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Von den Zivilverfahren, die gegen die [[Gletscherbahnen Kaprun AG]] und die Republik Österreich eingeleitet wurden, wurde 2007 eines außergerichtlich mit einem Vergleich abgeschlossen: Ein Arzt, dessen Sohn verunglückt war, erhält von den Gletscherbahnen aus dem Titel der verschuldensunabhängigen Gefährdungshaftung laut Eisenbahn- und Kraftfahrzeughaftpflichtgesetz 220.000 Euro.
 
Von den Zivilverfahren, die gegen die [[Gletscherbahnen Kaprun AG]] und die Republik Österreich eingeleitet wurden, wurde 2007 eines außergerichtlich mit einem Vergleich abgeschlossen: Ein Arzt, dessen Sohn verunglückt war, erhält von den Gletscherbahnen aus dem Titel der verschuldensunabhängigen Gefährdungshaftung laut Eisenbahn- und Kraftfahrzeughaftpflichtgesetz 220.000 Euro.
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Ursprünglich forderten rund 240 Kläger Schadenersatz, Schmerzensgeld und Verdienstentgang in Gesamthöhe von 9,5 Mill Euro. Diese Verfahren ruhen bis zum Abschluss der Vermittlungskommission unter Leitung des Nationalbank-Gouverneurs Klaus Liebscher. Dort wird nach einer finanziellen Pauschalentschädigung für die Hinterbliebenen und Opfer der Kaprun-Tragödie gesucht. 92 Zivilklagen gegen die Gletscherbahnen ruhen derzeit.
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Ursprünglich forderten rund 240 Kläger Schadenersatz, Schmerzensgeld und Verdienstentgang in Gesamthöhe von 9,5 Mill Euro. Diese Verfahren ruhten bis zum Abschluss der Vermittlungskommission unter Leitung des Nationalbank-Gouverneurs Klaus Liebscher. Dort wurde nach einer finanziellen Pauschalentschädigung für die Hinterbliebenen und Opfer der Kaprun-Tragödie gesucht.  
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Am [[6. November]] [[2007]] erzielt die Vermittlungskommission mit den Rechtsvertretern der Opfer bzw. deren Hinterbliebenen eine weitgehende, noch vorläufige, Übereinstimmung. Für die Schmerzensgeldansprüche stehen demnach 13,4 Millionen Euro zur Verfügung, die nach einem Punktesystem vergeben werden sollen. Dieses Angebot wurde von 400 Hinterbliebenen (95%) am [[6. Februar]] [[2008]] grundsätzlich angenommen. Ab April wird entschieden werden, wie die Versicherungssumme auf die Hinterbliebenen aufgeteilt wird. Das Geld soll dann ab Juli ausbezahlt werden. Mit der möglichen Einigung würde auch ein Rechtsfrieden eintreten, der weitere Klagen unterbinden würde.
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Am [[6. November]] [[2007]] erzielte die Vermittlungskommission mit den Rechtsvertretern der Opfer bzw. deren Hinterbliebenen eine weitgehende, noch vorläufige, Übereinstimmung. Für die Schmerzensgeldansprüche stehen demnach 13,4 Millionen Euro zur Verfügung, die nach einem Punktesystem vergeben werden sollen. Dieses Angebot wurde von 400 Hinterbliebenen (95%) am [[6. Februar]] [[2008]] grundsätzlich angenommen. Am 12. Juni 2008 unterschrieben alle 451 Anspruchssteller das Vergleichsanbot über nun 13,9 Mill. Euro. Mit der Einigung sollte auch ein Rechtsfrieden eintreten, der weitere Klagen unterbinden würde.
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Im Frühjahr 2006 wurde eine Klage gegen den Staat Österreich beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eingereicht. Dieser hat die Beschwerde im Dezember 2007 zurückgewiesen.
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Am [[31. Oktober]] [[2008]] wirft ein deutscher Gutachter, der für den Heizlüfter-Hersteller "Fakir" tätig war, in einer Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft Salzburg den Sachverständigen des Prozesses "Vertuschung" vor. Das Justizministerium in Wien genehmigt die Fortführung des Verfahrens, das Oberstaatsanwaltschaft Linz entscheidet aber, das Verfahren mangels Nachweises eines vorsätzlich falsch erstatteten Gutachtens einzustellen.
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In New York führte der amerikanische Anwalt Ed Fagan einen seperaten Prozess für  Opfer und deren Angehörige. Dabei war der Anwalt selbst wegen eines Privatkonkurses vom Prozess ausgeschlossen. Das Verfahren wurde wegen der Unzuständigkeit amerikanischer Gerichte abgelehnt, Ed Fagan in weiterer Folge 2009 die Anwaltslizenz entzogen.
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===== Zivilprozess von japanischen Opferangehörigen =====
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Ein 2003 am Landesgericht Salzburg eröffneter Zivilprozess um das Kaprun-Unglück, in dem 19 japanische Opferangehörige von den Gletscherbahnen Kaprun (GBK) 627.500 Euro Schadenersatz fordern, wurde von Richter Friedrich Gruber am 28. März 2010 abgeschlossen. Das Verfahren wurde schon 2004 mit Einverständnis beider Seiten unterbrochen, um das rechtskräftige Ende des Kaprun-Strafprozesses (2005/16 Freisprüche) abzuwarten. 2008 kam es dann zwischen 451 Angehörigen der 155 Opfer und – unter anderem – der GBK zu einem von einer unabhängigen Vermittlungskommission ausgehandelten Generalvergleich. Die Hinterbliebenen, darunter die 19 Japaner, erhielten insgesamt 13,9 Mill. Euro Entschädigung. Die Japaner hatten den Vergleich unterzeichnet, der im Gegenzug mit "ewigem Ruhen" aller Verfahren verbunden ist.
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Unmittelbar nach Unterzeichnung lehnten die japanischen Opferangehörigen die Vereinbarung aber ab – sie sei angeblich "arglistig" zustande gekommen. Jahrelang passierte im Zivilverfahren dann nichts – ehe die Gletscherbahnen im August 2009 eine Fortsetzung des unterbrochenen Prozesses beantragten – mit dem Begehren der Feststellung, dass der Kommissionsvergleich sehr wohl wirksam sei. Zudem, sagt GBK-Anwalt Thomas Frad, sei neben der "Unschlüssigkeit" der Klage ohnehin bereits Verjährung eingetreten, da die vom Wiener Anwalt Gerhard Podovsovnik vertretenen Kläger das Verfahren "nicht gehörig fortgesetzt" hätten.  
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Am [[31. Oktober]] [[2008]] wirft ein deutscher Gutachter, der für den Heizlüfter-Hersteller "Fakir" tätig war, in einer Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft Salzburg den Sachverständigen des Prozesses "Vertuschung" vor. Das Justizministerium in Wien genehmigt die Fortführung des Verfahrens.
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In New York führt der amerikanische Anwalt Ed Fagan einen seperaten Prozess für  Opfer und deren Angehörige. Derzeit ist der Anwalt selbst aber vom Prozess ausgeschlossen. Er war 2007 in Privatkonkurs gegangen, die Richterin sieht einen Interessenskonflikt. Urteil ist in diesem Prozess noch keines gesprochen.
      
==Die Gedenkstätte==
 
==Die Gedenkstätte==
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==Quelle==
 
==Quelle==
 
*Salzburger Nachrichten
 
*Salzburger Nachrichten
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==Weblinks==
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[http://www.kaprun-tunnelkatastrophe.at/ Gedenkseite der Tunnelkatastrophe]
      
[[Kategorie:Geschichte|Gletscherbahn Kaprun, Brandkastastrophe der]]
 
[[Kategorie:Geschichte|Gletscherbahn Kaprun, Brandkastastrophe der]]