| − | Die Geschichte Salzburgs ist stark von der Landschaft geprägt worden, die das Land in zwei sehr unterschiedliche Gebiete teilt: Einerseits das kleinere, gut zugängliche und wirtschaftlich bedeutendere "Land vor dem Gebirg" mit der [[Salzburg|Stadt Salzburg]], dem [[Flachgau]] und dem [[Tennengau]] sowie dem heute bayerischen Rupertiwinkel. Andererseits das "Land inner Gebirg" mit [[Pongau]], [[Pinzgau]] und[[ Lungau]], das nur dünn besiedelt und schlecht zugänglich war. Da dieses Gebiet schwer überwacht werden konnte, haben fast alle Aufstände und Protestbewegungen wie die [[Bauernkriege]] oder der Geheimprotestantismus ihr Zentrum in den Gebirgsgauen gehabt. Die Stadt Salzburg hat ihre politische und wirtschaftliche Ausnahmeposition ihrer Lage am "Wegekreuz der Ostalpen" zu verdanken, wo schon seit römischer Zeit die Straße über den Radstädter Tauern mit der Voralpenstraße nach Linz und Wien sowie der [[Salzach]] als schiffbarem Fluss zusammentraf. | + | Die Geschichte Salzburgs ist stark von der Landschaft geprägt worden, die das Land in zwei sehr unterschiedliche Gebiete teilt: Einerseits das kleinere, gut zugängliche und wirtschaftlich bedeutendere "Land vor dem Gebirg" mit der [[Salzburg|Stadt Salzburg]], dem [[Flachgau]] und dem [[Tennengau]] sowie dem heute bayerischen Rupertiwinkel. Andererseits das "Land inner Gebirg" mit [[Pongau]], [[Pinzgau]] und[[ Lungau]], das nur dünn besiedelt und schlecht zugänglich war. Da dieses Gebiet schwer überwacht werden konnte, haben fast alle Aufstände und Protestbewegungen wie die [[Vor und nach den Bauernkriegen (Überblick)|Bauernkriege]] oder der Geheimprotestantismus ihr Zentrum in den Gebirgsgauen gehabt. Die Stadt Salzburg hat ihre politische und wirtschaftliche Ausnahmeposition ihrer Lage am "Wegekreuz der Ostalpen" zu verdanken, wo schon seit römischer Zeit die Straße über den Radstädter Tauern mit der Voralpenstraße nach Linz und Wien sowie der [[Salzach]] als schiffbarem Fluss zusammentraf. |
| | Damals allerdings waren Stadt und Land längst vom Glück und der wirtschaftlichen Blüte verlassen. Im Markomannenkrieg um 170 n. Chr. war [[Iuvavum]] völlig zerstört und anschließend nur in verkleinertem Umfang wieder aufgebaut worden. Seit dem 3. Jahrhundert bildeten germanische Stämme, besonders die Alamannen, eine ständige Bedrohung. Zunächst wurden die Villen auf dem Lande aufgegeben, im 5. Jahrhundert verödeten auch Teile von Iuvavum. Als der hl. [[Severin]] um [[470]] an die Salzach kam, hatte sich die Bevölkerung von Cucullis ([[Kuchl]]) wieder auf die befestigte Höhe des Georgenberges zurückgezogen, die sie am Beginn der römischen Herrschaft verlassen musste. In Iuvavum fand Severin zwar eine blühende Christengemeinde und ein Kloster, bald darauf aber wurde die Stadt am [[Salzach]]ufer aufgegeben. Die Reste der romanischen Bevölkerung, die „Iuvavenser“, zogen sich auf die befestigten Höhen des [[Festungsberg]]s und des [[Nonnberg]]s zurück, wo sie die beiden "dunklen Jahrhunderte" der Völkerwanderung überdauerten. | | Damals allerdings waren Stadt und Land längst vom Glück und der wirtschaftlichen Blüte verlassen. Im Markomannenkrieg um 170 n. Chr. war [[Iuvavum]] völlig zerstört und anschließend nur in verkleinertem Umfang wieder aufgebaut worden. Seit dem 3. Jahrhundert bildeten germanische Stämme, besonders die Alamannen, eine ständige Bedrohung. Zunächst wurden die Villen auf dem Lande aufgegeben, im 5. Jahrhundert verödeten auch Teile von Iuvavum. Als der hl. [[Severin]] um [[470]] an die Salzach kam, hatte sich die Bevölkerung von Cucullis ([[Kuchl]]) wieder auf die befestigte Höhe des Georgenberges zurückgezogen, die sie am Beginn der römischen Herrschaft verlassen musste. In Iuvavum fand Severin zwar eine blühende Christengemeinde und ein Kloster, bald darauf aber wurde die Stadt am [[Salzach]]ufer aufgegeben. Die Reste der romanischen Bevölkerung, die „Iuvavenser“, zogen sich auf die befestigten Höhen des [[Festungsberg]]s und des [[Nonnberg]]s zurück, wo sie die beiden "dunklen Jahrhunderte" der Völkerwanderung überdauerten. |