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Der Legende nach standen früher im Ortszentrum, welcher Feichten genannt wurde, drei mächtige Fichten (im Volksmund "Feichten"). Auf diesem Platz, so heißt es weiter, wurde später die Pfarrkirche errichtet. Der heutige Name Hintersee entstand erst im frühen 19. Jahrhundert, wobei der See im Namen auf das Dorf hinter dem See hinweisen soll.
Der Legende nach standen früher im Ortszentrum, welcher Feichten genannt wurde, drei mächtige Fichten (im Volksmund "Feichten"). Auf diesem Platz, so heißt es weiter, wurde später die Pfarrkirche errichtet. Der heutige Name Hintersee entstand erst im frühen 19. Jahrhundert, wobei der See im Namen auf das Dorf hinter dem See hinweisen soll.
== Geschichte ==</noinclude>
== Geschichte ==
=== Erste urkundliche Erwähnung ===
=== Erste urkundliche Erwähnung ===
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 700. Damals gehörte das Gebiet um Hintersee zu Bayern als Herzog Thoedebert von Bayern die Gegend zwischen Gaisberg und Abersee mit Thalgau und Elsenwang dem Salzburger Kirchenbesitz als Jagdrevier schenkte.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 700. Damals gehörte das Gebiet um Hintersee zu Bayern als Herzog Thoedebert von Bayern die Gegend zwischen Gaisberg und Abersee mit Thalgau und Elsenwang dem Salzburger Kirchenbesitz als Jagdrevier schenkte.
Es bedurfte langer Zeit bis dieses große Waldgebiet erschlossen wurde. Laut Überlieferung begann die Rohdung von Thalgau aus, die Besiedelung erfolgte nicht nur von Thalgau sondern auch von Abtenau aus. Erst im 12. Jahrhundert stieß die Besiedelung nach Hintersee vor, bis dahin hatten ausschließlich Jäger das Gebiet durchstreift.
Es bedurfte langer Zeit bis dieses große Waldgebiet erschlossen wurde. Laut Überlieferung begann die Rohdung von Thalgau aus, die Besiedelung erfolgte nicht nur von Thalgau sondern auch von Abtenau aus. Erst im 12. Jahrhundert stieß die Besiedelung nach Hintersee vor, bis dahin hatten ausschließlich Jäger das Gebiet durchstreift.
Warum es aber plötzlich zu so einer raschen Besiedelung kam ist nicht genau geklärt. Die wahrscheinlichste Ursache dafür ist der Salzbergbau in Hallein für den sehr viel Sudholz gebraucht. Dadurch musste die Rohdung vorangetrieben werden und immer mehr Menschen kamen aus verschiedensten Gegenden nach Hintersee.
Warum es aber plötzlich zu so einer raschen Besiedelung kam ist nicht genau geklärt. Die wahrscheinlichste Ursache dafür ist der Salzbergbau in Hallein für den sehr viel Sudholz gebraucht. Dadurch musste die Rohdung vorangetrieben werden und immer mehr Menschen kamen aus verschiedensten Gegenden nach Hintersee.
=== Pfelgegericht Wartenfels ===
=== Pflegegericht Wartenfels ===
Die Erzbischöfe von Salzburg schufen damals zur besseren Verwaltung die Land- und Pflegegerichte. Alle Menschen und Güter waren nicht nur dem obersten Herrn, dem Erzbischof, sondern weiters ihrem regionalen Grundherrn unterstellt. Für die Gegend von Faistenau und Hintersee waren das die Herren von Kalham und Wartenfels und die Ritter von Thurn.
Die Erzbischöfe von Salzburg schufen damals zur besseren Verwaltung die Land- und Pflegegerichte. Alle Menschen und Güter waren nicht nur dem obersten Herrn, dem Erzbischof, sondern weiters ihrem regionalen Grundherrn unterstellt. Für die Gegend von Faistenau und Hintersee waren das die Herren von Kalham und Wartenfels und die Ritter von Thurn.
Konrad von Kalham errichtete 1259 die Burg Wartenfels am Fuße des Schober in Thalgau , welche das gleichnamige Pflegegericht beheimaten sollte.
Konrad von Kalham errichtete 1259 die Burg Wartenfels am Fuße des Schober in Thalgau , welche das gleichnamige Pflegegericht beheimaten sollte.
von Hinterseern vor.
von Hinterseern vor.
Auch ob die Pestepidemie von 1628, die sich in ganz Faistenau ausbreitete, nach Hintersee überschwappte ist nicht belegbar. Durch die hart und fleißig arbeitenden Bauern waren auch Hungersnöte eine Seltenheit. In den Jahren 1740-44 gab es aber witterungsbedingt Missernten, das Brot wurde damals aus Kleie und Sägespänen gebacken.
Auch ob die Pestepidemie von 1628, die sich in ganz Faistenau ausbreitete, nach Hintersee überschwappte ist nicht belegbar. Durch die hart und fleißig arbeitenden Bauern waren auch Hungersnöte eine Seltenheit. In den Jahren 1740-44 gab es aber witterungsbedingt Missernten, das Brot wurde damals aus Kleie und Sägespänen gebacken.
=== Kriegs- und Notzeiten ===
=== Kriegs- und Notzeiten ===
Als 1914 der erste Weltkrieg ausbrach mussten auch viele Hinterseer Männer einrücken. Die Meister wurden in Oberitalien eingesetzt. Von den insgesamt 49.000 aus Salzburg mobilisierten Soldaten fielen 6.000, davon waren 11 aus Hintersee.
Als 1914 der erste Weltkrieg ausbrach mussten auch viele Hinterseer Männer einrücken. Die Meisten wurden in Oberitalien eingesetzt. Von den insgesamt 49.000 aus Salzburg mobilisierten Soldaten fielen 6.000, davon waren 11 aus Hintersee.
In den letzten beiden Kriegsjahren kam zu durch die verspätete Einführung von Lebensmittelkarten zu einer Hungersnot, die aber am Land durch die Bauern nicht so groß war wie in der Stadt.
In den letzten beiden Kriegsjahren kam zu durch die verspätete Einführung von Lebensmittelkarten zu einer Hungersnot, die aber am Land durch die Bauern nicht so groß war wie in der Stadt.
Auch in der Zwischenkriegszeit herrschte große Not, vor allem in den 1934 bis 1938. Zu spüren bekam man besondern die hohe Arbeitslosigkeit, die immer wieder viele Menschen nach Hintersee schwemmte um Arbeit zu suchen oder zu betteln. Eine Möglichkeit Geld zu verdienen war die Tätigkeit als Holzknecht, denn Holz ab es genug. Im Februar 1919 riss ein Sturm 40.000 Festmeter am Boden im Bereich des Anzerberges und Grobriedel. Zum Abtransport dieser Menge wurde eine Waldbahn gebaut, die noch einige Jahrzehnte
Auch in der Zwischenkriegszeit herrschte große Not, vor allem in den 1934 bis 1938. Zu spüren bekam man besondern die hohe Arbeitslosigkeit, die immer wieder viele Menschen nach Hintersee schwemmte um Arbeit zu suchen oder zu betteln. Eine Möglichkeit Geld zu verdienen war die Tätigkeit als Holzknecht, denn Holz ab es genug. Im Februar 1919 riss ein Sturm 40.000 Festmeter am Boden im Bereich des Anzerberges und Grobriedel. Zum Abtransport dieser Menge wurde eine Waldbahn gebaut, die noch einige Jahrzehnte
[[Bild:Pfarrkirche.jpg|thumb|Die Pfarrkirche von Hintersee]]
[[Bild:Pfarrkirche.jpg|thumb|Die Pfarrkirche von Hintersee]]
Erzbischof Colloredo ließ 1785 die sehr schlicht gehaltene und mit einem kleinen Kirchhof ausgestattete Pfarrkirche von Hintersee erbauen. Sie wurde den heiligen Leonhard und Georg geweiht. Zuvor gingen die Hinterseer 150 Jahre lang jeden Sonntag nach Faistenau zum Gottesdienst, wo ab 1632 ein im Ort lebender Pfarrer weilte.
Erzbischof Colloredo ließ 1785 die sehr schlicht gehaltene und mit einem kleinen Kirchhof ausgestattete Pfarrkirche von Hintersee erbauen. Sie wurde den heiligen Leonhard und Georg geweiht. Zuvor gingen die Hinterseer 150 Jahre lang jeden Sonntag nach Faistenau zum Gottesdienst, wo ab 1632 ein im Ort lebender Pfarrer weilte.
Aktueller Seelsorger ist der Dechant von Thalgau und Pfarrer von Faistenau Roman Roither. Aushilfsweise betreut der Pfarrer i.R. Günther Benes die Gemeinde.
[[Bild:Pfarrkirche.jpg]]
== Joseph Mohr in Hintersee ==
== Joseph Mohr in Hintersee ==
öffentlich zugänglich. Zum anderen gibt es Hubertuskapelle nahe dem Satzstein im Mühlviertel. Sie wurde 1984 von der Jägerschaft zum Ehren des hl. Hubertus (Schutzheiliger der Jäger) erbaut und betreut. Hier findet jedes Jahr um den 1. Oktober eine Hubertusmesse, das Erntedankfest derJäger, statt. Extra zu diesen Anlass wird stets ein prachtvoller Hirsch erlegt.
öffentlich zugänglich. Zum anderen gibt es Hubertuskapelle nahe dem Satzstein im Mühlviertel. Sie wurde 1984 von der Jägerschaft zum Ehren des hl. Hubertus (Schutzheiliger der Jäger) erbaut und betreut. Hier findet jedes Jahr um den 1. Oktober eine Hubertusmesse, das Erntedankfest derJäger, statt. Extra zu diesen Anlass wird stets ein prachtvoller Hirsch erlegt.
== Tourismus und Witzschaft ==
== Tourismus und Wirtschaft ==
Bereits in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts machte sich Hintersee als ommerfrischeort
Bereits in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts machte sich Hintersee als Sommerfrischeort
einen Namen. Seit 1977 wird in der Region auch der Wintersport groß geschrieben, als man die Schischaukel Gaißau-Hintersee errichtet. Hintersee hatte damals den ersten Dreiersessellift von ganz Salzburg. Das kleine Schigebiet mit seinen rund 40 km Pisten erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit.
einen Namen. Seit 1977 wird in der Region auch der Wintersport groß geschrieben, als man die Schischaukel Gaißau-Hintersee errichtet. Hintersee hatte damals den ersten Dreiersessellift von ganz Salzburg. Das kleine Schigebiet mit seinen rund 40 km Pisten erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit.
Neben dem Tourismus prägte vor allem die Land- und Forstwirtschaft die Gemeinde. Lange Zeit bestanden
Neben dem Tourismus prägte vor allem die Land- und Forstwirtschaft die Gemeinde. Lange Zeit bestanden