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| | [[Bild:Rankweil 1947.jpg|thumb|250px|Helmut Krackowizer 1947 beim Straßenrennen in Rankweil, Vorarlberg, auf Rudge 250 cm³]] | | [[Bild:Rankweil 1947.jpg|thumb|250px|Helmut Krackowizer 1947 beim Straßenrennen in Rankweil, Vorarlberg, auf Rudge 250 cm³]] |
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| − | '''Prof. h. c. Dr. Dkfm. Helmut Krackowizer''' (* [[29. April]] [[1922]] in Frankenmarkt, Oberösterreich; † [[22. Oktober]] [[2001]] in [[Salzburg]]) war ein angesehener Fachmann für Motorradgeschichte. Aufgrund seiner lebenslangen Leidenschaft zur englischen Motorradmarke Rudge erhielt er von seinen englischen Freunden den Beinamen "Mister Rudge". Sein Autokennzeichen war: S Rudge 1, sein Leben gehörte den Motorrädern. | + | '''Prof. h. c. Dr. Dkfm. Helmut Krackowizer''' (* [[29. April]] [[1922]] in Frankenmarkt, [[Oberösterreich]]; † [[22. Oktober]] [[2001]] in [[Salzburg]]) war ein angesehener Fachmann für Motorradgeschichte. Aufgrund seiner lebenslangen Leidenschaft zur englischen Motorradmarke Rudge erhielt er von seinen englischen Freunden den Beinamen "Mister Rudge". Sein Autokennzeichen war: S Rudge 1, sein Leben gehörte den Motorrädern. |
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| | == Jugend- und Kriegsjahre == | | == Jugend- und Kriegsjahre == |
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| | Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] kaufte er sich sein erstes Rennmotorrad, eine 250 cm³ Rudge Rennmaschine, zweiventilig. Diese hielt den Fünf-Stunden Weltrekord auf der Brooklandsbahn in England. Im März [[1939]] wurde sie vom Werk aus England nach Deutschland importiert. ''Garantiert über 150 km/h Spitzengeschwindigkeit'', so die Beschreibung des Verkäufers aus Bremen des 2.100 Reichsmark teuren Motorrads. | | Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] kaufte er sich sein erstes Rennmotorrad, eine 250 cm³ Rudge Rennmaschine, zweiventilig. Diese hielt den Fünf-Stunden Weltrekord auf der Brooklandsbahn in England. Im März [[1939]] wurde sie vom Werk aus England nach Deutschland importiert. ''Garantiert über 150 km/h Spitzengeschwindigkeit'', so die Beschreibung des Verkäufers aus Bremen des 2.100 Reichsmark teuren Motorrads. |
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| − | Krackowizer nahm das Motorrad mit auf seine Dienststationen bis nach Breslau, wo er es, verpackt in Kisten, in seine Heimatstadt Vöcklabruck schickte. Er erlebte das Kriegsende als Jägerleitoffizier der Luftnachrichten-Truppe einer Nachtjagd (Radar)-Kompanie in Norwegen. Bei der Übergabe der Kompanie an die Norweger erschien ein norwegischer Offizier auf einem Motorrad. Bald schon waren er und Krackowizer in ein "Fachgespräch" vertieft, das mit einer Probefahrt von Krackowizer endete (es gab eben auch Vertrauen unter Kriegsgegnern). | + | Krackowizer nahm das Motorrad mit auf seine Dienststationen bis nach Breslau (Polen), wo er es, verpackt in Kisten, in seine Heimatstadt Vöcklabruck (Oberösterreich) schickte. Er erlebte das Kriegsende als Jägerleitoffizier der Luftnachrichten-Truppe einer Nachtjagd (Radar)-Kompanie in Norwegen. Bei der Übergabe der Kompanie an die Norweger erschien ein norwegischer Offizier auf einem Motorrad. Bald schon waren er und Krackowizer in ein "Fachgespräch" vertieft, das mit einer Probefahrt von Krackowizer endete - es gab eben auch Vertrauen unter Kriegsgegnern! |
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| | == Rennfahrerjahre 1946 bis 1955 == | | == Rennfahrerjahre 1946 bis 1955 == |
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| | Am [[6. Juli]] [[1947]] ging dann das erste Motorradrennen auf der Autobahn in Salzburg-[[Liefering]] über die Bühne, später [[1. Mai Rennen]] genannt. In diesem Rennen gewann Krackowizer die Junior-Klasse A bis 250 cm³ auf seiner Rudge in 44:32,8 min, gefolgt von den Salzburgern [[Fritz Walcher]] auf New Imperial in 46:43,4 min und [[Richart Kwitt]] auf Puch in 46:43,4 min. Das Rennen führte über 15 Runden, was einer Distanz von 63 Kilometern entsprach (Rundenlänge: 4,2 km). Krackowizer lag dann auch im Senior-Rennen drei Runden in Führung, bevor er wegen eines Defekts aufgeben musste. | | Am [[6. Juli]] [[1947]] ging dann das erste Motorradrennen auf der Autobahn in Salzburg-[[Liefering]] über die Bühne, später [[1. Mai Rennen]] genannt. In diesem Rennen gewann Krackowizer die Junior-Klasse A bis 250 cm³ auf seiner Rudge in 44:32,8 min, gefolgt von den Salzburgern [[Fritz Walcher]] auf New Imperial in 46:43,4 min und [[Richart Kwitt]] auf Puch in 46:43,4 min. Das Rennen führte über 15 Runden, was einer Distanz von 63 Kilometern entsprach (Rundenlänge: 4,2 km). Krackowizer lag dann auch im Senior-Rennen drei Runden in Führung, bevor er wegen eines Defekts aufgeben musste. |
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| − | Dies war der Beginn seiner bis [[1955]] dauernden aktiven Rennfahrerkarriere. Das Jahr [[1947]] wurde auch eines seiner erfolgreichsten Rennjahre. Er fuhr u. a. Rennen in Österreich in Rankweil und Lustenau (Vorarlberg), Innsbruck beim Hungerburg-Rennen, in Graz-Lazarettsiedlung und Ries-Berg, Pötschenpass, sowie in Liechtenstein - Triesenberg (Anmerkung von Krackowizer: "''Viel Schotter gab’s und wenig Fränkli! Trotzdem hätte mein gemütlicher 4. Platz bei den Schweizer Experten noch zum Sieg gereicht''"). | + | Dies war der Beginn seiner bis [[1955]] dauernden aktiven Rennfahrerkarriere. Das Jahr [[1947]] wurde auch eines seiner erfolgreichsten Rennjahre. Er fuhr u. a. Rennen in Österreich in Rankweil und Lustenau (Vorarlberg), Innsbruck ([[Nordtirol]]) beim Hungerburg-Rennen, in Graz-Lazarettsiedlung und Ries-Berg, Pötschenpass ([[Salzkammergut]]), sowie im Fürstentum Liechtenstein am Triesenberg (Anmerkung von Krackowizer: "''Viel Schotter gab’s und wenig Fränkli! Trotzdem hätte mein gemütlicher 4. Platz bei den Schweizer Experten noch zum Sieg gereicht''"). |
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| | Seine Erfolgsbilanz [[1947]]: | | Seine Erfolgsbilanz [[1947]]: |
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| | * Erfolgreichster Fahrer Österreichs der Klasse A bis 250 ccm | | * Erfolgreichster Fahrer Österreichs der Klasse A bis 250 ccm |
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| − | [[1948]] wollte er an der englischen Tourist Trophy teilnehmen, scheiterte jedoch an fehlenden Grenzdokumenten an der Grenze zur Schweiz. Es blieb bei einem Eintrag im Programmheft, das auch heute noch in seinem Archiv existiert. In den folgenden Jahren fuhr er mit wechselndem Erfolg auch im Ausland, z. B. in Erlen und Olten (Schweiz), beim Schauinsland Bergrennen, Ingolstadt und am Norisring in Nürnberg sowie am Hockenheimring. Daneben nahm Krackowizer an Wertungsfahrten und Bergrennen in Österreich teil. | + | [[1948]] wollte er an der englischen ''Tourist Trophy'' auf der Insel Man teilnehmen, scheiterte jedoch an fehlenden Grenzdokumenten an der Grenze zur Schweiz. Es blieb bei einem Eintrag im Programmheft, das auch heute noch in seinem Archiv existiert. In den folgenden Jahren fuhr er mit wechselndem Erfolg auch im Ausland, z. B. in Erlen und Olten (Schweiz), beim Schauinsland Bergrennen, Ingolstadt und am Norisring in Nürnberg sowie am Hockenheimring (alle Deutschland). Daneben nahm Krackowizer an Wertungsfahrten und Bergrennen in Österreich teil. |
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| | Zu den beiden Rennen [[1949]] in der Schweiz schreibt Krackowizer: | | Zu den beiden Rennen [[1949]] in der Schweiz schreibt Krackowizer: |
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| | == Der „Motorrad-Professor“ == | | == Der „Motorrad-Professor“ == |
| − | Nachdem er sich [[1955]] von der aktiven Rennfahrertätigkeit zurückgezogen hatte, begann er historische Motorräder in ganz Europa aufzuspüren. Einige dieser Funde behielt er selbst, ließ sie restaurieren, tauschte und verkaufte sie wieder. [[1967]] gründete er einen der ersten Motor Veteranen Clubs in Österreich, dem [[Motor Veteranen Club Salzburg]]. [[1976]] war Krackowizer auch kurze Zeit Präsident des österreichischen Motor Veteranen Verbands. | + | Nachdem er sich [[1955]] von der aktiven Rennfahrertätigkeit zurückgezogen hatte, begann er historische Motorräder in ganz Europa aufzuspüren. Einige dieser Funde behielt er selbst, ließ sie restaurieren, tauschte und verkaufte sie wieder. [[1967]] gründete er einen der ersten Motor Veteranen Clubs in Österreich, dem [[Motor Veteranen Club Salzburg]]. [[1976]] war Krackowizer auch kurze Zeit Präsident des ''Österreichischen Motor Veteranen Verbands''. |
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| | Helmut Krackowizer kannte so gut wie jedes historische Motorrad im Detail, wusste die Geschichten seltener Motorräder und Lebensläufe von Rennfahrern zu erzählen. Zu seinen Freunden zählten u. a. Sammy Miller, John Surtees, Walter Zeller, Luigi Taveri, Hans Haldemann, Georg "Schorsch" Meier, und viele andere aus der Motorrennsportszene. Selbstverständlich war er Mitglied beim Rudge-Club in England. | | Helmut Krackowizer kannte so gut wie jedes historische Motorrad im Detail, wusste die Geschichten seltener Motorräder und Lebensläufe von Rennfahrern zu erzählen. Zu seinen Freunden zählten u. a. Sammy Miller, John Surtees, Walter Zeller, Luigi Taveri, Hans Haldemann, Georg "Schorsch" Meier, und viele andere aus der Motorrennsportszene. Selbstverständlich war er Mitglied beim Rudge-Club in England. |
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| | =====Sonstiges===== | | =====Sonstiges===== |
| | Helmut Krackowizer - jeweils vier Motorradzeichnungen im Kunstdruck: | | Helmut Krackowizer - jeweils vier Motorradzeichnungen im Kunstdruck: |
| − | * Klausenrennen Memorial Mappe 1993 | + | * 1. Serie mit Zeichnungen von 1965 |
| − | * Kompressor Rennmaschinen Mappe | + | * 2. Serie mit Zeichnungen von 1965 |
| − | * Österreichische Motorradsport Jubiläen 1996 was war vor 90, 65 und 40 Jahren | + | * 3. Serie mit Zeichnungen aus verschiedenen Jahren |
| − | * Valvoline Austria Trophae 1994 | + | * 4. Serie mit Zeichnungen aus verschiedenen Jahren |
| − | * Vor 60 Jahren begannen die italienischen TT – Siege | + | * Klausenrennen Memorial Mappe 1993 (e) |
| − | * Josef-Faber-Jubiläums-Mappe 1995 | + | * Kompressor Rennmaschinen Mappe (e) |
| − | alle noch erhältlich bei [[Benutzer:Mosaico|Peter Krackowizer]]
| + | * Österreichische Motorradsport Jubiläen 1996 was war vor 90, 65 und 40 Jahren (e) |
| | + | * Valvoline Austria Trophae 1994 (e) |
| | + | * Vor 60 Jahren begannen die italienischen TT – Siege (e) |
| | + | * Josef-Faber-Jubiläums-Mappe 1995 (e) |
| | + | (e): diese sind noch bei [[Benutzer:Mosaico|Peter Krackowizer]] käuflich erhältlich |
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| | ==Fußnote== | | ==Fußnote== |