Hotel Kasererhof, genutzt).
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Das Siedlungsgebiet entstand [[1932]] durch Rodungen der Salzachau (-au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser, kommt entweder von mittelhochdeutsch ouwa und übernahm den Namen von der hier gelegenen [[Kapelle St. Josef]], die [[1677]] vom reichen Handelsmann [[Abraham Zillner]] bei seinem Ansitz errichtet worden war und in der Folge dem Gut samt Schlösschen den Namen „[[St. Josefs-Hof]]“ verschaffte (heute als [[Castellani Parkhotel]], das ehemalige [[Hotel Kasererhof]], genutzt).
    
'''Kasern'''<br>
 
'''Kasern'''<br>
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Gmain in [[Großgmain]] hat sich in seiner ursprünglichen Form Mona (urkundlich 9. Jh.) bisher allen Deutungsversuchen widersetzt. Die lautliche Weiterentwicklung legt eine volksetymologische Umdeutung nahe, so dass der Name heute wohl in seiner dialektalen Form gmoa als Gemeinde zu interpretieren ist.  
 
Gmain in [[Großgmain]] hat sich in seiner ursprünglichen Form Mona (urkundlich 9. Jh.) bisher allen Deutungsversuchen widersetzt. Die lautliche Weiterentwicklung legt eine volksetymologische Umdeutung nahe, so dass der Name heute wohl in seiner dialektalen Form gmoa als Gemeinde zu interpretieren ist.  
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In Kleingmain ist allerdings eine Deutung weit weniger schwierig: Unter Gmain sind hier jene Weideflächen zu verstehen, die den privilegierten Gemeindebürgern der Stadt zustanden.  
 
In Kleingmain ist allerdings eine Deutung weit weniger schwierig: Unter Gmain sind hier jene Weideflächen zu verstehen, die den privilegierten Gemeindebürgern der Stadt zustanden.  
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[[Franz Valentin Zillner]] leitet den Namen alternativ von „Loh“, „Löhen“ = nasse, sumpfige Stellen her, weil dieses nahe dem Zusammenfluss von [[Saalach]] und Salzach gelegene Gebiet ursprünglich sehr wasserreich und sumpfig war. Er nannte den Streifen zwischen Glan und Mühlbach das "salzburgische Mesopotamien“ (Zweistromland) und beschrieb das Gebiet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so:
 
[[Franz Valentin Zillner]] leitet den Namen alternativ von „Loh“, „Löhen“ = nasse, sumpfige Stellen her, weil dieses nahe dem Zusammenfluss von [[Saalach]] und Salzach gelegene Gebiet ursprünglich sehr wasserreich und sumpfig war. Er nannte den Streifen zwischen Glan und Mühlbach das "salzburgische Mesopotamien“ (Zweistromland) und beschrieb das Gebiet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so:
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Weniger wahrscheinlich kommt der Name von früher hier gelegenen „Lehen“ = kleinen Bauerngütern, im Eigentum von Großgrundbesitzern. Das Gebiet zwischen heutiger Bahn, [[Glan]] und Glandurchstich sowie Salzach liegt im Bereich einer Alluvialterrasse, die im Gegensatz zu den höher gelegenen Stadtterrassen ständig von Überschwemmungen der Glan und der Salzach bedroht war. Zwischen der alten Vorstadt [[Mülln]] und dem uralten Bauern- und Fischerort [[Liefering]] gab es hier nur einige verstreut liegende Höfe nahe der Straße und eine kleine Gruppe von Anwesen, die neben Landbewirtschaftung die Wasserkraft des vermutlich im [[14. Jahrhundert]] von der Glan abgezweigten Gailenbachs nutzten.  
 
Weniger wahrscheinlich kommt der Name von früher hier gelegenen „Lehen“ = kleinen Bauerngütern, im Eigentum von Großgrundbesitzern. Das Gebiet zwischen heutiger Bahn, [[Glan]] und Glandurchstich sowie Salzach liegt im Bereich einer Alluvialterrasse, die im Gegensatz zu den höher gelegenen Stadtterrassen ständig von Überschwemmungen der Glan und der Salzach bedroht war. Zwischen der alten Vorstadt [[Mülln]] und dem uralten Bauern- und Fischerort [[Liefering]] gab es hier nur einige verstreut liegende Höfe nahe der Straße und eine kleine Gruppe von Anwesen, die neben Landbewirtschaftung die Wasserkraft des vermutlich im [[14. Jahrhundert]] von der Glan abgezweigten Gailenbachs nutzten.  
      
"''Wer nach starkem Sommerregen bei eintretender Abendkühle etwa von der Öde des einstigen Mönchsteinturmes gegen Liefering ausblickt, dem wird ohne Zweifel der stets auftretende Nebelstrich und die blinkenden, bandartigen, übervollen Wasserstreifen beider Bäche ins Auge fallen, an denen der Vorort Lehen liegt.''"  
 
"''Wer nach starkem Sommerregen bei eintretender Abendkühle etwa von der Öde des einstigen Mönchsteinturmes gegen Liefering ausblickt, dem wird ohne Zweifel der stets auftretende Nebelstrich und die blinkenden, bandartigen, übervollen Wasserstreifen beider Bäche ins Auge fallen, an denen der Vorort Lehen liegt.''"  
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An einem schon vorher bestehenden Weiher im Landschaftsraum von Riedenburg ließ Erzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] [[1736]] – [[1740]] ein [[Schloss Leopoldskron|Schloss]] errichten. Zu diesem Schloss gehörte als Grundeigentum auch das Wildmoos, wodurch sich allmählich der neue Name Leopolskron-Moos (siehe dort) einbürgerte.  
 
An einem schon vorher bestehenden Weiher im Landschaftsraum von Riedenburg ließ Erzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] [[1736]] – [[1740]] ein [[Schloss Leopoldskron|Schloss]] errichten. Zu diesem Schloss gehörte als Grundeigentum auch das Wildmoos, wodurch sich allmählich der neue Name Leopolskron-Moos (siehe dort) einbürgerte.  
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Das Schloss blieb bis [[1828]] im Besitz der Grafen von Firmian, danach gab es häufige Besitzerwechsel. Bis [[1938]] gehörte es [[Max Reinhardt]], dann enteigneten es die Nazis. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] wurde es an die Erben Reinhardts restituiert, die es [[1969]] an die US-Stiftung „Salzburg Seminar“ verkauften. –  
 
Das Schloss blieb bis [[1828]] im Besitz der Grafen von Firmian, danach gab es häufige Besitzerwechsel. Bis [[1938]] gehörte es [[Max Reinhardt]], dann enteigneten es die Nazis. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] wurde es an die Erben Reinhardts restituiert, die es [[1969]] an die US-Stiftung „Salzburg Seminar“ verkauften. –  
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: ''Hauptartikel: [[Leopoldskron-Moos]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Leopoldskron-Moos]]''
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Flurname für das im Süden der Stadt gelegene Moorgebiet.
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Flurname für das im Süden der Stadt gelegene Moorgebiet. Das Moor südlich des [[Mönchsberg|Mönchsberges]] und der Riedenburg wurde ursprünglich "viltzmoos" oder "Wildmoos" genannt. Es wurde in ersten Teilen ab der Mitte des 18. Jahrhundert kultiviert. Eine tiefgreifende Trockenlegung des Moores war aber erst nach der Begradigung der Glan in den Jahren [[1933]] - [[1947]] möglich.  Am [[1. Jänner]] [[1939]] wurde die Gemeinde Leopoldskron-Moos nach [[Salzburg]] eingemeindet.  
Das Moor südlich des [[Mönchsberg|Mönchsberges]] und der Riedenburg wurde ursprünglich "viltzmoos" oder "Wildmoos" genannt. Es wurde in ersten Teilen ab der Mitte des 18. Jahrhundert kultiviert. Eine tiefgreifende Trockenlegung des Moores war aber erst nach der Begradigung der Glan in den Jahren 1933-1947 möglich.  Am [[1. Jänner]] [[1939]] wurde die Gemeinde Leopoldskron-Moos nach [[Salzburg]] eingemeindet.  
      
'''Morzg'''<br>
 
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: ''Hauptartikel: [[Riedenburg]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Riedenburg]]''
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Riedenburg war der ursprüngliche Name des [[Rainberg]]-Felsens (a rupe que Ritinburc appellatur, [[1139]]), der inmitten von moorigen Wiesen = Riedgraswiesen aufragte. Die Riedenburger Sümpfe („''Die Pferde sanken dort bis zum Bauch ein und verloren im Morast die Hufeisen''“) wurden erst im 16. Jahrhundert trocken gelegt, das Gebiet wurde in der Foplge nur sehr dünn mit wenigen Gehöften (bäuerlich) besiedelt, die Verbauung der Riedenburg erfolgte wesentlich nach 1880.
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Riedenburg war der ursprüngliche Name des [[Rainberg]]-Felsens (a rupe que Ritinburc appellatur, [[1139]]), der inmitten von moorigen Wiesen = Riedgraswiesen aufragte. Die Riedenburger Sümpfe („''Die Pferde sanken dort bis zum Bauch ein und verloren im Morast die Hufeisen''“) wurden erst im [[16. Jahrhundert]] trocken gelegt, das Gebiet wurde in der Folge nur sehr dünn mit wenigen Gehöften (bäuerlich) besiedelt, die Verbauung der Riedenburg erfolgte wesentlich nach 1880.
    
'''Rott'''<br>
 
'''Rott'''<br>
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Nach dem Gut „Savme“, das schon [[1250]] urkundlich erwähnt wird und dem [[Erzstift St. Peter]] grunduntertänig war.
 
Nach dem Gut „Savme“, das schon [[1250]] urkundlich erwähnt wird und dem [[Erzstift St. Peter]] grunduntertänig war.
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„Samer“ waren die ersten Transporteure über die Alpen und den Bayerischen Wald. Jahrhunderte lang beförderten sie auf dem Rücken von Pferden oder Maultieren vor allem Salz und Wein über die Pässe. Um Säumer zu sein, musste man ein Pferd, einen Maulesel oder ein Maultier besitzen; ein Säumer war also ursprünglich ein Pferde- oder Maultierführer und arbeitete auf eigene Rechnung im Auftrage fremder Kaufleute oder Kunden. Zum Teil waren die Säumer auch in Säumergenossenschaften organisiert, einzelne Samer stiegen zu Fernhandelskaufleuten auf und gelangten zu erheblichem Wohlstand wie die Salzburger Samer, die im [[14. Jahrhundert|14.]] und [[15. Jahrhundert]] eines des reichsten Bürgergeschlechter der Stadt Salzburg waren und ansehnliche Stiftungen an das [[Bürgerspital]] machten.
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„[[Samer]]“ waren die ersten Transporteure über die Alpen und den Bayerischen Wald. Jahrhunderte lang beförderten sie auf dem Rücken von Pferden oder Maultieren vor allem Salz und Wein über die Pässe. Um Säumer zu sein, musste man ein Pferd, einen Maulesel oder ein Maultier besitzen; ein Säumer war also ursprünglich ein Pferde- oder Maultierführer und arbeitete auf eigene Rechnung im Auftrage fremder Kaufleute oder Kunden. Zum Teil waren die Säumer auch in Säumergenossenschaften organisiert, einzelne Samer stiegen zu Fernhandelskaufleuten auf und gelangten zu erheblichem Wohlstand wie die Salzburger Samer, die im [[14. Jahrhundert|14.]] und [[15. Jahrhundert]] eines des reichsten Bürgergeschlechter der Stadt Salzburg waren und ansehnliche Stiftungen an das [[Bürgerspital]] machten.
    
'''Schallmoos'''<br>
 
'''Schallmoos'''<br>
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:: '''Plain'''<br>
 
:: '''Plain'''<br>
::Hier wurde [[1652]] eine Gnadenkapelle „auf dem Plaindl“, einem Austragshaus des Gutes Kemating, erbaut. Bei Plain, auch: Pliden handelt es sich nach Hörburger um eine Bildung zum Personennamenstamm Blid- (vgl. Plidolf 888/907). [[1671]] bis [[1674]] ließ Erzbischof [[Max Gandolf]] auf dem Gut die große [[Wallfahrtskirche Maria Plain|Wallfahrtskirche]] errichten, die [[1810]] an das [[Erzstift St. Peter]] fiel und [[1952]] von Papst Pius XII zur Basilica minor erhoben wurde.
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::Hier wurde [[1652]] eine Gnadenkapelle „auf dem Plaindl“, einem Austragshaus des Gutes Kemating, erbaut. Bei Plain, auch: Pliden handelt es sich nach Hörburger um eine Bildung zum Personennamenstamm Blid- (vgl. Plidolf 888/907). [[1671]] bis [[1674]] ließ Erzbischof [[Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg]] auf dem Gut die große [[Wallfahrtskirche Maria Plain|Wallfahrtskirche]] errichten, die [[1810]] an das [[Erzstift St. Peter]] fiel und [[1952]] von Papst Pius XII zur Basilica minor erhoben wurde.
    
::Von der [[Ulrike Prlic|Dipl.-Dolmetscherin Mag. Ulrike Prlic]] erhalten wir den Hinweis, dass für „Plain“ ein keltischer Ursprung nahe liege, weil zahlreiche Bergnamen den Bestandteil „plan/plain“ enthalten, z.B. Planai oder die serbische Start Velika Plana (im Slawischen ist die Bezeichnung für Gebirge „planine“). Das slowenische Appellativ planina ‘Bergweide, Hochebene; (slowen.) Alm’, plan-/plan'- ‘offene, freie Fläche’ ist gerade an der slaw.-roman. Sprachgrenze bzw. im roman.-slaw. Übergangsgebiet besonders produktiv. Romanische Herkunft liegt nahe, doch dagegen spricht, dass das dem südslaw. planina entsprechende ukrain. polonyna ‘Bergweide’ (durch „Volllaut“ < *pa(ln- entstanden) lautet und daher kein roman. Lehnwort sein kann. Wahrscheinlich ist nur für die Bedeutung ‘Ebene, Fläche’ romanische Herkunft bzw. romanischer Einfluss anzunehmen. Es gibt im „Alpenslawischen“ bzw. Slowenischen zwei plan-, und zwar plan- I gemeinslaw. Herkunft mit der Bedeutung ‘unfruchtbar, wild’, auch in Zusammenhang mit dem Hoch- und Bergland, und plan- II als Entlehnung aus dem roman. in der Bedeutung ‘eben, flach’, letzteres ist in mittelhochdeutscher Zeit auch ins Deutsche gelangt, z.B. mittelhochdeutsch plânîe im Bergnamen Planai (Steiermark, Niedere Tauern, Schladming).
 
::Von der [[Ulrike Prlic|Dipl.-Dolmetscherin Mag. Ulrike Prlic]] erhalten wir den Hinweis, dass für „Plain“ ein keltischer Ursprung nahe liege, weil zahlreiche Bergnamen den Bestandteil „plan/plain“ enthalten, z.B. Planai oder die serbische Start Velika Plana (im Slawischen ist die Bezeichnung für Gebirge „planine“). Das slowenische Appellativ planina ‘Bergweide, Hochebene; (slowen.) Alm’, plan-/plan'- ‘offene, freie Fläche’ ist gerade an der slaw.-roman. Sprachgrenze bzw. im roman.-slaw. Übergangsgebiet besonders produktiv. Romanische Herkunft liegt nahe, doch dagegen spricht, dass das dem südslaw. planina entsprechende ukrain. polonyna ‘Bergweide’ (durch „Volllaut“ < *pa(ln- entstanden) lautet und daher kein roman. Lehnwort sein kann. Wahrscheinlich ist nur für die Bedeutung ‘Ebene, Fläche’ romanische Herkunft bzw. romanischer Einfluss anzunehmen. Es gibt im „Alpenslawischen“ bzw. Slowenischen zwei plan-, und zwar plan- I gemeinslaw. Herkunft mit der Bedeutung ‘unfruchtbar, wild’, auch in Zusammenhang mit dem Hoch- und Bergland, und plan- II als Entlehnung aus dem roman. in der Bedeutung ‘eben, flach’, letzteres ist in mittelhochdeutscher Zeit auch ins Deutsche gelangt, z.B. mittelhochdeutsch plânîe im Bergnamen Planai (Steiermark, Niedere Tauern, Schladming).
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'''Elsbethen'''<br>
 
'''Elsbethen'''<br>
 
: ''Hauptartikel: [[Elsbethen]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Elsbethen]]''
      
Bei Elsbethen (urkundlich [[1417]] erwähnt: zu St. Elspethen) handelt es sich um einen Patroziniumsnamen, d.h. der Ort ist nach seiner Kirchenpatronin, der hl. Elisabeth, benannt.  
 
Bei Elsbethen (urkundlich [[1417]] erwähnt: zu St. Elspethen) handelt es sich um einen Patroziniumsnamen, d.h. der Ort ist nach seiner Kirchenpatronin, der hl. Elisabeth, benannt.  
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'''Grödig'''<br>
 
'''Grödig'''<br>
: ''Hauptartikel: [[Aigen]]''
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: ''Hauptartikel: [[Grödig]]''
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Grödig erweist sich als romanisch, der urkundliche Erstbeleg Crethica (8. Jahrundert) erinnert an ein alpenromanisches Wort (friaulisch: cret) mit der Bedeutung ‘Fels, Felsspalte eines Berges’, eine Benennung, die den Untersberg im Auge hatte; diese Ansicht stützt sich auf die Bedeutung von vlat. crepitare ‘platzen, rissig werden’ und seine rückläufige Ableitung *crepita > cretta ‘Riss, Spalte’. Andere, auch keltische Deutungen sind weniger stringent.
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Grödig erweist sich als romanisch, der urkundliche Erstbeleg Crethica ([[8. Jahrhundert]]) erinnert an ein alpenromanisches Wort (friaulisch: cret) mit der Bedeutung ‘Fels, Felsspalte eines Berges’, eine Benennung, die den Untersberg im Auge hatte; diese Ansicht stützt sich auf die Bedeutung von vlat. crepitare ‘platzen, rissig werden’ und seine rückläufige Ableitung *crepita > cretta ‘Riss, Spalte’. Andere, auch keltische Deutungen sind weniger stringent.
    
'''Guggenthal'''<br>
 
'''Guggenthal'''<br>
 
: ''Hauptartikel: [[Guggenthal]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Guggenthal]]''
      
Guggenthal ist als „Gukkental“ schon [[1400]] urkundlich bezeugt und wahrscheinlich nach einer hier vorkommenden Pflanze benannt: Heugucke = Herbstzeitlose, Arschgucke = Küchenschelle, mundartlich Guggen = Frühlingsenzian.
 
Guggenthal ist als „Gukkental“ schon [[1400]] urkundlich bezeugt und wahrscheinlich nach einer hier vorkommenden Pflanze benannt: Heugucke = Herbstzeitlose, Arschgucke = Küchenschelle, mundartlich Guggen = Frühlingsenzian.
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: ''Hauptartikel: [[Hallwang]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Hallwang]]''
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Hallwang ist urkundlich als Haldinwanc (10. Jahrhundert) belegt. Das Bestimmungswort Hall- kommt von ahd. halda, mhd. halde ‘Abhang’, das Grundwort ist ahd., mhd. wang ‘Wiese, Grünland’; die Bedeutung des Kompositums ist somit ‘Wiese am Hang’. Die mundartliche Aussprache hoiming ist durch Assimilationsvorgänge und Abschwächung entstanden: hald(e)nwang > halmwang > halmang > halming (Anklang an -ing-Ortsnamen).  
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Hallwang ist urkundlich als Haldinwanc ([[10. Jahrhundert]]) belegt. Das Bestimmungswort Hall- kommt von ahd. halda, mhd. halde ‘Abhang’, das Grundwort ist ahd., mhd. wang ‘Wiese, Grünland’; die Bedeutung des Kompositums ist somit ‘Wiese am Hang’. Die mundartliche Aussprache hoiming ist durch Assimilationsvorgänge und Abschwächung entstanden: hald(e)nwang > halmwang > halmang > halming (Anklang an -ing-Ortsnamen).  
    
'''Himmelreich'''<br>
 
'''Himmelreich'''<br>

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