Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
177 Bytes hinzugefügt ,  10:11, 10. Jan. 2017
K
Linkfix
Zeile 2: Zeile 2:     
==Leben==
 
==Leben==
Reisenbichler begann in Wien nach der Schulausbildung mit dem Musikstudium und sattelte bald auf das Kunststudium, Malerei und Grafik um. Nach vielen Studienreisen nach [[Island]], [[Schweden]], der [[Schweiz]], [[Italien]] und [[Deutschland]] wurde Karl Reisenbichler um [[1939]] Sachbearbeiter für bildende Kunst im Gaukulturamt (für den damaligen [[Reichsgau Salzburg]], später oberster Kunstfunktionär des Reichsgaus. In [[Salzburg]] wohnte der Künstler in der [[Vierthalerstraße]] Nr. 4. Nach [[Zweiter Weltkrieg|Kriegsende]] zog sich der politisch gebrochene Künstler verarmt nach Großgmain zurück.     
+
Reisenbichler begann in Wien nach der Schulausbildung mit dem Musikstudium und sattelte bald auf das Kunststudium, Malerei und Grafik um. Nach vielen Studienreisen nach [[Island]], [[Schweden]], der [[Schweiz]], [[Italien]] und [[Deutschland]] wurde Karl Reisenbichler um [[1939]] Sachbearbeiter für bildende Kunst im Gaukulturamt (für den damaligen [[Reichsgau Salzburg]], später oberster Kunstfunktionär des Reichsgaus. In [[Salzburg]] wohnte der Künstler in der [[Vierthalerstraße]] Nr. 4. Nach [[Zweiter Weltkrieg|Kriegsende]] zog sich der politisch gebrochene Künstler verarmt nach [[Großgmain]] zurück.     
   −
Sein letzter künstlerischer Auftrag war [[1954]] ein Sgraffito an der Außenseite der Volksschule in Großgmain, mit der Darstellung des "Bauernkalenders". Diese Aufgabe konnte der schwerkranke Maler nur durch äußerste Anstrengung erfüllen. Das Weitergeben von kulturellen Werten blieb bis zuletzt sein Anliegen. Er verstarb völlig verarmt am 21. Dezember 1962 im [[Landeskrankenhaus Salzburg]].
+
Sein letzter künstlerischer Auftrag war [[1954]] ein Sgraffito an der Außenseite der [[Volksschule Großgmain]], mit der Darstellung des "Bauernkalenders". Diese Aufgabe konnte der schwerkranke Maler nur durch äußerste Anstrengung erfüllen. Das Weitergeben von kulturellen Werten blieb bis zuletzt sein Anliegen. Er verstarb völlig verarmt am 21. Dezember 1962 im [[Landeskrankenhaus Salzburg]].
+
 
In Salzburg-[[Aigen]] erinnert die [[Karl-Reisenbichler-Straße]] an den Künstler der [[Zwischenkriegszeit]], in Großgmain ist seine Grabstätte.
+
Er liegt am [[Friedhof Großgmain|Friedhof]] von Großgmain begraben.
 +
 
 +
== Ehrung ==
 +
In Salzburg-[[Aigen]] erinnert die [[Karl-Reisenbichler-Straße]] an den Künstler der [[Zwischenkriegszeit]].
    
==Werke==
 
==Werke==
 
[[Datei:Rainer-Regiments-Museum 07.jpg|thumb|[[Rainer-Regiments-Museum]] im [[Hoher Stock|Hohen Stock]] auf der [[Festung Hohensalzburg]]; Bild von Karl Reisenbichler, [[1918]]]]
 
[[Datei:Rainer-Regiments-Museum 07.jpg|thumb|[[Rainer-Regiments-Museum]] im [[Hoher Stock|Hohen Stock]] auf der [[Festung Hohensalzburg]]; Bild von Karl Reisenbichler, [[1918]]]]
 
===Bürgerstuben, Bürgerhäuser, Bürgerstolz===  
 
===Bürgerstuben, Bürgerhäuser, Bürgerstolz===  
In der Bürgerstube des Salzburger [[Sternbräu]]s spiegelt sich die Geschichte der Bürgerkultur dieser Stadt. Wer den großangelegten Bilderzyklus des Malers Karl Reisenbichler um [[1924]] betrachtet, kann die Geschichte des [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistums Salzburg]] wie in einem aufgeschlagenen Bilderbuch ablesen. In der wirtschaftlich sehr schlechten Zwischenkriegszeit erhielt der Maler Karl Reisenbichler um 1924 den Auftrag, "einen wandbedeckenden Ölbilderzyklus" für den neugebauten "Bürgersaal" im [[Sternbräu]] zu gestalten. "Für Kost und Quartier" schuf er "Acht Historienbilder über die [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Bauernaufstände]], die [[Salzburger Dult]], den Zug der Kaufleute über den [[Radstädter Tauern]], und die Verbrennung einer Hexe auf dem [[Kapuzinerberg]]".     
+
In der Bürgerstube des Salzburger [[Sternbräu]]s spiegelt sich die Geschichte der Bürgerkultur dieser Stadt. Wer den großangelegten Bilderzyklus des Malers Karl Reisenbichler um [[1924]] betrachtet, kann die Geschichte des [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistums Salzburg]] wie in einem aufgeschlagenen Bilderbuch ablesen. In der wirtschaftlich sehr schlechten Zwischenkriegszeit erhielt der Maler Karl Reisenbichler um 1924 den Auftrag, "''einen wandbedeckenden Ölbilderzyklus''" für den neugebauten "Bürgersaal" im [[Sternbräu]] zu gestalten. "''Für Kost und Quartier''" schuf er "''acht Historienbilder über die [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Bauernaufstände]], die [[Salzburger Dult]], den Zug der Kaufleute über den [[Radstädter Tauern]], und die Verbrennung einer Hexe auf dem [[Kapuzinerberg]]''".     
   −
Großes Staunen erwecken heute noch die Belagerung der [[Festung Hohensalzburg|Festung]] durch die aufständischen Bauern um [[1525]] mit dem Freiherrn [[Georg von Frundsberg]] um [[1526]], wie auch die Darstellung der alten Salzburger Dult am Platzl vor dem [[Salzburger Dom]]. Frauen, Mütter und Kinder beeinflussen auf ihre Weise die großzügige Szenerie inmitten der Hast des Alltages in der nahen [[Getreidegasse]]. Einige markante [[Erzbischof|Erzbischöfe]], "[[Leonhard von Keutschach]] mit dem Rübenwappen 1495 - 1519", die "Flucht des [[Wolf Dietrich von Raitenau]] 1587 – 1612", und das stirnseitige Gemälde mit der Verbrennung einer [[Hexenprozess|Hexe]] auf dem Scheiterhaufen am [[Kapuzinerberg]] ergänzen die am Originalplatz erhaltene Sammlung.       
+
Großes Staunen erwecken heute noch seine Bilder von der Belagerung der [[Festung Hohensalzburg|Festung]] durch die aufständischen Bauern um [[1525]] mit dem Freiherrn [[Georg von Frundsberg]] um [[1526]], wie auch die Darstellung der alten [[Salzburger Dult]] am [[Platzl]] und vor dem [[Salzburger Dom]]. Frauen, Mütter und Kinder beeinflussen auf ihre Weise die großzügige Szenerie inmitten der Hast des Alltages in der nahen [[Getreidegasse]]. Einige markante [[Erzbischöfe]], "''[[Leonhard von Keutschach]] mit dem Rübenwappen 1495 - 1519''", die "''Flucht des [[Wolf Dietrich von Raitenau]] 1587 – 1612''", und das stirnseitige Gemälde mit der Verbrennung einer [[Hexenprozess|Hexe]] auf dem Scheiterhaufen am Kapuzinerberg ergänzen die am Originalplatz erhaltene Sammlung.       
   −
Bräustuben, Bürgerstuben in altehrwürdigen Gasthöfen mit Dienern, Knechten sowie Umspannmöglichkeiten für Pferd und Wagen waren einst die Zufluchtsstätten der Reisenden, in denen die kulinarischen Genüsse nie zu kurz kamen. Das Sternbräu mit seiner jahrhundertealten Braugeschichtstradition, das vermutlich schon im [[13. Jahrhundert]] in der "Trabgasse" an dieser Stelle bestand, ist auch heute noch eine Art Schlupfwinkel, eine Oase für Einheimische und Gäste aus aller Welt geblieben.       
+
Bräustuben, Bürgerstuben in altehrwürdigen Gasthöfen mit Dienern, Knechten sowie Umspannmöglichkeiten für Pferd und Wagen waren einst die Raststätten der Reisenden, in denen die kulinarischen Genüsse nie zu kurz kamen. Das Sternbräu mit seiner jahrhundertealten Braugeschichtstradition, das vermutlich schon im [[13. Jahrhundert]] in der "''Trabgasse''" (Getreidegasse) an dieser Stelle bestand, ist auch heute noch eine Art Schlupfwinkel, eine Oase für Einheimische und Gäste aus aller Welt geblieben.       
   −
Die [[1926]] für den "Platzlkeller" entstandenen Salzburger Wandbilder Reisenbichlers befinden sich nun zusammengeschnitten in den Stuben des Sternbräus, Eingang [[Griesgasse]]. Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] war Reisenbichler als Kriegsfreiwilliger in [[Russland]], ab [[1916]] Kriegsmaler beim [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59]]. Einige Kriegs- und Todesallegoriebilder, über die Verwüstungen des Krieges, das Elend der Krüppel und die Präsenz des Todes, die ihn in den Bann schlugen, befinden sich im [[Rainer-Regiments-Museum]] auf der [[Festung Hohensalzburg]].     
+
Die [[1926]] für den [[Platzlkeller]]  entstandenen Salzburger Wandbilder Reisenbichlers befinden sich nun zusammengeschnitten in den Stuben des Sternbräus, Eingang [[Griesgasse]]. Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] war Reisenbichler als Kriegsfreiwilliger in [[Russland]], ab [[1916]] Kriegsmaler beim [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59]]. Einige Kriegs- und Todesallegoriebilder, über die Verwüstungen des Krieges, das Elend der Krüppel und die Präsenz des Todes, die ihn in den Bann schlugen, befinden sich im [[Rainer-Regiments-Museum]] auf der Festung Hohensalzburg.     
    
===Notgeldentwürfe===  
 
===Notgeldentwürfe===  
Nach den schwierigen Nachkriegsjahren, durch die Einbrüche für das Kunstinteresse, denen bittere Not, Elend und Arbeitslosigkeit vorausgingen, hielt sich der Maler mit Entwürfen für Künstlerpostkarten, Exlibris, Radierungen, und später Tusch-Zeichnungen der "Salzburger Mappen" über Wasser. Eine gute Einnahmequelle für Reisenbichler waren die Entwürfe für das [[Notgeld]] Die Marktgemeinde [[St. Wolfgang]] leistete sich diesen Künstler der "Neukunstgruppe" und des "[[Wassermann]]" für die Raritäten der Österreichischen Währungsgeschichte um [[1920]], die kurz nach der Auflage ein begehrtes Sammelobjekt waren: 10, 20, 50 Heller, Vorder- und Rückseite nach Original-Radierungen des Malers Karl Reisenbichler, aus dem [[Anton Faistauer|Faistauerkreis]], hergestellt im [[Salzburger Verlagshaus Kiesel|Druckhaus Kiesel Salzburg]] am [[15. August]] [[1920]]. Weder vor noch nach der Notgeldperiode hat es bildlich so schöne Geldscheine gegeben wie gerade zu dieser Zeit. Durch seine Geburt am [[Attersee]] fühlte sich Karl Reisenbichler dem [[Salzkammergut]] in einer besonderen Weise verbunden. Seine Heimatkunst, Darstellungen der bäuerlichen Bevölkerung, Landschaftsmalerei, der Tracht und volkskundlichen Themen blieb er durch kräftige Farbgebung ein Leben lang treu.
+
Nach den schwierigen (Erster Weltkrieg) Nachkriegsjahren, durch die Einbrüche für das Kunstinteresse, denen bittere Not, Elend und Arbeitslosigkeit vorausgingen, hielt sich der Maler mit Entwürfen für Künstlerpostkarten, Exlibris, Radierungen, und später Tusch-Zeichnungen der "[[Salzburger Mappen]]" über Wasser. Eine gute Einnahmequelle für Reisenbichler waren die Entwürfe für das [[Notgeld]]. Die Marktgemeinde [[St. Wolfgang]] leistete sich diesen Künstler der "Neukunstgruppe" und des "[[Wassermann]]" für die Raritäten der Österreichischen Währungsgeschichte um [[1920]], die kurz nach der Auflage ein begehrtes Sammelobjekt waren: 10, 20, 50 Heller, Vorder- und Rückseite nach Original-Radierungen des Malers Karl Reisenbichler, aus dem [[Anton Faistauer|Faistauerkreis]], hergestellt im [[Salzburger Verlagshaus Kiesel|Druckhaus Kiesel Salzburg]] am [[15. August]] [[1920]]. Weder vor noch nach der Notgeldperiode hat es bildlich so schöne Geldscheine gegeben wie gerade zu dieser Zeit. Durch seine Geburt am [[Attersee]] fühlte sich Karl Reisenbichler dem [[Salzkammergut]] in einer besonderen Weise verbunden. Seine Heimatkunst, Darstellungen der bäuerlichen Bevölkerung, Landschaftsmalerei, der Tracht und volkskundlichen Themen blieb er durch kräftige Farbgebung ein Leben lang treu.
    
===Sgraffito-Technik − Neue Sachlichkeit===  
 
===Sgraffito-Technik − Neue Sachlichkeit===  
Zeile 31: Zeile 34:  
====Kaffeehaus Lohr====  
 
====Kaffeehaus Lohr====  
 
[[Datei:Reisenbichler-Sgraffito, Auszug.jpg|thumb|„Gar mancher glaubt, was er gewonnen,<br/>Das sei von ewigem Bestand.“]]
 
[[Datei:Reisenbichler-Sgraffito, Auszug.jpg|thumb|„Gar mancher glaubt, was er gewonnen,<br/>Das sei von ewigem Bestand.“]]
Im Oktober desselben Jahres wurde Reisenbichler vom Besitzer des [[Café Lohr]] - Ecke [[Linzer Gasse]] / [[Dreifaltigkeitsgasse]], an der Stelle der alten [[Andräkirche]] - beauftragt, eine dem Stadtbild angepasste Fassade zu entwerfen. Heute befindet sich das ca 150 cm hohe, an die zwölf Meter lange, mit sechs Spielkartenbildern ausgeführte Zwölffarben-Sgraffito an der Außenfassade des [[Linzer_Gasse_1_%28Denkstein-Haus%29|Schuhhauses Denkstein]]. Diese für diese Zeit neue Technik der Tiefenwirkung und der feinen Musterung durch zwölf übereinander gelegten Farbschichten wäre bei der üblichen Kratztechnik nie möglich gewesen. Die einzelnen Spielkarten sind im Obergeschoss des Denksteingebäudes zu sehen, die Fensterreihe lässt dem Spruchband genügend Platz.     
+
Im Oktober desselben Jahres wurde Reisenbichler vom Besitzer des [[Café Lohr]] - Ecke [[Linzer Gasse]] - [[Dreifaltigkeitsgasse]], an der Stelle der alten [[Andräkirche]] - beauftragt, eine dem Stadtbild angepasste Fassade zu entwerfen. Heute befindet sich das ca 150 cm hohe, an die zwölf Meter lange, mit sechs Spielkartenbildern ausgeführte Zwölffarben-Sgraffito an der Außenfassade des [[Linzer Gasse 1 (Denkstein-Haus)|Schuhhauses Denkstein]]. Diese für diese Zeit neue Technik der Tiefenwirkung und der feinen Musterung durch zwölf übereinander gelegten Farbschichten wäre bei der üblichen Kratztechnik nie möglich gewesen. Die einzelnen Spielkarten sind im Obergeschoss des Denksteingebäudes zu sehen, die Fensterreihe lässt dem Spruchband genügend Platz.     
    
Wieder liegt dieser Idee ein selbstverfasstes Gedicht des Künstlers über die Sinnhaftigkeit des Kartenspieles zugrunde:
 
Wieder liegt dieser Idee ein selbstverfasstes Gedicht des Künstlers über die Sinnhaftigkeit des Kartenspieles zugrunde:
Inschriften Dreifaltigkeitsgasse 2:
+
 
 +
Inschrift Dreifaltigkeitsgasse 2:
 
#Das Leben gleicht dem Kartenspiele, bewegt und unberechenbar. Pik-Dame
 
#Das Leben gleicht dem Kartenspiele, bewegt und unberechenbar. Pik-Dame
 
#Geleitet uns des Schicksals Wille, durchs Leben oft ganz wunderbar. ( Treff VII )
 
#Geleitet uns des Schicksals Wille, durchs Leben oft ganz wunderbar. ( Treff VII )
Zeile 41: Zeile 45:  
#Der eine spielt sein Spiel verwegen, der andere spielt es mit Bedacht. Pik-Reiter
 
#Der eine spielt sein Spiel verwegen, der andere spielt es mit Bedacht. Pik-Reiter
 
#Dem Einen eilt das Glück entgegen, den Anderen stürzt es über Nacht. Herz-As
 
#Dem Einen eilt das Glück entgegen, den Anderen stürzt es über Nacht. Herz-As
#Der Eine kann die Zeit erwarten und spielt im letzten Augenblick. ( Herz Dam und Herz- Bub zugeordnet)
+
#Der Eine kann die Zeit erwarten und spielt im letzten Augenblick. (Herz Dame und Herz-Bub zugeordnet)
    
Inschrift Linzer Gasse:
 
Inschrift Linzer Gasse:
Zeile 65: Zeile 69:  
Mit sehr großem Aufwand, Können und Genauigkeit wurde [[1933]] <br/> der naturgetreuen Darstellung des [[Salzburger Verlagshaus Kiesel|Verlagshauses Kiesel]], <br/>welches die einzelnen Berufsabläufe schildert, gelebt. Des Verlagsleiters [[Hans Glaser]], porträthafter Darstellungen der Chefredakteure, des Wegs des Satzes und des Druckes wird in besonderer Weise gedacht. Beim Umbau zum Magistratsgebäude wurde das Neo-Sgraffito in fünf Platten zerlegt abgetragen. Im Neubau der [[Höhere Technische Bundeslehranstalt Salzburg|HTL]] in der [[Itzlinger Hauptstraße]] ist es gelagert.     
 
Mit sehr großem Aufwand, Können und Genauigkeit wurde [[1933]] <br/> der naturgetreuen Darstellung des [[Salzburger Verlagshaus Kiesel|Verlagshauses Kiesel]], <br/>welches die einzelnen Berufsabläufe schildert, gelebt. Des Verlagsleiters [[Hans Glaser]], porträthafter Darstellungen der Chefredakteure, des Wegs des Satzes und des Druckes wird in besonderer Weise gedacht. Beim Umbau zum Magistratsgebäude wurde das Neo-Sgraffito in fünf Platten zerlegt abgetragen. Im Neubau der [[Höhere Technische Bundeslehranstalt Salzburg|HTL]] in der [[Itzlinger Hauptstraße]] ist es gelagert.     
   −
Im [[Salzburg Museum]] liegen seit [[1939]] zwei große Sgraffito-Entwürfe in Rotbraun, Grau und Weiß, für die Offiziersbauten in der [[Reichenhaller Straße]] 17-19, signiert mit "K. Reisenbichler", auf. Als Spruchband: "Was durch die Reichenhallerstraße kommt und geht." Ausgeführt wurde nur das Neosgraffito auf dem Hause Reichenhallerstraße 19, signiert "K. Reisenbichler, [[Leonhard Stemeseder|L. Stemeseder]] 1940". Das großzügig ausgeführte Sgraffito ist eine Fundgrube heimatlichen Brauchtums. Bäuerinnen in Salzburger [[Dirndl]]tracht mit dem großen schwarzseidenen Kopftuch, Marktfieranten, Handwerker und Fuhrleute bringen volle Wagenladungen Lebensmittel zur Stadt. Kraut, "Milchpitschen" auf zweirädrigen Handkarren, Leiterwagerl von großen Bernhardinern gezogen, Schweinehirten, Kühe und Pferde ziehen hier durch die Reichenhaller Straße Richtung Stadt.
+
Im [[Salzburg Museum]] liegen seit [[1939]] zwei große Sgraffito-Entwürfe in Rotbraun, Grau und Weiß, für die Offiziersbauten in der [[Reichenhaller Straße]] 17 - 19, signiert mit "''K. Reisenbichler''", auf. Als Spruchband: "''Was durch die Reichenhallerstraße kommt und geht.''" Ausgeführt wurde nur das Neosgraffito auf dem Hause Reichenhallerstraße 19, signiert "''K. Reisenbichler, [[Leonhard Stemeseder|L. Stemeseder]] 1940''". Das großzügig ausgeführte Sgraffito ist eine Fundgrube heimatlichen Brauchtums. Bäuerinnen in Salzburger [[Dirndl]]tracht mit dem großen schwarzseidenen Kopftuch, Marktfieranten, Handwerker und Fuhrleute bringen volle Wagenladungen Lebensmittel zur Stadt. Kraut, "Milchpitschen" auf zweirädrigen Handkarren, Leiterwagerl von großen Bernhardinern gezogen, Schweinehirten, Kühe und Pferde ziehen hier durch die Reichenhaller Straße Richtung Stadt.
   −
Viele Sgraffiti, Fresken, Malereien, Radierungen, Tuschzeichnungen, Grafiken und Studien zu [[Hugo von Hofmannsthal]]s [[Jedermann]] auf dem [[Domplatz]] haben sich im Land Salzburg, Wien, [[Mitterberghütten]], Innsbruck, [[Bischofshofen]], [[Mondsee]] bis in das Ruhrgebiet erhalten. Zahlreiche Auszeichnungen wie auch Publikumsproteste waren damit verbunden.
+
Viele Sgraffiti, Fresken, Malereien, Radierungen, Tuschzeichnungen, Grafiken und Studien zu [[Hugo von Hofmannsthal]]s [[Jedermann]] auf dem [[Domplatz]] haben sich im Land Salzburg, Wien, [[Mitterberghütten]], Innsbruck, [[Bischofshofen]], [[Mondsee (Ort)|Mondsee]] bis in das Ruhrgebiet erhalten. Zahlreiche Auszeichnungen wie auch Publikumsproteste waren damit verbunden.
    
== Wandmalereien aus den 1930er Jahren ==
 
== Wandmalereien aus den 1930er Jahren ==
Zeile 77: Zeile 81:  
{{Quelle Kulturlexikon}}
 
{{Quelle Kulturlexikon}}
 
* [[Christian Haller|Haller, Christian]]: ''Das Neosgraffito Karl Reisenbichler unter dem Aspekt seiner Erd- und Volksverbundenheit'', Dissertation 1991.
 
* [[Christian Haller|Haller, Christian]]: ''Das Neosgraffito Karl Reisenbichler unter dem Aspekt seiner Erd- und Volksverbundenheit'', Dissertation 1991.
* [[Rudolph Klehr|Klehr, Rudolph]]: ''Die Linzergasse''     
+
* [[Rudolph Klehr|Klehr, Rudolph]]: ''[[Die Linzer Gasse]]''     
* Rudolph Klehr: ''Die Getreidegasse''
+
* Rudolph Klehr: ''[[Die Getreidegasse (Buch 2)|Die Getreidegasse]]''
* [[Franz Fuhrmann|HR. Prof. Dr. Fuhrmann]]: ''Die Faistauerfresken''
+
* [[Franz Fuhrmann|Fuhrmann, Franz]]: ''Die Faistauerfresken''
 
* Kunsthandlung Matern hat den ganzen Nachlaß Reisenbichlers aufgekauft.     
 
* Kunsthandlung Matern hat den ganzen Nachlaß Reisenbichlers aufgekauft.     
* [[Christa Svoboda|Svoboda, Christa]], ''Der Salzburger Kunstverein 1844–1922'' (phil. Diss. Salzburg 1977), S.&nbsp;11, 124.
+
* [[Christa Svoboda|Svoboda, Christa]], ''Der Salzburger Kunstverein 1844 – 1922'' (phil. Diss. Salzburg 1977), S.&nbsp;11, 124.
 
* [[Friedrich Barth|Barth, Friedrich]], ''St Wolfgang im Salzkammergut. Ein Heimatbuch.'' Selbstverlag der Marktgemeinde St. Wolfgang, 1975.
 
* [[Friedrich Barth|Barth, Friedrich]], ''St Wolfgang im Salzkammergut. Ein Heimatbuch.'' Selbstverlag der Marktgemeinde St. Wolfgang, 1975.
 
* Merkle, Lexikon
 
* Merkle, Lexikon
 
* Lebenswerke [[Leonhard Stemeseder]] 1911 – 1998
 
* Lebenswerke [[Leonhard Stemeseder]] 1911 – 1998
* Mappe mit 10 Bleistiftzeichnungen in der Hauptbibliothek der Universität Salzburg
+
* Mappe mit zehn Bleistiftzeichnungen in der Hauptbibliothek der Universität Salzburg
 
* Notgeldscheine für St. Wolfgang und Mondsee
 
* Notgeldscheine für St. Wolfgang und Mondsee
* Die Österreichische Malerei der Zwischenkriegszeit OE. NB
+
* ''Die Österreichische Malerei der Zwischenkriegszeit'' OE. NB
 
* [[Christian M. Fuchs|Fuchs, Christian M.]]: ''Das Mozart Wörterbuch: Von Amadé bis Zungenspiel''
 
* [[Christian M. Fuchs|Fuchs, Christian M.]]: ''Das Mozart Wörterbuch: Von Amadé bis Zungenspiel''
   Zeile 96: Zeile 100:  
== Fußnoten ==
 
== Fußnoten ==
 
<references/>
 
<references/>
       

Navigationsmenü