| − | [[Datei:Alte Zeichnung über den früheren Straßenverlauf in Mauthausen samt der Burg Stauffenegg.jpg|miniatur|Mauthausen mit Seyfried(en)hof und Mühle unterhalb der Burg Stauffenegg, kolorierte Federzeichnung von 1640, ]] Von Freising über das [[Pflegegericht|Pflegschaftsgericht]] Raschenberg - [[Teisendorf]] (Sitz war die [[Grafen von Plain|Plain]]burg Raschenberg) kommend, ließ sich Mitte des [[16. Jahrhundert|16. Jahrhunderts]] Sebastian Hagenauer de Allershausen im [[Erzdiözese Salzburg|Erzbistum Salzburg]] nieder. Er war ein Abkömmling der bayerischen Linie der Edelfreien Herren von Hagenau, die auf den Bauernstand als Betreiber von Mühlen herabgesunkenen waren. Das Betreiben einer Mühle war bis teilweise ins 16. Jahrhundert dem Adel bzw. dem Klerus vorbehalten. Sebastian Hagenauer de Allershausen wurde [[1554]] nördlich der Stadt Salzburg bei [[Hammerau]] erwähnt ([[Josef Felner]]). Dort stand seit dem Jahr [[1537]] das durch den damaligen Salzburger Erzbischof [[Matthäus Lang]] gegründete Eisenwerk Annahütte. Man nimmt an, dass Sebastian vorerst am Seyfried(en)gut und der Mautmühle bei Piding (Mauthausen) saß, wo der Bayernherzog inmitten des Erzbistums Salzburg die Mautrechte besass. Sein Sohn Georg wurde mit einem Gut und einer Mühle am [[Högl]] genannt. Ob dies ebenfalls jener Seyfried(en)hof mit Mühle bei Mauthausen unterhalb der Burg Stauffenegg war ist nicht belegt. Der nach dem Großvater benannte Sohn Georg (I.) heiratete die Tochter eines dort ansässigen vermögenden Bauern. Die unstandesgemäße Heirat machte ihn zwar zum Besitzer eines Gutes mit Mühle bei [[Piding]], führte aber auch zur Verdunkelung des Adels (Anm.: wenn der Adel mehr als zwei Generationen nicht mehr geführt wurde). Laut einer Salzburger Urkunde von [[1568]] ließ Georg sein Gut am [[Högl]], damals [[Erzbistum Salzburg]] heute [[Oberbayern]], erweitern. [[Georg Hagenauer I.|Georg Hagenauer]] de Ainring wird als der Stifter der Salzburger Linie gesehen, die aus dem Freisinger (bayrischen) Stamm der Herren von Hagenau hervorgegangenen war ([[Willibald Hauthaler]]). Seine drei Söhne, die ''"ehrbaren Herren"'' Wolf(gang) (I.), Rupert (I.) und Georg (II.) Hagenauer, scheinen um 1600 in [[Piding]], [[Traunstein]] und [[Ainring]] als Besitzer von Gütern, respektive als [[Urbar]]-Verwalter von Gütern des [[Domkapitel]]s und des [[Erzabtei St. Peter|Erzstifts St. Peter]] von Salzburg, sowie als Gutsverwalter von [[Schloss Staufeneck]] am Seyfriedenhof auf. Mit den drei Brüdern hatten die Hagenauer in Salzburg nun endgültig Fuß gefasst und ihrem erneuten Aufstieg sollte nichts mehr im Wege stehen. | + | [[Datei:Alte Zeichnung über den früheren Straßenverlauf in Mauthausen samt der Burg Stauffenegg.jpg|miniatur|Mauthausen mit Seyfried(en)hof und Mühle unterhalb der Burg Stauffenegg, kolorierte Federzeichnung von 1640, ]] Von Freising über das [[Pflegegericht|Pflegschaftsgericht]] Raschenberg - [[Teisendorf]] (Sitz war die [[Grafen von Plain|Plain]]burg Raschenberg) kommend, ließ sich Mitte des [[16. Jahrhundert|16. Jahrhunderts]] Sebastian Hagenauer de Allershausen im [[Erzdiözese Salzburg|Erzbistum Salzburg]] nieder. Er war ein Abkömmling der bayerischen Linie der Edelfreien Herren von Hagenau, die auf den Bauernstand und Mühlenbesitzer herabgesunkenen waren. Das Betreiben einer Mühle war bis teilweise ins 16. Jahrhundert dem Adel bzw. dem Klerus vorbehalten. Sebastian Hagenauer de Allershausen wurde [[1554]] nördlich der Stadt Salzburg bei [[Hammerau]] erwähnt ([[Josef Felner]]). Dort stand seit dem Jahr [[1537]] das durch den damaligen Salzburger Erzbischof [[Matthäus Lang]] gegründete Eisenwerk Annahütte. Man nimmt an, dass Sebastian vorerst am Seyfried(en)gut und der Mautmühle bei Piding (Mauthausen) saß, wo der Bayernherzog inmitten des Erzbistums Salzburg die Mautrechte besass. Sein Sohn Georg wurde mit einem Gut und einer Mühle am [[Högl]] genannt. Ob dies ebenfalls jener Seyfried(en)hof mit Mühle bei Mauthausen unterhalb der Burg Stauffenegg war ist nicht belegt. Der nach dem Großvater benannte Sohn Georg (I.) heiratete die Tochter eines dort ansässigen vermögenden Bauern. Die unstandesgemäße Heirat machte ihn zwar zum Besitzer eines Gutes mit Mühle bei [[Piding]], führte aber auch zur Verdunkelung des Adels (Anm.: wenn der Adel mehr als zwei Generationen nicht mehr geführt wurde). Laut einer Salzburger Urkunde von [[1568]] ließ Georg sein Gut am [[Högl]], damals [[Erzbistum Salzburg]] heute [[Oberbayern]], erweitern. [[Georg Hagenauer I.|Georg Hagenauer]] de Ainring wird als der Stifter der Salzburger Linie gesehen, die aus dem Freisinger (bayrischen) Stamm der Herren von Hagenau hervorgegangenen war ([[Willibald Hauthaler]]). Seine drei Söhne, die ''"ehrbaren Herren"'' Wolf(gang) (I.), Rupert (I.) und Georg (II.) Hagenauer, scheinen um 1600 in [[Piding]], [[Traunstein]] und [[Ainring]] als Besitzer von Gütern, respektive als [[Urbar]]-Verwalter von Gütern des [[Domkapitel]]s und des [[Erzabtei St. Peter|Erzstifts St. Peter]] von Salzburg, sowie als Gutsverwalter von [[Schloss Staufeneck]] am Seyfriedenhof auf. Mit den drei Brüdern hatten die Hagenauer in Salzburg nun endgültig Fuß gefasst und ihrem erneuten Aufstieg sollte nichts mehr im Wege stehen. |
| | Die Salzburger Linie (auch als Ainringer Linie bezeichnet) spaltete sich eine Generation später in drei Linien, wobei eine Linie bereits 100 Jahre danach aussterben sollte. Nun aber findet man das inzwischen wieder blühende Geschlecht der Hagenauer in den Salzburger Urkunden wieder, wo sie als Besitzer von Anwesen, Höfen, Mühlen oder Wirtschaften, sowie als Angehörige des geistlichen Standes und katholischer [[Bruderschaften]] genannt wurden. Sie hatten in alteingesessene und teilweise vermögende Familien mit Guts- und Landbesitz des [[Rupertiwinkel]]s eingeheiratet. Einige von diesen alten vormals begüterten Familien, wie die Apfalter(er), Eschlberg(er), Nech(e)l, Perger, Prunmayr, Reischl (Reuschl) oder Sur(er), lassen sich in den Salzburger Urkunden bis in das [[13. Jahrhundert]] zurück verfolgen. Ab dem [[17. Jahrhundert]] scheinen die Hagenauer im Erzbistum auch als [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]], [[Ratsherr der Stadt Salzburg|Ratsherren]] und [[Handelsherr der Stadt Salzburg|Handelsherren]] der Stadt Salzburg auf. [[1671]] wurde durch den kaiserlichen Hofpfalzgraf Ferdinand Wilhelm Metzger von Meggenburg (Comes palatinus Caesareus) den drei Brüdern Paulus, Georg (IV.) und Johann Hagenauer de Hagenau ihr Adels-Wappen als Salzburger Untertanen bestätigt und eine Wappenmehrung verliehen. Das Wappen wurde durch einen Sporn geteilt und seitlich des Stammwappens (Hagenbaum auf Dreiberg) mit jeweils einem schwarzen Adler auf goldenem Grund gemehrt. Die ursprünglich rot-weiße Helmdecke wurde nun in den Farben des Erzbistums Salzburgs, Rot-Weiß und Schwarz-Gold, tingiert (Siebmacher). Die Hagenauer konnten sich im Erzbistum zwar erneut empor arbeiten und die Bestätigung des Adelsstands sowie Einfluss und Vermögen erlangen, jedoch nicht mehr ihre einstige Macht und Stellung. | | Die Salzburger Linie (auch als Ainringer Linie bezeichnet) spaltete sich eine Generation später in drei Linien, wobei eine Linie bereits 100 Jahre danach aussterben sollte. Nun aber findet man das inzwischen wieder blühende Geschlecht der Hagenauer in den Salzburger Urkunden wieder, wo sie als Besitzer von Anwesen, Höfen, Mühlen oder Wirtschaften, sowie als Angehörige des geistlichen Standes und katholischer [[Bruderschaften]] genannt wurden. Sie hatten in alteingesessene und teilweise vermögende Familien mit Guts- und Landbesitz des [[Rupertiwinkel]]s eingeheiratet. Einige von diesen alten vormals begüterten Familien, wie die Apfalter(er), Eschlberg(er), Nech(e)l, Perger, Prunmayr, Reischl (Reuschl) oder Sur(er), lassen sich in den Salzburger Urkunden bis in das [[13. Jahrhundert]] zurück verfolgen. Ab dem [[17. Jahrhundert]] scheinen die Hagenauer im Erzbistum auch als [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]], [[Ratsherr der Stadt Salzburg|Ratsherren]] und [[Handelsherr der Stadt Salzburg|Handelsherren]] der Stadt Salzburg auf. [[1671]] wurde durch den kaiserlichen Hofpfalzgraf Ferdinand Wilhelm Metzger von Meggenburg (Comes palatinus Caesareus) den drei Brüdern Paulus, Georg (IV.) und Johann Hagenauer de Hagenau ihr Adels-Wappen als Salzburger Untertanen bestätigt und eine Wappenmehrung verliehen. Das Wappen wurde durch einen Sporn geteilt und seitlich des Stammwappens (Hagenbaum auf Dreiberg) mit jeweils einem schwarzen Adler auf goldenem Grund gemehrt. Die ursprünglich rot-weiße Helmdecke wurde nun in den Farben des Erzbistums Salzburgs, Rot-Weiß und Schwarz-Gold, tingiert (Siebmacher). Die Hagenauer konnten sich im Erzbistum zwar erneut empor arbeiten und die Bestätigung des Adelsstands sowie Einfluss und Vermögen erlangen, jedoch nicht mehr ihre einstige Macht und Stellung. |