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| | == Urgeschichte und Altertum == | | == Urgeschichte und Altertum == |
| − | Aus der [[Steinzeit]], vor 10.000 Jahre v. Chr., 5 000 Jahre nach dem Rückzug der [[Gletscher]] des Bühlstadiums vom Raum Pichler Schanz / Steinbach / Mellecker Berg, konnte Mag. [[Helmut Adler]] in einer Halbhöhle am Oberrainer Knogel ([[Abri von Unken]]) Steinklingen von Jägern finden. Sie sind mit den Zeichen der [[Schlenken-Durchgangshöhle]] die ältesten Funde der Humangeschichte des Landes Salzburg und sind im Museum [[Festung Kniepass]] zu sehen. | + | Aus der [[Steinzeit]], vor 10 000 Jahre v. Chr., 5 000 Jahre nach dem Rückzug der [[Gletscher]] des Bühlstadiums vom Raum Pichler Schanz - Steinbach - Mellecker Berg, konnte Mag. [[Helmut Adler]] in einer Halbhöhle am [[Oberrainer Knogel]] ([[Abri von Unken]]) Steinklingen von Jägern finden. Sie sind mit den Zeichen der [[Schlenken-Durchgangshöhle]] die ältesten Funde der Humangeschichte des Landes Salzburg und sind im Museum [[Festung Kniepass]] zu sehen. |
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| − | Artefakte aus der [[Bronzezeit]], der Hügelgräber Kultur 1 200 v. Chr., Tonscherben vom Meislknogel, der [[Hallstattzeit]] 800 v. Chr. verdanken wir auch H. Adler. Geräte aus der Zeit der [[Kelten]] und [[Römer]] mit dem Fundort Unken fehlen noch. Im Becken von [[Saalfelden]] siedelten nachweislich die Kelten und im [[Loferer Becken]] konnte wieder H. Adler römische Gefäße aus Terra Sigillata finden. | + | Artefakte aus der [[Bronzezeit]], der Hügelgräber Kultur 1 200 v. Chr., Tonscherben vom Meislknogel, der [[Hallstattzeit]] 800 v. Chr. verdanken wir auch H. Adler. Geräte aus der Zeit der [[Kelten]] und [[Römer]] mit dem Fundort Unken fehlen noch. Im [[Saalfeldener Becken]] siedelten nachweislich die [[Kelten]] und im [[Loferer Becken]] konnte wieder Adler römische Gefäße aus ''Terra Sigillata'' finden. |
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| | ==Mittelalter== | | ==Mittelalter== |
| − | Um 800 n. Chr. steht in den [[Salzburger Güterverzeichnis]] vom [[Erzstift St. Peter]], dass die St. Petrischen Wälder im [[Saalachtal]] die [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] mit Holz versorgen. Die Wälder sind verlackt (Einkerbungen in Baumstämmen) und durch Wege erschlossen. Die Verbindung Sudhäuser in Reichenhall und Holzschläge im Saalachtal besteht schon im [[7. Jahrhundert]] <ref>siehe auch [[Salinenkonvention]]</ref>. Damals riefen die Agilolfinger, als Fürsten der [[Bajuwaren]], Bischof [[Rupert von Worms]] ins Land. In von ihm gegründeten Kloster St. Peter waren mit den eingewanderten Bajuwaaren auch Romanen, Konventsbrüder. | + | Um 800 n. Chr. steht in den [[Salzburger Güterverzeichnis]] des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstifts St. Peter]], dass die St. Petrischen Wälder im [[Saalachtal]] die [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] mit Holz versorgen. Die Wälder sind verlackt (Einkerbungen in Baumstämmen) und durch Wege erschlossen. Die Verbindung Sudhäuser in Reichenhall und Holzschläge im Saalachtal besteht schon im [[7. Jahrhundert]] <ref>siehe auch [[Salinenkonvention]]</ref>. Damals riefen die Agilolfinger, als Fürsten der [[Bajuwaren]], Bischof [[Rupert von Worms]] ins Land. In von ihm gegründeten Kloster St. Peter waren mit den eingewanderten [[Bajuwaren]] auch Romanen, Konventsbrüder. |
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| | ===Erste urkundliche Erwähnung Unkens=== | | ===Erste urkundliche Erwähnung Unkens=== |
| − | [[979]] sind zwei Höfe "in ruite" (in [[Reith]]) genannt. [[1137]] beschenkt [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abensberg]] das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit einem Sudhaus in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] und sechs Waldhöfen in Unchen (Unken). Erste urkundliche Nennung Unkens! [[1156]] das Gut Pfannstatt, wo eine Salzquelle, genannt. [[1228]] wird die Grafschaft Pinzgau ein Lehen des [[Erzbistum (Überblick)|Erzstifts Salzburg]]. [[1234]] einigt sich Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit Ludwig I. der Bayer als Lehensträger der Grafschaft Reichenhall, von Salzburg anerkannt, über die Holzbezugsrechte im Saalachtal. Mehrere Sudhäuser sind noch im Salzburgischen Besitz. | + | [[979]] sind zwei Höfe "''in ruite''" (in [[Reith]]) genannt. [[1137]] beschenkt [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abensberg]] das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit einem Sudhaus in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] und sechs Waldhöfen in ''Unchen'' (Unken). Erste urkundliche Nennung Unkens! [[1156]] das Gut Pfannstatt, wo eine Salzquelle, genannt. [[1228]] wird die Grafschaft Pinzgau ein Lehen des [[Erzstift Salzburg|Erzstifts Salzburg]]. [[1234]] einigt sich Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit Ludwig I. der Bayer als Lehensträger der Grafschaft Reichenhall, von Salzburg anerkannt, über die Holzbezugsrechte im Saalachtal. Mehrere Sudhäuser sind noch im Salzburgischen Besitz. |
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| − | [[1285]] werden vom Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]] und dem Bayernherzog Heinrich XIII. die Rechte an Holz im Saalachtal erneut festgehalten. Ende des [[13. Jahrhundert]]s sind die Bayernherzöge alleinige Besitzer der Sudrechte in Reichenhall. 70 Pfannen sind im Betrieb, mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. | + | [[1285]] werden vom Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]]und dem Bayernherzog Heinrich XIII. die Rechte an Holz im Saalachtal erneut festgehalten. Ende des [[13. Jahrhundert]]s sind die Bayernherzöge alleinige Besitzer der Sudrechte in Reichenhall. 70 Pfannen sind im Betrieb, mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. |
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| − | [[1350]] "chniepoz" ([[Kniepass]]) genannt. | + | [[1350]] "''chniepoz''" ([[Kniepass]]) genannt. |
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| − | [[1353]] wird die Kirche der Kreuztracht (des Seelsorgesprengls) Unken dem Kollegialstift der [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno|Augustiner Chorherrn St. Zeno]] inkorporiert. [[1380 ]]das Sodergut am Unkenberg und [[1400]] das [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#M|Moargut]] und das Wimmergut in Hintergföll erwähnt. | + | [[1353]] wird die Kirche der Kreuztracht (des Seelsorgesprengls) Unken dem Kollegialstift der [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno|Augustiner Chorherrn St. Zeno]] inkorporiert. [[1380 ]]das Sodergut am Unkenberg und [[1400]] das [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#M|Moargut]] und das Wimmergut in Hintergföll erwähnt. |
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| − | Nach der Quellenlage und der Lage der Gehöfte und der Flur schließt A. Klaar, dass im [[9. Jahrhundert]] im mittleren Saalachtal die große Rodungstätigkeit, ohne Eigenmächtigkeit der Siedler, einsetzt und im [[10. Jahrhundert|10.]] und [[11. Jahrhundert]], im Hochmittelalter, die Rodungen der Wälder und die Besiedlung der Talschaften ihren Höhepunkt erreicht. Im Raum Unken entwickelt sich nach A. Klaar eine planmäßige Siedlungslandschaft, ein geordnetes Siedlungssystem mit Weilern, Rotten und Einzelhöfen bzw. Einödhöfen, gleicher Hof- und Flurgrößen einer grundherrschaftlicher Kolonisation. | + | Nach der Quellenlage und der Lage der Gehöfte und der Flur schließt A. Klaar, dass im [[9. Jahrhundert]] im mittleren Saalachtal die große Rodungstätigkeit, ohne Eigenmächtigkeit der Siedler, einsetzt und im [[10. Jahrhundert|10.]] und [[11. Jahrhundert]], im Hochmittelalter, die Rodungen der Wälder und die Besiedlung der Talschaften ihren Höhepunkt erreicht. Im Raum Unken entwickelt sich nach A. Klaar eine planmäßige Siedlungslandschaft, ein geordnetes Siedlungssystem mit Weilern, Rotten und Einzelhöfen bzw. Einödhöfen, gleicher Hof- und Flurgrößen einer grundherrschaftlicher Kolonisation. |
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| − | Ein Blick auf die österreichische Karte 1: 25 000, Aufnahme 1950, Bl. 92/1, 92/2, 92/3, 92/4 und die Katastermappen von Unken, Göll und Reith, Erstvermessung [[1830]], erschließt die Siedlungsräume:<br> | + | Ein Blick auf die österreichische Karte 1:25 000, Aufnahme 1950, Bl. 92/1, 92/2, 92/3, 92/4 und die Katastermappen von Unken, Göll und Reith, Erstvermessung [[1830]], erschließt die Siedlungsräume:<br> |
| | *A) unterster [[Gsenghang]] (mit den Einzelhöfen Reitbauer, Ennsmann, Lummer (?), Schilcher und Pichler)<br> | | *A) unterster [[Gsenghang]] (mit den Einzelhöfen Reitbauer, Ennsmann, Lummer (?), Schilcher und Pichler)<br> |
| | *B) der große Schwemmkegel des [[Unkenbach]]s und die oberen Saalachterrasse (mit den Einzelhöfen Lohweber, Seidl (Kirchenwirt), Egger, Hölzl, Flatscher, Kaltenbachgut und dem Weiler Percht, Kalchofen, Fritz, Schrempf; dem Einzelhof Seiler (Oberrain), der Rotte Aschl, Falterbauer, Unterhager, Heistl und Fuchs),<br> | | *B) der große Schwemmkegel des [[Unkenbach]]s und die oberen Saalachterrasse (mit den Einzelhöfen Lohweber, Seidl (Kirchenwirt), Egger, Hölzl, Flatscher, Kaltenbachgut und dem Weiler Percht, Kalchofen, Fritz, Schrempf; dem Einzelhof Seiler (Oberrain), der Rotte Aschl, Falterbauer, Unterhager, Heistl und Fuchs),<br> |
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| | Ausgewiesene Güter nach J. Friedl, ''Das bäuerliche Unken''. | | Ausgewiesene Güter nach J. Friedl, ''Das bäuerliche Unken''. |
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| − | Von den Almen, den Nieder- wie von den Hochalmen ist die Quellenlage dürftig. [[1346]] wird die [[Kallbrunnalm]], [[Weißbach bei Lofer]], genannt, die [[1996]] ihre 650 Jahrfeier hatte. Verbriefte Almrechte der Zeche Gföll scheinen zu Beginn des [[1405]] auf. | + | Von den Almen, den Nieder- wie von den Hochalmen ist die Quellenlage dürftig. [[1346]] wird die [[Kallbrunnalm]], [[Weißbach bei Lofer]], genannt, die [[1996]] ihre 650 Jahrfeier hatte. Verbriefte Almrechte der Zeche Gföll scheinen zu Beginn des [[1405]] auf. |
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| | === Frühmittelalter === | | === Frühmittelalter === |
| − | Im frühen [[Mittelalter]] ([[7. Jahrhundert|7.]] bis [[10. Jahrhundert]]) ruft um 690 der Bayernherzog [[Theodo II.]] aus dem Herrschergeschlecht der Agilofinger Bischof [[Rupert von Worms]] nach Regensburg zur Missionierung des südöstlichen Alpenraums. Rupert errichtet im verlassenen römischen Opidum [[Iuvavum]] am Fuße des [[Mönchsberg]]es ein Kloster. Der Konvent vereint zu Beginn bayrische und romanischen Mönche. Das [[Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]] wird von den Agilofingern mit Wälder im [[Salzachtal]], im [[Saalachtal]] und mit [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] beschenkt. | + | Im frühen [[Mittelalter]] ([[7. Jahrhundert|7.]] bis [[10. Jahrhundert]]) ruft um 690 der [[Bayernherzöge in Salzburg|Bayernherzog]] [[Theodo II.]] aus dem Herrschergeschlecht der Agilofinger Bischof [[Rupert von Worms]] nach Regensburg zur Missionierung des südöstlichen Alpenraums. Rupert errichtet im verlassenen römischen ''Opidum'' [[Iuvavum]] am Fuße des [[Mönchsberg]]es ein Kloster. Der Konvent vereint zu Beginn bayrische und romanischen Mönche. Das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]] wird von den [[Agilofinger]]n mit Wälder im [[Salzachtal]], im [[Saalachtal]] und mit [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] beschenkt. |
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| − | [[Bonifatius]] gründet [[739]] das [[Bistum Salzburg]]. Die Äbte des Klosters St. Peter sind auch Bischöfe der Diözese. Unter Bischof [[Arn]] wird [[798]] Salzburg zur [[Erzdiözese]] erhoben. | + | [[Bonifatius]] gründet [[739]] das [[Bistum Salzburg]]. Die Äbte des Klosters St. Peter sind auch Bischöfe der Diözese. Unter Bischof [[Arn]] wird [[798]] Salzburg zur [[Erzdiözese]] erhoben. |
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| − | [[Erzbischof]] [[Friedrich I.]] trennt [[987]] das Kloster St. Peter von der Kirche Salzburg. Von den gemeinschaftlich genutzten Gütern bleibt dem Kloster ein bescheidener Anteil u. a. zwei Salzpfannen in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]]. Der Großteil der Schenkungen der Herzöge, wie die Wälder im Saalachtal, werden Eigentum der Kirche Salzburg, (des Erzstifts Salzburg?). | + | [[Erzbischof]] [[Friedrich I.]] trennt [[987]] das Kloster St. Peter von der Kirche Salzburg. Von den gemeinschaftlich genutzten Gütern bleibt dem Kloster ein bescheidener Anteil u. a. zwei Salzpfannen in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]]. Der Großteil der Schenkungen der Herzöge, wie die Wälder im Saalachtal, werden Eigentum der Kirche Salzburg, (des Erzstifts Salzburg?). |
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| | === Hochmittlealter === | | === Hochmittlealter === |
| − | Im Hochmittelalter ([[11. Jahrhundert|11. bis [[13. Jahrhundert]]) werden [[1228]] die Reichslehen Mitter-, Unter- und Oberpinzgau des Herzogtums Bayern dem [[Erzstift Salzburg]] verliehen. Bis 1260 besitzen die [[Grafen von Plain]] das Saalach- und den östliche Teil des Salzachgebietes mit den Nebentälern als Afterlehen. | + | Im Hochmittelalter ([[11. Jahrhundert|11. bis [[13. Jahrhundert]]) werden [[1228]] die Reichslehen [[Mitterpinzgau|Mitter]]-, [[Unterpinzgau|Unter]]- und [[Oberpinzgau]] des Herzogtums Bayern dem [[Erzstift Salzburg]] verliehen. Bis 1260 besitzen die [[Grafen von Plain]] das Saalach- und den östliche Teil des Salzachgebietes mit den Nebentälern als Afterlehen. |
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| − | Erst im Spätmittelalter ([[14. Jahrhundert|14.]] und [[15. Jahrhundert]]) ist ab [[1328]] der Erzbischof Landesfürst und alleiniger Herrscher des Reichsfürstentums und Erzstiftes Salzburg. | + | Erst im Spätmittelalter ([[14. Jahrhundert|14.]] und [[15. Jahrhundert]]) ist ab [[1328]] der Erzbischof Landesfürst und alleiniger Herrscher des Reichsfürstentums und Erzstiftes Salzburg. |
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| | === Landnahme, Siedlungseinheiten und Güter, Grundherrschaften === | | === Landnahme, Siedlungseinheiten und Güter, Grundherrschaften === |
| − | Um 1000 beginnt unter Erzbischof [[Hartwig]] die umfangreiche Rodung und Besiedlung im Saalachtal. Die Kolonisierung erfolgt durch die Erzbischöfe als Grundherrn planmäßig, das sichert eine ausgeglichene Zuteilung von Grund und Boden an die [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Grundholden]]. Die Vergrößerung des Siedlungsraumes im Erzstift ist durch die starke Bevölkerungszunahmen bedingt. Die Siedler, um die siebzig Familien (?), dürften aus den alpinen Raum der Erzdiözese stammen. | + | Um 1000 beginnt unter Erzbischof [[Hartwig]] die umfangreiche Rodung und Besiedlung im Saalachtal. Die Kolonisierung erfolgt durch die Erzbischöfe als Grundherrn planmäßig, das sichert eine ausgeglichene Zuteilung von Grund und Boden an die [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Grundholden]]. Die Vergrößerung des Siedlungsraumes im Erzstift ist durch die starke Bevölkerungszunahmen bedingt. Die Siedler, um die siebzig Familien (?), dürften aus den alpinen Raum der Erzdiözese stammen. |
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| − | Ein Blick auf die Katastermappe von 1830 (erste kartographische Erfassung der Grundstücke) erschließt die geregelte Zuteilung der Rodungsflächen bzw. die geregelte Verteilung von Hof und Flur in den einzelnen Siedlungsgebieten. Bevorzugt dürfte zu Beginn die große Ebene des [[Unkenbach]]<nowiki>schwemmkegels</nowiki>, der “Boden”, gerodet und besiedelt worden sein. Ein Kleinweiler mit den vier Gütern Schrempf, Fritz, Kalchofen und Percht, die anschließende Rotte mit Aschl, Falter, Unterhager, Heistl und Fuchs, die Einzelhöfe am Schemmkegelrand Hölzl und Oberrain und auf der linken oberen Saalachterrasse die Güter Flatscher, Kaltenbach (Forsthaus) bilden möglicher Weise den ersten geschlossenen Siedlungsraum von Unken. | + | === Erster geschlossener Siedlungsraum von Unken === |
| | + | Ein Blick auf die Katastermappe von 1830 (erste kartographische Erfassung der Grundstücke) erschließt die geregelte Zuteilung der Rodungsflächen bzw. die geregelte Verteilung von Hof und Flur in den einzelnen Siedlungsgebieten. Bevorzugt dürfte zu Beginn die große Ebene des [[Unkenbach]]<nowiki>schwemmkegels</nowiki>, der “Boden”, gerodet und besiedelt worden sein. Ein Kleinweiler mit den vier Gütern Schrempf, Fritz, Kalchofen und Percht, die anschließende Rotte mit Aschl, Falter, Unterhager, Heistl und Fuchs, die Einzelhöfe am Schemmkegelrand Hölzl und [[Oberrain (Unken)|Oberrain]] und auf der linken oberen Saalachterrasse die Güter Flatscher, Kaltenbach (Forsthaus) bilden möglicher Weise den ersten geschlossenen Siedlungsraum von Unken. |
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| − | Geeignete Voraussetzungen für eine weitere Siedlungseinheit bieten die Gsenghänge im untersten Bereich und die anschließenden Schwemmkegelreste für die Rotte Egger, Kirchenwirt, Lohweber, Reit, Plaickpoint, Ennsmann, Lummer, und Pichler und am Fuß des Achbergs, die Moränenhügel und die rechtseitige Saalachterrasse für Rotte Fellner, Achner, Punz und Möschl. Weiters die linkseitige untere Saalachterrasse mit der Rotte Neuhauser, Post, und die hochwassergefährtete Saalachniederung mit der Rotte Harm, Lackner, Werfer und Eder, bzw. rechtsseitig mit den Einödhöfen Köstler und Schwaiger.. | + | Geeignete Voraussetzungen für eine weitere Siedlungseinheit bieten die Gsenghänge im untersten Bereich und die anschließenden Schwemmkegelreste für die Rotte Egger, Kirchenwirt, Lohweber, Reit, Plaickpoint, Ennsmann, Lummer, und Pichler und am Fuß des [[Achhorn|Achbergs]], die Moränenhügel und die rechtseitige Saalachterrasse für Rotte Fellner, Achner, Punz und Möschl. Weiters die linkseitige untere Saalachterrasse mit der Rotte Neuhauser, Post, und die [[hochwasser]]gefährtete Saalachniederung mit der Rotte Harm, Lackner, Werfer und Eder, bzw. rechtsseitig mit den Einödhöfen Köstler und Schwaiger. |
| − | Im Westen eignen sich die sanften Hänge des Unkenbergs als Siedlungsraum für die Rotte Maisl, Pfannhaus, Hagen, Götz, Graber (?), Datzen(?), Niederberger (?) Brenner (?) , Hoisen, Haitzmann, Soder und den Einödhöfen Kecht und Hengstloch. Die Rodung für die Liedersberger Futterhöfe dürfte erst in der Neuzeit erfolgen. | + | |
| | + | Im Westen eignen sich die sanften Hänge des [[Unkenberg]]s als Siedlungsraum für die Rotte Maisl, Pfannhaus, Hagen, Götz, Graber (?), Datzen(?), Niederberger (?) Brenner (?), Hoisen, Haitzmann, Soder und den Einödhöfen Kecht und Hengstloch. Die Rodung für die Liedersberger Futterhöfe dürfte erst in der Neuzeit erfolgen. |
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| − | Siedlungen in Extremlage entstehen auf den steilen jedoch nicht felsigen Hängen des Sonnbergs, Vordergfölls und Hintergfölls. Siedlungseinheiten sind am Sonnberg die Rotte Brandner, Beibl, Emater, Brandl, Angerer und die Einödhöfe Gebl, Bauregger und in Vordergföll die Einödhöfe Herbst, Schneiderbauer und Angerer. Ob Hintermühl, Kreuzer, Rausch, Neuhäusl und Lutz auch im Hochmittelalter entstehen bleibe offen. | + | Siedlungen in Extremlage entstehen auf den steilen jedoch nicht felsigen Hängen des [[Sonnberg (Unken)|Sonnbergs]], [[Vordergföll]]s und [[Hintergföll]]s. Siedlungseinheiten sind am Sonnberg die Rotte Brandner, Beibl, Emater, Brandl, Angerer und die Einödhöfe Gebl, Bauregger und in Vordergföll die Einödhöfe Herbst, Schneiderbauer und Angerer. Ob Hintermühl, Kreuzer, Rausch, Neuhäusl und Lutz auch im Hochmittelalter entstehen bleibe offen. |
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| − | Der Siedlungsraum Hintergföll mit der Rotte Geistler, Moar Wimmer, Leitinger, Hinteregger, Schmiederer, Scheiber und den Einödhöfen Rieger und Hochegger gliedert sich in zwei Flureinheiten. Auf den steilen Hängen der Sonnseite des Unkentals liegen die Fluren in unmittelbarer Nähe zu den Höfen und westlich auf den höher gelegenen Mahder, von den Höfen weit entfernt. Die Frage der Futterhöfe ist offen. | + | Der Siedlungsraum Hintergföll mit der Rotte Geistler, Moar Wimmer, Leitinger, Hinteregger, Schmiederer, Scheiber und den Einödhöfen Rieger und Hochegger gliedert sich in zwei Flureinheiten. Auf den steilen Hängen der Sonnseite des [[Unkental]]s liegen die Fluren in unmittelbarer Nähe zu den Höfen und westlich auf den höher gelegenen Mahder, von den Höfen weit entfernt. Die Frage der Futterhöfe ist offen. |
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| − | Die Landnahme dürfte im Hochmittelalter großteils zum Abschluß gekommen sein. Siedlungen im Spätmittelalter sind jedoch nicht auszuschließen, gleich die Teilungen von [[Halber Bauernhof|Huben]] oder Halbhuben. | + | Die Landnahme dürfte im Hochmittelalter großteils zum Abschluss gekommen sein. Siedlungen im Spätmittelalter sind jedoch nicht auszuschließen, gleich die Teilungen von [[Halber Bauernhof|Huben]] oder Halbhuben. |
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| − | Die sechs Siedlungsräume in Unken - Reith mit den rund siebzig Gütern bilden im 14. Jahrhundert die Kreuztracht Unken (1353 Kirche St. Jakob), bzw. die Zechen Boden, Niederland, Unkenberg und Gföll, heute die Ortschaften Unken, Niederland, Unkenberg und Gföll. | + | Die sechs Siedlungsräume in Unken-Reith mit den rund siebzig Gütern bilden im [[14. Jahrhundert]] die Kreuztracht Unken ([[1353]] Kirche St. Jakob), bzw. die Zechen [[Boden]], [[Niederland]], Unkenberg und [[Gföll]], heute die Ortschaften Unken, Niederland, Unkenberg und Gföll. |
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| − | Durch die Talenge Kniepass (1350 chniepoz) getrennt, liegt südlich davon die Siedlung Reith (979 in ruite). Auf der Schemmkegelebene des Innersbaches dürften der Weiler Berger, Uhlinger, Asinger, Stefflinger, Weber, Reitermüller und die Rotte Moar, Pichler und Hofmoar das älteste Siedlungsgebiet sein. Darüber in Hanglage stehen die Einzelhöfe Foischinger, Walcher und der Einödhof Hochreit und in der [[Hochwasser]] gefährteten Saalachniederung die Einzelhöfe Wieser und Dietz. | + | Durch die Talenge [[Kniepass]] ([[1350]] ''chniepoz'') getrennt, liegt südlich davon die Siedlung Reith ([[979]] ''in ruite''). Auf der Schwemmkegelebene des [[Innersbach]]es dürften der Weiler Berger, Uhlinger, Asinger, Stefflinger, Weber, Reitermüller und die Rotte Moar, Pichler und Hofmoar das älteste Siedlungsgebiet sein. Darüber in Hanglage stehen die Einzelhöfe Foischinger, Walcher und der Einödhof Hochreit und in der [[Hochwasser]] gefährteten Saalachniederung die Einzelhöfe Wieser und Dietz. |
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| − | Die Erschließung des Heutals und Nutzung von Almen, ob Einzel- und Gemeinschaftsalmen bzw. Mais- und Freialmen bleibe offen. (1405 verbriefte Almrechte der Zeche Gföll). Gegen dreißig Güter, Gütl und Söllhäusler entstehen in der Jahrhunderten der Neuzeit, vor allem in [[16. Jahrhundert|16.]] und [[17. Jahrhundert]]. | + | Die Erschließung des [[Heutal]]s und Nutzung von [[Alm]]en, ob Einzel- und Gemeinschaftsalmen bzw. Mais- und Freialmen bleibt offen. ([[1405]] verbriefte Almrechte der Zeche Gföll). Gegen dreißig Güter, Gütl und Söllhäusler entstehen in der Jahrhunderten der Neuzeit, vor allem in [[16. Jahrhundert|16.]] und [[17. Jahrhundert]]. |
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| − | Im 11. Jahrhundert ist das Erzstift (Hofurbar) alleiniger Grundherr. 1137 wird das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] ([[Innviertel]]) mit sechs Güter in ''Unchen'' (erste urkundliche Nennung Unkens), und in den folgenden Jahrzehnten das Stift St. Peter (1156 Pfannstatt wo Salz) in Unken und Reith mit neun, die Augustiner Chorherrn Stifte [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno|San Zeno]] in Reichenhall mit fünf, [[Höglwörth]] mit sieben, [[Berchtesgaden]] mit sieben, die Stiftung Lodronkollegialität mit drei und das herzogliche Urbar ebenfalls mit drei Hofstätten von den Erzbischöfen belehnt. Die rd. siebzig Güter sind im Spätmittelalter Eigentum von sieben Grundherrschaften. | + | Im [[11. Jahrhundert]] ist das Erzstift (Hofurbar) alleiniger Grundherr. [[1137]] wird das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] ([[Innviertel]]) mit sechs Güter in ''Unchen'' (erste urkundliche Nennung Unkens), und in den folgenden Jahrzehnten das Stift St. Peter (''1156'' Pfannstatt wo [[Salz]] gefunden wurde) in Unken und Reith mit neun, die Augustiner Chorherrn Stifte [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno|San Zeno]] in Reichenhall mit fünf, [[Kloster Höglwörth]] mit sieben, [[Berchtesgaden]] mit sieben, die Stiftung [[Lodron]]<nowiki>kollegialität</nowiki> mit drei und das herzogliche Urbar ebenfalls mit drei Hofstätten von den Erzbischöfen belehnt. Die rd. siebzig Güter sind im Spätmittelalter Eigentum von sieben Grundherrschaften. |
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| − | Das heutige ländliche Siedlungsgefüge gleicht letztlich dem des Mittelalters. Die Neubauten des [[20. Jahrhundert|20.]] und [[21. Jahrhundert]]s stehen auf den im 11. und 12. Jahrhundert gerodeten Fluren. | + | Das heutige ländliche Siedlungsgefüge gleicht letztlich dem des Mittelalters. Die Neubauten des [[20. Jahrhundert|20.]] und [[21. Jahrhundert]]s stehen auf den im 11. und 12. Jahrhundert gerodeten Fluren. |
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| | === Klöster (Stifte, Abteien, Propsteien) und Orden === | | === Klöster (Stifte, Abteien, Propsteien) und Orden === |
| − | Die im Früh- und Hochmittelalter gegründeten Klöster sind Stiftungen weltlicher und geistlicher Grundherrn. Dem Konvent der Benediktiner steht der Abt, dem Kollegium der Augustiner-Chorherrn der Propst vor. | + | Die im Früh- und Hochmittelalter gegründeten Klöster sind Stiftungen weltlicher und geistlicher Grundherrn. Dem Konvent der Benediktiner steht der Abt, dem Kollegium der Augustiner-Chorherrn der Propst vor. |
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| − | Erzbischof Konrad I. gründet das Augustiner-Chorherrnstift Höglwörth (1129) und St. Zeno (1136) Er wandelt mehrere Klöster zu Augustiner-Chorherrnstifte um, dazu zählen in der Erzdiözese das Domstift zu Salzburg, die Stifte Reichersberg (Diözese Passau), [[Herrenchiemsee]], [[Gurk]], [[Seckau]] u. a. Das [[Augustiner-Chorherrenstift Berchtesgaden]] entsteht schon 1102. | + | Erzbischof Konrad I. gründet das Augustiner-Chorherrnstift Höglwörth ([[1129]]) und St. Zeno ([[1136]]) Er wandelt mehrere Klöster zu Augustiner-Chorherrnstifte um, dazu zählen in der Erzdiözese das [[Domkloster]] in der [[Stadt Salzburg]], die Stifte Reichersberg (Diözese [[Passau]]), [[Herrenchiemsee]], [[Gurk]], [[Seckau]] u. a.. Das [[Augustiner-Chorherrenstift Berchtesgaden]] entsteht schon [[1102]]. |
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| − | Die Ordenszugehörigkeit der ältesten Klöster, des Benediktinerstifts St. Peter, des [[Benediktinenstift Nonnberg|Benediktinenstifts Nonnberg]] und des [[Benediktinerstift Michaelbeuern|Benediktinerstifts Michaelbeuern]] ändert Erzbischof Konrad I. | + | Die Ordenszugehörigkeit der ältesten Klöster, des Benediktinerstifts St. Peter, des [[Benediktinenstift Nonnberg|Benediktinenstifts Nonnberg]] und der [[Benediktinerabrei Michaelbeuern]] ändert Erzbischof Konrad I. |
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| − | Dem Stift St. Zeno der Augustiner Chorherrn obliegt auch die Seelsorge im Saalachtal mit der Mutterkirche St. Martin (1190 ?) und den Filialkirchen in Lofer (1330) und in Unken (1353). 1530 wird das Gotteshaus St. Jakob der Kreuztracht Unken Vikariatskirche, der zwei Chorherrn des Sifts zugeordnet sind. Ab 1812 ist Unken eine sebständige Pfarre der Erzdiözese Salzburg, jedoch weiterhin mit von Augustiner Chorherrn, (Stift 1803 aufgelöst), als Seelsorger. | + | Dem Stift St. Zeno der Augustiner Chorherrn obliegt auch die Seelsorge im Saalachtal mit der Mutterkirche [[St. Martin bei Lofer|St. Martin]] (1190 ?) und den Filialkirchen in Lofer ([[1330]]) und in Unken ([[1353]]). [[1530]] wird das Gotteshaus St. Jakob der Kreuztracht Unken Vikariatskirche, der zwei Chorherrn des Sifts zugeordnet sind. Ab [[1812]] ist Unken eine sebständige [[Pfarre Unken|Pfarre]] der [[Erzdiözese Salzburg]], jedoch weiterhin mit von Augustiner Chorherrn, (Stift 1803 aufgelöst), als Seelsorger. |
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| | === Salz in Reichenhall, Holz im Saalachtal === | | === Salz in Reichenhall, Holz im Saalachtal === |
| − | Im Frühmittelalter sind die Salzquellen und Sudhäuser auf Grund von Schenkungen zur Hälfte Eigentum der Stifte St. Peter und Nonnberg. Im Hochmittelalter werden das [[Domkapitel]], die Stifte St. Zeno, Berchtesgaden, Höglwörth und Reichersberg weitere Eigentümer. [[1228]] (?) einigt sich Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit Ludwig I. ''dem Bayer'', als Lehensträger der Grafschaft Reichenhall, über die Holzbezugsrechte im Saalachtal. Mehrere Sudhäuser sind noch in salzburgischem Besitz. | + | Im Frühmittelalter sind die Salzquellen und Sudhäuser auf Grund von Schenkungen zur Hälfte Eigentum der Stifte St. Peter und Nonnberg. Im Hochmittelalter werden das [[Domkapitel]], die Stifte St. Zeno, Berchtesgaden, Höglwörth und Reichersberg weitere Eigentümer. [[1228]] (?) einigt sich Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit Ludwig I. ''dem Bayer'', als Lehensträger der Grafschaft Reichenhall, über die Holzbezugsrechte im Saalachtal. Mehrere Sudhäuser sind noch in salzburgischem Besitz. |
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| − | 1285 werden vom Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]] und dem Bayernherzog Heinrich XIII. die Rechte an Holz im Saalachtal erneut festgehalten. | + | [[1285]] werden vom Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]] und dem Bayernherzog Heinrich XIII. die Rechte an Holz im Saalachtal erneut festgehalten. |
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| − | Ende des 13. Jahrhunderts sind die Bayernherzöge, die Wittelsbacher, alleinige Besitzer der Sudrechte in Reichenhall. Siebzig Pfannen sind in Betrieb und werden mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. [[1412]] beschwert sich Herzog Heinrich XVI. von Bayern beim Erzbischof [[Eberhard III. von Neuhaus]], dass die Schwarzwälder im Pinzgau durch Einfänge und Schwendungen stark leiden und Herzog Albrecht V. klagt um 1560 wieder gegenüber Erzbischof [[Johann Jakob Khuen von Belasi]] über das Brennen und Schwenden der Bauern. Durch den Vertrag von [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] [[1525]] unter Erzbischof Kardinal [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und Herzog Ludwig X. sind die Rechte Bayerns über die Schwarzwälder im Saalchtal endgültig verbrieft. | + | Ende des 13. Jahrhunderts sind die Bayernherzöge, die Wittelsbacher, alleinige Besitzer der Sudrechte in Reichenhall. Siebzig Pfannen sind in etrieb und werden mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. [[1412]] beschwert sich Herzog Heinrich XVI. von Bayern beim Fürsterzbischof [[Eberhard III. von Neuhaus]], dass die Schwarzwälder im Pinzgau durch Einfänge und Schwendungen stark leiden und Herzog Albrecht V. klagt um 1560 wieder gegenüber Fürsterzbischof [[Johann Jakob Khuen von Belasi]] über das Brennen und Schwenden der Bauern. Durch den Vertrag von [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] [[1525]] unter Fürsterzbischof Kardinal [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und Herzog Ludwig X. sind die Rechte Bayerns über die Schwarzwälder im Saalchtal endgültig verbrieft. |
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| − | Im Waldbuch [[1529]] sind die bayrischen Schwarz- und Hochwälder im Unkental namentlich genannt. Es sind dies die Wälder Großweißbach, Vorder- und Hinterödenbach, Zwickl, Schwarzbergwald, Fußtal, Hochrudersbach, Brunnbach, Schliefbach, Scheibelberg, Martinsbüchl, Finstertbach und Thürnbacheck. | + | Im Waldbuch [[1529]] sind die bayrischen Schwarz- und Hochwälder im Unkental namentlich genannt. Es sind dies die Wälder Großweißbach, Vorder- und Hinterödenbach, Zwickl, Schwarzbergwald, Fußtal, Hochrudersbach, Brunnbach, Schliefbach, Scheibelberg, Martinsbüchl, Finstertbach und Thürnbacheck. |
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| | ==Neuzeit== | | ==Neuzeit== |
| | ===16. Jahrhundert=== | | ===16. Jahrhundert=== |
| − | Nach einer Abschrift der [[1522]] der Verkaufsurkunde ( Original aus Pergament und gesiegelt in Verlust geraten )) vom Reichenhaller Salzherrn Adlolf Schweinböck gelangen durch Verkauf drei Güter in Unken das Oberstallergut (Lutz), das Kalchofengut und das Kreppergut (Schmiedrupp) in das Eigentum der Kirche St. Jakob des Apostels Jakob in Unken. Die Kirche St. Jakob ist Besizer der drei Höfe, jedoch nicht deren Wiesen, Felder und Wälder. | + | Nach einer Abschrift der [[1522]] der Verkaufsurkunde (Original aus Pergament und gesiegelt in Verlust geraten) vom Reichenhaller Salzherrn Adlolf Schweinböck gelangen durch Verkauf drei Güter in Unken das Oberstallergut (Lutz), das Kalchofengut und das Kreppergut (Schmiedrupp) in das Eigentum der Kirche St. Jakob des Apostels Jakob in Unken. Die Kirche St. Jakob ist Besizer der drei Höfe, jedoch nicht deren Wiesen, Felder und Wälder. |
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| − | Im Vertrag von [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] vom Oktober [[1524]] zwischen dem [[Matthäus Lang|Kardinal Lang]] und dem Herzog von Bayern werden die verlackten Hoch- und Schwarzwälder im Unkental und in Wälder in Reith namentlich festgehalten. [[1812]], Salzburg ist ein Teil des bayerischen [[Salzachkreis]]es, sind diese Wälder erstmals in einer Karte des königlichen Landgerichts Lofer festgehalten. Die erste topographische Karte des Landes wird [[1805]] im [[Mappierzimmer|kurfürstlichen Mappierzimmer]] in der Residenzstadt Salzburg erstellt. | + | Im Vertrag von [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] vom Oktober [[1524]] zwischen dem [[Matthäus Lang|Kardinal Lang]] und dem Herzog von Bayern werden die verlackten Hoch- und Schwarzwälder im Unkental und in Wälder in Reith namentlich festgehalten. [[1812]], Salzburg ist ein Teil des bayerischen [[Salzachkreis]]es, sind diese Wälder erstmals in einer Karte des königlichen Landgerichts Lofer festgehalten. Die erste topographische Karte des Landes wird [[1805]] im [[Mappierzimmer|kurfürstlichen Mappierzimmer]] in der Residenzstadt Salzburg erstellt. |
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| | ====17. Jahrhundert==== | | ====17. Jahrhundert==== |
| − | Im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] sichert der Landesherr Erzbischof [[Paris Graf Lodron]] die Grenzen des Erzstifts auch in Unken. Er baut von [[1643]] bis [[1648]] beim Kniepass eine [[Festung Kniepass|Festungsanlage]] und Jahre zuvor ein Straßentor beim [[Steinpass]]. Die Schweden stoßen nicht über München nach Salzburg bzw. nach Unken vor. | + | Im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] sichert der Landesherr Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] die Grenzen des Erzstifts auch in Unken. Er baut von [[1643]] bis [[1648]] beim Kniepass eine [[Festung Kniepass|Festungsanlage]] und Jahre zuvor ein Straßentor beim [[Steinpass]]. Die Schweden stoßen nicht über München nach Salzburg bzw. nach Unken vor. |
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| | ===18. Jahrhundert=== | | ===18. Jahrhundert=== |
| − | In der ersten Hälfte des Jahrhunderts wird St. Jakob ein Vikariat des Stifts St. Zeno. Um [[1740]] erhält St. Jakob für die Geistlichen im Kirschgraben ein Priesterhaus und ein Kaplanstöckel (Unken 1, Grießer und Unken 2, Ortner). Ende der [[1750er]] Jahre brennt mit dem Seidlgut (Niederland 3, Kirchenwirt) die Kirche St. Jakob zu Gänze ab. In wenigen Jahren wird das neue Gotteshaus westlich dem erhalten gebliebenen Kirchenturm angefügt. Die Einweihung vollzieht im Jahr [[1760]] [[Fürsterzbischof]] [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]]. Mit der barocken Turmhaube, dem neuem Geläut mit den drei Altären und der im Rokokostil angefertigten Verzierungen des Deckengewölbes zählt noch heute dieser Sakralbau zu den schönsten im Land Salzburg. | + | In der ersten Hälfte des Jahrhunderts wird St. Jakob ein Vikariat des Stifts St. Zeno. Um [[1740]] erhält St. Jakob für die Geistlichen im Kirschgraben ein Priesterhaus und ein Kaplanstöckel (Unken 1, Grießer und Unken 2, Ortner). Ende der [[1750er]] Jahre brennt mit dem Seidlgut (Niederland 3, Kirchenwirt) die Kirche St. Jakob zu Gänze ab. In wenigen Jahren wird das neue Gotteshaus westlich dem erhalten gebliebenen Kirchenturm angefügt. Die Einweihung vollzieht im Jahr [[1760]] [[Fürsterzbischof]] [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]]. Mit der [[barock]]en Turmhaube, dem neuem Geläut mit den drei Altären und der im [[Rokoko]]stil angefertigten Verzierungen des Deckengewölbes zählt noch heute dieser Sakralbau zu den schönsten im Land Salzburg. |
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| | ===19. Jahrhundert=== | | ===19. Jahrhundert=== |
| | Zur Wende vom [[18. Jahrhundert|18.]] zum [[19. Jahrhundert]] wird die Schönheit der | | Zur Wende vom [[18. Jahrhundert|18.]] zum [[19. Jahrhundert]] wird die Schönheit der |
| − | Natur entdeckt. In Salzburg durchwandern und beschreiben Persönlichkeit wie [[Franz Michael Vierthaler|Dr. Franz Michael Vierthaler]], [[Friedrich Graf Spaur]], [[Salzburger Domkapitel]], [[Domherr]] zu Salzburg, das Land. Vierthaler schildert [[1816]] seinen Aufstieg auf das Sonntagshorn, die prachtvolle Aussicht von dort zum 'Bayerischen Meer'(Chiemsee). Er beschreibt das Almdorf Hochalm mit seinen dreißig Kasern, und nicht das erste Mal den [[Staubachfall]] im Heutal. Die Heilkraft des Wassers beim ''Schütterbad'' ist bekannt. Die [[Schwarzbergklamm]] ist seit [[1776]] (?) begehbar (siehe unten). | + | Natur entdeckt. In Salzburg durchwandern und beschreiben Persönlichkeit wie [[Franz Michael Vierthaler|Dr. Franz Michael Vierthaler]], [[Friedrich Graf Spaur]], [[Salzburger Domkapitel]], [[Domherr]] zu Salzburg, das Land. Vierthaler schildert [[1816]] seinen Aufstieg auf das [[Sonntagshorn]], die prachtvolle Aussicht von dort zum 'Bayerischen Meer'(Chiemsee). Er beschreibt das Almdorf Hochalm mit seinen dreißig Kasern, und nicht das erste Mal den [[Staubachfall]] im Heutal. Die Heilkraft des Wassers beim ''Schütterbad'' ist bekannt. Die [[Schwarzbergklamm]] ist seit [[1776]] (?) begehbar (siehe unten). |
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| − | Im zweiten, dritten und vierten Koalitionskrieg, in den [[Befreiungskriege (Überblick)|Befreiungskriege]], in den Franzosenkriegen [[1800]], [[1805]] und [[1809]] finden im Raum Unken schwere Kämpfe statt. Friedhof, [[Steinpass]], [[Melleck]] und Bodenberg sind die Orte, wo die Schützen von Unken, Lofer und [[Tirol]] gegen die angreifenden Franzosen bzw. Bayern heftigen Widerstand leisten. Trotz der für die heimischen Verteidiger erfolgreichen Kämpfer, müssen sie in all diesen Jahren die Waffen niederlegen, denn das österreichische Heer unterliegt an anderen Orten stets dem Heer Napoleons. | + | Im zweiten, dritten und vierten Koalitionskrieg, in den [[Befreiungskriege (Überblick)|Befreiungskriege]], in den Franzosenkriegen [[1800]], [[1805]] und [[1809]] finden im Raum Unken schwere Kämpfe statt. Friedhof, [[Steinpass]], [[Melleck]] und Bodenberg sind die Orte, wo die Schützen von Unken, Lofer und [[Tirol]] gegen die angreifenden Franzosen bzw. Bayern heftigen Widerstand leisten. Trotz der für die heimischen Verteidiger erfolgreichen Kämpfer, müssen sie in all diesen Jahren die Waffen niederlegen, denn das österreichische Heer unterliegt an anderen Orten stets dem Heer Napoleons. |
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| − | [[1803]] wird das Erzstift Salzburg das [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum Salzburg]], [[1806]] das [[Herzogtum Salzburg]] des jungen Kaisertums Österreich. [[1810]] ist Salzburg ein Teil des [[Salzachkreis]]es des Königreichs Bayern. Im [[Pflegegericht]] Lofer, nun königl. bayr. Landkreis Lofer, wird das Vikariat Unken [[1812]] ein eigene Pfarre. Für die Seelsorge sorgen weiter die Augustiner Chorherren, wenngleich das Stift St. Zeno seit 1803 aufgelöst ist. [[1816]] wird Salzburg als Salzburgkreis dem Erzherzogtum Ob der Enns angegliedert. An diese Jahre erinnert die Grabstätte des Freiherrn Skrbensky im Ortsfriedhof. | + | [[1803]] wird das Erzstift Salzburg das [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum Salzburg]], [[1806]] das [[Herzogtum Salzburg]] des jungen Kaisertums Österreich. [[1810]] ist Salzburg ein Teil des [[Salzachkreis]]es des Königreichs Bayern. Im [[Pflegegericht]] Lofer, nun königl. bayr. Landkreis Lofer, wird das Vikariat Unken [[1812]] ein eigene Pfarre. Für die Seelsorge sorgen weiter die Augustiner Chorherren, wenngleich das Stift St. Zeno seit 1803 aufgelöst ist. [[1816]] wird Salzburg als Salzburgkreis dem Erzherzogtum Ob der Enns angegliedert. An diese Jahre erinnert die Grabstätte des Freiherrn Skrbensky im Ortsfriedhof. |
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| − | Die Wälder im Unkental und Reith sind nicht mehr in bayerischem Besitz. Nahezu zwei Jahrzehnte wird kein Holz nach Reichenhall getriftet. Bayern will nachhaltig wieder in den Besitz der Wälder gelangen. [[1821]] wird der Tausch der Zechen Gföll, Unkenberg, Boden und Niederland gegen Gebiete westlich vom [[Untersberg]] angestrebt. Letztlich kommt es [[1829]] zum Abschluss der [[Salinenkonvention]]. 18 000 ha Wald im Saalachtal auf k.u.k. österreichischem Gebiet gelangen in das Eigentum des Königreichs Bayern. | + | Die Wälder im Unkental und Reith sind nicht mehr in bayerischem Besitz. Nahezu zwei Jahrzehnte wird kein Holz nach Reichenhall getriftet. Bayern will nachhaltig wieder in den Besitz der Wälder gelangen. [[1821]] wird der Tausch der Zechen Gföll, Unkenberg, Boden und Niederland gegen Gebiete westlich vom [[Untersberg]] angestrebt. Letztlich kommt es [[1829]] zum Abschluss der [[Salinenkonvention]]. 18 000 ha Wald im Saalachtal auf k.u.k. österreichischem Gebiet gelangen in das Eigentum des Königreichs Bayern. |
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| − | Im Revolutionsjahr [[1848]] wird Salzburg als Herzogtum ein eigenes [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|Kronland]]. Die Zechen Boden, Niederland, Unkenberg, Gföll und Reith werden zur Ortsgemeinde Unken zusammengefasst, die [[1861]] die Gemeindeautonomie erhält. Schon zuvor, [[1830]] bilden Zechen die Katastralgemeinden Unken, Gföll und Reith. Mit dem Staatsgrundgesetz [[1867]] findet die Verwaltungsreform ihren Abschluss. Verwaltungseinheiten sind: die Ortsteile (früher Zechen), die Katastralgemeinden, die Ortsgemeinde (zum Teil mit Autonomie), der Gerichtsbezirk ([[Saalfelden]]), der polit. Bezirk ([[Zell am See]]) und das Kronland Salzburg (mit z. T. eigener Gesetzgebung (heute [[Landtag]]) und eigener Verwaltung (heute [[Landesregierung]]). Das Pflegegericht (Lofer)und die Zechen (s. o.) waren Verwaltungseinheiten des Erzstifts Salzburg und kurzzeitig des Kronlandes Salzburg. | + | Im Revolutionsjahr [[1848]] wird Salzburg als Herzogtum ein eigenes [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|Kronland]]. Die Zechen Boden, Niederland, Unkenberg, Gföll und Reith werden zur Ortsgemeinde Unken zusammengefasst, die [[1861]] die Gemeindeautonomie erhält. Schon zuvor, [[1830]] bilden Zechen die Katastralgemeinden Unken, Gföll und Reith. Mit dem Staatsgrundgesetz [[1867]] findet die Verwaltungsreform ihren Abschluss. Verwaltungseinheiten sind: die Ortsteile (früher Zechen), die Katastralgemeinden, die Ortsgemeinde (zum Teil mit Autonomie), der Gerichtsbezirk ([[Saalfelden]]), der polit. Bezirk ([[Zell am See]]) und das Kronland Salzburg (mit z. T. eigener Gesetzgebung (heute [[Landtag]]) und eigener Verwaltung (heute [[Landesregierung]]). Das [[Pflegegericht]] (Lofer)und die Zechen (s. o.) waren Verwaltungseinheiten des Erzstifts Salzburg und kurzzeitig des Kronlandes Salzburg. |
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| | ===Der Regenschirm der Kaiserin=== | | ===Der Regenschirm der Kaiserin=== |
| − | Im März [[1848]] flieht ein Teil der kaiserlichen Familie zum Hof nach Innsbruck. Bei der frühen Rückfahrt im Mai d. J. beginnt es in Unken, nahe Salzburg, zu regnen. Maria Anna Caroline von Sardinien - Piemont, die Gemahlin Kaisers Ferdinand (Onkel [[Franz Joseph I.]]), erbittet sich beim Gasthof Post einen Regenschirm. Gleich nach ihrer Ankunft in Wien geht von dort eine Eilpost nach Unken. Ein rubinroter Glaspokal steht heute wohl verwahrt im Safe des Familien Erlebnis Hotel Post. | + | Im März [[1848]] flieht ein Teil der kaiserlichen Familie zum Hof nach Innsbruck. Bei der frühen Rückfahrt im Mai d. J. beginnt es in Unken, nahe Salzburg, zu regnen. Maria Anna Caroline von Sardinien - Piemont, die Gemahlin Kaisers Ferdinand (Onkel [[Franz Joseph I.]]), erbittet sich beim Gasthof Post einen Regenschirm. Gleich nach ihrer Ankunft in Wien geht von dort eine Eilpost nach Unken. Ein rubinroter Glaspokal steht heute wohl verwahrt im Safe des Familien Erlebnis Hotel Post. |
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| − | Die Erkundungen des Raum Unken zu Beginn des 19. Jahrhunderts machen Unken bekannt. Ansichten als Kupfer- und Steindrucke von der Schwarzbergklamm, von Melleck, vom der Post, vom Dorf zwei verschiedene, von Bad Oberrain und kleine Broschüren laden zur Erholung und zu Wanderungen in Unken ein. | + | Die Erkundungen des Raum Unken zu Beginn des 19. Jahrhunderts machen Unken bekannt. Ansichten als Kupfer- und Steindrucke von der [[Schwarzbergklamm]], von Melleck, vom der Post, vom Dorf zwei verschiedene, von Bad Oberrain und kleine Broschüren laden zur Erholung und zu Wanderungen in Unken ein. |
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| − | In den [[1870er]] Jahren wird von der Gemeinde ein eigenes Schulhaus mit vier Klassen auf dem Standort von heute gebaut. (Reichsvolksschulgesetz [[1869]]) | + | In den [[1870er]] Jahren wird von der Gemeinde ein eigenes Schulhaus mit vier Klassen auf dem Standort von heute gebaut. (Reichsvolksschulgesetz [[1869]]) |
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| | ===Bad Unken=== | | ===Bad Unken=== |
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| | Bäder werden verabreicht im ''Schütterbad (seit dem [[17. Jahrhundert]])'', auf Oberrain (seit dem [[18. Jahrhundert]]) und beim Gasthof Post (ab [[1870]]). Vier Gasthäuser, das Gast- und Badhaus Oberrain (siehe auch [[Schloss Oberrain]]), das Gasthaus "Zum weißen Samen" (Kramerwirt), der Gathof Post, und das Schütterbad bieten preiswerte Zimmer mit gesamt über 100 Fremdenbetten an. Nikolaus Rainer und die Familie Mayrgwendtner sind die "Investoren". Bei der ''Löwenquelle'' ladet seit [[1844]] ein „Pavillon“ zum Verweilen ein. Westlich von Oberrain bietet eine Kastanienpromenade<ref>noch heute sind Teile des Baumbestandes von damals erhalten, gleich wie Spazierwege</ref> Schatten, gleich wie ein Baumbestand im Gastgarten des Gasthofs Post. Ein Spazierweg an des Saalach, der Josephieweg mit Ruhenbänken ermöglicht unmittelbares Naturerlebnis. In der Fellner Au wird ein Law-Tennisplatz angelegt. Mit Fuhrwerken ist die Schwarzenbergklamm (seit 1836 ? begehbar) und mit Trägern zu günstigem Tarif sind die Hochalm und das Sonntagshorn erreichbar. | | Bäder werden verabreicht im ''Schütterbad (seit dem [[17. Jahrhundert]])'', auf Oberrain (seit dem [[18. Jahrhundert]]) und beim Gasthof Post (ab [[1870]]). Vier Gasthäuser, das Gast- und Badhaus Oberrain (siehe auch [[Schloss Oberrain]]), das Gasthaus "Zum weißen Samen" (Kramerwirt), der Gathof Post, und das Schütterbad bieten preiswerte Zimmer mit gesamt über 100 Fremdenbetten an. Nikolaus Rainer und die Familie Mayrgwendtner sind die "Investoren". Bei der ''Löwenquelle'' ladet seit [[1844]] ein „Pavillon“ zum Verweilen ein. Westlich von Oberrain bietet eine Kastanienpromenade<ref>noch heute sind Teile des Baumbestandes von damals erhalten, gleich wie Spazierwege</ref> Schatten, gleich wie ein Baumbestand im Gastgarten des Gasthofs Post. Ein Spazierweg an des Saalach, der Josephieweg mit Ruhenbänken ermöglicht unmittelbares Naturerlebnis. In der Fellner Au wird ein Law-Tennisplatz angelegt. Mit Fuhrwerken ist die Schwarzenbergklamm (seit 1836 ? begehbar) und mit Trägern zu günstigem Tarif sind die Hochalm und das Sonntagshorn erreichbar. |
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| | In den [[1880er]] oder den [[1890er]] Jahren strebt Oberrain die Nutzung der Sole der Maislquelle durch den Bau einer Soleleitung an. Das Vorhaben kommt über die Erstellung eines Projektplans nicht hinaus. | | In den [[1880er]] oder den [[1890er]] Jahren strebt Oberrain die Nutzung der Sole der Maislquelle durch den Bau einer Soleleitung an. Das Vorhaben kommt über die Erstellung eines Projektplans nicht hinaus. |
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| | Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] kämpfen nahezu vierhundert Männer aus Unken in den Ländern vom Nordkap bis zur Mittelmeerküste Afrikas, von Brest in der Bretagne bis Stalingrad an der Wolga. Nahe Hundert kehren von dort nicht mehr heim. Ein Heldenhain, schon [[1943]] im Dorf angelegt, erinnert an die Gefallenen. In der Friedhofskapelle sind auf fünf [[Marmor]]tafeln alle Namen bzw. die Länder der gefallenen Helden beider Weltkriege festgehalten. | | Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] kämpfen nahezu vierhundert Männer aus Unken in den Ländern vom Nordkap bis zur Mittelmeerküste Afrikas, von Brest in der Bretagne bis Stalingrad an der Wolga. Nahe Hundert kehren von dort nicht mehr heim. Ein Heldenhain, schon [[1943]] im Dorf angelegt, erinnert an die Gefallenen. In der Friedhofskapelle sind auf fünf [[Marmor]]tafeln alle Namen bzw. die Länder der gefallenen Helden beider Weltkriege festgehalten. |
| | [[Datei:Rainbow Division.jpg|thumb|Symbol der Rainbow Division am Rossbühel nahe der [[Lamprechtshöhle]]]] | | [[Datei:Rainbow Division.jpg|thumb|Symbol der Rainbow Division am Rossbühel nahe der [[Lamprechtshöhle]]]] |
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| | In der ersten Maiwoche [[1945]] endet in Unken der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]]. Am [[4. Mai]] kapituliert die Heeresgruppe Süd, unter Feldmarschall A. Kesselring im Saalachtal. Noch schießt die SS von Unken, vom Lukaswirt, mehr als zehn Granaten Richtung Bad Reichenhall, davon schlägt eine in der Küche vom Schneizlreutherwirt ein. In einem Schrank können noch heute Spuren gesehen werden. In Baumgarten, westlich von Bad Reichenhall, stellen die Amerikaner Geschütze auf und schießen gegen Fronau, Jettenberg und [[Schneizlreuth]]. Am [[5. Mai]] kommt es dort zu Gefechten zwischen der Wehrmacht bzw. der SS und Franzosen (!) bzw. Amerikanern. Drei deutsche Soldaten finden im Schneizlreuther Friedhof ihre letzte Ruhe. Die gefallenen Franzosen werden später exhumiert und in ihrer Heimat bestattet. Am 5. Mai verliert auch der Bürgermeister von Schneizlreuth sein Leben. Ein Sprengtrichter am Bodenbichl behindert das Vordringen der 101. Fallschirmdivision von [[Inzell]] kommend, in das Saalachtal. Am [[6. Mai|6.]] (oder 7.) Mai fahren hunderte US-Trucks Richtung Unken. Achtzig oder mehr parken im mit Getreide bestelltem Eggerfeld in Nachbarschaft zum Friedhof. Im Juni wird die 101. Fallschirmdivision von der ''Regenbogendivision'' ([[Rainbow Division]]) abgelöst. Ihr beim Rossbühl auf Fels gemalte Divisionszeichen, der rot - gelb – blaue Regenbogen, wird vom [[Museumsverein Festung Kniepass - Unken]] als geschichtliches Mal betreut. | | In der ersten Maiwoche [[1945]] endet in Unken der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]]. Am [[4. Mai]] kapituliert die Heeresgruppe Süd, unter Feldmarschall A. Kesselring im Saalachtal. Noch schießt die SS von Unken, vom Lukaswirt, mehr als zehn Granaten Richtung Bad Reichenhall, davon schlägt eine in der Küche vom Schneizlreutherwirt ein. In einem Schrank können noch heute Spuren gesehen werden. In Baumgarten, westlich von Bad Reichenhall, stellen die Amerikaner Geschütze auf und schießen gegen Fronau, Jettenberg und [[Schneizlreuth]]. Am [[5. Mai]] kommt es dort zu Gefechten zwischen der Wehrmacht bzw. der SS und Franzosen (!) bzw. Amerikanern. Drei deutsche Soldaten finden im Schneizlreuther Friedhof ihre letzte Ruhe. Die gefallenen Franzosen werden später exhumiert und in ihrer Heimat bestattet. Am 5. Mai verliert auch der Bürgermeister von Schneizlreuth sein Leben. Ein Sprengtrichter am Bodenbichl behindert das Vordringen der 101. Fallschirmdivision von [[Inzell]] kommend, in das Saalachtal. Am [[6. Mai|6.]] (oder 7.) Mai fahren hunderte US-Trucks Richtung Unken. Achtzig oder mehr parken im mit Getreide bestelltem Eggerfeld in Nachbarschaft zum Friedhof. Im Juni wird die 101. Fallschirmdivision von der ''Regenbogendivision'' ([[Rainbow Division]]) abgelöst. Ihr beim Rossbühl auf Fels gemalte Divisionszeichen, der rot - gelb – blaue Regenbogen, wird vom [[Museumsverein Festung Kniepass - Unken]] als geschichtliches Mal betreut. |
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