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Die '''Befestigung''' der [[Stadt Salzburg]] sicherte über Jahrhunderte die Stadt und ihre Bewohner. Beiderseits der Salzach führte seit der Zeit der ersten Stadtbefestigung ein geschlossener Ring von Mauern (teilweise auch senkrecht behauene Felsen) um die heutige [[Altstadt]], die auch die [[Festung Hohensalzburg]] mit einschlossen, der erst 1860 seine wehrhafte Bedeutung verlor und wenige Jahre später weitgehend abgerissen wurde.
 
Die '''Befestigung''' der [[Stadt Salzburg]] sicherte über Jahrhunderte die Stadt und ihre Bewohner. Beiderseits der Salzach führte seit der Zeit der ersten Stadtbefestigung ein geschlossener Ring von Mauern (teilweise auch senkrecht behauene Felsen) um die heutige [[Altstadt]], die auch die [[Festung Hohensalzburg]] mit einschlossen, der erst 1860 seine wehrhafte Bedeutung verlor und wenige Jahre später weitgehend abgerissen wurde.
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==Die erste Stadtbefestigung (11./12. bis 13. Jahrhundert)==
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== Die erste Stadtbefestigung (11./12. bis 13. Jahrhundert) ==
===Die rechtsseitige Altstadt===  
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=== Die rechtsseitige Altstadt ===  
 
Die erste Stadtmauer der rechtsseitigen Altstadt umschloss nur einen kleinen Bereich um den Brückenkopf der Hauptbrücke. Salzachseitig verlief die Wehrmauer vom [[Lederertor]] bis zum Inneren [[Steintor]]. der weiter Verlauf führte von der nördlichen Hauszeile der [[Lederergasse]] über den [[Sauterbogen]] zur nördlichen Hauszeile des [[Königsgässchen]]s und von dort zum [[Inneres Ostertor|Ostertor]] (später Inneres Ostertor) und von dort auf den westlichen Ausläufer des [[Kapuzinerberg]]es bis zum [[Trompeterschloss]] (heute [[Kapuzinerkloster]]) und von dort über steile Felswände zum Inneren [[Steintor]].
 
Die erste Stadtmauer der rechtsseitigen Altstadt umschloss nur einen kleinen Bereich um den Brückenkopf der Hauptbrücke. Salzachseitig verlief die Wehrmauer vom [[Lederertor]] bis zum Inneren [[Steintor]]. der weiter Verlauf führte von der nördlichen Hauszeile der [[Lederergasse]] über den [[Sauterbogen]] zur nördlichen Hauszeile des [[Königsgässchen]]s und von dort zum [[Inneres Ostertor|Ostertor]] (später Inneres Ostertor) und von dort auf den westlichen Ausläufer des [[Kapuzinerberg]]es bis zum [[Trompeterschloss]] (heute [[Kapuzinerkloster]]) und von dort über steile Felswände zum Inneren [[Steintor]].
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===Die linksseitige Altstadt===
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=== Die linksseitige Altstadt ===
 
Die Befestigung der rechtsseitigen Altstadt führte vom Westertor (später [[Gstättentor]] oder Schleifertor) und von dort entlang der nördlichen Häuserzeile der [[Getreidegasse]]  bis zum ältesten Brückentor (vermutlich im heutigen Raum Judengasse 3). Von dort führte der Wehrmauerzug im Bereich der heutigen nordöstlichen Häuserzeile  an der Webergasse ([[Pfeifergasse]]) zum [[Kumpfmühltor]] und von hier weiter zum  [[Inneres Nonntaler Tor|Nonntaltor]].
 
Die Befestigung der rechtsseitigen Altstadt führte vom Westertor (später [[Gstättentor]] oder Schleifertor) und von dort entlang der nördlichen Häuserzeile der [[Getreidegasse]]  bis zum ältesten Brückentor (vermutlich im heutigen Raum Judengasse 3). Von dort führte der Wehrmauerzug im Bereich der heutigen nordöstlichen Häuserzeile  an der Webergasse ([[Pfeifergasse]]) zum [[Kumpfmühltor]] und von hier weiter zum  [[Inneres Nonntaler Tor|Nonntaltor]].
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===Der Mönchsberg===
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=== Der Mönchsberg ===
 
Auf dem Nonnberg führte die Wehrmauer steil zum Klosterbereich hinauf und von dort über das [[Äußeres Nonnbergtor|Äußere Nonnbergtor]] weiter zum Hauptschloss (heute [[Festung Hohensalzburg]]) Von der Festung führte die Wehrmauer entlang des steilen Südabbruches des Mönchsberges über die Scharte über ein dort vorhandenes Stadttor und den Roten Turm zu den Türmen der Zwingers im Südwesten des Berges (heute [[Richterhöhe]]) und von dort weiter zum Raum der Bürgerwehr, wo die Befestigung schon damals den Berg in zwei Teile trennte um an den steilen Felsabbrüchen direkt oberhalb des Klausentores zu enden.     
 
Auf dem Nonnberg führte die Wehrmauer steil zum Klosterbereich hinauf und von dort über das [[Äußeres Nonnbergtor|Äußere Nonnbergtor]] weiter zum Hauptschloss (heute [[Festung Hohensalzburg]]) Von der Festung führte die Wehrmauer entlang des steilen Südabbruches des Mönchsberges über die Scharte über ein dort vorhandenes Stadttor und den Roten Turm zu den Türmen der Zwingers im Südwesten des Berges (heute [[Richterhöhe]]) und von dort weiter zum Raum der Bürgerwehr, wo die Befestigung schon damals den Berg in zwei Teile trennte um an den steilen Felsabbrüchen direkt oberhalb des Klausentores zu enden.     
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===Erhaltene Teile der Wehranlagen===  
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=== Erhaltene Teile der Wehranlagen ===  
 
* [[Stadtmauerreste bei Umbauarbeiten entdeckt|Stadtmauerreste]] in verschiedenen Altstadthäusern (nicht zugänglich; etwa im Keller des [[Rathaus]]es) oder im Bereich des [[Großgasthof Sternbräu|Großgasthofes Sternbräu]]  
 
* [[Stadtmauerreste bei Umbauarbeiten entdeckt|Stadtmauerreste]] in verschiedenen Altstadthäusern (nicht zugänglich; etwa im Keller des [[Rathaus]]es) oder im Bereich des [[Großgasthof Sternbräu|Großgasthofes Sternbräu]]  
 
* Der ''Rote Turm'' (heute [[Freyschlösschen]]), der [[Abtturm]]  (auch Lambergturm, beide heute stark verändert) und weitere Wehrtürme auf dem [[Mönchsberg]] (heutige [[Richterhöhe]]).
 
* Der ''Rote Turm'' (heute [[Freyschlösschen]]), der [[Abtturm]]  (auch Lambergturm, beide heute stark verändert) und weitere Wehrtürme auf dem [[Mönchsberg]] (heutige [[Richterhöhe]]).
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* Der Wehrmauerteil westlich der [[Franziskuspforte]] samt erhaltenen Zinnen ([[Linzer Gasse]] 14)
 
* Der Wehrmauerteil westlich der [[Franziskuspforte]] samt erhaltenen Zinnen ([[Linzer Gasse]] 14)
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==Die zweite Stadtbefestigung ([[1465]] bis [[1480]])==
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== Die zweite Stadtbefestigung ([[1465]] bis [[1480]]) ==
===Erweiterungen und Verstärkungen der rechten Altstadtseite===
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=== Erweiterungen und Verstärkungen der rechten Altstadtseite ===
 
Schon im Verlauf des 14. und 15. Jahrhunderts waren den beiden wichtigen Stadttoren (Ostertor und Steintor) zur besseren Sicherung der Stadt zusätzliche Stadttore vorgestellt worden. Damals wurde wohl bereits auch ein erstes Bergstraßtor auf der Straße nach Bergheim errichtet.       
 
Schon im Verlauf des 14. und 15. Jahrhunderts waren den beiden wichtigen Stadttoren (Ostertor und Steintor) zur besseren Sicherung der Stadt zusätzliche Stadttore vorgestellt worden. Damals wurde wohl bereits auch ein erstes Bergstraßtor auf der Straße nach Bergheim errichtet.       
 
Nach 1460 wurde der gesamte Raum zwischen der heutigen Dreifaltgkeitsgasse, der Pasris-Lodron-Straße und der Wolf-Dietrich-Straße in die neue Stadtbefestigung eingeschlossen. Als starke Befestigung nach Nordosten zu wurde als Eckturm der Hexenturm erbaut, ein ähnlicher längst abgerissener Turm bestand im Bereich des heutigen Nordtraktes des Lodronschen Primogeniturpalastes (heute Universität Mozarteum), der sich als Torturm auch über der damaligen Bergstraße nach Bergheim hin ausdehnte. Als kleines Tor wurde damals das Kotbrückltor (wohl im Bereich des Bruderhofes) angelegt.     
 
Nach 1460 wurde der gesamte Raum zwischen der heutigen Dreifaltgkeitsgasse, der Pasris-Lodron-Straße und der Wolf-Dietrich-Straße in die neue Stadtbefestigung eingeschlossen. Als starke Befestigung nach Nordosten zu wurde als Eckturm der Hexenturm erbaut, ein ähnlicher längst abgerissener Turm bestand im Bereich des heutigen Nordtraktes des Lodronschen Primogeniturpalastes (heute Universität Mozarteum), der sich als Torturm auch über der damaligen Bergstraße nach Bergheim hin ausdehnte. Als kleines Tor wurde damals das Kotbrückltor (wohl im Bereich des Bruderhofes) angelegt.     
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===Erweiterungen und Verstärkungen der linken Altstadtseite und des Mönchsberges===   
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=== Erweiterungen und Verstärkungen der linken Altstadtseite und des Mönchsberges ===   
 
Im Zuge der Zweiten Stadtbefestigung wurde die Stadtmauer im Raum der gesamten Getreidegasse bis etwa 10 zur Salzach hin versetzt neu errichtet. Eine kleinräumige Erweiterung der Stadtbefestigung erfolgt auch im Umfeld des damals neu errichteten Äußeren Nonntaltores. Auch die Wehrmauern auf dem Mönchsberg wurden verstärkt.  
 
Im Zuge der Zweiten Stadtbefestigung wurde die Stadtmauer im Raum der gesamten Getreidegasse bis etwa 10 zur Salzach hin versetzt neu errichtet. Eine kleinräumige Erweiterung der Stadtbefestigung erfolgt auch im Umfeld des damals neu errichteten Äußeren Nonntaltores. Auch die Wehrmauern auf dem Mönchsberg wurden verstärkt.  
 
Die Bürgerwehr wurde damals mit - 1487/88 nur mit zwei starken Türmen versehen - weitgehend neu errichtet, die nach 1500 zu einer achttürmigen Anlage erweitert wurde. Sie besaß einen tiefen Wehrgraben, einen doppeltem Mauerzug mit jeweils aufgesetzten Wehrgängen. Ein Wehrmauer wurde damals von den beiden Zwingern im Südwesten des Mönchsberges hinunter zum Römertor in der äußeren Riedenburg angelegt.  
 
Die Bürgerwehr wurde damals mit - 1487/88 nur mit zwei starken Türmen versehen - weitgehend neu errichtet, die nach 1500 zu einer achttürmigen Anlage erweitert wurde. Sie besaß einen tiefen Wehrgraben, einen doppeltem Mauerzug mit jeweils aufgesetzten Wehrgängen. Ein Wehrmauer wurde damals von den beiden Zwingern im Südwesten des Mönchsberges hinunter zum Römertor in der äußeren Riedenburg angelegt.  
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===Erhaltene Teile der Wehranlagen===
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=== Erhaltene Teile der Wehranlagen ===
 
* Die Reste des [[Äußeres Nonntaler Tor|Äußeren Nonntaler Tores]] im Haus [[Schanzlgasse]] 14 ([[Landeskindergarten Schanzlgasse|Landeskindergarten]]), erst verändert und wenig später aufgelassen unter [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]]  
 
* Die Reste des [[Äußeres Nonntaler Tor|Äußeren Nonntaler Tores]] im Haus [[Schanzlgasse]] 14 ([[Landeskindergarten Schanzlgasse|Landeskindergarten]]), erst verändert und wenig später aufgelassen unter [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]]  
 
* Reste der Stadtmauer in der [[Paris-Lodron-Straße]], heute die straßenseitige hohe Begrenzungsmauer beim [[Loretokloster]]
 
* Reste der Stadtmauer in der [[Paris-Lodron-Straße]], heute die straßenseitige hohe Begrenzungsmauer beim [[Loretokloster]]
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== Die dritte Stadtbefestigung ([[1620]] bis [[1648]]) ==
 
== Die dritte Stadtbefestigung ([[1620]] bis [[1648]]) ==
Während der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] wurde die dritte Stadtbefestigung unter Erzbischof [[Paris Graf Lodron]] errichtet und die Stadt Salzburg insbesondere im Norden mit eine starken Gürtel an Festungswerken geschützt. Der größte Teil dieser Lodronschen Stadtbefestigung ist heute nicht mehr erhalten. Die militärische Befestiung bezog altstadtseitig den gesamten Festungsberg und den gesamten Mönchsberg mit ein und bestand auf der Neustadtseite vor allem aus Bollwerken (Bastionen) <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Bastion Wikipedia.de/Bastion]</ref>, mit Wallschilden (Ravelins) <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Ravelin Wikipedia.de/Ravelin]</ref> und aus vorgelagerten Hornwerken. <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Hornwerk Wikipedia.de/Hornwerk]</ref>. Neutstadtseitig wurde auch der gesamte Kapuzinerberg in die Befestigung einbezogen.     
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Während der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] wurde die dritte Stadtbefestigung unter Erzbischof [[Paris Graf Lodron]] errichtet und die Stadt Salzburg insbesondere im Norden mit starken Festungswerken em Festungswall (Kurtine) <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Kurtine Wikipedia.de/Kurtine]</ref> und mit vorgelagerten Werken geschützt. Der größte Teil dieser Lodronschen Stadtbefestigung ist heute nicht mehr erhalten. Die militärische Befestiung bezog altstadtseitig den gesamten Festungsberg und den gesamten Mönchseberg mit ein und bestand auf der Neustadtseite vor allem aus Bollwerken (Bastionen) <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Bastion Wikipedia.de/Bastion]</ref>, mit Wallschilden (Ravelins) <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Ravelin Wikipedia.de/Ravelin]</ref> und aus vorgelagerten Hornwerken. <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Hornwerk Wikipedia.de/Hornwerk]</ref>. Neutstadtseitig wurde auch der gesamte Kapuzinerberg in die Befestigung einbezogen.     
 
   
 
   
 
=== Bollwerke der rechtsseitigen Altstadt ===
 
=== Bollwerke der rechtsseitigen Altstadt ===
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* [[St. Rupert Hornwerk]].
 
* [[St. Rupert Hornwerk]].
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Wie der Festungswall und die vorgelagerten Verteidigungsanlagen ausgesehen haben, zeigt die [https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/44/Salzburg_1643.jpg Salzburg Ansicht von Philipp Harpff anno 1643].
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Wie der Festungswall und die vorgelagerten Verteidigungsanlagen ausgesehen haben, zeigen
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* [https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/44/Salzburg_1643.jpg Salzburg Ansicht, anno 1643, von Philipp Harpff].
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* "Salzburg von Norden", anno 1643, Radierung von Philipp Harpff
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* [https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/65/Merian_Salzburg.jpg/512px-Merian_Salzburg.jpg Salzburg von Norden, anno 1644, von Matthäus Merian].
    
=== Der Wehrmauerzug vom Lederertor zum Inneren Steintor ===
 
=== Der Wehrmauerzug vom Lederertor zum Inneren Steintor ===

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