| | Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Erschließung von Quellenmaterial (gezielte Auffindung von historischen Quellen und deren Zugänglichkeit) immer leichter. Durch die wachsende Anzahl von neu entdeckten Quellen, wie Urkunden, Siegeln, Epitaphien, Gruften, Analen, Briefen, Tagebuchaufzeichnungen, Biographien, Kirchenbucheintragungen und alten genealogischen Tafeln, konnten viele historische Sachverhalte bezüglich der Hagenauer rekonstruiert werden. Auf Grund der daraus gewonnenen Erkenntnisse über die Herkunft, die Genealogie und das Wappen der Hagenauer, konnten Historiker (wie Koch-Sternfeld, Grassinger, Fellner, Hauthaler, Martin, Hauser etc.) die meisten der bereits seit dem 16. Jahrhundert publizierten und oftmals unhinterfragt wiedergegebenen Vermutungen und Irrtümer richtig stellen. | | Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Erschließung von Quellenmaterial (gezielte Auffindung von historischen Quellen und deren Zugänglichkeit) immer leichter. Durch die wachsende Anzahl von neu entdeckten Quellen, wie Urkunden, Siegeln, Epitaphien, Gruften, Analen, Briefen, Tagebuchaufzeichnungen, Biographien, Kirchenbucheintragungen und alten genealogischen Tafeln, konnten viele historische Sachverhalte bezüglich der Hagenauer rekonstruiert werden. Auf Grund der daraus gewonnenen Erkenntnisse über die Herkunft, die Genealogie und das Wappen der Hagenauer, konnten Historiker (wie Koch-Sternfeld, Grassinger, Fellner, Hauthaler, Martin, Hauser etc.) die meisten der bereits seit dem 16. Jahrhundert publizierten und oftmals unhinterfragt wiedergegebenen Vermutungen und Irrtümer richtig stellen. |
| − | Zusammenfassend ergaben sich folgende historische Fakten: Das Stammwappen der Hagenauer ist ein "Dreiberg" mit "Hagenbaum". Der Dreiberg wurde in älteren Wappenbüchern manchmal auch als Berg oder Hügel blasoniert, der Hagenbaum auch als Hagenstrauch oder Ast. In persönlichen Siegeln des 13. bis 19. Jahrhunderts variierte die Darstellung des Hagenbaums (als Hagenbaum mit schrägem Ast, mit mehreren Ästen oder als Hagenstrauch) sowie des Dreibergs (als geteiltes Wappen, als Hügel oder als ein aus mehreren Hügeln zusammengesetzter Berg). Die älteste Wappendarstellung der Hagenauer hat sich am Epitaph des Hochfreien Reimprecht von Hagenau (dem Mitstifter von Seitenstetten) aus dem Jahr [[1137]] erhalten. Das Epitaph hatte der Nachkomme Otto von Hagenau 1347 aus der Filialkirche seiner Vorfahren, St. Peter am Anger, ausbauen und zusammen mit einem Grabstein seiner Eltern in der Stiftskirche St. Pölten aufstellen lassen, später wurde es abermals in den Kreuzgang versetzt. Den Hagenstrauch auf einem Dreiberg findet man in den kommenden Jahrhunderten in vielen an Urkunden angehängten und erhaltenen Siegeln der Hagenauer. So finden wir zum Beispiel 1299 das Wappen im Siegel des Seifried von Hagenau, 1367 im Siegel des Abtes von Melk Seyfried von Hagenau, 1387 im Siegel des Vogtes Karel von Hagenau und 1439 in einer von dem Edlen Georg Hagenauer gesiegelten Urkunde. Eine ebenfalls erhaltene Wappen- und Adelsbestätigung aus dem Jahr 1686 in Salzburg enthielt eine Wappenmehrung des Dreibergs mit Hagenbaum, durch zwei seitliche goldene Felder mit auffliegenden schwarzen Adlern, die Helmdecken in den Farben Salzburgs (weiß-rot, schwarz-gold). Ferner befindet sich das gemehrte Wappen der Hagenauer an errichteten Familiengruften in Salzburg, 1682 Gruft des Georgs, 1792 Gruft des Johann Lorenz´s, sowie 1786 im Siegel des [[Äbte von St. Peter|Abtes]] von [[Erzstift St. Peter|St. Peter]], [[Dominikus von Hagenauer]]. In Salzburg und Niederösterreich kann man noch heute an alten Epitaphien, Grüften, Kirchen und weltlichen Gebäuden die Wappen (Stammwappen sowie das gemehrte Wappen) der Hagenauer sehen. Aus diesen Wappendarstellungen geht hervor, dass die bayrische und daraus hervorgegangene Salzburger Linie den Flug (Adlerflügeln) als Helmzier führte, die ausgestorbenen alten österreichischen Linien hingegen Büffelhörner. | + | Zusammenfassend ergaben sich folgende historische Fakten: Das Stammwappen der Hagenauer ist ein "Dreiberg" mit "Hagenbaum". Der Dreiberg wurde in älteren Wappenbüchern manchmal auch als Berg oder Hügel blasoniert, der Hagenbaum auch als Hagenstrauch oder Ast. Bei alten Wappen war ein als "Berg" blasonierte Figur fast immer als Dreiberg dargestellt. In persönlichen Siegeln des 13. bis 19. Jahrhunderts variierte die Darstellung des Hagenbaums (als Hagenbaum mit schrägem Ast, mit mehreren Ästen oder als Hagenstrauch) sowie des Dreibergs (als geteiltes Wappen, als Hügel oder als ein aus mehreren Hügeln zusammengesetzter Berg). Die älteste Wappendarstellung der Hagenauer hat sich am Epitaph des Hochfreien Reimprecht von Hagenau (dem Mitstifter von Seitenstetten) aus dem Jahr [[1137]] erhalten. Das Epitaph hatte der Nachkomme Otto von Hagenau 1347 aus der Filialkirche seiner Vorfahren, St. Peter am Anger, ausbauen und zusammen mit einem Grabstein seiner Eltern in der Stiftskirche St. Pölten aufstellen lassen, später wurde es abermals in den Kreuzgang versetzt. Den Hagenstrauch auf einem Dreiberg findet man in den kommenden Jahrhunderten in vielen an Urkunden angehängten und erhaltenen Siegeln der Hagenauer. So finden wir zum Beispiel 1299 das Wappen im Siegel des Seifried von Hagenau, 1367 im Siegel des Abtes von Melk Seyfried von Hagenau, 1387 im Siegel des Vogtes Karel von Hagenau und 1439 in einer von dem Edlen Georg Hagenauer gesiegelten Urkunde. Eine ebenfalls erhaltene Wappen- und Adelsbestätigung aus dem Jahr 1686 in Salzburg enthielt eine Wappenmehrung des Dreibergs mit Hagenbaum, durch zwei seitliche goldene Felder mit auffliegenden schwarzen Adlern, die Helmdecken in den Farben Salzburgs (weiß-rot, schwarz-gold). Ferner befindet sich das gemehrte Wappen der Hagenauer an errichteten Familiengruften in Salzburg, 1682 Gruft des Georgs, 1792 Gruft des Johann Lorenz´s, sowie 1786 im Siegel des [[Äbte von St. Peter|Abtes]] von [[Erzstift St. Peter|St. Peter]], [[Dominikus von Hagenauer]]. In Salzburg und Niederösterreich kann man noch heute an alten Epitaphien, Grüften, Kirchen und weltlichen Gebäuden die Wappen (Stammwappen sowie das gemehrte Wappen) der Hagenauer sehen. Aus diesen Wappendarstellungen geht hervor, dass die bayrische und daraus hervorgegangene Salzburger Linie den Flug (Adlerflügeln) als Helmzier führte, die ausgestorbenen alten österreichischen Linien hingegen Büffelhörner. |
| | An Hand von Urkunden konnten Historiker auch folgende Gegebenheiten belegen: Die Herkunft deren von Hagenau war der gleichnamige Forst und Edelsitz Hagenau bei Schrobenhausen (nordwestlich von Freising), von dem sich ihr Namen ableitete. Von dort verzweigten sie sich in drei Linien, die Freisinger, die Braunauer und die Schrobenhaus´ner Linie. Ende des 14. Jahrhunderts begannen sich die Herren von Hagenau zunehmend, und seit dem 15. Jahrhundert nur mehr, Hagenauer zu nennen. Ende des 15. Jahrhunderts sind die beiden österreichischen Linien deren von Hagenau in keinen österreichischen Urkunden mehr (unter diesem Namen) zu finden und hiermit (wahrscheinlich) ausgestorben. Der bayerische Stamm bestand hingegen in Salzburg weiter und hatte sich in zwei heute noch bestehende Linien geteilt. Die ältere Linie wurde zur Wiener Linie der Barone von Hagenauer, die jüngere Linie (durch Arrogation) zur Triester Linie der Barone Locatelli-Hagenauer in Italien. | | An Hand von Urkunden konnten Historiker auch folgende Gegebenheiten belegen: Die Herkunft deren von Hagenau war der gleichnamige Forst und Edelsitz Hagenau bei Schrobenhausen (nordwestlich von Freising), von dem sich ihr Namen ableitete. Von dort verzweigten sie sich in drei Linien, die Freisinger, die Braunauer und die Schrobenhaus´ner Linie. Ende des 14. Jahrhunderts begannen sich die Herren von Hagenau zunehmend, und seit dem 15. Jahrhundert nur mehr, Hagenauer zu nennen. Ende des 15. Jahrhunderts sind die beiden österreichischen Linien deren von Hagenau in keinen österreichischen Urkunden mehr (unter diesem Namen) zu finden und hiermit (wahrscheinlich) ausgestorben. Der bayerische Stamm bestand hingegen in Salzburg weiter und hatte sich in zwei heute noch bestehende Linien geteilt. Die ältere Linie wurde zur Wiener Linie der Barone von Hagenauer, die jüngere Linie (durch Arrogation) zur Triester Linie der Barone Locatelli-Hagenauer in Italien. |