| Zeile 63: |
Zeile 63: |
| | Als 1075 zwischen Papst und König der "Investiturstreit" um die Einsetzung der Bischöfe und Äbte im Deutschen Reich mit aller Schärfe ausbrach, wurde [[Erzbischof Gebhard]] von Salzburg zu einem wichtigen Parteigänger des Reformpapstes[[ Gregor VII.]] Durch den Bau der [[Festung Hohensalzburg]] und von Burgen in Friesach und Hohenwerfen suchte er König Heinrich IV. im Anschluss an dessen berühmten Bußgang nach Canossa 1077 die Rückkehr ins Deutsche Reich zu verlegen. Bald darauf musste er selbst nach Schwaben und Sachsen ins Exil gehen und Salzburg, wo Heinrich IV. einen Gegenerzbischof einsetzte, wurde von den königlichen Parteigängern schwer verwüstet. Gebhard konnte zwar 1086 aus dem Exil zurückkehren, aber nach seinem Tod setzten erneut schwere Kämpfe ein. | | Als 1075 zwischen Papst und König der "Investiturstreit" um die Einsetzung der Bischöfe und Äbte im Deutschen Reich mit aller Schärfe ausbrach, wurde [[Erzbischof Gebhard]] von Salzburg zu einem wichtigen Parteigänger des Reformpapstes[[ Gregor VII.]] Durch den Bau der [[Festung Hohensalzburg]] und von Burgen in Friesach und Hohenwerfen suchte er König Heinrich IV. im Anschluss an dessen berühmten Bußgang nach Canossa 1077 die Rückkehr ins Deutsche Reich zu verlegen. Bald darauf musste er selbst nach Schwaben und Sachsen ins Exil gehen und Salzburg, wo Heinrich IV. einen Gegenerzbischof einsetzte, wurde von den königlichen Parteigängern schwer verwüstet. Gebhard konnte zwar 1086 aus dem Exil zurückkehren, aber nach seinem Tod setzten erneut schwere Kämpfe ein. |
| | | | |
| | + | ===Hohensalzburg wird beherrschende Stadtfeste=== |
| | Auch [[Erzbischof Konrad I.]] (1106 - 1147) aus dem Geschlecht der fränkischen Grafen von Abenberg, der sich an Gebhards Vorbild orientierte, verbrachte ein Jahrzehnt im Exil. Der Ausgleich zwischen Kaiser und Papst im Wormser Konkordat 1122 ermöglichte ihm die Rückkehr nach Salzburg, wo er ein umfassendes Aufbauwerk begann: Er gestaltete Hohensalzburg zur beherrschenden Stadtfeste, sicherte die auswärtigen Besitzungen in Kärnten und der Steiermark durch den Bau starker Burgen und schuf mit dem Aufbau einer ihm treu ergebenen Dienstmannschaft (Ministerialität) ein neues Potential für Verwaltung und Heer. Im Verlauf der Augustiner Chorherrenreform mit dem [[Salzburger Domkapitel]] als Zentrum wurden 17 Stifte teils neu gegründet, teils reformiert und diesen mit der Einverleibung zahlreicher Pfarren die Hauptlast der Seelsorge übertragen. | | Auch [[Erzbischof Konrad I.]] (1106 - 1147) aus dem Geschlecht der fränkischen Grafen von Abenberg, der sich an Gebhards Vorbild orientierte, verbrachte ein Jahrzehnt im Exil. Der Ausgleich zwischen Kaiser und Papst im Wormser Konkordat 1122 ermöglichte ihm die Rückkehr nach Salzburg, wo er ein umfassendes Aufbauwerk begann: Er gestaltete Hohensalzburg zur beherrschenden Stadtfeste, sicherte die auswärtigen Besitzungen in Kärnten und der Steiermark durch den Bau starker Burgen und schuf mit dem Aufbau einer ihm treu ergebenen Dienstmannschaft (Ministerialität) ein neues Potential für Verwaltung und Heer. Im Verlauf der Augustiner Chorherrenreform mit dem [[Salzburger Domkapitel]] als Zentrum wurden 17 Stifte teils neu gegründet, teils reformiert und diesen mit der Einverleibung zahlreicher Pfarren die Hauptlast der Seelsorge übertragen. |
| | | | |
| − | Als es zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Papst Alexander III. zu einem schweren Zerwürfnis kam, wurden die Salzburger Erzbischöfe erneut zu Führern der päpstlichen Partei im Reich. Barbarossa verhängte 1166 über seinen Onkel, Erzbischof Konrad II., die Reichsacht, und ein Jahr später fiel die Stadt Salzburg einem verheerenden Brand zum Opfer, den die Grafen von Plain als kaiserliche Parteigänger gelegt hatten. Der Kaiser nahm 1169 Salzburg unter seine direkte Verwaltung und ließ 1174 seinen Neffen, Erzbischof Adalbert II., absetzen. Erst nach dem Frieden von Venedig 1177 konnte Konrad III. von Wittelsbach, der erste Kardinal in Salzburg, mit dem Wiederaufbau beginnen. Der 1179-1198 errichtete romanische Dom zählte zu den größten und schönsten Kirchenbauten nördlich der Alpen. Von einem trotz der Kriegseinwirkungen ungebrochenen künstlerischen Schaffen zeugen Meisterwerke der Goldschmiedekunst wie der "Ministerialenkelch" aus St. Peter und das prachtvolle Antiphonar als Höhepunkt mittelalterlicher Buchmalerei. | + | ===Grafen von Plain legten verheerendes Feuer=== |
| | + | Als es zwischen [[Kaiser Friedrich I. Barbarossa]] und [[Papst Alexander III.]] zu einem schweren Zerwürfnis kam, wurden die Salzburger Erzbischöfe erneut zu Führern der päpstlichen Partei im Reich. Barbarossa verhängte 1166 über seinen Onkel, [[Erzbischof Konrad II.]], die Reichsacht, und ein Jahr später fiel die Stadt Salzburg einem verheerenden Brand zum Opfer, den die [[Grafen von Plain]] als kaiserliche Parteigänger gelegt hatten. Der Kaiser nahm 1169 Salzburg unter seine direkte Verwaltung und ließ 1174 seinen Neffen, [[Erzbischof Adalbert II.]], absetzen. Erst nach dem Frieden von Venedig 1177 konnte Konrad III. von Wittelsbach, der erste Kardinal in Salzburg, mit dem Wiederaufbau beginnen. Der 1179-1198 errichtete romanische Dom zählte zu den größten und schönsten Kirchenbauten nördlich der Alpen. Von einem trotz der Kriegseinwirkungen ungebrochenen künstlerischen Schaffen zeugen Meisterwerke der Goldschmiedekunst wie der "Ministerialenkelch" aus St. Peter und das prachtvolle Antiphonar als Höhepunkt mittelalterlicher Buchmalerei. |
| | | | |
| | | | |