| Zeile 32: |
Zeile 32: |
| | Um in Kriegszeiten wie beispielsweise dem Dreißigjährigen Krieg dem [[Schloss Mirabell]] und den neu entstandenen Stadtteilen rechts der [[Salzach]], genannt die [[Neustadt]], ausreichend Schutz bieten zu können, ließ [[Erzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] im [[17. Jahrhundert]] die ersten Befestigungsanlagen in diesem Gebiet errichten. | | Um in Kriegszeiten wie beispielsweise dem Dreißigjährigen Krieg dem [[Schloss Mirabell]] und den neu entstandenen Stadtteilen rechts der [[Salzach]], genannt die [[Neustadt]], ausreichend Schutz bieten zu können, ließ [[Erzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] im [[17. Jahrhundert]] die ersten Befestigungsanlagen in diesem Gebiet errichten. |
| | | | |
| − | Er versetzte das Stadttor ("[[Mirabelltor]]"), durch das die Strasse nach [[Bergheim]] führte, in Richtung des heutigen [[Salzburg Congress|Kongresshaus]]/[[Franz-Josef-Straße]]. Den bereits bestehenden [[Inneres Ostertor|Inneren Ostertor]] und dem [[Äußeres Ostertor|Äußeres Ostertor (=Inneres Linzertor)]] wurde ein [[Äußeres Linzertor]] (sowie unter Ernest Thun ein [[Äußerstes Linzertor]]) in Richtung [[Schallmoos]] und [[Gnigl]] vorgebaut. | + | Er versetzte das Stadttor ("[[Mirabelltor]]"), durch das die Strasse nach [[Bergheim]] führte, in Richtung des heutigen [[Salzburg Congress|Kongresshaus]]/[[Franz-Josef-Straße]]. Auf der Fahrstraße Richtung Linz wurde den (damals als Wehrbauwerk aufgelassenen und abgerissenen [[Inneres Ostertor|Inneren Ostertor]] und dem von Markus Sittikus neu erbauten [[Inneren Linzertor]] ein [[Äußeres Linzertor]] (sowie unter Ernest Thun ein [[Äußerstes Linzertor]]) in [[Schallmoos]] vorgebaut. |
| | | | |
| − | Dieses ''Lodronsche Verteidigungssystem'' war ein groß angelegtes System von bestückten Basteien, Wällen, Gräben und Vorwerken. Zur Verteidigung ließ er 4.000 Kanonen, Mörser und Wallbüchsen gießen. | + | Dieses ''Lodronsche Verteidigungssystem'' war ein groß angelegtes System von bestückten Bastionen, Wällen, Gräben und Vorwerken. Zur Verteidigung ließ er 4.000 Kanonen, Mörser und Wallbüchsen gießen. |
| | | | |
| | Dieser Teil der Stadtbefestigungen, an der man 26 Jahre baute, wurde zeitgleich zum heute bestehenden [[Salzburger Dom]] errichtet. Innerhalb dieser "erweiterten" Neustadt ließ Lodron auch Gebäude für seine zahlreichen Verwandten errichten, die er nach Salzburg holte und ihnen ausgezeichnete Stellungen verschaffte. Eines davon ist dem Namen nach noch erhalten geblieben - das [[Borromäum|alte Borromäum]], in dessen neu errichteten Mauern sich heute ein Teil des [[Mozarteum]]s verbirgt. | | Dieser Teil der Stadtbefestigungen, an der man 26 Jahre baute, wurde zeitgleich zum heute bestehenden [[Salzburger Dom]] errichtet. Innerhalb dieser "erweiterten" Neustadt ließ Lodron auch Gebäude für seine zahlreichen Verwandten errichten, die er nach Salzburg holte und ihnen ausgezeichnete Stellungen verschaffte. Eines davon ist dem Namen nach noch erhalten geblieben - das [[Borromäum|alte Borromäum]], in dessen neu errichteten Mauern sich heute ein Teil des [[Mozarteum]]s verbirgt. |
| Zeile 42: |
Zeile 42: |
| | Es taucht fälschlicherweise immer wieder die Meinung auf, der [[Salzburger Gemeinderat]] hätten dann in den folgenden Jahren einen Beschluss gefasst, nach der Schleifung dieser Befestigungsanlagen auch die Festung Hohensalzburg zu schleifen. Mit dem Begriff "Festung" wurde damals nicht nur Hohensalzburg verstanden, sondern auch die gesamte befestigte Stadt. Kaiser Franz Joseph I. schenkte nur die ''Befestigungsanlagen'' der Stadt, nicht jedoch die Festung dazu. Diese blieb weiterhin Kaserne und Depot. Zudem blieb damals der Wert der Festung für die städtischen Gremien unbestritten. | | Es taucht fälschlicherweise immer wieder die Meinung auf, der [[Salzburger Gemeinderat]] hätten dann in den folgenden Jahren einen Beschluss gefasst, nach der Schleifung dieser Befestigungsanlagen auch die Festung Hohensalzburg zu schleifen. Mit dem Begriff "Festung" wurde damals nicht nur Hohensalzburg verstanden, sondern auch die gesamte befestigte Stadt. Kaiser Franz Joseph I. schenkte nur die ''Befestigungsanlagen'' der Stadt, nicht jedoch die Festung dazu. Diese blieb weiterhin Kaserne und Depot. Zudem blieb damals der Wert der Festung für die städtischen Gremien unbestritten. |
| | | | |
| − | [[Datei:Stadtbefestigung der Stadt Salzburg am Kapuzinerberg 01.jpg| thumb|Stadtbefestigung der Stadt Salzburg am [[Kapuzinerberg]], gesehen von [[Hettwer-Bastei]] unterhalb des [[Kapuzinerkloster]] Ansicht: Nordwest nach Südost]] | + | [[Datei:Stadtbefestigung der Stadt Salzburg am Kapuzinerberg 01.jpg| thumb|Stadtbefestigung der Stadt Salzburg auf dem [[Kapuzinerberg]], gesehen von [[Hettwer-Bastei]] unterhalb des [[Kapuzinerkloster]] Ansicht: Nordwest nach Südost]] |
| | [[Datei:Stadtbefestigung der Stadt Salzburg Kapuzinerberg 02.jpg | thumb| Wehrturm der [[Hettwer-Bastei]] auf dem [[Kapuzinerberg]] Ansicht: Ost nach West]] | | [[Datei:Stadtbefestigung der Stadt Salzburg Kapuzinerberg 02.jpg | thumb| Wehrturm der [[Hettwer-Bastei]] auf dem [[Kapuzinerberg]] Ansicht: Ost nach West]] |
| − | [[Datei:Hettwerbastei Kapuzinerberg Blick auf Altstadt der Stadt Salzburg 20151105.jpg|thumb|[[Hettwer-Bastei]] auf dem Kapuzinerberg Blick auf [[Altstadt]] der Stadt Salzburg Ansicht: Nord nach Süd]] | + | [[Datei:Hettwerbastei Kapuzinerberg Blick auf Altstadt der Stadt Salzburg 20151105.jpg|thumb|[[Hettwer-Bastei]] auf dem Kapuzinerberg, Blick auf die [[Altstadt]], Ansicht: Nord nach Süd]] |
| − | [[Datei:Kapuzinerberg Wehrmauer von Arenbergstraße.jpg|thumb|Kapuzinerberg Wehrmauer von [[Arenbergstraße]]]] | + | [[Datei:Kapuzinerberg Wehrmauer von Arenbergstraße.jpg|thumb|Kapuzinerberg Wehrmauer von der [[Arenbergstraße]]]] |
| | ====Die Anlagen im Detail==== | | ====Die Anlagen im Detail==== |
| − | Der Großteil der historischen Wehranlagen der Stadt sind nicht erhalten. Der alte Ring aus Basteien, bestehend aus der [[St. Vitalisbastei]] (heute [[Kurgarten]]), der [[St. Virgilbastei]], der [[St. Heinrichbastei]], der [[St. Rupertbastei]] und der [[St. Sebastianbastei]], wurde um [[1865]] geschliffen. Heute kann man die einstige Ausdehnung im ringförmigen Verlauf von [[Franz-Josef-Straße]] und [[Auerspergstraße]] noch erahnen. Dazwischen lagen früher die Basteien. | + | Der weitaus größte Teil der historischen Wehranlagen der Stadt sind nicht erhalten. Der alte Ring aus Bollwerken, bestehend aus der [[St. Vital Bollwerk]] (heute [[Kurgarten]]), der [[St. Virgil Bollwerk]], der [[St. Heinrich Bollwerk]], der [[St. Rupert Bollwerk]] und dem halten [[St. Sebastian Bollwerk]], wurde um [[1865]] geschliffen. Heute kann man die einstige Ausdehnung im ringförmigen Verlauf von [[Franz-Josef-Straße]] und [[Auerspergstraße]] noch erahnen. Hier lagen früher die mächtigen Bollwerke, die im Westen bis zur Hubert Sattlergasse reichten. Die vorgelagerten Vorwerke (Hornwerke) reichten einst im Westen bis zur Bahnlinie. |
| | | | |
| | Aus der Zeit der '''1. Befestigung''' der Stadt stammen: | | Aus der Zeit der '''1. Befestigung''' der Stadt stammen: |
| Zeile 66: |
Zeile 66: |
| | * Die [[Wasserbastei]] im [[Mirabellgarten]] und die das Heckentheater westlich begrenzende Wehrmauer, die sich - in der Basis ebenfalls stark eingeschüttet hinter dem [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteum]] (Stiftungsgebäude und Großer Saal) fortsetzt. | | * Die [[Wasserbastei]] im [[Mirabellgarten]] und die das Heckentheater westlich begrenzende Wehrmauer, die sich - in der Basis ebenfalls stark eingeschüttet hinter dem [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteum]] (Stiftungsgebäude und Großer Saal) fortsetzt. |
| | | | |
| − | ==Am Kapuzinerberg == | + | ==Auf dem Kapuzinerberg == |
| − | Die Bauten aus der Zeit der ''3. Stadtbefestigungen'' (siehe oben) wurden unter Erzbischof Paris Graf Lodron errichtet. Er bezog auch das [[Kapuzinerkloster]] in die Befestigungsanlagen ein, weshalb die [[Imbergstiege]] aus der [[Steingasse]], damals noch aus Holz, und der [[Prügelweg]] aus der Linzer Gasse mit Toren vor dem Kloster versperrbar waren. | + | Die Bauten aus der Zeit der ''3. Stadtbefestigungen'' (siehe oben) wurden unter Erzbischof Paris Graf Lodron errichtet. Er bezog auch das [[Kapuzinerkloster]] in die Befestigungsanlagen ein, weshalb die [[Imbergstiege]] aus der [[Steingasse]], damals noch aus Holz, und der [[Prügelweg]] aus der Linzer Gasse mit wehrhaften Torbögen vor dem Kloster versperrbar waren. |
| | | | |
| | Das klug angelegte Verteidigungssystem auf diesem [[Salzburger Stadtberge|Stadtberg]] besaß auch im Norden in den steilen Felsen hinein angelegte Verteidigungsstellungen, die, beiden sogenannte ''Cavalliere''. Damit wurden die von Norden in die Stadt führenden Straßen überwacht. Weiters gab es auf dem Kapuzinerberg drei Pulvertürme, eine Roßmühle und verschiedene Ziehbrunnen. Das Franziski-Schlössl war von allen militärischen Anlagen die einzige gewesen, die durchgehend besetzt war. | | Das klug angelegte Verteidigungssystem auf diesem [[Salzburger Stadtberge|Stadtberg]] besaß auch im Norden in den steilen Felsen hinein angelegte Verteidigungsstellungen, die, beiden sogenannte ''Cavalliere''. Damit wurden die von Norden in die Stadt führenden Straßen überwacht. Weiters gab es auf dem Kapuzinerberg drei Pulvertürme, eine Roßmühle und verschiedene Ziehbrunnen. Das Franziski-Schlössl war von allen militärischen Anlagen die einzige gewesen, die durchgehend besetzt war. |