| Zeile 4: |
Zeile 4: |
| | Die '''Stadtbefestigungen''' rund um die [[Stadt Salzburg]] sicherten über Jahrhunderte die Bürger der Stadt. | | Die '''Stadtbefestigungen''' rund um die [[Stadt Salzburg]] sicherten über Jahrhunderte die Bürger der Stadt. |
| | | | |
| − | Unter Einschluss der [[Festung Hohensalzburg]] führte ein geschlossener Ring von Stadtmauern um die [[Altstadt]]. | + | Unter Einschluss der [[Festung Hohensalzburg]] führte ein geschlossener Ring von Stadtmauern um die Stadt (d.h. die heutige [[Altstadt]]. |
| | | | |
| | ==In der Altstadt== | | ==In der Altstadt== |
| Zeile 36: |
Zeile 36: |
| | Dieses ''Lodronsche Verteidigungssystem'' war ein groß angelegtes System von bestückten Bastionen, Wällen, Gräben und Vorwerken. Zur Verteidigung ließ er 4.000 Kanonen, Mörser und Wallbüchsen gießen. | | Dieses ''Lodronsche Verteidigungssystem'' war ein groß angelegtes System von bestückten Bastionen, Wällen, Gräben und Vorwerken. Zur Verteidigung ließ er 4.000 Kanonen, Mörser und Wallbüchsen gießen. |
| | | | |
| − | Dieser Teil der Stadtbefestigungen, an der man 26 Jahre baute, wurde zeitgleich zum heute bestehenden [[Salzburger Dom]] errichtet. Innerhalb dieser "erweiterten" Neustadt ließ Lodron auch Gebäude für seine zahlreichen Verwandten errichten, die er nach Salzburg holte und ihnen ausgezeichnete Stellungen verschaffte. Eines davon ist dem Namen nach noch erhalten geblieben - das [[Borromäum|alte Borromäum]], in dessen neu errichteten Mauern sich heute ein Teil des [[Mozarteum]]s verbirgt. | + | Dieser Teil der Stadtbefestigungen, an der man 26 Jahre baute, wurde etwa zeitgleich zum heute bestehenden [[Salzburger Dom]] errichtet. Innerhalb dieser erweiterten rechtsseitigen Stadt ließ Lodron auch Gebäude für seine Verwandten errichten, die er nach Salzburg holte und ihnen ausgezeichnete Stellungen verschaffte. Eines davon ist dem Namen nach noch erhalten geblieben - der Lodronsche Primogeniturpalast, auch als [[Borromäum|alte Borromäum]] bekaannt, in dessen teilweise neu errichteten Mauern sich heute ein Teil des [[Mozarteum]]s verbirgt. |
| | | | |
| − | Nach dem Anschluss Salzburg [[1816]] an k.u.k. Österreich gelangten die Anlagen in den kaiserlichen Besitz. Am [[26. April]] [[1866]] endete dann der Verteidigungssinn dieser Stadtbefestigung. Mit ''Allerhöchster Entschließung''<ref>von [[Kaiser Franz Joseph I.]] ...</ref> wurden die Festungswerke zwischen Schloss Mirabell und dem Linzer Tor anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Vereinigung von [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] mit dem k.u.k. Österreich als Geschenk der Stadtgemeinde übergeben (nicht aber die Festung Hohensalzburg, die weiterhin im Besitz des Kaisers blieb!). Denn die Festungsbauten entsprachen nicht mehr der Waffenentwicklung. Sie wurden abgerissen. Das Material wurde für die [[Salzachregulierung]] und für die [[Kanalisation (Stadt Salzburg)|Kanalisation]] verwendet.
| + | Mit dem Anschluss ( des Landes Salzburgs an die Monarchie Österreich (bzw. der größten Teile Salzburgs) mit Jahresbeginn [[1816]] gelangten die Anlagen in den kaiserlichen Besitz. Im Jahr 1860 wurden die Statuten der Gesamtstadt als Festung aufgehoben. Die Festungsbauten entsprachen nicht mehr der Waffenentwicklung. Mit ''Allerhöchster Entschließung''<ref>von [[Kaiser Franz Joseph I.]] ...</ref> wurden am [[26. April]] [[1866]] die Festungswerke zwischen Schloss Mirabell und dem Linzer Tor anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Vereinigung von [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] mit dem Kaiserthum Österreich als Geschenk der Stadtgemeinde übergeben (nicht aber die Festung Hohensalzburg, die weiterhin im Besitz des Kaisers blieb!). Nun wurden die Festungswerke schrittweise abgerissen. Das Material wurde für die [[Salzachregulierung]] und für die [[Kanalisation (Stadt Salzburg)|Kanalisation]] verwendet. |
| − | | + | |
| − | Es taucht fälschlicherweise immer wieder die Meinung auf, der [[Salzburger Gemeinderat]] hätten dann in den folgenden Jahren einen Beschluss gefasst, nach der Schleifung dieser Befestigungsanlagen auch die Festung Hohensalzburg zu schleifen. Mit dem Begriff "Festung" wurde damals nicht nur Hohensalzburg verstanden, sondern auch die gesamte befestigte Stadt. Kaiser Franz Joseph I. schenkte nur die ''Befestigungsanlagen'' der Stadt, nicht jedoch die Festung dazu. Diese blieb weiterhin Kaserne und Depot. Zudem blieb damals der Wert der Festung für die städtischen Gremien unbestritten. | + | Es taucht immer wieder die Meinung auf, der [[Salzburger Gemeinderat]] hätten in den folgenden Jahren einen Beschluss gefasst, nach der Schleifung dieser Befestigungsanlagen auch die Festung Hohensalzburg zu schleifen. Mit dem Begriff "Festung" wurde damals allerdings nicht nur Hohensalzburg verstanden, sondern die gesamte befestigte Stadt. Kaiser Franz Joseph I. schenkte nur große Teile der ''Befestigungsanlagen'' der Stadt, nicht jedoch die Festung Hohensalzburg. Diese blieb weiterhin Kaserne und Depot. Zudem blieb der Wert der Festung für die städtischen Gremien auch damals unbestritten. |
| | | | |
| | [[Datei:Stadtbefestigung der Stadt Salzburg am Kapuzinerberg 01.jpg| thumb|Stadtbefestigung der Stadt Salzburg auf dem [[Kapuzinerberg]], gesehen von [[Hettwer-Bastei]] unterhalb des [[Kapuzinerkloster]] Ansicht: Nordwest nach Südost]] | | [[Datei:Stadtbefestigung der Stadt Salzburg am Kapuzinerberg 01.jpg| thumb|Stadtbefestigung der Stadt Salzburg auf dem [[Kapuzinerberg]], gesehen von [[Hettwer-Bastei]] unterhalb des [[Kapuzinerkloster]] Ansicht: Nordwest nach Südost]] |