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Die '''Geschichte von Zell am See''' begann mit der Gründung [[740]] als ''Cella in Bisontia''. [[1357]] erlangte [[Zell am See]] das Marktrecht (Bannmarkt) und [[1928]] wurde Zell am See zur Stadt erhoben.
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== Die Anfänge ==
 
== Die Anfänge ==
Die noch im 8. Jh. verwendete Ortsbezeichnung  „in Bisontio“ im Zusammenhang mit dem keltischen Volksstamm der [[Ambisonten]],  bronzezeitliche Keramikfragmente und Kupferschmelzplätze (nahe der Ebenbergalm, der Mittelstation und in [[Thumersbach]]) weisen auf eine Begehung und vermutlich auch erste  Besiedlung des Raumes um den [[Zeller See]] schon vor über 3000 Jahren hin. Auch in der Zeit der [[Römer]] und der [[Völkerwanderung]] dürfte der verkehrsgeographisch günstig gelegene Ort am Kreuzungspunkt mehrerer Verkehrswege ([[Saalachtal]], [[Salzachtal]],  Nord-Süd-Verbindung  über den [[Alpenhauptkamm]]  mit einem keltisch-römischen Passheiligtum am [[Hochtor]]) sicher von Interesse gewesen sein. Manches spricht dafür, dass der Saumhandel und die damit im Zusammenhang stehende Siedlung bis zur bajuwarischen Landnahme im Frühmittelalter nie gänzlich aufgegeben wurden, auch die Gründung eines „Klosters“ als Wirtschaftszelle (vergleichbar einem Hospiz) in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts dürfte damit im Zusammenhang stehen.
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Die noch im [[8. Jahrhundert]] verwendete Ortsbezeichnung  „in Bisontio“ im Zusammenhang mit dem [[Kelten|keltischen]] Volksstamm der [[Ambisonten]],  bronzezeitliche Keramikfragmente und Kupferschmelzplätze (nahe der [[Ebenbergalm]], der Mittelstation und in [[Thumersbach]]) weisen auf eine Begehung und vermutlich auch erste  Besiedlung des Raumes um den [[Zeller See]] schon vor über 3 000 Jahren hin. Auch in der Zeit der [[Römer]] und der [[Völkerwanderung]] dürfte der verkehrsgeografisch günstig gelegene Ort am Kreuzungspunkt mehrerer Verkehrswege ([[Saalachtal]], [[Salzachtal]],  Nord-Süd-Verbindung  über den [[Alpenhauptkamm]]  mit einem keltisch-römischen Passheiligtum am [[Hochtor]]) sicher von Interesse gewesen sein. Manches spricht dafür, dass der [[Saumpfad|Saumhandel]] und die damit im Zusammenhang stehende Siedlung bis zur [[Bajuwaren|bajuwarischen]] Landnahme im [[Mittelalter|Frühmittelalter]] nie gänzlich aufgegeben wurden, auch die Gründung eines „Klosters“ als Wirtschaftszelle (vergleichbar einem Hospiz) in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts dürfte damit im Zusammenhang stehen.
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== Die bayerische Cella in Bisontio ==
 
== Die bayerische Cella in Bisontio ==
Die „Cella in Bisontio“ wird zwar in dem [[Salzburger Güterverzeichnis]] [[Notitia Arnonis]] (Aufzeichnungen des [[Arno]]) im Jahr [[788]]/[[790]] (frühere Jahresangaben wie [[740]], [[743]], [[748]] oder Zeitangaben wie „unter  Bischof Johannes“ sind nicht belegbare Erfindungen) erstmals urkundlich erwähnt, der gesamte [[Pinzgau]] gehörte zur damaligen Zeit aber zum Herzogtum [[Bayern]], die territoriale Macht war auf mehrere einflussreiche bayerische Grafschaften verteilt. Die Stifter der Celle müssen daher im adeligen Umkreis des Bayernherzogs [[Tassilo III.]] gesucht werden, auch der Herzog selbst kann als Gründer nicht ganz ausgeschlossen werden. Der Name Cella (Czel, Cell, Zell, …) setzte sich jedenfalls bald als Bezeichnung  auch für die weltliche Ansiedlung durch, von der (früh-)mittelalterlichen Anlage des  Marktplatzes (heute Stadtplatz) blieb die Anordnung der Gebäude und hierbei insbesondere der Vogtturm im Wesentlichen unverändert erhalten. Die Bauherren dieses stattlichen Turmes sind unbekannt, müssen aber jedenfalls auch in einflussreichen Adelsgeschlechtern (Herren von Pinzgowe?) gesucht werden.
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Die „Cella in Bisontio“ wird zwar in dem [[Salzburger Güterverzeichnis]] [[Notitia Arnonis]] (Aufzeichnungen des [[Arno]]) im Jahr [[788]]/[[790]] (frühere Jahresangaben wie [[740]], [[743]], [[748]] oder Zeitangaben wie „unter  Bischof Johannes“ sind nicht belegbare Erfindungen) erstmals urkundlich erwähnt, der gesamte [[Pinzgau]] gehörte zur damaligen Zeit aber zum Herzogtum [[Bayern]], die territoriale Macht war auf mehrere einflussreiche bayerische Grafschaften verteilt. Die Stifter der Celle müssen daher im adeligen Umkreis des [[Bayernherzöge in Salzburg|Bayernherzogs]] [[Tassilo III.]] gesucht werden, auch der Herzog selbst kann als Gründer nicht ganz ausgeschlossen werden. Der Name ''Cella'' (Czel, Cell, Zell, …) setzte sich jedenfalls bald als Bezeichnung  auch für die weltliche Ansiedlung durch, von der (früh-)mittelalterlichen Anlage des  Marktplatzes (heute Stadtplatz) blieb die Anordnung der Gebäude und hierbei insbesondere der Vogtturm im Wesentlichen unverändert erhalten. Die Bauherren dieses stattlichen Turmes sind unbekannt, müssen aber jedenfalls auch in einflussreichen Adelsgeschlechtern (Herren von Pinzgowe?) gesucht werden.
== Die Kirche zum Hl. Hippolyt==
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Die heutige [[Stadtpfarrkirche St. Hippolyth]] mit einer historisch interessanten [[Krypta]] reicht in ihren Wurzeln möglicherweise bis in die Gründerzeit der Cella zurück, eine neben dem Eingang zur Sakristei eingemauerte antike Kopfskulptur sowie andere Bauteile aus der Römerzeit (Spolien) könnten möglicherweise sogar als Hinweise auf eine vorchristliche Kultstätte gedeutet werden. Auch die Alte Propstei am Stadtplatz (heute [[Spänglerbank]] und Kellergewölbe in der Kirchgasse weisen ein hohes Alter auf. Neben der  (vermutlich adeligen Eigen-) Kirche zum Hl. Hippolyt stand früher die Volks- und Wallfahrtskirche Maria im Wald (Maria Walt), sie musste 1770 nach einem verheerenden Brand im Ortszentrum abgerissen werden. Auch die Hippolytkirche wurde arg in Mitleidenschaft gezogen, nach den Wünschen der Einwohner hätte sie durch einen Neubau ersetzt werden sollen.
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== Die Kirche zum hl. Hippolyt==
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Die heutige [[Stadtpfarrkirche St. Hippolyth]] mit einer historisch interessanten [[Krypta]] reicht in ihren Wurzeln möglicherweise bis in die Gründerzeit der Cella zurück, eine neben dem Eingang zur Sakristei eingemauerte antike Kopfskulptur sowie andere Bauteile aus der Römerzeit (Spolien) könnten möglicherweise sogar als Hinweise auf eine vorchristliche Kultstätte gedeutet werden. Auch die alte Propstei am Stadtplatz (heute [[Spänglerbank]] und Kellergewölbe in der Kirchgasse weisen ein hohes Alter auf. Neben der  (vermutlich adeligen Eigen-) Kirche zum hl. Hippolyt stand früher die Volks- und Wallfahrtskirche Maria im Wald (Maria Walt), sie musste 1770 nach einem verheerenden Brand im Ortszentrum abgerissen werden. Auch die Hippolytkirche wurde arg in Mitleidenschaft gezogen, nach den Wünschen der Einwohner hätte sie durch einen Neubau ersetzt werden sollen.
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==Das Aufkommen Salzburgs, Marktprivilegien, Handel und Gericht im Hoch- und Spätmittelalter==
 
==Das Aufkommen Salzburgs, Marktprivilegien, Handel und Gericht im Hoch- und Spätmittelalter==
Im 12. und 13. Jahrhundert nahm der Einfluss des Salzburgs [[Innergebirg]] kontinuierlich zu, umfangreiche Erbrechte sicherten 1228 den Besitz des Fürsterzbistums im [[Pinzgau]] ab, endgültig fielen die einzelnen Grafschaften 1480 unter den Krummstab. Schon lange musste jedenfalls auch das [[1217]] gegründete und von Salzburg abhängige [[Suffraganbistum]] [[Chiemsee]] (mit einer Residenz auf [[Schloss Fischhorn]]) von der Zeller Pfarre in Form von Mensalabgaben mitversorgt werden.
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Im [[12. Jahrhundert|12.]] und [[13. Jahrhundert]] nahm der Einfluss des Salzburgs [[Innergebirg]] kontinuierlich zu, umfangreiche Erbrechte sicherten [[1228]] den Besitz des Fürsterzbistums im [[Pinzgau]] ab, endgültig fielen die einzelnen Grafschaften [[1480]] unter den Krummstab. Schon lange musste jedenfalls auch das [[1217]] gegründete und von Salzburg abhängige [[Suffraganbistum]] [[Chiemsee]] (mit einer Residenz auf [[Schloss Fischhorn]]) von der Zeller Pfarre in Form von Mensalabgaben mitversorgt werden.
Die Ursprünge des Zeller Marktrechts reichen in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück, nach einer Reihung auf einer [[Salzburger Landtafel]] (anno [[1620]]) dürfte Zell sogar – aufgrund der zentralen Lage nicht wenig verwunderlich – der zeitlich erste Markt im Pinzgau gewesen sein. Unter [[Erzbischof]] [[Ortolf von Weißeneck]] bekamen die Zeller Bürger [[1357]] weitere Marktprivilegien, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder erneuert und ausgedehnt wurden, unter anderem deshalb, weil sich der Nord-Süd-Handel immer mehr auf die inzwischen zu einem Karrenweg ausgebaute „[[Untere Straße]]“ über den [[Radstädter Tauern]] verlagerte.
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Dennoch nahmen die Zeller als Beherberger, Säumer und Zwischenhändler immer noch eine bedeutende Rolle ein, man belieferte den Süden vorwiegend mit [[Salz]] aus den erzbischöflichen Salinen und kehrte mit Produkten des Mittelmeerraumes (Süßwein, Öl, Südfrüchte, „Venedigerwaren“, …) zurück. Zahlreiche schon im 15. Jahrhundert verbriefte Zeller Gast- und Beherbergungsbetriebe standen vornehmlich in Verbindung zu an den Handel gebundenen „Weinlehen“, für die Saumpferde standen z.T. große Stallungen zur Verfügung. Das ursprüngliche für alle Märkte geltende Panmarktrecht (wobei der Handel in die Marktorte „gezwungen“ wurde) beanspruchte man hierorts sehr lange, allerdings wurden diese Bestimmungen später fälschlich als Gewerbefreiheitsrechte interpretiert und deshalb von der Landesobrigkeit eingezogen.
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Die Ursprünge des Zeller Marktrechts reichen in die erste Hälfte des [[14. Jahrhundert]]s zurück, nach einer Reihung auf einer [[Salzburger Landtafel]] (anno [[1620]]) dürfte Zell sogar – aufgrund der zentralen Lage nicht wenig verwunderlich – der zeitlich erste Markt im Pinzgau gewesen sein. Unter [[Erzbischof]] [[Ortolf von Weißeneck]] bekamen die Zeller Bürger [[1357]] weitere Marktprivilegien, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder erneuert und ausgedehnt wurden, unter anderem deshalb, weil sich der Nord-Süd-Handel immer mehr auf die inzwischen zu einem Karrenweg ausgebaute „[[Untere Straße]]“ über den [[Radstädter Tauern]] verlagerte.
Im Spätmittelalter kann Zell auch als Gerichtsort belegt werden, kurz vor [[1600]] vereinte man das hiesige Landgericht mit der Pflege von [[Kaprun]] und dem Urbaramt in [[Fusch]], der Markt Zell im Pinzgau wurde somit auch zentraler Ort der Verwaltung und des Gerichtes.
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Dennoch nahmen die Zeller als Beherberger, Säumer und Zwischenhändler immer noch eine bedeutende Rolle ein, man belieferte den Süden vorwiegend mit [[Salz]] aus den erzbischöflichen Salinen und kehrte mit Produkten des Mittelmeerraumes (Süßwein, Öl, Südfrüchte, „Venedigerwaren“, …) zurück. Zahlreiche schon im [[15. Jahrhundert]] verbriefte Zeller Gast- und Beherbergungsbetriebe standen vornehmlich in Verbindung zu an den Handel gebundenen „Weinlehen“, für die Saumpferde standen z.T. große Stallungen zur Verfügung. Das ursprüngliche für alle Märkte geltende Panmarktrecht (wobei der Handel in die Marktorte „gezwungen“ wurde) beanspruchte man hierorts sehr lange, allerdings wurden diese Bestimmungen später fälschlich als Gewerbefreiheitsrechte interpretiert und deshalb von der Landesobrigkeit eingezogen.
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Im Spätmittelalter kann Zell auch als Gerichtsort belegt werden, kurz vor [[1600]] vereinte man das hiesige Landgericht mit der Pflege von [[Kaprun]] und dem [[Urbar]]<nowiki>amt</nowiki> in [[Fusch]], der Markt Zell im Pinzgau wurde somit auch zentraler Ort der Verwaltung und des Gerichtes.
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== Bergbau und Gewerken ==
 
== Bergbau und Gewerken ==
Eine wichtige Rolle spielte über Jahrhunderte hinweg auch der [[Bergbau]], in zahlreichen Stollen in den damals noch selbstständigen Kommunen [[Bruckberg]] und [[Thumersbach]] wurden Kupfer- und Schwefelkieserze sowie silberhaltiger  Bleiglanz und Zinkblende abgebaut. Das „Empfachs- und Frey¬puech“ des „Perckhgerichts“ Zell am See weist [[1542]] zahlreiche Stollen im Besitz mehrerer Gewerken am Lienberg und Limberg auf. Obwohl der [[Bergbau]] in der Folge, auch bedingt durch eine allgemeine schwere Wirtschaftskrise, rapide abnahm, konnten [[1611]] immer noch bis zu 400 Tonnen Erze pro Jahr gefördert und da¬raus in den Pochwerken in der Schütt und in [[Thumersbach]] etwa 20.000 Kilogramm Feinkupfer gewonnen werden. Als Gewerken (Bergwerksunternehmer) traten hierorts besonders die Rosenberger in Erscheinung, auf sie geht auch das (ab) [[1577]] erbaute und seit [[1973]] als Rathaus genutzte [[Schloss Rosenberg]] zurück.
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Eine wichtige Rolle spielte über Jahrhunderte hinweg auch der [[Bergbau]], in zahlreichen Stollen in den damals noch selbstständigen Kommunen [[Bruckberg]] und [[Thumersbach]] wurden Kupfer- und Schwefelkieserze sowie silberhaltiger  Bleiglanz und Zinkblende abgebaut. Das „Empfachs- und Freypuech“ des „Perckhgerichts“ Zell am See weist [[1542]] zahlreiche Stollen im Besitz mehrerer Gewerken am Lienberg und Limberg auf. Obwohl der [[Bergbau]] in der Folge, auch bedingt durch eine allgemeine schwere Wirtschaftskrise, rapide abnahm, konnten [[1611]] immer noch bis zu 400 Tonnen Erze pro Jahr gefördert und da¬raus in den Pochwerken in der Schütt und in [[Thumersbach]] etwa 20&nbsp;000 Kilogramm Feinkupfer gewonnen werden. Als Gewerken (Bergwerksunternehmer) traten hierorts besonders die Rosenberger in Erscheinung, auf sie geht auch das (ab) [[1577]] erbaute und seit [[1973]] als Rathaus genutzte [[Schloss Rosenberg]] zurück.
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==Krisen, Kriege, Epidemien und Naturkatastrophen im  Markt Zell im Pinzgau==
 
==Krisen, Kriege, Epidemien und Naturkatastrophen im  Markt Zell im Pinzgau==
Dennoch blieb der Marktort Zell im Pinzgau seit der Blütezeit des Handels im Hochmittelalter immer von bescheidener Größe, über Jahrhunderte blieb die Anzahl der Häuser im Burgfrieden (vom Schiedbach [Schüttbach] bis zum Badhaus) mit rund sechzig bis neunzig konstant, die Einwohnerzahl dürfte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wohl  500 bis 600 nie überschritten haben, auch hatte der Marktflecken zu keiner Zeit eine Stadtmauer.
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Dennoch blieb der Marktort Zell im Pinzgau seit der Blütezeit des Handels im Hochmittelalter immer von bescheidener Größe, über Jahrhunderte blieb die Anzahl der Häuser im Burgfrieden (vom Schiedbach [Schüttbach] bis zum Badhaus) mit rund sechzig bis neunzig konstant, die Einwohnerzahl dürfte bis zur Mitte des [[19. Jahrhundert]]s wohl  500 bis 600 nie überschritten haben, auch hatte der Marktflecken zu keiner Zeit eine Stadtmauer.
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Krisen und Kriege wie die Bauernerhebungen [[1525]]/[[1526]] (die Verleihung des Ehrentitels „die getreuen Knechte des hl. Rupertus“ ist historisch nicht bewiesen), der Vollzug der Todesstrafe an dem Zeller [[Pfleger]] [[Caspar Vogl]] im Jahr [[1606]], die Prozesse und Massenhinrichtungen rund um den mysteriösen [[Zauberer Jackl]] im 17. Jahrhundert, die unmenschliche Vertreibung der [[Protestanten]] aus [[Salzburg]]  unter [[Erzbischof]] [[Firmian]] [[1731]] und die Franzosenkriege (Anfang des 19. Jahrhunderts) betrafen den Marktort natürlich wirtschaftlich, hatten für die innere Entwicklung aber genauso eher geringe Auswirkungen wie das Ende der fürsterzbischöflichen Ära und die Eingliederung Salzburgs in den Habsburgerstaat.
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Krisen und Kriege wie die [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Bauernerhebungen]] [[1525]]/[[1526]] (die Verleihung des Ehrentitels „die getreuen Knechte des hl. Rupertus“ ist historisch nicht bewiesen), der Vollzug der Todesstrafe an dem Zeller [[Pfleger]] [[Caspar Vogl]] im Jahr [[1606]], die Prozesse und Massenhinrichtungen rund um den mysteriösen [[Zauberer Jackl]] im 17. Jahrhundert, die unmenschliche Vertreibung der [[Protestanten]] aus [[Salzburg]]  unter [[Fürsterzbischof]] [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] [[1731]] und die [[Salzburg unter Napoleon|Franzosenkriege]] (Anfang des 19. Jahrhunderts) betrafen den Marktort natürlich wirtschaftlich, hatten für die innere Entwicklung aber genauso eher geringe Auswirkungen wie das Ende der fürsterzbischöflichen Ära und die Eingliederung Salzburgs in den Habsburger-Staat.
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Über Auftreten und Folgen der zahlreichen Pestepidemien in Zell wissen wir wenig, der bis [[1975]] im linken Seitenschiff der [[Stadtpfarrkirche St. Hippolyth]] gelegene Sebastinialtar (der Hl. Sebastian wurde als Schutzpatron gegen die [[Pest]] angerufen, heute befindet sich hier das Taufbecken) lässt aber darauf schließen, dass auch (bzw. gerade) in dem Handelsort Zell im Pinzgau die Pest ein ständiger Angst- und Bedrohungsfaktor für die Menschen gewesen sein muss. Dies gilt natürlich auch für andere Seuchen und Epidemien, so starben allein im Jahr [[1800]] 57 Kinder (!!) an den Blattern.
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Über Auftreten und Folgen der zahlreichen Pestepidemien in Zell wissen wir wenig, der bis [[1975]] im linken Seitenschiff der [[Stadtpfarrkirche St. Hippolyth]] gelegene Sebastini-Altar (der hl. Sebastian wurde als Schutzpatron gegen die [[Pest]] angerufen, heute befindet sich hier das Taufbecken) lässt aber darauf schließen, dass auch (bzw. gerade) in dem Handelsort Zell im Pinzgau die Pest ein ständiger Angst- und Bedrohungsfaktor für die Menschen gewesen sein muss. Dies gilt natürlich auch für andere Seuchen und Epidemien, so starben allein im Jahr [[1800]] 57 Kinder (!!) an den Blattern.
    
Im Zusammenhang mit der Klimaverschlechterung der sog. „Kleinen Eiszeit“ traten ab dem 16. Jahrhundert vermehrt heftige Unwetter und als Folge weitverbreiteter Holzschlägerungen im gesamten [[Pinzgau]] riesige Murgänge und zunehmend verheerende Überschwemmungen auf. Eine dramatische Folge war die Auflandung und Vergrusung des Talbodens, begleitet von Krankheiten wie das „Pinzgauer Sumpffieber“ und allerlei Hautkrankheiten, auch waren unglaubliche Mückenplagen eine Folge.
 
Im Zusammenhang mit der Klimaverschlechterung der sog. „Kleinen Eiszeit“ traten ab dem 16. Jahrhundert vermehrt heftige Unwetter und als Folge weitverbreiteter Holzschlägerungen im gesamten [[Pinzgau]] riesige Murgänge und zunehmend verheerende Überschwemmungen auf. Eine dramatische Folge war die Auflandung und Vergrusung des Talbodens, begleitet von Krankheiten wie das „Pinzgauer Sumpffieber“ und allerlei Hautkrankheiten, auch waren unglaubliche Mückenplagen eine Folge.
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==Eisenbahn, Pioniere und die Perle des Salzburger Landes==
 
==Eisenbahn, Pioniere und die Perle des Salzburger Landes==
Die ersten urkundlichen Spuren über wasserbauliche Maßnahmen im [[Pinzgau]] reichen in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück, aber erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts stellten sich nachhaltigere Erfolge bei der Regulierung des Flussbettes der [[Salzach]] ein. Wurde noch [[1842]] im renommierten deutschen Reiseführer Baedeker vor einem Aufenthalt in [[Zell am See]] (die Bezeichnung „am See“ kam ausgehend von der bayerischen Zeit nach den Franzosenkriegen immer mehr in Gebrauch) wegen der ungesunden Sümpfe gewarnt, so bezeichnete 30 Jahre später der Münchner Bergsteiger und Alpinschriftsteller Karl Hoffmann den [[Zeller See]] schon als „die Perle des Salzburger Landes“.
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Die ersten urkundlichen Spuren über wasserbauliche Maßnahmen im [[Pinzgau]] reichen in die erste Hälfte des [[16. Jahrhundert]]s zurück, aber erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts stellten sich nachhaltigere Erfolge bei der Regulierung des Flussbettes der [[Salzach]] ein. Wurde noch [[1842]] im renommierten deutschen Reiseführer Baedeker vor einem Aufenthalt in Zell am See (die Bezeichnung „am See“ kam ausgehend von der bayerischen Zeit nach den Franzosenkriegen immer mehr in Gebrauch) wegen der ungesunden Sümpfe gewarnt, so bezeichnete 30 Jahre später der Münchner Bergsteiger und Alpinschriftsteller [[Karl Hofmann]] den [[Zeller See]] schon als „die Perle des Salzburger Landes“.
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Und bald begann mit dem Aufkommen des ersten Massentransportmittels der Menschheitsgeschichte, der Eisenbahn, auch ein neues Kapitel für Stadt und Land Salzburg. Als am [[30. Juli]] [[1875]] erstmals eine Zugsgarnitur der [[Salzburg-Tiroler-Bahn]] am Bahnhof in Zell am See einfuhr, schlug für den Markt gleichsam auch die Geburtsstunde des [[Fremdenverkehr]]s, damals wurde eine Entwicklung zu einem zentralen Fremdenverkehrsort eingeleitet, die im Wesentlichen bis heute andauert.
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Und bald begann mit dem Aufkommen des ersten Massentransportmittels der Menschheitsgeschichte, der Eisenbahn, auch ein neues Kapitel für Stadt und Land Salzburg. Als am 30. Juli [[1875]] erstmals eine Zugsgarnitur der [[Salzburg-Tiroler-Bahn]] am Bahnhof in [[Zell am See]] einfuhr, schlug für den Markt gleichsam auch die Geburtsstunde des Tourismus, damals wurde eine Entwicklung zu einem zentralen Fremdenverkehrsort eingeleitet, die im Wesentlichen bis heute andauert.
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Auswärtige Pioniere, allen voran der aus dem damals preußischen Posen stammende und später in Breslau beheimatete [[Rudolf Riemann]], rüttelten die einheimische Bevölkerung wach und fanden beim „Bürgermeister mit Weitblick“ [[Josef Salzmann]], der auch verhindert hatte, dass die Bahn über [[Thumersbach]] geführt und die [[Bezirkshauptmannschaft]] nach [[Saalfelden]] verlegt wurde, offene Ohren. So waren schon [[1871]] in Zell am See eine Alpenvereinssektion gegründet und Wanderwege angelegt worden, auf der [[Schmittenhöhe]] stand seit [[1874]] den Gästen ein Unterkunftshaus, das ständig Erweiterungen erfuhr und in den 1880-er Jahren v.a. von Carl und Emilie Haschke zu einem [[Berghotel Schmittenhöhe|Berghotel]] mit über 40 Zimmern und 90 Betten ausgebaut wurde, zur Verfügung. Dass man nun zunehmend auch mit Touristen „rechnete“, zeigt die Gründung eines Verschönerungsvereins in Zell am See im Jahr [[1877]], aus dieser Zeit stammen auch die ersten Faltprospekte mit Wandervorschlägen und -karten. Verdiente [[Bürgermeister der Stadt Zell am See|Bürgermeister]] nach [[Josef Salzmann]] in der Zeller „Gründerzeit“ waren [[Josef Fill]], [[Leopold Sterzinger]] und Dr. [[Josef Müller]].
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Auswärtige Pioniere, allen voran der aus dem damals preußischen Posen stammende und später in Breslau beheimatete [[Rudolf Riemann]], rüttelten die einheimische Bevölkerung wach und fanden beim „Bürgermeister mit Weitblick“ [[Josef Salzmann]], der auch verhindert hatte, dass die Bahn über [[Thumersbach]] geführt und die [[Bezirkshauptmannschaft]] nach [[Saalfelden]] verlegt wurde, offene Ohren. So waren schon [[1871]] in Zell am See eine Alpenvereinssektion gegründet und Wanderwege angelegt worden, auf der [[Schmittenhöhe]] stand seit [[1874]] den Gästen ein Unterkunftshaus, das ständig Erweiterungen erfuhr und in den 80-er Jahren v.a. von Carl und Emilie Haschke zu einem Berghotel mit über 40 Zimmern und 90 Betten ausgebaut wurde, zur Verfügung. Dass man nun zunehmend auch mit Touristen „rechnete“, zeigt die Gründung eines Verschönerungsvereins in [[Zell am See]] im Jahr [[1877]], aus dieser Zeit stammen auch die ersten Faltprospekte mit Wandervorschlägen und -karten. Verdiente Bürgermeister nach [[Josef Salzmann]] in der Zeller „Gründerzeit“ waren [[Josef Fill]], [[Leopold Sterzinger]] und [[Dr. Josef Müller]].
   
==Die Zeller Gründerzeit von 1875 bis 1914==
 
==Die Zeller Gründerzeit von 1875 bis 1914==
Als besondere Attraktion galt bei den Gästen des aufstrebenden Fremdenortes insbesondere auch das – vergletscherte – Hochgebirge, Ausflüge nach [[Kaprun]] und [[Ferleiten]] waren überaus beliebt. Auf Initiative des Zeller Alpenvereins und ausgeführt von Bezirksbauingenieur [[Nikolaus Gassner]], wurden in kurzer Zeit eine Mautstraße ins Kaprunertal und ein Karrenweg bis zum Moserboden erbaut. Auf bequeme Art und Weise konnte man ab Jänner [[1897]] ausgehend vom Bahnhof in [[Zell am See]] mit der schmalspurigen Lokalbahn in den [[Oberpinzgau]] zu den weitum bekannten Krimmler Wasserfällen reisen.
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Als besondere Attraktion galt bei den Gästen des aufstrebenden Fremdenortes insbesondere auch das – vergletscherte – Hochgebirge, Ausflüge nach [[Kaprun]] und [[Ferleiten]] waren überaus beliebt. Auf Initiative des Zeller Alpenvereins und ausgeführt von Bezirksbauingenieur [[Nikolaus Gassner]], wurden in kurzer Zeit eine Mautstraße ins [[Kaprunertal]] und ein Karrenweg bis zum [[Moserboden]] erbaut. Auf bequeme Art und Weise konnte man ab Jänner [[1897]] ausgehend vom Bahnhof in Zell am See mit der schmalspurigen Lokalbahn in den [[Oberpinzgau]] zu den weitum bekannten [[Krimmler Wasserfälle]]n reisen.
    
Parallel zum Ausbau der Verkehrswege  entstand auch in [[Zell am See]] eine Reihe von neuen Häusern, darunter das Hotel Krone, das [[Hotel Kaiserin Elisabeth]], das Hotel am See (Grand Hotel), die Neue Post, der Pinzgauer Hof (heute Finanzamt), Geisters Seehotel, das Hotel Central, das Hotel Austria, das Hotel Elektra oder das Hotel Bellevue in [[Thumersbach]], mehrfach wurden [[Zell am See]] und die [[Schmittenhöhe]] auch von den höchsten Repräsentanten des Kaiserhauses besucht.
 
Parallel zum Ausbau der Verkehrswege  entstand auch in [[Zell am See]] eine Reihe von neuen Häusern, darunter das Hotel Krone, das [[Hotel Kaiserin Elisabeth]], das Hotel am See (Grand Hotel), die Neue Post, der Pinzgauer Hof (heute Finanzamt), Geisters Seehotel, das Hotel Central, das Hotel Austria, das Hotel Elektra oder das Hotel Bellevue in [[Thumersbach]], mehrfach wurden [[Zell am See]] und die [[Schmittenhöhe]] auch von den höchsten Repräsentanten des Kaiserhauses besucht.

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