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, 07:52, 26. Mär. 2015
'''Ludwig Mooser''' (* [[30. Jänner]] [[1807]] in [[Wien]]; † [[22. Mai]] [[1881]] in Hatvan) arbeitete in Salzburg und Ungarn als [[Orgelbauer|Orgel-]] und Klavierbauer.
Er unterschrieb vor 1845 mit Louis Mooser,<ref>z.B. 1836 den Kostenvoranschlag für eine Reparatur der Orgel in [[Maria Plain#Orgeln|Maria Plain]]: ''Blein am 11. 8. ''[18]''36'' […] ''Louis Mooser [[Manu propria|m.p.]] Orgelbaumeister''. Zitiert nach: Roman Matthias Schmeißner: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg.'' Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 262.</ref> in Ungarn scheint er als Lajos Mooser auf. In wenigen Publikationen wurde sein Familienname nicht korrekt, nämlich ''Moser'', wiedergegeben.
== Leben ==
Ludwig war Sohn des Wiener Orgel- und Klavierbauers Peter Anton Mooser, der als Erfinder des platzsparenden damals sogenannten ''Winkelfortepianos'' gilt. Sein Vater starb, als er 15 Jahre alt war und bei ihm in die Lehre ging. Daraufhin zog er zuerst in die Steiermark, weiter nach Kärnten und 1826 nach Salzburg. Nach Anfangserfolgen als Orgelbauer in Salzburg erhielt er den Auftrag, die Salzburger Domorgel zu reparieren, entschied sich aber eigenmächtig, während er diese Arbeiten durchführte, für einen kompletten Neubau. Als ihm dann der von ihm geforderte fünffache Betrag für den Neubau nicht ausbezahlt wurde, musste er [[1845]] Konkurs anmelden. Danach konnte er erst allmählich wieder wirtschaftlichen Aufstieg verzeichnen, Indiz dafür ist der Umstand, dass er z.B. jährlich etwa zwei Dutzend neue Pianos ausliefern konnte.
Beim Klanglichen Aufbau seiner Orgeln hatte Mooser, zumindest sind diese in Pfarrkirche St. Laurentius in Altheim ablesbar, ''Materialregeln für seine Register. Die tiefen Pfeifen sind aus Fichtenholz gefertigt. Mit steigender Tonleiter wechselte'' er ''auf Fichte mit Eichendeckel und im weiteren Verlauf auf Ahorn mit Eiche. Als zusätzliche Besonderheit setzte Mooser bei den großen Pfeifen Anblaskanten aus Eiche ein''. Klangliche zeichneten sich seine Instrumente durch ihren ''freundlichen, milden und hellen Klang der Metallpfeifen'' aus, das ''Pleno der Orgel klingt weniger scharf als breit und tragend, was die Hinneigung zum frühromantischen Orgelklang unterstreicht. Die hölzernen Register sind in ihrer klanglichen Wirkung als farbig und füllig zu bezeichnen''. Mooser beschriftete seine angefertigten Pfeifen: die Metallpfeifen tragen gravierte Tonbuchstaben, die Registernamen sind ''in die jeweils größte Pfeife eingeritzt''.<ref>Sebastiaan Friedrich Blank: ''Die Mooser-Orgel der Pfarrkirche Altheim aus der Sicht des Orgelbauers''. In: ''Ludwig-Mooser-Orgel St. Laurentius, Altheim'', hg. vom Orgelbauverein Altheim 1994, S. 14.</ref>
Mooser richtete seine Werkstätte in einem großzügigen Anwesen mit der Anschrift ''Froschheim 12'' ein, das seinerzeit ''Villa Haimerle'' genannt wurde, damals näher an der [[Salzach]] lag und eine Schiffsanlegestelle hatte. Diese Villa war 1685 von [[Giovanni Gaspare Zuccalli|Zuccalli]] als Schloss errichtet worden und trug ursprünglich die Namen ''Schloss Schöneck'' und ''Caspisschlössl'', heute ist darin ein Pfarramt und ein Kindergarten untergebracht.
Moosers Arbeitsweise und die Qualität seiner größeren Instrumente gaben oft Anlass zur Klage. Unter Berufung auf [[Anton Bruckner]]s Gutachten aus dem Jahre 1855 zum Zustand der erst [[1849]] von Mooser erbauten Orgel der Linzer Stadtpfarrkirche meinte z.B. Johann Baptist Schiedermayer jun. am 2. Jänner 1856, der Zustand der Orgel sei ''wirklich in diesem Augenblicke ein so jämmerlicher, daß nicht nur bey den in dieser heiligen Zeit öfter stattgefundenen Hochämtern durch das Steckenbleiben der Tasten und des Pedals eine größere Störung herbey geführt wurde, sodaß der Organist die größte Mühe'' habe ''das gewöhnliche Segen- und Messlied zu spielen.'' Mooser reagierte gekränkt und fand die Erklärung des ''gegenwärtigen'' Organisten anmaßend, insbesondere, weil der (= Anton Bruckner) sich ''nicht entblödet'' hätte, ''mir vis a vis im Prinzip der Orgelbaukunst über mein Werk böswillig zu urteilen''.<ref> Zitiert nach: Elisabeth Maier: ''Anton Bruckner als Linzer Dom- und Stadtpfarrorganist''. Aspekte einer Berufung. Mit einem Beitrag von Ikarus Kaiser: ''Der Dom- und Stadtpfarrkapellmeister Karl Borromäus Waldeck und die Orgel der Stadtpfarrkirche in Linz'', Wien 2009 (Anton Bruckner, Dokumente und Studien, hrsg. von Theophil Antonicek, in Zusammenarbeit mit Andreas Lindner und Klaus Petermayr, Band 15), S. 32.</ref>
Im August 1858 reiste Mooser mit acht neuen Orgel nach Ungarn ab, per Schiff, das er extra für diesen Zweck hatte erbauen lassen und das anscheinend von der Anlegestelle, die zur ''Villa Haimerle'' gehört hatte, ablegt war. Die [[Westbahn|Elisabethbahn]] wurde erst [[1860]] in Betrieb genommen.
Wegen der vielen Aufträge aus der Donaumonarchie und dem Tod seiner Frau 1863 entschied er sich, mit seinen Söhnen Josef und Karl seine Werkstätte nach Eger (deutsch: Erlau) in Ungarn zu verlegen, während seine Tochter Josefa den Betrieb in Salzburg weiterführen sollte. Verursacht durch sein wirtschaftlich ungeschicktes Verhalten starb Ludwig Mooser verarmt und zudem krank 1881 in Ungarn.
== Werkliste (Auswahl) ==
Die Tabelle führt einige seiner nachgewiesenen Neubauten auf.
{| class="wikitable sortable" width="100%"
|- class="hintergrundfarbe5"
! Jahr !! Ort !! Gebäude !! class=unsortable style="width:160px" | Bild !! Manuale !! Register !! class="unsortable" | Bemerkungen
|-
|1835
|Heiligenstadt (Gemeinde Neuhaus)
|Pfarrkirche
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|1836
|[[Salzburg]]
|[[Stiftskirche Sankt Peter]]
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|-
|1839
|Kirchberg (Gemeinde Klein Sankt Paul)
|Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria im Moos
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|-
|1839
|[[Strobl]]
|Pfarrkirche
|
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|1839
|Pischelsdorf am Engelbach
|Pfarrkirche
|
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|-
|1839
|St. Georgen am Fillmannsbach
|Pfarrkirche
|
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|1840
|[[Mauterndorf]]
|Filialkirche
|
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|-
|1841
|[[St. Gilgen]]
|[[Pfarrkirche Sankt Gilgen|Pfarrkirche]]
|[[Datei:Ludwig Mooser Orgel St. Gilgen Aufnahme 1982.jpg|160x160px]]
| I/P
| 9
|Der Mittelteil ist von Mooser, die Seitenteile fertigte Hans Mertel 1913; nicht erhalten.
|-
|1843
|[[Hallwang]]
|Pfarrkirche
|
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*
|-
|1844
|[[Elsbethen]]
|[[Pfarrkirche zur Heiligen Elisabeth (Elsbethen)|Pfarrkirche zur Heiligen Elisabeth]]
|
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|-
|1844
|[[Ostermiething]]
|Pfarrkirche
|
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|-
|1844
|Salzburg
|Pfarrkirche St. Andrä
|
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|-
|1842–1845
|Salzburg
|[[Salzburger Dom]]
|
|III/P
|60
|Mooser baute das Instrument eigenmächtig um und erweiterte es um 18 Stimmen. In Folge musste er [[Insolvenz|Konkurs]] anmelden.
→ Artikel: [[Salzburger Dom#Geschichte der Orgeln|Orgel]]
|-
|1840/45
|Altheim (Oberösterreich)
|Pfarrkirche St. Laurentius
|[[Datei:Ludwig Mooser- Sebastiaan F. Blank; St. Laurentius (Altheim) 1845 1994 1.jpg|160x160px]]
| II/P
| 21
|Mehrmals Umgebaut und 1994 im Stile Moosers rekonzeptioniert.<ref>Thomas Pumberger: ''Geschichte der Orgel zu St. Laurentius''. In: ''Ludwig-Mooser-Orgel St. Laurentius, Altheim'', hg. vom Orgelbauverein Altheim 1994, S. 3-8.</ref>
→ Artikel: [[Pfarrkirche St. Laurentius (Altheim)#Orgel|Orgel]]
|-
|1845
|Salzburg
|Blasiuskirche
|
|
|
|
|-
|1845
|[[Großgmain]]
|[[Pfarrkirche Großgmain|Pfarr- und Wallfahrtskirche]]
| align="center" | [[Datei:Louis Mooser Großgmain 1844.jpg|200x200px]]Entwurf vom 22. Mai 1844, gezeichnet: ''Louis Mooser''
|II/P
|17
|Die Orgel ist praktisch komplett erhalten. Im Jahr 2000 wurde das Instrument von Johann Pieringer restauriert.
→ Artikel: [[Pfarrkirche Großgmain#Orgel|Orgel]]
|-
|1846
|[[Lamprechtshausen]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1846
|[[Arnsdorf (Gemeinde Lamprechtshausen)|Arnsdorf]]
|Wallfahrtskirche [[Maria im Mösl]]
|[[Datei:Arnsdorf 027.JPG|160x160px]]
|I/P
|8
|Das Instrument war 1744 von Andreas Mitterreiter aus [[Altötting]] erbaut worden. [[Franz Xaver Gruber (Komponist)|Franz Xaver Gruber]] beklagte, dass die Orgel ''Cornet gestimmt'' sei. 1846 baute Ludwig Mooser die Orgel um, sie ist in diesem Zustand erhalten.<ref>Roman Matthias Schmeißner: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg''. Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 11–13.</ref>
→ Artikel: [[Maria im Mösl#Orgel|Orgel]]
|-
|1846
|Spital am Pyhrn
|Stift Spital am Pyhrn
|
|
|
|
|-
|1847
|[[Eugendorf]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1847
|[[Nußdorf am Haunsberg]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1847
|[[Mauterndorf]]
|Friedhofskirche und Filialkirche St. Wolfgang
|
|
|
|
|-
|um 1847
|[[Siezenheim]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1848
|[[St. Pankraz am Haunsberg]]
|Filialkirche
|
|
|
|
|-
|1848
|Salzburg
|[[Erhardkirche]]
|
|
|
|Mooser erhöhte die Orgel, indem er einen 95 cm hohen Mittelteil für einen Spielschrank einfügte. Vermutlich musste infolgedessen die Uhr über dem Instrument entfernt werden.
|-
|1848
|[[Bischofshofen]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1848
|[[Salzburg-Aigen]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1849
|[[Linz]]
|Stadtpfarrkirche
|
|
|
|Beim Neubau der Orgel 2002 durch [[Gerald Woehl]] wurden Register Moosers übernommen.
|-
|1849
|[[Untertauern]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1849
|[[Neumarkt am Wallersee]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1850
|[[Ebenau]]
|Pfarr- und Wallfahrtskirche
|
|
|
|
|-
|1850
|[[Bergheim]]
|[[Maria Plain|Wallfahrtsbasilika Mariæ Himmelfahrt]]
|
|
|
|
|-
|1851
|[[St. Leonhard (Gemeinde Grödig)]]
|Filialkirche
|
|
|
|
|-
|1852
|[[Großarl]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1853
|[[Linz]]
|Minoritenkirche
|
|
|
|
|-
|1853
|[[Vorderstoder]]
|Pfarrkirche
|align="center" | [[Datei:Vorderstoder.jpg|160x160px]]
|I/P
|6
|Die Orgel ist komplett erhalten und wurde 1992 restauriert. [http://www.orgelbau.at/german/orgeln/orgeldetail.php?id=19&lang=de Disposition]
|-
|1853
|[[Werfen]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1853
|Salzburg-[[Hellbrunn]]
|
|
|
|
|Neubau der Wasserorgel
|-
|1854
|Fót bei Pest
|
|
|
|
|
|-
|1854–1858
|[[Kremsmünster]]
|Stiftskirche
|
|
|
|
|-
|1856
|[[Kleinarl]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|um 1856
|[[Fuschl]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1854–1856
|Esztergom (''Gran'')
|Sankt-Adalbert-Kathedrale
|[[Datei:Ostřihom, varhany v bazilice.JPG|160px]]
|
|
|Bau der Orgel im Esztergomer Dom vom 19. September 1854 bis 31. August 1856. Ausstattung mit 49 Register auf drei Manualen und ein Pedal mit 3530 Pfeifen.
|-
|1857
|[[Oberndorf bei Salzburg]]
|[[Wallfahrtskirche Maria Bühel]]
|[[Datei:Orgel Maria Bühel 007.jpg|160x160px]]
|I/P
|8
|Das 1916 veränderte Instrument wurde 1994/95 von ''Fritz Mertel'' auf den Zustand der Erbauung gebracht.<ref>Roman Matthias Schmeißner: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg''. Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 238–240.</ref>
→ Artikel: [[Wallfahrtskirche Maria Bühel#Orgel|Orgel]]
|-
|1858
|[[Ramingstein]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1858
|Kirchberg-Thening
|Evangelische Kirche im Feld
|
|
|
|
|-
|1859
|[[Surheim]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1862
|[[Lessach]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|
|-
|1863 ?
|Eger (Ungarn)
|Kathedrale von Eger
|[[Datei:Eger Kathedrale St. Johannes Innen Orgel 3.JPG|160x160px]]
|
|
|
|-
|1865
|[[Söllheim]]
|Filialkirche
|
|
|
|
|}
== Einzelnachweise ==
<references />
{{SORTIERUNG: Mooser, Ludwig}}
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
[[Kategorie:Person (Familie)]]
[[Kategorie:Künstler]]
[[Kategorie:Zuagroaste]]
[[Kategorie:Handwerker]]
[[Kategorie:Orgelbauer]]