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'''Eva Maria Fleisch von Lerchenberg''' (* ca. 1586, † [[26. November]] [[1641]]) war von [[1625]] bis [[1638]] [[Äbtissinnen vom Nonnberg|Äbtissin des Stiftes Nonnberg]].
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'''Eva Maria Fleisch von Lerchenberg''' (* ca. 1586, † [[26. November]] [[1641]]) war von [[1625]] bis [[1638]] [[Äbtissinnen vom Nonnberg|Äbtissin]] des des [[Benediktinenstift Nonnberg|Benediktinenstifts Nonnberg]].
    
==Leben==
 
==Leben==
 
Eva Maria Fleisch von Lerchenberg war eine geborene Rettinger und Witwe des Georg Fleisch von Lerchenberg, kaiserlichen Rates und Unterkammer-Grafen der [[Ungarn|ungarischen]] Bergstädte. Sie trat als Witwe in das Kloster.
 
Eva Maria Fleisch von Lerchenberg war eine geborene Rettinger und Witwe des Georg Fleisch von Lerchenberg, kaiserlichen Rates und Unterkammer-Grafen der [[Ungarn|ungarischen]] Bergstädte. Sie trat als Witwe in das Kloster.
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Im Jahr 1625 erhielt [[Erzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] die Mitteilung, dass der Schuldenstand des [[Stift Nonnberg|Stiftes Nonnberg]] steige und es den Ordensfrauen selbst an notwendigen Dingen mangle. Sogleich veranlasste er die damalige Äbtissin [[Maria Magdalena I. Freiin von Schneeweiß|Maria Magdalena I.]] [[Schneeweiß von Arnoldstein|Freiin von Schneeweiß]] zur Abdankung. An deren Stelle wurde {{PAGENAME}} gewählt, die zwar schon 39 Jahre zählte, aber erst vor einem halben Jahr ihre Profess abgelegt hatte. Die Wahl traf sie so unerwartet, daß sie am ganzen Leibe zitterte und kaum bewogen werden konnte, vorzutreten. Doch war alles Sträuben und Bitten fruchtlos, sie wurde ohne Weiteres zum 1e vsurn in den Chor gefuhrt, nach welchem ihr die Frauen Gehorsam gelobten. Dann mußte sie sich aber zu Bett begeben und konnte es einige Tage nicht verlassen.
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Im Jahr 1625 erhielt [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] die Mitteilung, dass der Schuldenstand des Stiftes Nonnberg steige und es den Ordensfrauen selbst an notwendigen Dingen mangle. Sogleich veranlasste er die damalige Äbtissin [[Maria Magdalena I. Freiin von Schneeweiß|Maria Magdalena I.]] [[Schneeweiß von Arnoldstein|Freiin von Schneeweiß]] zur Abdankung. An deren Stelle wurde {{PAGENAME}} gewählt, die zwar schon 39 Jahre zählte, aber erst vor einem halben Jahr ihre Profess abgelegt hatte. Die Wahl traf sie so unerwartet, dass sie am ganzen Leibe zitterte und kaum bewogen werden konnte, vorzutreten. Doch war alles Sträuben und Bitten fruchtlos, sie wurde ohne Weiteres zum 1e vsurn (?) in den Chor geführt, nach welchem ihr die Frauen Gehorsam gelobten. Dann musste sie sich aber zu Bett begeben und konnte es einige Tage nicht verlassen.
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Bei einer Anfang 1626 vorgenommenen Inventur fand sich im Stift außer einer ziemlichen Anzahl von Silbergeschirren, die frühere Abtissinnen und Frauen in das Kloster gebracht hatten, wenig vorrätig; fast alles war leer, zerbrochen oder baufällig – jedoch bestanden Schulden von 8000 [[Gulden|fl.]].
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Bei einer Anfang 1626 vorgenommenen Inventur fand sich im Stift außer einer großer Anzahl von Silbergeschirren, die frühere Abtissinnen und Frauen in das Kloster gebracht hatten, wenig vorrätig; fast alles war leer, zerbrochen oder baufällig – jedoch bestanden Schulden von 8.000 [[Gulden|fl.]].
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{{PAGENAME}} zeigte sogleich ihre Tüchtigkeit; auch brachte sie dem Kloster einiges an eigenem Vermögen zu. Denn außer vieler Hauseinrichtung hatte sie 50 000 fl. an Kapitalien und bekam durch den Eintritt von Novizinnen von Zeit zu Zeit einen Zuwachs. Sie minderte die Ausgaben, bezahlte die Schulden und ordete überhaupt den Haushalt des Stiftes. Sie baute die Sakristei von Grund aus, bereitete ein Behältnis für Wäsche und Kleidung, ließ sie die Bücher, Schriften und Urkunden sammeln sowie eine Bibliothek und ein Archiv anlegen, und ordnete dazu jeweils zwei Frauen ab, welchen sie passende Anweisungen gab.
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{{PAGENAME}} zeigte sogleich ihre Tüchtigkeit; auch brachte sie dem Kloster einiges an eigenem Vermögen zu. Denn außer vieler Hauseinrichtung hatte sie 50 000 fl. an Kapitalien und bekam durch den Eintritt von Novizinnen von Zeit zu Zeit einen Zuwachs. Sie minderte die Ausgaben, bezahlte die Schulden und ordnete überhaupt den Haushalt des Stiftes. Sie baute die Sakristei von Grund aus, bereitete ein Behältnis für Wäsche und Kleidung, ließ sie die Bücher, Schriften und Urkunden sammeln sowie eine [[Bibliothek des Benediktinenstifts Nonnberg|Bibliothek]] und ein [[Archiv des Benediktinenstifts Nonnberg|Archiv]] anlegen, und ordnete dazu jeweils zwei Frauen ab, welchen sie passende Anweisungen gab.
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Im Jahr 1629 ließ sie die ganze Kirche weißen, bei der Abteigruft einen Altar errichten sowie einen neuen Hochaltar aufsetzen, den der Erzbischof den 21. November weihte.
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Im Jahr [[1629]] ließ sie die ganze Kirche weißen, bei der Abteigruft einen Altar errichten sowie einen neuen Hochaltar aufsetzen, den der Fürsterzbischof den [[21. November]] weihte.
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Am 21. März 1631 erhielt sie auf wiederholte Bitte des Konvents vom Erzbischof selbst die abteiliche Benediktion, zu welcher Feierlichkeit sie sechs silberne Leuchter und vier silberne Blumenvasen machen ließ.
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Am [[21. März]] [[1631]] erhielt sie auf wiederholte Bitte des Konvents vom Fürsterzbischof selbst die abteiliche Benediktion, zu welcher Feierlichkeit sie sechs silberne Leuchter und vier silberne Blumenvasen machen ließ.
    
Sie achtete auch auf genaue Beobachtung der Regel und der Statuten und ging dabei mit gutem Beispiele voran.
 
Sie achtete auch auf genaue Beobachtung der Regel und der Statuten und ging dabei mit gutem Beispiele voran.
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Durch ihre vorbildliche Leitung des Klosters gelange diesen zu so gutem Ruf, daß sich fast in jedem Jahr Kandidatinnen meldeten und den Frauen von Nonnberg Mädchen der angesehensten Familien zur Erziehung anvertraut wurden. Die Klostergelübde haben wahrend dieser Zeit abgelegt: Maximiliane Freiin von [[Fugger]], Margaretha Katharina Gräfin von [[Lichtenstein (Südtiroler Adelsgeschlecht)|Lichtenstein]], Sara v.Trüeffer, Viktoria v. Lindl, Eva Maria von [[Rehlingen|Rehling]], [[Ehrentraud/Gertraud Margarethe Gräfin Lodron|Erentraud Margarethe Gräfin von Lodron]], Maria Ursula von [[Paurnfeind#Pauernfeind von Eyß|Paurnfeindt]], Gertraud v. Rottmayer, Kunegund Höller, Diemut von Föls, Crescentia v. Troile, Regentraud von Freising, Maria Hildegard Kribel, Mechthild von Waltenhofen, Anna Konstantia Gräfin von [[Spaur]], Maria Benedikta Gräfin von [[Kuenburg|Küenburg]]. Durch die Erbteile dieser Frauen, besonders der Ursula von Paurnfeindt, verfügte die Äbtissin über ansehnliche neue Mittel.
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Durch ihre vorbildliche Leitung des Klosters gelangte dieses zu so gutem Ruf, dass sich fast in jedem Jahr Kandidatinnen meldeten und den Frauen von Nonnberg Mädchen der angesehensten Familien zur Erziehung anvertraut wurden. Die Klostergelübde haben wahrend dieser Zeit abgelegt: Maximiliane Freiin von [[Fugger]], Margaretha Katharina Gräfin von [[Lichtenstein (Südtiroler Adelsgeschlecht)|Lichtenstein]], Sara von Trüeffer, Viktoria von Lindl, Eva Maria von [[Rehlingen|Rehling]], [[Ehrentraud/Gertraud Margarethe Gräfin Lodron|Erentraud Margarethe Gräfin von Lodron]], Maria Ursula von [[Paurnfeind#Pauernfeind von Eyß|Paurnfeindt]], Gertraud von Rottmayer, Kunegund Höller, Diemut von Föls, Crescentia von Troile, Regentraud von Freising, Maria Hildegard Kribel, Mechthild von Waltenhofen, Anna Konstantia Gräfin von [[Spaur]], Maria Benedikta Gräfin von [[Kuenburg|Küenburg]]. Durch die Erbteile dieser Frauen, besonders der Ursula von Paurnfeindt, verfügte die Äbtissin über ansehnliche neue Mittel.
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Da damals der [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährige Krieg]] wütete, ließ der Fürsterzbischof die [[Stadtbefestigungen|Befestigung der Stadt]] immer weiter ausbauen und dabei auch das Tor zum [[Nonntal]] zumauern. Dies hatte für das Stirft viele Nachteile, auch dass seine Weinschank (das Stift besaß Weingüter in der [[|Wachau]]) litt. Trotz der Einwendungen der Stadtwirte erhielt nun das Stift die Erlaubnis, seinen Wein in der Stadt ausschenken zu lassen.
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Da damals der [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährige Krieg]] wütete, ließ der Fürsterzbischof die [[Stadtbefestigungen|Befestigung der Stadt]] immer weiter ausbauen und dabei auch das Tor zum [[Nonntal]] zumauern. Dies hatte für das Stift viele Nachteile, auch dass seine Weinschank (das Stift besaß Weingüter in der [[|Wachau]]) litt. Trotz der Einwendungen der Stadtwirte erhielt nun das Stift die Erlaubnis, seinen Wein in der Stadt ausschenken zu lassen.
    
Damals kamen auch Hunderte von Kriegsflüchtlingen aus Schwaben und [[Bayern#Altbayern|Bayern]] nach Salzburg, insbesondere 43 Personen aus dem Benediktiner-Frauenkloster Holzen; etliche wurden vom Kloster unterstützt, schließlich sieben Frauen und drei Schwestern auf unbestimmte Zeit ins Kloster aufgenommen.
 
Damals kamen auch Hunderte von Kriegsflüchtlingen aus Schwaben und [[Bayern#Altbayern|Bayern]] nach Salzburg, insbesondere 43 Personen aus dem Benediktiner-Frauenkloster Holzen; etliche wurden vom Kloster unterstützt, schließlich sieben Frauen und drei Schwestern auf unbestimmte Zeit ins Kloster aufgenommen.
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Als im Sommer [[1636]] die Stadt Salzburg von der [[Pest]] heimgesucht wurde und der Erzbischof sowie das [[Domkapitel]] die Stadt verließen, flüchteten mit Bewilligung des Erzbischofs auch die Benediktinerinnen, und zwar auf das [[Schloss Lerchen]] bei [[Radstadt]], wo sie vier Monate lang in klösterlicher Abgeschiedenheit lebten. Die Äbtissin erkrankte da gefährlich, genas aber bald wieder; doch scheint ihr Eifer für die Ordensdisiplin von da an einen solchen Grad erreicht zu haben, dass er Klagen veranlasste. Dies führte im April 1638 zu einer Visitation und in der Folge zur Resignation der Frau Äbtissin, die die Administration des Zeitlichen noch bis zur am 16. Dezember 1638 erfolgenden Wahl ihrer Nachfolgerin fortführte. Sie lebte dann bis zu ihrem Tod in Zurückgezogenheit.
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Als im Sommer [[1636]] die Stadt Salzburg von der [[Pest]] heimgesucht wurde und der Fürsterzbischof sowie das [[Domkapitel]] die Stadt verließen, flüchteten mit Bewilligung des Fürsterzbischofs auch die Benediktinerinnen, und zwar auf das [[Schloss Lerchen]] bei [[Radstadt]], wo sie vier Monate lang in klösterlicher Abgeschiedenheit lebten. Die Äbtissin erkrankte da gefährlich, genas aber bald wieder; doch scheint ihr Eifer für die Ordensdisziplin von da an einen solchen Grad erreicht zu haben, dass er Klagen veranlasste. Dies führte im [[April]] 1638 zu einer Visitation und in der Folge zur Resignation der Frau Äbtissin, die die Administration des Zeitlichen noch bis zur am [[16. Dezember]] 1638 erfolgenden Wahl ihrer Nachfolgerin fortführte. Sie lebte dann bis zu ihrem Tod in Zurückgezogenheit.
    
==Quellen==
 
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{{Äbtissinnen vom Nonnberg}}
 
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[[Kategorie:Geschichte (Person)|Fleisch von Lerchenberg, Eva Maria]]
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[[Kategorie:Person|Fleisch von Lerchenberg, Eva Maria]]
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[[Kategorie:Person (Geschichte)|Fleisch von Lerchenberg, Eva Maria]]
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[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Kirche (Person)|Fleisch von Lerchenberg, Eva Maria]]
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[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
[[Kategorie:Kirche (Geschichte)|Fleisch von Lerchenberg, Eva Maria]]
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[[Kategorie:Erzbistum (Geschichte)|Fleisch von Lerchenberg, Eva Maria]]
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[[Kategorie:Erzbistum (Geschichte)]]
[[Kategorie:Frau|Fleisch von Lerchenberg, Eva Maria]]
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[[Kategorie:Frau]]

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