| | Das Schloss, die Nebengebäude und der Garten haben ihre ursprüngliche Form im Wesentlichen bewahrt. Um die Gesamtkonzeption zu erfassen, ist es notwendig, sich dem Schloss von vorne zu nähern. Von der Stadt Salzburg durch die Hellbrunner Allee kommend zweigt man unerwartet nach rechts auf die Zufahrt ein, die geradeaus zum Schloss führt - beidseits begleitet von Mauern, die in niedrige Gebäude übergehen und sich zuletzt zu einen Ehrenhof öffnen - bis vor die breite Front des Schlosses. | | Das Schloss, die Nebengebäude und der Garten haben ihre ursprüngliche Form im Wesentlichen bewahrt. Um die Gesamtkonzeption zu erfassen, ist es notwendig, sich dem Schloss von vorne zu nähern. Von der Stadt Salzburg durch die Hellbrunner Allee kommend zweigt man unerwartet nach rechts auf die Zufahrt ein, die geradeaus zum Schloss führt - beidseits begleitet von Mauern, die in niedrige Gebäude übergehen und sich zuletzt zu einen Ehrenhof öffnen - bis vor die breite Front des Schlosses. |
| − | Dort blickt der Besucher auf das wuchtige Schlossgebäude, das nach Palladio klassisch symmetrisch aufgebaut ist und aus zwei Geschossen mit je zwölf Fenstern besteht. Die Frontseite hat eine Breite von 38 Meter. Ein Treppenaufgang mit Säulen-Ballustrade führt zum Mittelportal hinauf, das halb aus der Erde ragende Kellergeschoss größtenteils kaschierend. Die Fassade ist klassisch gegliedert mit Gesimsen und Lisenen, die Fenster des fürstlichen Wohntraktes mit Spitzgiebeln verziert. Darüber ein Zeltdach mit einer großen Gaupe und Rundgiebel. Das Ensemble ist frühes Barock, im architektonischen Ausdruck auf klare Formen konzentriert und die Schmuckelemente zurückhaltend eingesetzt. Das mächtige Gebäude beeindruckt durch seine Dimensionen, die Grundfläche von 700 Quadratmetern jedoch nicht erkennbar. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass die Gartenseite noch größer sein muss, den links und rechts zu sehen, etwas zurückversetzt, aber hervortretend, stehen zwei turmartige Erker mit Zeltdächern. Auf der Gartenseite angelangt, hinter dem Sternweiher oder Brunnen Altemps stehend, blicken wir nun auf dasselbe Schloss in gleichartig kolossaler Gliederung, jedoch mit einer Front von 55 Metern, daraus hervortretend, ein hoch aufragender Mittelrisalit mit einem Prunkportal, das Gebäude etwa zurückgesetzt, flankiert von zwei eckigen Türmen. | + | Dort blickt der Besucher auf das wuchtige Schlossgebäude, das nach Palladio klassisch symmetrisch aufgebaut ist und aus zwei Geschossen mit je zwölf Fenstern besteht. Die Frontseite hat eine Breite von 38 Meter. Ein Treppenaufgang mit Säulen-Ballustrade führt zum Mittelportal hinauf, das halb aus der Erde ragende Kellergeschoss größtenteils kaschierend. Die Fassade ist klassisch gegliedert mit Gesimsen und Lisenen, die Fenster des fürstlichen Wohntraktes mit Spitzgiebeln verziert. Darüber ein Zeltdach mit einer großen Gaupe und Rundgiebel. Das Ensemble ist frühes Barock, im architektonischen Ausdruck auf klare Formen konzentriert und die Schmuckelemente zurückhaltend eingesetzt. Das Schlossgebäude beeindruckt durch seine wuchtigen Dimensionen. Die Grundfläche von beeindruckenden 700 Quadratmetern ist nicht erkennbar. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass die Gartenseite noch größer sein muss, den links und rechts zu sehen, etwas zurückversetzt, aber hervortretend, stehen zwei Türmchen-Erker mit Zeltdächern. Auf der Gartenseite angelangt, hinter dem ''Sternweiher'' oder ''Brunnen Altemps'' stehend, blicken wir nun auf dasselbe Schloss in gleichartig kolossaler Gliederung, jedoch mit einer Front von 55 Metern, daraus hervortretend, ein hoch aufragender Mittelrisalit mit einem Prunkportal, das Gebäude etwas zurückgesetzt, flankiert von zwei eckigen Türmen. |
| | Manieristisch, d. h. zerstückelt und zusammengesetzt, sind auch die Grundachsen der Anlage. Zufahrtachse und Gartenachse bilden einen spitzen Winkel. Eigen ist auch die formelle Gestaltung der Natur. Nach Norden liegen zwei Quellwasserteiche und ein kleines Amphitheater. Wir blicken auf das Schloss zurück und sehen einen eisernen Balkon, der von drei Atlanten getragen wird, die jedoch Orientalen sind. Eigenartig auch das mächtige Rundbogenportal aus versetzten Blockquadern, mit zwei Halbsäulen, in die links ein Mann mit Vollbart und rechts eine Frau ein geschlossen sind und deren nackte Füße an der Säulenbasis zu sehen sind. Spätestens hier ahnt oder erkennt man, dass der Erbauer und damalige Schlossherr nicht nur für die Baukunst seiner Epoche aufgeschlossen war, sondern für Gaukeleien und Scherze auch etwas übrig hatte.<ref> Beschreibung und kunstgeschichtliche Interpretation von [[Benutzer:Xxlstier|Mag. Thomas Schmiedbauer]]</ref> | | Manieristisch, d. h. zerstückelt und zusammengesetzt, sind auch die Grundachsen der Anlage. Zufahrtachse und Gartenachse bilden einen spitzen Winkel. Eigen ist auch die formelle Gestaltung der Natur. Nach Norden liegen zwei Quellwasserteiche und ein kleines Amphitheater. Wir blicken auf das Schloss zurück und sehen einen eisernen Balkon, der von drei Atlanten getragen wird, die jedoch Orientalen sind. Eigenartig auch das mächtige Rundbogenportal aus versetzten Blockquadern, mit zwei Halbsäulen, in die links ein Mann mit Vollbart und rechts eine Frau ein geschlossen sind und deren nackte Füße an der Säulenbasis zu sehen sind. Spätestens hier ahnt oder erkennt man, dass der Erbauer und damalige Schlossherr nicht nur für die Baukunst seiner Epoche aufgeschlossen war, sondern für Gaukeleien und Scherze auch etwas übrig hatte.<ref> Beschreibung und kunstgeschichtliche Interpretation von [[Benutzer:Xxlstier|Mag. Thomas Schmiedbauer]]</ref> |