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, 20:47, 17. Okt. 2007
'''Gerd Bacher''' (* [[18. November]] [[1925]] in [[Salzburg]]) ist eine ehemaliger Journalist und ORF-Generalintendant. Er gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der europäischen Rundfunkgeschichte in der zweiten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s.
==Leben==
Bacher besuchte in Salzburg, wo er in bescheidenen Verhältnissen aufwuchs, die Volks- und Mittelschule. [[1943]] bis [[1945]] war er bei der deutschen Wehrmacht, das Kriegsende erlebte er in einem Lazarett in Deutschland. Im August 1945 kehrte er in seine Heimatstadt zurück und startete hier seine journalistische Laufbahn. Nach einem Volontariat bei der [[Salzburger Volkszeitung]] wechselte er zu den [[Salzburger Nachrichten]] und wurde Lokalchef.
'''1954''' wurde er nach Wien als Chefredakteur des neu gegründeten ''Bild-Telegraf'' berufen, zwei Jahre lang - von [[1958]] bis [[1960]] - war er Chefredakteur des von ihm mit gegründeten ''Express''. Im Anschluss daran war er sechs Jahre lang Geschäftsführer der ''Fritz P. Molden Großdruckerei'' und der ''Buchverlags GmbH'', ab [[1964]] fungierte er auch als Verlagsleiter.
Die österreichische Rundfunkreform von [[1967]] brachte Gerd Bacher an die Spitze von Rundfunk und Fernsehen. Von 1967 bis [[1974]] war er erstmals ORF Generalintendant und leitete eine umfassende Programmreform ein. Der ORF war in den Jahren der [[ÖVP]]-Alleinregierung und also in Bachers erster Amtsperiode so "unabhängig" wie nie mehr danach. Aber Bruno Kreiskys [[SPÖ]] ließ nicht so mit sich umspringen wie die Bürgerlichen - und änderten kurzerhand 1974 das Rundfunkgesetz, was Bacher den Job kostete.
Nach seinem Ausscheiden arbeitete er als Kolumnist und später kurz als Chefredakteur des ''Kurier''. Vor der deutschen Bundestagswahl [[1976]] war er Medienberater des CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl, wenige Wochen nach der Wahl wurde er im November Generaldirektor des [[Salzburger Verlagshaus Kiesel|Salzburger Verlagshauses Kiesel]] und damit des [[Salzburger Volksblatt]]es.
Im Oktober [[1978]] übertölpelte er die SPÖ zum ersten Mal. Die Schlagzeile der ''Kärntner Tageszeitung'' lautete: ''Kreisky in Paris. Benya in Sofia. Bacher im ORF.'' Nach weiteren acht Jahren an der Spitze des Fernsehens wurde er von Teddy Podgorksy abgelöst. Und wieder zog es ihn nach Deutschland zu einer Bundestagswahl: Bundeskanzler Kohl hatte erneut gerufen. Im Juni [[1989]] wurde Bacher Herausgeber der Tageszeitung ''Die Presse'', aber bereits [[1990]] kehrte er für weitere vier Jahre zum ORF zurück.
Auch nach seinem endgültigen Abschied [[1994]] blieb er "seinem" Unternehmen treu, unter anderem als Mitglied des im März [[2001]] eingesetzten Weisenrates für das neue ORF-Gesetz.
Seit [[1988]] ist Gerd Bacher mit Christine Egger verheiratet, aus früheren Ehen hat er drei Töchter, eine davon ist die Präsidentin der [[Salzburger Festspiele]], [[Helga Rabl-Stadler]].
==Preise==
Gerd Bacher wurde für seine Verdienste unter anderem mit dem ''Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern'', dem ''Freiheitspreis der schweizerischen Max-Schmidheiny Stiftung'' und [[1995]] mit dem [[René-Marcic-Preis]] des [[Land Salzburg|Landes Salzburg]] ausgezeichnet. Am [[30. März]] [[2006]] überreichte [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Heinz Schaden]] die ''Wappenmedaille der Landeshauptstadt Salzburg in Gold''.
==Literatur==
[[Michael Schmolke|Schmolke, Michael]] (Hrsg.): ''Der Generalintendant. Gerd Bachers Reden, Vorträge, Stellungnahmen aus den Jahren 1967 bis 1994. Eine Auswahl. '' Böhlau Wien, 2000, ISBN 3-205-99247-4
==Quelle==
*Salzburger Nachrichten
*Stadt Salzburg [http://www.stadt-salzburg.at/internet/extras/presse/aussendungen/2006/p2_188504.htm]
[[Kategorie:Journalist|Bacher, Gerd]]