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[[Datei:Hagenau-Wappen Sm.png|thumb|Stammwappen der Herren von Hagenau, Helmzier der österreichischen Linien]]
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Die '''Hagenauer''' sind ein altes ursprünglich bairisches Geschlecht, das im Jahr [[994]] mit dem Freisinger Bischof ''"Gottschalcus ex stirpe nobilium de Hagenau"'' erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sie stammen aus der Gegend um Freising in [[Bayern]]; ihr Stammsitz bei Schrobenhausen (nordwestlich von Freising) war der Forst und Edelsitz Hagenau, von dem sich ihr Namen ableitet.   
 
Die '''Hagenauer''' sind ein altes ursprünglich bairisches Geschlecht, das im Jahr [[994]] mit dem Freisinger Bischof ''"Gottschalcus ex stirpe nobilium de Hagenau"'' erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sie stammen aus der Gegend um Freising in [[Bayern]]; ihr Stammsitz bei Schrobenhausen (nordwestlich von Freising) war der Forst und Edelsitz Hagenau, von dem sich ihr Namen ableitet.   
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[[Datei:Urkunde Bischof Reginbert von Hagenau.jpg|miniatur|Urkunde des Reginbert von Hagenau, Bischof von Passau, 1147]] Im Jahr [[994]] wird in einer Urkunde "''Gottschalcus ex stirpe nobilium de Hagenau''" (Gottschalk aus dem edlen Geschlecht von Hagenau) und somit erstmals das Geschlecht der Hagenauer genannt. Mit diesem Freisinger Bischof Gottschalk von Hagenau (992 - 1005) begann der einstweilige Aufstieg des Geschlechts. Im Zuge der Missionierung, Erschließung und Rodung neuer Territorien des altbayrischen Stammesgebietes siedelten im 11. Jahrhundert einige edelfreie Herren von Hagenau in Richtung südöstlicher Grenze. Dort bekleideten sie Ämter der [[Salzburger Kirchenprovinz|Suffraganbistümer]] Salzburgs als Vögte des Hochstiftes Freising, des Hochstiftes Regensburg und zumeist des Hochstiftes [[Passau]]. Die Hagenauer von Hagenau hatten sich Ende des 11. Jahrhunderts in drei Linien verzweigt und besaßen neben ihren drei Stammsitzen (bei Freising in Bayern, bei Braunau am Inn in Oberösterreich und bei Böheimkirchen in Niederösterreich) eine große Anzahl von Lehen. Im 13. Jahrhundert begann, bedingt durch die Veränderung der sozialen Strukturen, durch den Niedergang des Hochstiftes Freising und durch den Aufstieg der Wittelsbacher, der Abstieg der Hagenauer. Unter den Urkunden des [[14. Jahrhundert|14.]] und 15. Jahrhunderts befanden sich viele Verkaufsurkunden sowie Urkunden über die Einziehung ihrer Güter. Etliche aus dem Geschlecht der Freien von Hagenau begaben sich in den Schutz aufstrebender Städte des Mittelalters, wie St. Pölten, Wien, Klosterneuburg oder München, wo sie als Patrizier und Bürger genannt wurden. Schließlich erlosch die oberösterreichische sowie die niederösterreichische Linie der Hagenauer (im 13. und im 15. Jahrhundert), wobei die Freisinger Linie keine Besitzungen oder Lehen übernehmen konnte. Letztendlich war die Freisinger Linie verarmt und im Zuge dieses Schmalkaldischen Krieges zogen zehntausende Landsknechte plündernd und brandschatzend durch die Gegend. So wanderte einer der letzten Hagenauer der bayrischen Linie in das Erzbistum Salzburg aus, wo er eine neue Linie begründete. Nach Salzburg bestanden ja bereits vor 1500 urkundlich belegte Kontakte zu alteingesessenen Patrizier-Familien, die hohe Stellungen (wie [[Erzbischof|Erzbischöfe]] oder [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]]) in Salzburg inne hatten.
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[[Datei:Urkunde Bischof Reginbert von Hagenau.jpg|miniatur|hochkant|Urkunde des Reginbert von Hagenau, Bischof von Passau, 1147]] Im Jahr [[994]] wird in einer Urkunde "''Gottschalcus ex stirpe nobilium de Hagenau''" (Gottschalk aus dem edlen Geschlecht von Hagenau) und somit erstmals das Geschlecht der Hagenauer genannt. Mit diesem Freisinger Bischof Gottschalk von Hagenau (992 - 1005) begann der einstweilige Aufstieg des Geschlechts. Im Zuge der Missionierung, Erschließung und Rodung neuer Territorien des altbayrischen Stammesgebietes siedelten im 11. Jahrhundert einige edelfreie Herren von Hagenau in Richtung südöstlicher Grenze. Dort bekleideten sie Ämter der [[Salzburger Kirchenprovinz|Suffraganbistümer]] Salzburgs als Vögte des Hochstiftes Freising, des Hochstiftes Regensburg und zumeist des Hochstiftes [[Passau]]. Die Hagenauer von Hagenau hatten sich Ende des 11. Jahrhunderts in drei Linien verzweigt und besaßen neben ihren drei Stammsitzen (bei Freising in Bayern, bei Braunau am Inn in Oberösterreich und bei Böheimkirchen in Niederösterreich) eine große Anzahl von Lehen. Im 13. Jahrhundert begann, bedingt durch die Veränderung der sozialen Strukturen, durch den Niedergang des Hochstiftes Freising und durch den Aufstieg der Wittelsbacher, der Abstieg der Hagenauer. Unter den Urkunden des [[14. Jahrhundert|14.]] und 15. Jahrhunderts befanden sich viele Verkaufsurkunden sowie Urkunden über die Einziehung ihrer Güter. Etliche aus dem Geschlecht der Freien von Hagenau begaben sich in den Schutz aufstrebender Städte des Mittelalters, wie St. Pölten, Wien, Klosterneuburg oder München, wo sie als Patrizier und Bürger genannt wurden. Schließlich erlosch die oberösterreichische sowie die niederösterreichische Linie der Hagenauer (im 13. und im 15. Jahrhundert), wobei die Freisinger Linie keine Besitzungen oder Lehen übernehmen konnte. Letztendlich war die Freisinger Linie verarmt und im Zuge dieses Schmalkaldischen Krieges zogen zehntausende Landsknechte plündernd und brandschatzend durch die Gegend. So wanderte einer der letzten Hagenauer der bayrischen Linie in das Erzbistum Salzburg aus, wo er eine neue Linie begründete. Nach Salzburg bestanden ja bereits vor 1500 urkundlich belegte Kontakte zu alteingesessenen Patrizier-Familien, die hohe Stellungen (wie [[Erzbischof|Erzbischöfe]] oder [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]]) in Salzburg inne hatten.
    
=== Die Salzburger Linie ===
 
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[[Datei:Baronesse amelie de hagenauer.jpg|miniatur|Amélie Baronin von Hagenauer (Baronne Amélie de Hagenauer), Audienz bei Papst Leo XIII. 1888]] Die napoleonischen Kriege hatten Salzburg und die Hagenauer in eine tiefe Krise gestürzt. 1810 war Salzburg als [[Salzachkreis]] nun bayerische Provinz geworden und von 1814 bis 1854 kam das Land Salzburg als fünfter Kreis zu "Österreich ob der Enns" (Oberösterreich) mit dem Verwaltungssitz in Linz. Obwohl die Hagenauer in Salzburg noch auf Schloss Mönchstein, am [[Gurkerhof]] und auf der [[Burg Radeck]] saßen, übersiedelte die nachfolgende Generation bereits in die neue Hauptstadt des Salzachkreises nach Linz. In Linz bekleideten sie als k.k. Landesbeamte die Ämter des Registratur-Direktors sowie des Landes-Baudirektors. Das gesellschaftliches Umfeld der Hagenauer bestand nun hauptsächlich aus anderen adelige Beamtenfamilien, hohen Vertretern des Klerus, sowie vielen heute noch bekannten Künstlern wie Franz Schubert, Adalbert Stifter, Moritz von Schwind etc.. Um 1870 übersiedelte Franz de Paula von Hagenauer von Linz nach Wien, sein Neffe Arnold folgte ihm später dorthin. Die anderen Linzer Hagenauer starben, ohne jedoch männliche Nachkommen zu hinterlassen. In Wien wurde Arnold von Hagenauer während des Studiums der Veterinärmedizin zunehmend als Schriftsteller tätig. Schließlich gab er sich der Schriftstellerei vollends hin, blieb unverheiratet und starb bei einem Unfall. Sein bereits früher nach Wien gezogener Onkel Franz de Paula war in Wien Direktor einer Triester Assekuranz, in der er ausschließlich kirchliche Gebäude in der Monarchie versichert hatte. Er betätigte sich, wie viele seiner Vorfahren und Nachkommen auch, sehr aktiv in der katholischen Kirche. Papst Leo XIII. verlieh dem "''Nobile Francesco de Hagenauer di Salisburgo''" für seine Verdienste um die römisch-katholische Kirche, als auch "''für die Verdienste seiner Vorfahren''", die erbliche römische Baronie. Sein Sohn Simon (II.) Baron von Hagenauer heiratete in die in Wien lebende französisch-italienische Bankiersfamilie Thomas, zu deren Freundes- und Bekanntenkreis eine große Anzahl von Künstlern zählten (Francesco Pollini, Gaetano Donizetti, Giovani Fadolini, Franz Liszt, Jacques Offenbach oder Ernst Lafite), vornehmlich jedoch Musiker. Mit den Lateranverträgen von 1929 wurde die päpstliche Baronie der Hagenauer im Königreich Italien rückwirkend anerkannt und per späteren Dekret als italienischer Adel auf alle Nachkommen beiderlei Geschlechts ausgedehnt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich 1938 wurde Hofrat Simon (III.) Baron von Hagenauer, für den eine führende Stelle beim Obersten Gerichtshofs (OGH) vorgesehen gewesen war, massiv unter Druck gesetzt. Infolge seiner streng katholischen Gesinnung wurde er genötigt, seine Entlassung aus dem Staatsdienst einzureichen. Die 1940 verwitwete Berta Baronin von Hagenauer war in Wien auf Grund ihrer ebenso religiösen Überzeugung in einer Widerstandsgruppe gegen das [[NS]]-Regime tätig. Sie wurde von der Gestapo verhaftet, inhaftiert und gefoltert. Ihr Sohn Wolfgang, der 1940 auf ein Schweizer Internat (St. Gallen) geschickt worden war um ihn der NS-Propaganda zu entziehen, leistete später in den Bergen Liguriens (Küstenregion in Nordwestitalien) bewaffneten Widerstand gegen das totalitäre Regime des Faschismus und das NS-Regime. Seine Söhne sandte er in den 1970er Jahren auf ein Salzburger Internat, deren zahlreiche Nachkommen heute in Wien leben.
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[[Datei:Baronesse amelie de hagenauer.jpg|miniatur|hochkant|Amélie Baronin von Hagenauer (Baronne Amélie de Hagenauer), Audienz bei Papst Leo XIII. 1888]] Die napoleonischen Kriege hatten Salzburg und die Hagenauer in eine tiefe Krise gestürzt. 1810 war Salzburg als [[Salzachkreis]] nun bayerische Provinz geworden und von 1814 bis 1854 kam das Land Salzburg als fünfter Kreis zu "Österreich ob der Enns" (Oberösterreich) mit dem Verwaltungssitz in Linz. Obwohl die Hagenauer in Salzburg noch auf Schloss Mönchstein, am [[Gurkerhof]] und auf der [[Burg Radeck]] saßen, übersiedelte die nachfolgende Generation bereits in die neue Hauptstadt des Salzachkreises nach Linz. In Linz bekleideten sie als k.k. Landesbeamte die Ämter des Registratur-Direktors sowie des Landes-Baudirektors. Das gesellschaftliches Umfeld der Hagenauer bestand nun hauptsächlich aus anderen adelige Beamtenfamilien, hohen Vertretern des Klerus, sowie vielen heute noch bekannten Künstlern wie Franz Schubert, Adalbert Stifter, Moritz von Schwind etc.. Um 1870 übersiedelte Franz de Paula von Hagenauer von Linz nach Wien, sein Neffe Arnold folgte ihm später dorthin. Die anderen Linzer Hagenauer starben, ohne jedoch männliche Nachkommen zu hinterlassen. In Wien wurde Arnold von Hagenauer während des Studiums der Veterinärmedizin zunehmend als Schriftsteller tätig. Schließlich gab er sich der Schriftstellerei vollends hin, blieb unverheiratet und starb bei einem Unfall. Sein bereits früher nach Wien gezogener Onkel Franz de Paula war in Wien Direktor einer Triester Assekuranz, in der er ausschließlich kirchliche Gebäude in der Monarchie versichert hatte. Er betätigte sich, wie viele seiner Vorfahren und Nachkommen auch, sehr aktiv in der katholischen Kirche. Papst Leo XIII. verlieh dem "''Nobile Francesco de Hagenauer di Salisburgo''" für seine Verdienste um die römisch-katholische Kirche, als auch "''für die Verdienste seiner Vorfahren''", die erbliche römische Baronie. Sein Sohn Simon (II.) Baron von Hagenauer heiratete in die in Wien lebende französisch-italienische Bankiersfamilie Thomas, zu deren Freundes- und Bekanntenkreis eine große Anzahl von Künstlern zählten (Francesco Pollini, Gaetano Donizetti, Giovani Fadolini, Franz Liszt, Jacques Offenbach oder Ernst Lafite), vornehmlich jedoch Musiker. Mit den Lateranverträgen von 1929 wurde die päpstliche Baronie der Hagenauer im Königreich Italien rückwirkend anerkannt und per späteren Dekret als italienischer Adel auf alle Nachkommen beiderlei Geschlechts ausgedehnt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich 1938 wurde Hofrat Simon (III.) Baron von Hagenauer, für den eine führende Stelle beim Obersten Gerichtshofs (OGH) vorgesehen gewesen war, massiv unter Druck gesetzt. Infolge seiner streng katholischen Gesinnung wurde er genötigt, seine Entlassung aus dem Staatsdienst einzureichen. Die 1940 verwitwete Berta Baronin von Hagenauer war in Wien auf Grund ihrer ebenso religiösen Überzeugung in einer Widerstandsgruppe gegen das [[NS]]-Regime tätig. Sie wurde von der Gestapo verhaftet, inhaftiert und gefoltert. Ihr Sohn Wolfgang, der 1940 auf ein Schweizer Internat (St. Gallen) geschickt worden war um ihn der NS-Propaganda zu entziehen, leistete später in den Bergen Liguriens (Küstenregion in Nordwestitalien) bewaffneten Widerstand gegen das totalitäre Regime des Faschismus und das NS-Regime. Seine Söhne sandte er in den 1970er Jahren auf ein Salzburger Internat, deren zahlreiche Nachkommen heute in Wien leben.
    
==== Der Triester Zweig ====
 
==== Der Triester Zweig ====
 
: ''Hauptartikel: [[Hagenauer - der Triester Zweig]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Hagenauer - der Triester Zweig]]''
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[[Datei:Foto, Gruft Barone Locatelli de Hagenauer, Görz.JPG|miniatur|Familiengruft der Barone Locatelli - Hagenauer in Gorizia]][[1775]] hatte Ignaz Joachim von Hagenauer, der Begründer des Triester Zweiges, in der (damals noch österreichischen) Hafenstadt Triest sehr erfolgreich ein Handelshaus gegründet. Nach etlichen Schwierigkeiten während der napoleonischen Zeit gelang es ihm aber wieder das Handelshaus zum ersten Haus von Triest zu machen. 1814 wurde die Versicherungsgesellschaft "Assicuratori Marittimi" von Ignaz Joachim von Hagenauer mitbegründet, deren Direktor er wurde. Nach 1819 erwarben die Hagenauer die Villa Murat (Schloss der Caroline Bonaparte, Königin von Neapel) in Triest. Als Ignaz 1824 starb, übernahmen seine zwei Söhnen Johann Lorenz und Josef Paul das Handelshaus. Der ältere, Johann Lorenz (III.), wurde später Direktor der Lloyd Austriaco Versicherungsanstalt, sowie Vize-Präsident des constituirenden ersten österreichischen Reichstags in Triest (Partei Graf Stadion). Sein Bruder Josef Paul war ausschließlich als Handelsherr tätig, starb jedoch früh. Dessen Sohn Ignaz führte als Student und später beim Militär ein bewegtes Leben (Affären, Duelle, Spielschulden etc.). Nachdem Ignaz die k.k. Armee verlassen mußte, gründete er auf seinem Gut eine Reitschule für die gehobene Triester Gesellschaft, auf dem er jedoch bald verstarb. Sein Sohn Pyrrhus von Hagenauer wuchs auf diesem Reitgut auf und wurde einer der besten Reiter in der k.u.k. Armee. Durch seine Heirat und Arrogation in das alte österreichische Adelsgeschlecht der Freiherren Locatelli von Eulenburg und Schönfeld (aus Friaul) wurde Pyrrhus sehr vermögend. 1923 erhielt ''"nobile Pyrrhus de Hagenauer"'' durch die königliche Consulta Araldica per Dekret die Bestätigung seines Freiherrenstandes im Königreich Italien mit dem Titel ''"di barone del S.R.I. di Eulenburg ed Schönfeld"''. Sein älterer Sohn Carl Georg Baron von Locatelli-Hagenauer starb während dessen Pilotenausbildung bei der königlichen italienischen Luftwaffe bereits 1942. Jedoch setzte sein jüngerer Sohn Alexander (1924 - 1987) durch die Adoption seines Stiefsohnes George Albert die Triester Linie fort. Dessen Nachkommen leben heute in Lucca und Florenz.
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[[Datei:Foto, Gruft Barone Locatelli de Hagenauer, Görz.JPG|miniatur|hochkant|Familiengruft der Barone Locatelli - Hagenauer in Gorizia]][[1775]] hatte Ignaz Joachim von Hagenauer, der Begründer des Triester Zweiges, in der (damals noch österreichischen) Hafenstadt Triest sehr erfolgreich ein Handelshaus gegründet. Nach etlichen Schwierigkeiten während der napoleonischen Zeit gelang es ihm aber wieder das Handelshaus zum ersten Haus von Triest zu machen. 1814 wurde die Versicherungsgesellschaft "Assicuratori Marittimi" von Ignaz Joachim von Hagenauer mitbegründet, deren Direktor er wurde. Nach 1819 erwarben die Hagenauer die Villa Murat (Schloss der Caroline Bonaparte, Königin von Neapel) in Triest. Als Ignaz 1824 starb, übernahmen seine zwei Söhnen Johann Lorenz und Josef Paul das Handelshaus. Der ältere, Johann Lorenz (III.), wurde später Direktor der Lloyd Austriaco Versicherungsanstalt, sowie Vize-Präsident des constituirenden ersten österreichischen Reichstags in Triest (Partei Graf Stadion). Sein Bruder Josef Paul war ausschließlich als Handelsherr tätig, starb jedoch früh. Dessen Sohn Ignaz führte als Student und später beim Militär ein bewegtes Leben (Affären, Duelle, Spielschulden etc.). Nachdem Ignaz die k.k. Armee verlassen mußte, gründete er auf seinem Gut eine Reitschule für die gehobene Triester Gesellschaft, auf dem er jedoch bald verstarb. Sein Sohn Pyrrhus von Hagenauer wuchs auf diesem Reitgut auf und wurde einer der besten Reiter in der k.u.k. Armee. Durch seine Heirat und Arrogation in das alte österreichische Adelsgeschlecht der Freiherren Locatelli von Eulenburg und Schönfeld (aus Friaul) wurde Pyrrhus sehr vermögend. 1923 erhielt ''"nobile Pyrrhus de Hagenauer"'' durch die königliche Consulta Araldica per Dekret die Bestätigung seines Freiherrenstandes im Königreich Italien mit dem Titel ''"di barone del S.R.I. di Eulenburg ed Schönfeld"''. Sein älterer Sohn Carl Georg Baron von Locatelli-Hagenauer starb während dessen Pilotenausbildung bei der königlichen italienischen Luftwaffe bereits 1942. Jedoch setzte sein jüngerer Sohn Alexander (1924 - 1987) durch die Adoption seines Stiefsohnes George Albert die Triester Linie fort. Dessen Nachkommen leben heute in Lucca und Florenz.
    
== Persönlichkeiten ==
 
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: ''Hauptartikel: [[Hagenauer - Stand und Wappen]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Hagenauer - Stand und Wappen]]''
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[[Datei:Siegel Hagenauer 14. Jahrhundert.jpg|miniatur|Siegel des Karel von Hagenau (auch Hagenauer), 1387]] Die Hagenauer wurden in ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr [[994]] bereits als adeliges Geschlecht genannt. Im 13. Jahrhundert begann der Abstieg der ehemals edelfreien Hagenauer, die sich in die [[Ministerialen|Ministerialität]] und in den Schutz aufstrebender Städte begaben. Im 14. und 15. Jahrhundert führte dies zum Verkauf ihrer verbliebenen Lehensrechte, Bergrechte, Vogtrechte, des Zehents und der Güter, sowie des letzten Stammsitzes in Bayern. Bereits um 1500 waren die Herren von Hagenau verarmt und ihr Adel infolge von Mesalliance verdunkelt. Ab dem 16. Jahrhundert gelang ihnen in Salzburg erneut der Aufstieg und im 17. Jahrhundert erhielten die Herren Hagenauer die Bestätigung ihres alten Adelswappens mit Wappenmehrung durch den kaiserlichen Palatin. Im 18. Jahrhundert wurde Mitgliedern des Geschlechts vom Salzburger Erzbischof als auch vom Passauer Fürstbischof das Adelsprädikat bestätigt. Der Wiener Linie wurde im 19. Jahrhundert das päpstliche Baronat (schwarzer Adel) verliehen. Per späteren Dekret wurde der erbliche italienische Freiherrenstand mit Ausdehnung auf alle Nachkommen beiderlei Geschlechts für das Königreich Italien (weißer Adel) rückwirkenden anerkannt. Auch die Triester Linie Locatelli-Hagenauer erhielt nach Adelsarrogation die spätere Anerkennung ihres Freiherrenstandes im Königreich Italien (weißer Adel).  
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[[Datei:Siegel Hagenauer 14. Jahrhundert.jpg|miniatur|hochkant|Siegel des Karel von Hagenau (auch Hagenauer), 1387]] Die Hagenauer wurden in ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr [[994]] bereits als adeliges Geschlecht genannt. Im 13. Jahrhundert begann der Abstieg der ehemals edelfreien Hagenauer, die sich in die [[Ministerialen|Ministerialität]] und in den Schutz aufstrebender Städte begaben. Im 14. und 15. Jahrhundert führte dies zum Verkauf ihrer verbliebenen Lehensrechte, Bergrechte, Vogtrechte, des Zehents und der Güter, sowie des letzten Stammsitzes in Bayern. Bereits um 1500 waren die Herren von Hagenau verarmt und ihr Adel infolge von Mesalliance verdunkelt. Ab dem 16. Jahrhundert gelang ihnen in Salzburg erneut der Aufstieg und im 17. Jahrhundert erhielten die Herren Hagenauer die Bestätigung ihres alten Adelswappens mit Wappenmehrung durch den kaiserlichen Palatin. Im 18. Jahrhundert wurde Mitgliedern des Geschlechts vom Salzburger Erzbischof als auch vom Passauer Fürstbischof das Adelsprädikat bestätigt. Der Wiener Linie wurde im 19. Jahrhundert das päpstliche Baronat (schwarzer Adel) verliehen. Per späteren Dekret wurde der erbliche italienische Freiherrenstand mit Ausdehnung auf alle Nachkommen beiderlei Geschlechts für das Königreich Italien (weißer Adel) rückwirkenden anerkannt. Auch die Triester Linie Locatelli-Hagenauer erhielt nach Adelsarrogation die spätere Anerkennung ihres Freiherrenstandes im Königreich Italien (weißer Adel).  
    
Das Hagenauer Stammwappen, das in vielen Urkunden, an Grabstätten und Gebäuden zu finden ist, zeigt einen Dreiberg mit Hagenbaum (-strauch). Aus dem Jahr [[1137]] stammt die älteste Darstellung des Wappens, das auf dem Epitaph des Reimprecht von Hagenau abgebildet ist (heute Stift St. Pölten, Niederösterreich). Im 17. Jahrhundert erhielten die Hagenauer in Salzburg eine Wappenmehrung mit zwei schwarzen auffliegenden Adlern auf goldenem Grund, die Helmdecke nun in den Farben Salzburgs (rot-weiß, schwarz-gold) tingiert.
 
Das Hagenauer Stammwappen, das in vielen Urkunden, an Grabstätten und Gebäuden zu finden ist, zeigt einen Dreiberg mit Hagenbaum (-strauch). Aus dem Jahr [[1137]] stammt die älteste Darstellung des Wappens, das auf dem Epitaph des Reimprecht von Hagenau abgebildet ist (heute Stift St. Pölten, Niederösterreich). Im 17. Jahrhundert erhielten die Hagenauer in Salzburg eine Wappenmehrung mit zwei schwarzen auffliegenden Adlern auf goldenem Grund, die Helmdecke nun in den Farben Salzburgs (rot-weiß, schwarz-gold) tingiert.

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