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| | Auf eigene Kosten will Höfert nun eine Gedenktafel im Schloss Goldegg verlegen lassen. Am 19. Februar 2014 entscheidet die Goldegger Gemeindevertretung darüber. Doch dieser Tagesordnungspunkt scheint allerdings nicht auf. | | Auf eigene Kosten will Höfert nun eine Gedenktafel im Schloss Goldegg verlegen lassen. Am 19. Februar 2014 entscheidet die Goldegger Gemeindevertretung darüber. Doch dieser Tagesordnungspunkt scheint allerdings nicht auf. |
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| − | Für die Gestaltung der Tafel konnte sie den [[Kaprun]]er Bildhauer [[Anton Thuswaldner]] gewinnen. Er schlägt als Ort den Innenhof des [[Schloss Goldegg|Goldegger Schlosses]] vor, das der Gemeinde gehört. Unterstützt wird Brigitte Höfert vom Pongauer Historiker Michael Mooslechner. Er ist durch Zufall bei Recherchen über das Kriegsgefangenenlager „[[Kriegsgefangenenlager Stalag XVIII C (317) Markt Pongau|Stalag Markt Pongau]]“ auf die Goldegger Deserteure gestoßen. | + | Für die Gestaltung der Tafel konnte sie den [[Kaprun]]er Bildhauer [[Anton Thuswaldner]] gewinnen. Er schlägt als Ort den Innenhof des [[Schloss Goldegg|Goldegger Schlosses]] vor, das der Gemeinde gehört. Unterstützt wird Brigitte Höfert vom Pongauer Historiker Michael Mooslechner. Er ist durch Zufall bei Recherchen über das Kriegsgefangenenlager „[[Kriegsgefangenenlager Markt Pongau|Stalag Markt Pongau]]“ auf die Goldegger Deserteure gestoßen. |
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| | === Mooslechner: „Die Geschichte spaltet den Ort bis heute.“ === | | === Mooslechner: „Die Geschichte spaltet den Ort bis heute.“ === |
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| | Offene Zustimmung kommt von [[SPÖ]]-Gemeindevertreter Martin Goller, seines Zeichens ÖGB-Regionalsekretär im Pongau: „''Ich kann nicht für die Fraktion sprechen. Aber ich persönlich unterstütze das. Weil wir das, was gewesen ist, nicht vergessen dürfen.''“ | | Offene Zustimmung kommt von [[SPÖ]]-Gemeindevertreter Martin Goller, seines Zeichens ÖGB-Regionalsekretär im Pongau: „''Ich kann nicht für die Fraktion sprechen. Aber ich persönlich unterstütze das. Weil wir das, was gewesen ist, nicht vergessen dürfen.''“ |
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| | + | === Kompromisslösung === |
| | + | Die Gemeinde Goldegg, die Eigentümerin des Schlosses, fasste bis Anfang Juni 2014 keinen Beschluss für die Verlegung der privat finanzierten Gedenktafel. Dann schaltete sich die [[Salzburger Gebietskrankenkasse]] ein. GKK-Obmann [[Andreas Huss]] bot an, dem Gedenkstein auf dem Gelände des von der Krankenkasse betriebenen Regenerationszentrums in Goldegg „Asyl zu gewähren“. Die Verlegung wird am 27. Juni über die Bühne gehen. |
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| | + | Bei einem Diskussionsabend Anfang Juni sagt der Goldegger Dechant Alois Dürlinger, für ihn stimme der eingeschlagene Weg nicht. Eine Tafel mit allen Namen, die die Zustimmung aller finden solle, sei für ihn „eine Illusion“. Die Ansichten der beiden Lager – Nachfahren und Angehörige der Deserteure bzw. der Kriegsteilnehmer – seien zu unterschiedlich. Eine Lösung könne in einer Gedenktafel bestehen, welche die Ereignisse zur mahnenden Erinnerung wieder gebe. An die Namen der Opfer solle dort erinnert werden, wo sie gelebt hätten. |
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| | + | ====„Weg mit den Namen“ ==== |
| | + | Diese Forderung stieß unter den Anwesenden auf große Zustimmung. In mehreren Aussagen wurde deutlich, dass viele den Deserteuren die Schuld dafür geben, dass das Nazi-Regime in Goldegg mit solcher Brutalität vorging. Die Fahnenflüchtigen hätten sich lieber unauffällig verstecken sollen. Mit ihrem Verhalten hätten sie das Regime provoziert. |
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| | + | Klar gegen diese Ansicht stellte sich Bernhard Klettner: „''Wir sollten froh sein, dass es Männer gegeben hat, die sich gewehrt haben gegen dieses System.''“ Schuld am Leid der Goldegger sei der Nazi-Terror, nicht die Deserteure. Und: „''Wir reden da heute über Morde, die passiert sind. Für diese Leute gibt es zum Teil keinen Grabstein. Wer von euch will ohne Grabstein beerdigt sein? Da können die Angehörigen nicht trauern''“, gab Klettner zu bedenken. „''Die Krankenkasse hat uns eine ordentliche Aufgabe gestellt. Es sind immer noch wir gefragt.''“<ref>{{Quelle SN|4. Juni 2014}}</ref> |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | * {{Quelle SN|12. Februar und 13. Februar 2014, Beiträge von Karin Portenkirchner}} | | * {{Quelle SN|12. Februar und 13. Februar 2014, Beiträge von Karin Portenkirchner}} |
| | + | <references/> |
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| | [[Kategorie:Pongau]] | | [[Kategorie:Pongau]] |