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| | [[Bild:Helmut Krackowizer.jpg|thumb|Helmut Krackowizer, 1980, auf Velocette am Hockenheim-Ring in Deutschland]] | | [[Bild:Helmut Krackowizer.jpg|thumb|Helmut Krackowizer, 1980, auf Velocette am Hockenheim-Ring in Deutschland]] |
| | [[Bild:Krackowizer_Helmut_1981.jpg|thumb|Helmut Krackowizer 1981 auf Rudge bei einem Oldtimer-Rennen in Misano Adriatico, Italien]] | | [[Bild:Krackowizer_Helmut_1981.jpg|thumb|Helmut Krackowizer 1981 auf Rudge bei einem Oldtimer-Rennen in Misano Adriatico, Italien]] |
| − | [[Professor|Prof]]. h. c. Dr. Dkfm. '''Helmut Krackowizer''' (* [[29. April]] [[1922]] in [[Frankenmarkt]], [[Oberösterreich|Oö]].; † [[22. Oktober]] [[2001]] in [[Salzburg]]) war ein [[Motorradrennfahrer]] und ein angesehener Fachmann für Motorradgeschichte. Aufgrund seiner lebenslangen Leidenschaft zur englischen Motorradmarke Rudge<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Rudge Wikipedia Rudge]</ref> erhielt er von seinen englischen Freunden den Beinamen "Mister Rudge". Sein Autokennzeichen war: S Rudge 1, sein Leben gehörte den Motorrädern. | + | [[Professor|Prof]]. h. c. Dr. Dkfm. '''Helmut Krackowizer''' (* [[29. April]] [[1922]] in [[Frankenmarkt]], [[Oberösterreich|Oö]].; † [[22. Oktober]] [[2001]] in [[Salzburg]]) war ein [[Motorradrennfahrer]], Motorjournalist und ein angesehener Fachmann für Motorradgeschichte. Aufgrund seiner lebenslangen Leidenschaft zur englischen Motorradmarke ''Rudge''<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Rudge Wikipedia Rudge]</ref> erhielt er von seinen englischen Freunden den Spitznamen "''Mister Rudge''". Sein Autokennzeichen war '''S Rudge 1''' und sein Leben gehörte den historischen Motorrädern. |
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| | == Jugend- und Kriegsjahre == | | == Jugend- und Kriegsjahre == |
| − | Helmut Krackowizer kam als zweiter Sohn des Rechtsanwalts Maximilian und Hedwig Krackowizer in Frankenmarkt in Oberösterreich, nahe der Salzburger Grenze zum [[Flachgau]], zur Welt. Er war der Enkel von [[Otto Scholz]], der beim [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59|Rainer-Regiment]] Oberst war. [[1924]] zog die Familie nach [[Vöcklabruck]] (Oö), wo Krackowizer von [[1928]] bis [[1932]] die Volksschule besuchte, anschließend bis [[1936]] das Gymnasium in [[Kremsmünster]] und dann bis [[1940]] das Gymnasium in Gmunden. [[1931]], als Neunjähriger, beim Besuch des [[Gaisbergrennen]]s in Salzburg vom "Virus" des Motorradfahrens infiziert, saß er bereits [[1939]] als Siebzehnjähriger zunächst im Sattel einer NSU 250 OSL, die er zusammen mit seinem Bruder Otto<ref>der im Zweiten Weltkrieg bei Stalingrad fiel</ref> besaß, dann im Sattel einer Norton "International" 500 cm³ ''The Unapproachable''<ref>"die Unreichbare", aufgrund ihrer motorischen Leistung galt dieses englische Motorrad lange Zeit als das Schnellstes der Welt</ref>. In den Sommerferien arbeitete er als Jugendlicher in Mechanikerwerkstätten und besuchte Motorradrennen. | + | Helmut Krackowizer kam als zweiter Sohn des Rechtsanwalts Maximilian und der Hedwig Krackowizer in Frankenmarkt in Oberösterreich, nahe der Salzburger Grenze zum [[Flachgau]], zur Welt. Er war der Enkel von [[Otto Scholz]], der beim [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59|Rainer-Regiment]] Oberst war. [[1924]] zog die Familie nach [[Vöcklabruck]] (Oö.), wo Krackowizer von [[1928]] bis [[1932]] die Volksschule besuchte, anschließend bis [[1936]] das Gymnasium in [[Kremsmünster]] und dann bis [[1940]] das Gymnasium in Gmunden. [[1931]], als Neunjähriger, beim Besuch des [[Gaisbergrennen]]s in Salzburg vom "Virus" des Motorradfahrens infiziert, saß er bereits [[1939]] als Siebzehnjähriger zunächst im Sattel einer NSU 250 OSL, die er zusammen mit seinem Bruder Otto<ref>der im Zweiten Weltkrieg bei Stalingrad fiel</ref> besaß, dann im Sattel einer Norton "International" 500 cm³ ''The Unapproachable''<ref>"die Unreichbare", aufgrund ihrer motorischen Leistung galt dieses englische Motorrad lange Zeit als das Schnellstes der Welt</ref>. In den Sommerferien arbeitete er als Jugendlicher in Mechanikerwerkstätten und besuchte Motorradrennen. |
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| − | Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] kaufte er sich sein erstes Rennmotorrad, eine 250 cm³ Rudge Racing mit zwei Ventilen. Diese hielt den Fünf-Stunden Weltrekord auf der Brooklandsbahn<ref>eine Hochgeschwindigkeitsrennstrecke mit überhöhten Kurven, die heute nicht mehr existiert</ref> in England. Im März [[1939]] wurde sie vom Werk aus England nach Deutschland importiert. ''Garantiert über 150 km/h Spitzengeschwindigkeit'', so die Beschreibung des Verkäufers aus Bremen, Deutschland, des 2.100 Reichsmark teuren Motorrads. Krackowizer nahm das Motorrad mit auf seine Dienststationen bis nach Breslau (Polen), wo er es, verpackt in Kisten, in seine Heimatstadt Vöcklabruck schickte. Er erlebte das Kriegsende als Jägerleitoffizier der Luftnachrichten-Truppe einer Nachtjagd (Radar)-Kompanie in [[Norwegen]]. Bei der Übergabe der Kompanie an die Norweger erschien ein norwegischer Offizier auf einem Motorrad. Bald schon waren er und Krackowizer in ein "Fachgespräch" vertieft, das mit einer Probefahrt von Krackowizer endete - es gab eben auch Vertrauen unter Kriegsgegnern! Nach kurzer Gefangenschaft wurde Krackowizer am [[7. September]] [[1945]] entlassen und kehrte nach Vöcklabruck heim. | + | Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] kaufte er sich sein erstes Rennmotorrad, eine 250 cm³ Rudge Racing mit zwei Ventilen. Diese hielt den Fünf-Stunden Weltrekord auf der ''Brooklands''-Bahn<ref>eine Hochgeschwindigkeitsrennstrecke mit überhöhten Kurven, die heute nicht mehr existiert</ref> in England. Im März [[1939]] wurde sie vom Werk aus England nach Deutschland importiert. ''Garantiert über 150 km/h Spitzengeschwindigkeit'', so die Beschreibung des Verkäufers aus Bremen, Deutschland, des 2.100 Reichsmark teuren Motorrads. Krackowizer nahm das Motorrad mit auf seine Dienststationen bis nach Breslau (Polen), wo er es, verpackt in Kisten, in seine Heimatstadt Vöcklabruck schickte. Er selbst erlebte das Kriegsende als Jägerleitoffizier der Luftnachrichten-Truppe einer Nachtjagd (Radar)-Kompanie in [[Norwegen]]. Bei der Übergabe der Kompanie an die Norweger erschien ein norwegischer Offizier auf einem Motorrad. Bald schon waren er und Krackowizer in ein "Fachgespräch" vertieft, das mit einer Probefahrt von Krackowizer endete - es gab eben auch Vertrauen unter Kriegsgegnern! Nach kurzer Gefangenschaft wurde Krackowizer am [[7. September]] [[1945]] entlassen und kehrte nach Vöcklabruck heim. |
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| | == Rennfahrerjahre 1946 bis 1955 == | | == Rennfahrerjahre 1946 bis 1955 == |
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| | Am [[6. Juli]] [[1947]] ging dann das erste Motorradrennen auf der Autobahn in Salzburg-[[Liefering]] über die Bühne, später [[1. Mai Rennen]] genannt. In diesem Rennen gewann Krackowizer die Junior-Klasse A bis 250 cm³ auf seiner Rudge in 44:32,8 min, gefolgt von den Salzburgern [[Fritz Walcher]] auf New Imperial in 46:43,4 min und [[Richart Kwitt]] auf Puch in 46:43,4 min. Das Rennen führte über 15 Runden, was einer Distanz von 63 Kilometern entsprach (Rundenlänge: 4,2 km). Krackowizer lag dann auch im Senior-Rennen drei Runden in Führung, bevor er wegen eines Defekts aufgeben musste. | | Am [[6. Juli]] [[1947]] ging dann das erste Motorradrennen auf der Autobahn in Salzburg-[[Liefering]] über die Bühne, später [[1. Mai Rennen]] genannt. In diesem Rennen gewann Krackowizer die Junior-Klasse A bis 250 cm³ auf seiner Rudge in 44:32,8 min, gefolgt von den Salzburgern [[Fritz Walcher]] auf New Imperial in 46:43,4 min und [[Richart Kwitt]] auf Puch in 46:43,4 min. Das Rennen führte über 15 Runden, was einer Distanz von 63 Kilometern entsprach (Rundenlänge: 4,2 km). Krackowizer lag dann auch im Senior-Rennen drei Runden in Führung, bevor er wegen eines Defekts aufgeben musste. |
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| − | Dies war der Beginn seiner bis [[1955]] dauernden aktiven Motorradrennfahrerkarriere. Das Jahr [[1947]] wurde auch eines seiner erfolgreichsten Rennfahrerjahre. Er fuhr u. a. Rennen in Österreich in Rankweil und Lustenau (Vorarlberg), Innsbruck ([[Nordtirol]]) beim Hungerburg-Rennen, beim Rennen in Graz-Lazarettsiedlung und am Ries-Berg und Pötschenpass ([[Salzkammergut]]), sowie im Fürstentum Liechtenstein am Triesenberg (Anmerkung von Krackowizer: "''Viel Schotter gab’s und wenig Fränkli! Trotzdem hätte mein gemütlicher 4. Platz bei den Schweizer Experten noch zum Sieg gereicht''"). | + | Dies war der Beginn seiner bis [[1955]] dauernden aktiven Motorradrennfahrerkarriere. Das Jahr [[1947]] wurde auch eines seiner erfolgreichsten Rennfahrerjahre. Er fuhr u. a. Rennen in Österreich in Rankweil und Lustenau (Vorarlberg), Innsbruck ([[Nordtirol]]) beim Hungerburg-Rennen, beim Rennen in Graz-Lazarettsiedlung, am Ries-Berg und Pötschenpass ([[Salzkammergut]]), sowie im Fürstentum Liechtenstein am Triesenberg. Anmerkung von Krackowizer zum Triesenbergrennen: "''Viel Schotter gab’s und wenig Fränkli! Trotzdem hätte mein gemütlicher 4. Platz bei den Schweizer Experten noch zum Sieg gereicht''". |
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| | Seine Erfolgsbilanz [[1947]]: | | Seine Erfolgsbilanz [[1947]]: |
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| | * zwei zweite Plätze | | * zwei zweite Plätze |
| | * zwei vierte Plätze | | * zwei vierte Plätze |
| − | * Erfolgreichster Fahrer Österreichs der Klasse A bis 250 cm³ | + | * erfolgreichster Fahrer Österreichs der Klasse A bis 250 cm³ |
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| | ===1948=== | | ===1948=== |
| − | [[1948]] wollte er an der englischen ''Tourist Trophy''<ref>das älteste noch bestehende und härtestes Motorradrennen der Welt, weitere Information unter [http://de.wikipedia.org/wiki/Isle_of_Man_TT Wikipedia Deutschland TT Isle of Man]</ref> auf der Insel Man in der Irischen See teilnehmen, scheiterte jedoch an fehlenden Dokumenten an der Grenze zur Schweiz. Es blieb bei einem Eintrag im Programmheft, das auch heute noch in seinem [[Motorrad-Literatur- und Bildarchiv Prof. Dr. Helmut Krackowizer|Archiv]] existiert. Erst [[1990]], als 68-Jähriger fuhr er mit der 500er Rudge, ex Wal Handley, Baujahr 1930, eine „Ehrenrunde“ auf der Insel Man anlässlich der so genannten „Lap of Honour“. | + | [[1948]] wollte er an der englischen ''Tourist Trophy''<ref>das älteste noch bestehende und härteste Motorradrennen der Welt</ref> (TT) auf der Insel Man in der Irischen See teilnehmen, scheiterte jedoch an fehlenden Grenzdokumenten an der Grenze zur Schweiz. Es blieb bei einem Eintrag im Programmheft, das auch heute noch in seinem [[Motorrad-Literatur- und Bildarchiv Prof. Dr. Helmut Krackowizer|Archiv]] existiert. Erst [[1990]], als 68-Jähriger fuhr er mit der 500-cm³-Rudge, ex ''Wal Handley'' (so hieß der mit dieser Maschine sehr erfolgreich gewesene englische Rennfahrer), Baujahr 1930, eine „Ehrenrunde“ auf der Insel Man anlässlich der so genannten „''Lap of Honour''“ im Rahmen der jährlichen TT. |
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| | Auf Rudge 250 belegte er den 3. Platz beim [[1. Mai Rennen|Salzburger Straßenrennen]] hinter dem Wiener Radler auf Puch und dem Italiener Nocchi. Beim Bergrennen Ries bei Graz wurde es ebenfalls ein 3. Platz, wieder hinter Nocchi und Rott (Wien) auf JAP, mit einer knappen Zeitdifferenz von zwei Sekunden auf den Sieger und nur zwei Zehntelsekunden auf den Zweitplatzierten. | | Auf Rudge 250 belegte er den 3. Platz beim [[1. Mai Rennen|Salzburger Straßenrennen]] hinter dem Wiener Radler auf Puch und dem Italiener Nocchi. Beim Bergrennen Ries bei Graz wurde es ebenfalls ein 3. Platz, wieder hinter Nocchi und Rott (Wien) auf JAP, mit einer knappen Zeitdifferenz von zwei Sekunden auf den Sieger und nur zwei Zehntelsekunden auf den Zweitplatzierten. |
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| | ===1949=== | | ===1949=== |
| − | Zu den beiden Rennen [[1949]] in der Schweiz schrieb Krackowizer: | + | Zu seinen beiden Rennen [[1949]] in der Schweiz schrieb Krackowizer: |
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| | Erlen: "''...Ich sehe mich noch heute mit meinem Salzburger Freund [[Helmut Volzwinkler|Volzwinkler]], der eine schnelle 350 cm³ Norton fuhr, als Schlusslicht am Start stehen, weil wir die ungewohnte Art mit der Flagge von unten nach oben zu starten nicht kannten. Wir fuhren dann zwar bei Regen wie die Berserker dem entschwundenen Feld nach, und was meine Person anlangt, war ich maßlos überrascht, als ich einen Konkurrenten nach dem anderen aufholte und auf einmal sogar Fergus Anderson<ref>zweifacher Motorrad-Weltmeister, Information unter [http://de.wikipedia.org/wiki/Fergus_Anderson Wikipedia Deutschland Fergus Anderson]</ref>, der eine neue AJS "Boy Racer" fuhr, hinter mich brachte. Dann begann aber die Kupplung zu rutschen und da man damals noch keine bei Fahrt von Hand verstellbaren Bowdenzüge besaß, gab ich das Rennen, etwa am fünften Platz liegend, auf, weil mir ohnehin das Wasser schon bei den Stiefeln heraus lief...''" | | Erlen: "''...Ich sehe mich noch heute mit meinem Salzburger Freund [[Helmut Volzwinkler|Volzwinkler]], der eine schnelle 350 cm³ Norton fuhr, als Schlusslicht am Start stehen, weil wir die ungewohnte Art mit der Flagge von unten nach oben zu starten nicht kannten. Wir fuhren dann zwar bei Regen wie die Berserker dem entschwundenen Feld nach, und was meine Person anlangt, war ich maßlos überrascht, als ich einen Konkurrenten nach dem anderen aufholte und auf einmal sogar Fergus Anderson<ref>zweifacher Motorrad-Weltmeister, Information unter [http://de.wikipedia.org/wiki/Fergus_Anderson Wikipedia Deutschland Fergus Anderson]</ref>, der eine neue AJS "Boy Racer" fuhr, hinter mich brachte. Dann begann aber die Kupplung zu rutschen und da man damals noch keine bei Fahrt von Hand verstellbaren Bowdenzüge besaß, gab ich das Rennen, etwa am fünften Platz liegend, auf, weil mir ohnehin das Wasser schon bei den Stiefeln heraus lief...''" |
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| − | Auch der zweite Start in der Schweiz in Olten brachte ihm kein Glück. Wiederum verspätet vom Start weggekommen, fädelte er mit seiner Velocette 350 KTT MK VIII (die er vom Rennfahrer [[Franz Josef Binder]] gekauft hatte) wie ein Slalomläufer eine Reihe vor ihm liegender Fahrer auf, bevor er sich in einer Kurve verbremste und sich in Holzbrettern wieder fand. Dabei war die Vergaser-Düsennadel aus ihrer Klammer geschleudert worden, und wie er den Drehgriff aufzog, hob er nur den Schieber, nicht aber die Vergaser-Düsennadel auf - er musste das Rennen aufgeben. | + | Auch der zweite Start in der Schweiz in Olten brachte ihm kein Glück. Wiederum verspätet vom Start weggekommen, überholte er mit seiner Velocette 350 KTT MK VIII (die er vom Rennfahrer [[Franz Josef Binder]] gekauft hatte) wie ein Slalomläufer eine Reihe vor ihm liegender Fahrer auf, bevor er sich in einer Kurve verbremste und sich in Holzbrettern am Straßenrand fand. Dabei war die Vergaser-Düsennadel aus ihrer Klammer geschleudert worden, und wie er den Drehgriff aufzog, hob er nur den Schieber, nicht aber die Vergaser-Düsennadel auf - er musste das Rennen aufgeben. |
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| − | Diese beiden Vorstellungen schienen den Veranstaltern des internationalen Rennens in Bern Bremgarten (Schweiz) nicht unentdeckt geblieben zu sein, denn sie lehnten dann freundlich die Anmeldung im Jahr 1950 von Krackowizer ab. | + | Diese beiden Vorstellungen schienen den Veranstaltern des internationalen Rennens in Bern Bremgarten (Schweiz) nicht unbemerkt geblieben zu sein, denn sie lehnten dann freundlich die Anmeldung zum Start im Jahr 1950 von Krackowizer ab. |
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| − | Erfolge 1949 in Österreich: Straßenrennen Korneuburg: 2. Platz hinter Radler in der Kompressorklasse, Straßenrennen Dornbirn: 2. Platz in der Kompressor-Klasse mit seiner "normalen" 250 cm³ Rudge, sowie zwei zweite Plätze in den Klassen 350 cm³ und 500 cm³<ref>früher war es noch möglich, mit einer Maschine kleinerem Hubraums in Klasse mit größerem mitzufahren</ref> auf Velocette 350, die er seit März des Jahres fuhr. Beim internationalen Straßenrennen in Rankweil belegte er den 5. Platz und wurde zweitbester Österreicher hinter Anderson, Volzwinkler, Nocchi und Roland. | + | Erfolge 1949 in Österreich: Straßenrennen Korneuburg: 2. Platz hinter Radler in der Kompressorklasse, Straßenrennen Dornbirn: 2. Platz in der Kompressor-Klasse mit seiner "normalen" 250 cm³ Rudge, sowie zwei zweite Plätze in den Klassen 350 cm³ und 500 cm³<ref>früher war es noch möglich mit einer Maschine kleinerem Hubraums in Klassen mit größerem mitzufahren</ref> auf Velocette 350, die er seit März des Jahres fuhr. Beim internationalen Straßenrennen in Rankweil belegte er den 5. Platz und wurde zweitbester Österreicher hinter Anderson, Volzwinkler, Nocchi und Roland. |
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| | Beim Bergrennen Freiburg-Schauinsland in Deutschland belegte Krackowizer den zweiten Platz in der Klasse bis 250 cm³. Insgesamt landete Krackowizer neun Mal in diesem Jahr auf Platz zwei. | | Beim Bergrennen Freiburg-Schauinsland in Deutschland belegte Krackowizer den zweiten Platz in der Klasse bis 250 cm³. Insgesamt landete Krackowizer neun Mal in diesem Jahr auf Platz zwei. |
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| | ===ab 1950=== | | ===ab 1950=== |
| − | In den folgenden Jahren fuhr er mit wechselndem Erfolg auch im Ausland, z. B. in Erlen und Olten (Schweiz), beim Schauinsland Bergrennen, Ingolstadt und am Norisring in Nürnberg sowie am Hockenheim-Ring (alle Deutschland). Daneben nahm Krackowizer an Wertungsfahrten und Bergrennen in Österreich teil (z. B. am Gmunderberg oder bei der [[Internationale Alpenfahrt|1. Internationalen Alpenfahrt]] Automobile und Motorräder am [[27. August|27.]] und [[28. August]] [[1949]] im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]]. | + | In den folgenden Jahren fuhr er mit wechselndem Erfolg auch im Ausland, z. B. in Erlen und Olten (Schweiz), beim Schauinsland Bergrennen, Ingolstadt und am Norisring in Nürnberg sowie am Hockenheim-Ring (alle Deutschland). Daneben nahm Krackowizer an Wertungsfahrten und Bergrennen in Österreich teil (z. B. am Gmunderberg am Traunsee oder bei der [[Internationale Alpenfahrt|1. Internationalen Alpenfahrt]] am [[27. August|27.]] und [[28. August]] [[1949]] im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]]. |
| | [[Datei:Krackowizer_Helmut_Motorradgeschaeft_Voecklabruck.jpg|thumb|Werbung für sein Motorradgeschäft Anfang der [[1950er]] Jahre in Vöcklabruck]] | | [[Datei:Krackowizer_Helmut_Motorradgeschaeft_Voecklabruck.jpg|thumb|Werbung für sein Motorradgeschäft Anfang der [[1950er]] Jahre in Vöcklabruck]] |
| | Nach dem überraschend frühen Tod seines Vaters [[1951]], der in Vöcklabruck Rechtsanwalt war, musste er sich auf Rennen in Österreich einschränken. In Vöcklabruck betrieb er einen Motorradhandel. Neben Straßenrennen mit Motorrädern nahm er auch an Roller-Rennen mit einem Lohner-Roller teil (z. B. in Linz), sowie an mehrtägigen Alpenrundfahrten mit Kleinmotorrädern. Im Laufe der Jahre fuhr er verschiedene Motorradmarken: Rudge 250 cm³, Velocette KTT MK VIII 350 cm³, BSA "Gold Star" 350 cm³, Lohner Roller, Norton "Dominator" 500 cm³, AJS, Puch u. a. [[1955]] beendete er dann seine aktive Motorradrennfahrerlaufbahn. Erst ab [[1973]] fuhr er dann wieder regelmäßiger bei Motorveteranen-Veranstaltung (allerdings im Renntempo) mit - bis dahin blieben nur Probefahrten im Rahmen von Motorsportjournalisten-Veranstaltungen. | | Nach dem überraschend frühen Tod seines Vaters [[1951]], der in Vöcklabruck Rechtsanwalt war, musste er sich auf Rennen in Österreich einschränken. In Vöcklabruck betrieb er einen Motorradhandel. Neben Straßenrennen mit Motorrädern nahm er auch an Roller-Rennen mit einem Lohner-Roller teil (z. B. in Linz), sowie an mehrtägigen Alpenrundfahrten mit Kleinmotorrädern. Im Laufe der Jahre fuhr er verschiedene Motorradmarken: Rudge 250 cm³, Velocette KTT MK VIII 350 cm³, BSA "Gold Star" 350 cm³, Lohner Roller, Norton "Dominator" 500 cm³, AJS, Puch u. a. [[1955]] beendete er dann seine aktive Motorradrennfahrerlaufbahn. Erst ab [[1973]] fuhr er dann wieder regelmäßiger bei Motorveteranen-Veranstaltung (allerdings im Renntempo) mit - bis dahin blieben nur Probefahrten im Rahmen von Motorsportjournalisten-Veranstaltungen. |
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| − | Seinen noch erhaltenen Aufzeichnungen von damals kann man Reisekosten, Motoreinstellungen, Wetter und vieles andere von den damaligen Rennen entnehmen: ''Graz-Lazarettsiedlung (...längste Gerade: 700 m..), Rankweil in Vorarlberg (1948: ...Ventilschaden, Bruch Einlass und 12. Runde bis dort vom 16. bis 4. Platz..), Innsbruck - Hungerburg (1947: ...sehr kurvenreich, wellige Oberfläche...), Straßenrennen Korneuburg (1949: ...2. Platz, Preisgeld: öS 200.--, Spesenvergütung öS 450.--, eigene Spesen öS 150.--...), inter. Straßenrennen Erlen (Schweiz, 1949: ...Training und Rennen: Regen...), Schauinsland Rennen (Deutschland, Freiburg, 1949: ... Spesen DM 100.--)''; | + | Seinen noch erhaltenen Aufzeichnungen über die Teilnahme an Rennen kann man Reisekosten, Motoreinstellungen, Wetter und vieles andere von den damaligen Rennen entnehmen: ''Graz-Lazarettsiedlung (...längste Gerade: 700 m..), Rankweil in Vorarlberg (1948: ...Ventilschaden, Bruch Einlass und 12. Runde bis dort vom 16. bis 4. Platz..), Innsbruck - Hungerburg (1947: ...sehr kurvenreich, wellige Oberfläche...), Straßenrennen Korneuburg (1949: ...2. Platz, Preisgeld: öS 200.--, Spesenvergütung öS 450.--, eigene Spesen öS 150.--...), inter. Straßenrennen Erlen (Schweiz, 1949: ...Training und Rennen: Regen...), Schauinsland Rennen (Deutschland, Freiburg, 1949: ... Spesen DM 100.--)''; |
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| | == Berufliche Laufbahn == | | == Berufliche Laufbahn == |
| − | Im Herbst 1947 begann er mit dem Studium an der Hochschule für Welthandel. Seine berufliche Laufbahn führte ihn über das Kaufmannsdiplom [[1951]] an der Wiener Wirtschaftsuniversität, ein Jahr später zum Titel ''Doktor der Wirtschaftswissenschaften'', zur Eternit Hatschek in Vöcklabruck und [[1955]] zu [[Porsche Salzburg]] nach [[Salzburg]] in den [[Porschehof]] als Werbe- und Pressechef. In dieser Funktion organisierte Krackowizer [[1964]] einen Weltrekordversuch mit einem VW 1500 auf der Rennstrecke in Monza in Italien. Vier Weltrekorde wurden dabei mit dem Serienmodell aufgestellt. Im selben Jahr wechselte er zu [[Mercedes Benz Salzburg]] (im [[Hochhaus in Lehen]]) und dann zu [[British Leyland Salzburg]] (in der [[Wasserfeldstraße]]) ([[1969]]). Zuletzt, ab [[1976]], war er als Public Relations Manager bei [[Chrysler-Talbot Automobile Salzburg|Chrysler Corporation]] (dann umbenannt in Talbot, schließlich fusioniert mit Peugeot) bis zu seiner Pensionierung [[1987]] tätig. | + | Im Herbst 1947 begann er mit dem Studium an der Hochschule für Welthandel. Seine berufliche Laufbahn führte ihn über das Kaufmannsdiplom [[1951]] an der Wiener Wirtschaftsuniversität und ein Jahr später zum Titel ''Doktor der Wirtschaftswissenschaften'', zu Eternit Hatschek in Vöcklabruck und [[1955]] zu [[Porsche Salzburg]] nach [[Salzburg]] in den [[Porschehof]] als Werbe- und Pressechef (sein Chef war [[Ernst Piëch]]). In dieser Funktion organisierte Krackowizer [[1964]] einen Weltrekordversuch mit einem VW 1500 auf der Rennstrecke in Monza in Italien. Vier Weltrekorde wurden dabei mit dem Serienmodell aufgestellt. Im selben Jahr wechselte er zu [[Mercedes Benz Salzburg]] (damals im [[Hochhaus in Lehen]]) und dann zu [[British Leyland Salzburg]] (in der [[Wasserfeldstraße]]) ([[1969]]). Zuletzt, ab [[1976]], war er als ''Public Relations Manager'' bis zu seiner Pensionierung [[1987]] bei [[Chrysler-Talbot Automobile Salzburg|Chrysler Corporation]] unter Generaldirektor [[Gerald Gießwein]] (dann umbenannt in Talbot, schließlich fusioniert mit Peugeot) tätig. |
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| | Von 1964 an war auch gerichtlich beeideter Sachverständiger für das Kraftfahrwesen. | | Von 1964 an war auch gerichtlich beeideter Sachverständiger für das Kraftfahrwesen. |
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| | Schon während seiner aktiven Rennfahrerzeit schrieb Krackowizer für Motorradzeitungen und -zeitschriften. Unter anderem war er Mitbegründer der österreichischen Zeitschrift "Das Motorrad" (existiert aber heute nicht mehr). [[1954]] war er auf Einladung der deutschen Motorradmarke NSU am Hockenheim-Ring, Deutschland, im Sattel einer Werks-NSU-Rennmaschine, der so genannten ''Rennfox''<ref>auf einer ''Rennfox'' wurde der Österreicher [[Rupert Hollaus]] erster und bisher (2012) einziger Solo-Motorrad-Weltmeister</ref>, im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit unterwegs. Für [[Hans Trunkenpolz]] von [[KTM]] erledigte er immer wieder PR-Arbeit. Er begann im Auftrag von Motorradfirmen und -importeuren Fahrberichte über Motorräder für Tages- und Fachzeitungen zu schreiben. | | Schon während seiner aktiven Rennfahrerzeit schrieb Krackowizer für Motorradzeitungen und -zeitschriften. Unter anderem war er Mitbegründer der österreichischen Zeitschrift "Das Motorrad" (existiert aber heute nicht mehr). [[1954]] war er auf Einladung der deutschen Motorradmarke NSU am Hockenheim-Ring, Deutschland, im Sattel einer Werks-NSU-Rennmaschine, der so genannten ''Rennfox''<ref>auf einer ''Rennfox'' wurde der Österreicher [[Rupert Hollaus]] erster und bisher (2012) einziger Solo-Motorrad-Weltmeister</ref>, im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit unterwegs. Für [[Hans Trunkenpolz]] von [[KTM]] erledigte er immer wieder PR-Arbeit. Er begann im Auftrag von Motorradfirmen und -importeuren Fahrberichte über Motorräder für Tages- und Fachzeitungen zu schreiben. |
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| − | Sein erste Buch war eine Übersetzung aus dem Englischen (''Motor Cycle Racing'' von Peter Carrick), das in Österreich unter dem Titel ''Motorradsport'' im Jahr 1972 erschien. Eine Reihe weiterer Bücher, teilweise als Co-Autor, erschienen bis Mitte der [[1990er]] Jahre und sind heute fast alle vergriffen. Er schrieb Bücher über die Geschichte der Motorräder und den Motorradrennsport, sowie Beiträge für Fachzeitungen im deutsch- und englischsprachigen Raum. | + | Sein erste Buch war eine Übersetzung aus dem Englischen (''Motor Cycle Racing'' von Peter Carrick), das in Österreich unter dem Titel ''Motorradsport'' im Jahr [[1972]] erschien. Eine Reihe weiterer Bücher, teilweise als Co-Autor, erschien bis Mitte der [[1990er]] Jahre, die fast alle vergriffen sind. Der Inhalt der Bücher handelt von der Geschichte der Motorräder und des Motorradrennsports. Darüber hinaus war er Autor zahlreicher Beiträge für Fachzeitungen im deutsch- und englischsprachigen Raum. |
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| | ===Platzsprecher=== | | ===Platzsprecher=== |
| | [[Datei:Krackowizer_Gaisberg.jpg|thumb|Helmut Krackowizer als Platzsprecher beim [[Gaisbergrennen (historisch)|int. Gaisbergrennen]] am 11. September 1960 auf der [[Zistelalm]]]] | | [[Datei:Krackowizer_Gaisberg.jpg|thumb|Helmut Krackowizer als Platzsprecher beim [[Gaisbergrennen (historisch)|int. Gaisbergrennen]] am 11. September 1960 auf der [[Zistelalm]]]] |
| − | Schon beim Motorrad-Bahnrennen am [[4. Mai]] 1947 auf der [[Trabrennbahn]] in Salzburg fungierte Krackowizer als Platzsprecher. Es folgen noch viele derartige Einsätze bei Rennen, die damals noch erlaubt waren: Bergrennen auf dem [[Gaisbergrennen (historisch)|Gaisberg]] bei Salzburg, beim Bergrennen Engelhartszell an der Donau, am Gmundner Berg, beim ''1. Mai Rennen'' auf der Autobahn bei Salzburg-Liefering, beim Motocross-Rennen am Gaisberg auf der [[Zistelalm]] und bei anderen Rennveranstaltungen. Auch bei zahlreichen Rennveranstaltungen am [[Salzburgring]] saß Helmut Krackowizer im ''Kurier-Turm'', wie der Start- und Zielturm genannt wurde, im obersten Stock und kommentierte den Rennverlauf. | + | Schon beim Motorrad-Bahnrennen am [[4. Mai]] 1947 auf der [[Trabrennbahn]] in Salzburg fungierte Krackowizer als Platzsprecher. Es folgten viele derartige Einsätze bei Rennen, die damals noch erlaubt waren: Bergrennen auf dem [[Gaisbergrennen (historisch)|Gaisberg]] in Salzburg, beim Bergrennen Engelhartszell an der Donau und am Gmundner Berg (beide Oö.), beim ''1. Mai Rennen'' auf der Autobahn bei Salzburg-Liefering, beim Motocross-Rennen am Gaisberg auf der [[Zistelalm]] sowie bei anderen Rennveranstaltungen. Auch bei zahlreichen Rennen am [[Salzburgring]] saß Helmut Krackowizer im ''Kurier-Turm'', wie der Start- und Zielturm genannt wurde, im obersten Stock und kommentierte den Rennverlauf. |
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| | ===Motorrad-Zeichnungen=== | | ===Motorrad-Zeichnungen=== |
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| | == Der „Motorrad-Professor“ == | | == Der „Motorrad-Professor“ == |
| | [[Datei:Krackowizer_Eberan_von_Eberhorst_Fangio_1979.jpg|thumb|Helmut Krackowizer (ganz rechts) beim [[Oldtimer Grand Prix]] 1979 bei Juan Manuel Fangio, dazwischen Prof. Eberan von Eberhorst, angesehener österreichischer Ingenieur]] | | [[Datei:Krackowizer_Eberan_von_Eberhorst_Fangio_1979.jpg|thumb|Helmut Krackowizer (ganz rechts) beim [[Oldtimer Grand Prix]] 1979 bei Juan Manuel Fangio, dazwischen Prof. Eberan von Eberhorst, angesehener österreichischer Ingenieur]] |
| − | Nachdem er sich 1955 von der aktiven Rennfahrertätigkeit zurückgezogen hatte, begann er historische Motorräder in ganz Europa aufzuspüren. Einige dieser Funde behielt er selbst, ließ sie restaurieren, tauschte und verkaufte sie wieder. [[1967]] gründete er den dritten Motor Veteranen Clubs in Österreich, den [[Motor Veteranen Club Salzburg]]. [[1976]] war Krackowizer auch kurze Zeit Präsident des ''Österreichischen Motor Veteranen Verbands''. | + | Nachdem Krackowizer sich 1955 von der aktiven Rennfahrertätigkeit zurückgezogen hatte begann er historische Motorräder in ganz Europa aufzuspüren. Einige dieser Funde behielt er selbst und ließ sie restaurieren, andere tauschte und verkaufte er wieder. [[1967]] gründete er den dritten Motor Veteranen Clubs in Österreich, den [[Motor Veteranen Club Salzburg]]. [[1976]] war Krackowizer auch kurze Zeit Präsident des ''Österreichischen Motor Veteranen Verbands''. |
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| − | Helmut Krackowizer kannte so gut wie jedes historische Motorrad im Detail, wusste die Geschichten seltener Motorräder und Lebensläufe von Rennfahrern zu erzählen, die er meist auch noch persönlich kennengelernt hatte oder zu seinen Freunden zählten (wie u. a. Sammy Miller [Trial-Weltmeister], John Surtees [einziger Automobil- und Motorradweltmeister], [[Walter Zeller]], [[Luigi Taveri]] [mehrfacher Motorradweltmeister auf Honda], Hans Haldemann, Georg "Schorsch" Meier [1939 gewann er als erster Nicht-Brite die 500er-Klasse, die sogenannte Senior-TT, bei der berühmt-berüchtigten Tourist Trophy auf der Isle of Man] und viele andere aus der Motorrennsportszene. Selbstverständlich war er Mitglied beim ''Rudge Enthusiasts Club'' in England. | + | Helmut Krackowizer kannte so gut wie jedes historische Motorrad im Detail, wusste die Geschichten seltener Motorräder und Lebensläufe deren Rennfahrern zu erzählen, die er meist auch noch persönlich kennengelernt hatte oder zu seinen Freunden zählten (wie u. a. Sammy Miller [Trial-Weltmeister], John Surtees [einziger Automobil- und Motorradweltmeister], [[Walter Zeller]], [[Luigi Taveri]] [mehrfacher Motorradweltmeister auf Honda], Hans Haldemann, Georg "Schorsch" Meier [1939 gewann Meierr als erster Nicht-Brite bei der berühmt-berüchtigten Tourist Trophy auf der ''Isle of Man'' die 500-cm³-Klasse, die sogenannte Senior-TT,] und viele andere aus der Motorrennsportszene. Selbstverständlich war er Mitglied beim ''Rudge Enthusiasts Club'' in England. |
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| − | Einen Lebenstraum erfüllte er sich mit der Realisierung der großartigen Motor-Veteranen-Rennen auf dem [[Salzburgring]], den "[[Oldtimer Grand Prix]]", die zwischen [[1974]] und [[1994]] stattfanden. Stars wie [[Nikolaus Lauda|Niki Lauda]], [[Juan Manuel Fangio]] (argentinischer Automobilrennfahrer), [[Hans Herrmann]] und andere ehemalige Automobil- und Motorradrennfahrer kamen zu diesem Veteranenrennen für historische Automobile und Motorräder. Weit über 100 Automobile und bis zu 300 Motorräder fanden sich in besten Jahren zu diesem Ereignis am Salzburgring ein. Mercedes Benz schickte die berühmten Silberpfeile, BMW und Audi brachten historische Rennfahrzeuge aus ihren Museen nach Salzburg. | + | Einen Lebenstraum erfüllte er sich mit der Realisierung den großartigen Motor-Veteranen-Rennen auf dem [[Salzburgring]], den "[[Oldtimer Grand Prix]]", die zwischen [[1974]] und [[1994]] stattfanden. Stars wie [[Nikolaus Lauda|Niki Lauda]], Juan Manuel Fangio (argentinischer Automobilrennfahrer), [[Hans Herrmann]] und andere ehemalige Automobil- und Motorradrennfahrer kamen zu diesem Veteranenrennen für historische Automobile und Motorräder. Weit über 100 Automobile und bis zu 300 Motorräder fanden sich in besten Jahren zu diesem Ereignis am Salzburgring ein. Mercedes Benz schickte die berühmten Silberpfeile, BMW und Audi brachten historische Rennfahrzeuge aus ihren Museen nach Salzburg. |
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| | ===Motorveteranen Museum Hellbrunn=== | | ===Motorveteranen Museum Hellbrunn=== |
| − | Erfolglos blieben jedoch seine Bemühungen, in Salzburg ein Motor Veteranen Museum zu etablieren. Es gab Versuche, den Stadl im Schlosspark von [[Schloss Hellbrunn|Hellbrunn]] dafür umzubauen, was aber an bürokratischen Überlegungen der Stadtgemeinde Salzburg scheiterte. So gingen einige Sammlungen alter Motorräder und Automobile, deren Besitzer Krackowizer schon für das Projekt gewonnen hatte (wie zum Beispiel Walter Brandstetter aus St. Pölten), dann an in- und ausländische Motormuseen. Und bis heute (Stand 2012) wurde für historische Technik (aller Arten) kein passender Raum in Salzburg geschaffen, um Raritäten der Nachwelt präsentieren zu können. | + | Erfolglos blieben jedoch seine Bemühungen, in Salzburg ein Motor Veteranen Museum zu etablieren. Es gab Versuche, den Stadl im [[Schlosspark Hellbrunn|Schlosspark]] von [[Schloss Hellbrunn|Hellbrunn]] dafür umzubauen, was aber an bürokratischen Überlegungen der [[Stadtgemeinde Salzburg]] scheiterte. So gingen einige Sammlungen alter Motorräder und Automobile, deren Besitzer Krackowizer schon für das Projekt gewonnen hatte (wie zum Beispiel Walter Brandstetter aus St. Pölten), dann an in- und ausländische Motormuseen. Und bis heute (Stand 2017) wurde für historische Technik (aller Arten) kein passender Raum in Salzburg geschaffen, um Raritäten der Nachwelt präsentieren zu können. |
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| | ===Aktiver Teilnehmer an Oldtimer-Veranstaltungen=== | | ===Aktiver Teilnehmer an Oldtimer-Veranstaltungen=== |
| | [[Datei:Krackowizer_Helmut_Ballaugh_Bridge_Tourist_Trophy.jpg|thumb|Helmut Krackowizer als 68-Jähriger beim Sprung auf der Ballaugh Bridge - Isle of Man - bei der Tourist Trophy "Lap of Honour" im Jahr 1990]] | | [[Datei:Krackowizer_Helmut_Ballaugh_Bridge_Tourist_Trophy.jpg|thumb|Helmut Krackowizer als 68-Jähriger beim Sprung auf der Ballaugh Bridge - Isle of Man - bei der Tourist Trophy "Lap of Honour" im Jahr 1990]] |
| − | Krackowizer stieg auch nach seiner aktiven Rennfahrerlaufbahn noch in den Sattel von Motorrädern und nahm an verschiedenen Veteranen-Veranstaltungen teil. So nahm er beispielsweise [[1973]] auf dem Nürburgring auf einer ''Sunbeam 90'', Baujahr [[1929]], an einer Veteranenveranstaltung teil, deren Gesamtsieger er wurde. Selbst bei seinen eigenen ''Oldtimer Grand Prix'' am Salzburgring war er manchmal selbst im Sattel einer Rennmaschine zu erleben und spulte die jeweils vier Runden eines Wertungslaufs ab. Er nahm an Rennveranstaltungen historischer Motorräder in Deutschland (Hockenheim-Ring, Ingolstadt), in Italien (Imola, Bergamo) und England teil. 1990 fuhr er im Rahmen der englischen Tourist Trophy auf der Isle of Man bei der so genannten "Lap of Honour"<ref>an der "Lap of Honour" dürfen entweder ehemalige Sieger oder Siegermaschinen teilnehmen: die Rennmaschine, mit der Helmut Krackowizer startete, war die Siegermaschine von Wal Handley, einem Engländer, der in der Zwischenkriegszeit einer der erfolgreichsten englischen Motorradrennfahrer war</ref> im Sattel einer ex-Wal Handley-Rudge eine Ehrenrunde auf dem Kurs auf der Insel Man. Noch bis [[1999]] im Alter von 77 Jahren nahm Krackowizer aktiv an Veteranen Veranstaltungen teil. | + | Krackowizer stieg auch nach seiner aktiven Rennfahrerlaufbahn noch in den Sattel von Motorrädern und nahm an verschiedenen Veteranen-Veranstaltungen teil. So nahm er beispielsweise [[1973]] auf dem Nürburgring auf einer ''Sunbeam 90'', Baujahr [[1929]], an einer Veteranenveranstaltung teil, deren Gesamtsieger er wurde. Selbst bei seinen eigenen ''Oldtimer Grand Prix'' am Salzburgring war er manchmal selbst im Sattel einer Rennmaschine zu erleben und spulte die jeweils vier Runden eines Wertungslaufs ab. Er nahm an Rennveranstaltungen historischer Motorräder in Deutschland (Hockenheim-Ring, Ingolstadt), in Italien (Imola, Bergamo) und England teil. 1990 fuhr er im Rahmen der englischen Tourist Trophy auf der Isle of Man bei der so genannten "Lap of Honour"<ref>an der "Lap of Honour" dürfen entweder ehemalige Sieger oder Siegermaschinen teilnehmen: die Rennmaschine, mit der Helmut Krackowizer startete, war die Siegermaschine von Wal Handley, einem Engländer, der in der Zwischenkriegszeit einer der erfolgreichsten englischen Motorradrennfahrer war</ref> im Sattel einer ex-Wal Handley-Rudge eine Ehrenrunde auf dem Kurs auf der Insel Man. Noch bis [[1999]], im Alter von 77 Jahren, nahm Krackowizer aktiv an Veteranen Veranstaltungen teil. |
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| | ==Motorrad-, Literatur- und -Bild Archiv == | | ==Motorrad-, Literatur- und -Bild Archiv == |
| | : ''Hauptartikel: [[Motorrad-Literatur- und Bildarchiv Prof. Dr. Helmut Krackowizer]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Motorrad-Literatur- und Bildarchiv Prof. Dr. Helmut Krackowizer]]'' |
| − | Schon als Jugendlicher begann Prof. Krackowizer zu [[Fotograf|Fotografieren]]. Während seiner aktiven Motorradrennfahrerzeit hatte er meist seine Kamera dabei, um ''zu Hause'' den Zeitungen vom Renngeschehen berichten zu können. Er etablierte sich in der Nachkriegszeit als Pressefotograf und war bei den wichtigsten österreichischen [[Motorsport]]veranstaltungen dabei. Sein Archiv dokumentiert vor allem das Renngeschehen in Österreich und Deutschland. Daneben sammelte er (historisches) Bildmaterial, das die Motorrad-Rennsportszene sowie die Entwicklung des Motorrades dokumentierte. Er hatte im Laufe seines Lebens nicht nur Motorräder und Bildmaterial gesammelt, sondern auch Zeitschriften und Zeitungen, Bücher und andere Dokumentationen über die Geschichte von Motorrädern, Motorradrennfahrer, Motorradrennstrecken und -rennen, die einen Einblick in die bewegte Vergangenheit des Motorradsports in ganz Europa geben. Erhalten sind unzählige Manuskripte und eigenes Fotomaterial seiner journalistischen Tätigkeit. | + | Schon als Jugendlicher begann Krackowizer zu [[Fotograf]]ieren. Während seiner aktiven Motorradrennfahrerzeit hatte er meist seine Kamera dabei, um den Zeitungen vom Renngeschehen berichten zu können. Er etablierte sich in der Nachkriegszeit als Pressefotograf und war bei den wichtigsten österreichischen [[Motorsport]]<nowiki>veranstaltungen</nowiki> dabei. Sein Archiv dokumentiert vor allem das Renngeschehen in Österreich und Deutschland, aber auch von England. Daneben sammelte er (historisches) Bildmaterial, das die Motorrad-Rennsportszene sowie die Entwicklung des Motorrades dokumentierte. Er hatte im Laufe seines Lebens nicht nur Motorräder und Bildmaterial gesammelt, sondern auch Zeitschriften und Zeitungen, Bücher und andere Dokumentationen über die Geschichte von Motorrädern, Motorradrennfahrer, Motorradrennstrecken und -rennen, Pressemappen von Motorradherstellern u. a., die einen Einblick in die bewegte Vergangenheit des Motorradsports in ganz Europa geben. Erhalten sind unzählige Manuskripte und eigenes Fotomaterial seiner journalistischen Tätigkeit. |
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| | ==Funktionen im Motorsport== | | ==Funktionen im Motorsport== |
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| | * [[11. Dezember]] [[1985]], [[Salzburger Sport-Ehrenzeichen]] in Gold | | * [[11. Dezember]] [[1985]], [[Salzburger Sport-Ehrenzeichen]] in Gold |
| | * [[1990]], Verleihung des Berufstitels [[Professor]] | | * [[1990]], Verleihung des Berufstitels [[Professor]] |
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| | + | == Privat == |
| | + | Helmut Krackowizer heiratete am [[28. Mai]] [[1955]] in der [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain]] Ingeborg, geb. Gallistl (* 28. Juli 1933 in Vöcklabruck, † 23. März 2017 in Salzburg-Aigen). Gemeinsam hatten sie drei Kinder (eine Tochter und zwei Söhne). Krackowizer war Jahrzehnte Mitglied des [[Lions Club Hohensalzburg|Lions Clubs Hohensalzburg]]. Er war gerne in Europa mit seinem Auto mit dem Kennzeichen "S-Rudge 1" unterwegs, besuchte Freunde, Rennfahrer und Oldtimer-Museen. |
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| | ==Großglockner Trophy in memoriam Prof. Dr. Helmut Krackowizer== | | ==Großglockner Trophy in memoriam Prof. Dr. Helmut Krackowizer== |
| − | Thomas Fritsch, ein Freund und langjähriger Begleiter von Krackowizer, organisierte ein Jahr nach dem Tod von Prof. Krackowizer, die erste [[Großglockner Trophy]] für historische Rennmotorräder in Erinnerung an seinen Freund auf der [[Großglockner Hochalpenstraße]]. Diese Veranstaltung findet alle zwei Jahre statt, allerdings ab [[2008]] nicht mehr als ''in Memoriam Prof. Dr. Helmut Krackowizer''. | + | Thomas Fritsch, ein Freund und langjähriger Begleiter von Krackowizer, organisierte ein Jahr nach dem Tod von Krackowizer die erste [[Großglockner Trophy]] für historische Rennmotorräder auf der [[Großglockner Hochalpenstraße]] in Erinnerung an seinen Freund. Diese Veranstaltung fand alle zwei Jahre statt, allerdings ab [[2008]] nicht mehr als ''in Memoriam Prof. Dr. Helmut Krackowizer''. |
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| | == Literatur == | | == Literatur == |