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== Die Anfänge ==
 
== Die Anfänge ==
Die noch im 8. Jh. verwendete Ortsbezeichnung  „in Bisontio“ im Zusammenhang mit dem keltischen Volksstamm der [[Ambisonten]],  bronzezeitliche Keramikfragmente und Kupferschmelzplätze (nahe der Ebenbergalm, der Mittelstation und in [[Thumersbach]]) weisen auf eine Begehung und vermutlich auch erste  Besiedlung des Raumes um den [[Zeller See]] schon vor über 3000 Jahren hin. Auch in der Zeit der [[Römer]] und der [[Völkerwanderung]] dürfte der verkehrsgeographisch günstig gelegene Ort am Kreuzungspunkt mehrerer Verkehrswege ([[Saalachtal]], [[Salzachtal]],  Nord-Süd-Verbindung  über den [[Alpenhauptkamm]]  mit einem keltisch-römischen Passheiligtum am [[Hochtor]]) sicher von Interesse gewesen sein. Manches spricht dafür, dass der Saumhandel und die damit im Zusammenhang stehende Siedlung bis zur bajuwarischen Landnahme im Frühmittelalter nie gänzlich aufgegeben wurden, auch die Gründung eines „Klosters“ als Wirtschaftszelle (vergleichbar einem Hospiz) in der zweiten Hälfte des [[8. Jahrhunderts]] dürfte damit im Zusammenhang stehen.
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Die noch im 8. Jh. verwendete Ortsbezeichnung  „in Bisontio“ im Zusammenhang mit dem keltischen Volksstamm der [[Ambisonten]],  bronzezeitliche Keramikfragmente und Kupferschmelzplätze (nahe der Ebenbergalm, der Mittelstation und in [[Thumersbach]]) weisen auf eine Begehung und vermutlich auch erste  Besiedlung des Raumes um den [[Zeller See]] schon vor über 3000 Jahren hin. Auch in der Zeit der [[Römer]] und der [[Völkerwanderung]] dürfte der verkehrsgeographisch günstig gelegene Ort am Kreuzungspunkt mehrerer Verkehrswege ([[Saalachtal]], [[Salzachtal]],  Nord-Süd-Verbindung  über den [[Alpenhauptkamm]]  mit einem keltisch-römischen Passheiligtum am [[Hochtor]]) sicher von Interesse gewesen sein. Manches spricht dafür, dass der Saumhandel und die damit im Zusammenhang stehende Siedlung bis zur bajuwarischen Landnahme im Frühmittelalter nie gänzlich aufgegeben wurden, auch die Gründung eines „Klosters“ als Wirtschaftszelle (vergleichbar einem Hospiz) in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts dürfte damit im Zusammenhang stehen.
 
== Die bayerische Cella in Bisontio ==
 
== Die bayerische Cella in Bisontio ==
 
Die „Cella in Bisontio“ wird zwar in dem [[Salzburger Güterverzeichnis]] [[Notitia Arnonis]] (Aufzeichnungen des [[Arno]]) im Jahr [[788]]/[[790]] (frühere Jahresangaben wie [[740]], [[743]], [[748]] oder Zeitangaben wie „unter  Bischof Johannes“ sind nicht belegbare Erfindungen) erstmals urkundlich erwähnt, der gesamte [[Pinzgau]] gehörte zur damaligen Zeit aber zum Herzogtum [[Bayern]], die territoriale Macht war auf mehrere einflussreiche bayerische Grafschaften verteilt. Die Stifter der Celle müssen daher im adeligen Umkreis des Bayernherzogs [[Tassilo III.]] gesucht werden, auch der Herzog selbst kann als Gründer nicht ganz ausgeschlossen werden. Der Name Cella (Czel, Cell, Zell, …) setzte sich jedenfalls bald als Bezeichnung  auch für die weltliche Ansiedlung durch, von der (früh-)mittelalterlichen Anlage des  Marktplatzes (heute Stadtplatz) blieb die Anordnung der Gebäude und hierbei insbesondere der Vogtturm im Wesentlichen unverändert erhalten. Die Bauherren dieses stattlichen Turmes sind unbekannt, müssen aber jedenfalls auch in einflussreichen Adelsgeschlechtern (Herren von Pinzgowe?) gesucht werden.
 
Die „Cella in Bisontio“ wird zwar in dem [[Salzburger Güterverzeichnis]] [[Notitia Arnonis]] (Aufzeichnungen des [[Arno]]) im Jahr [[788]]/[[790]] (frühere Jahresangaben wie [[740]], [[743]], [[748]] oder Zeitangaben wie „unter  Bischof Johannes“ sind nicht belegbare Erfindungen) erstmals urkundlich erwähnt, der gesamte [[Pinzgau]] gehörte zur damaligen Zeit aber zum Herzogtum [[Bayern]], die territoriale Macht war auf mehrere einflussreiche bayerische Grafschaften verteilt. Die Stifter der Celle müssen daher im adeligen Umkreis des Bayernherzogs [[Tassilo III.]] gesucht werden, auch der Herzog selbst kann als Gründer nicht ganz ausgeschlossen werden. Der Name Cella (Czel, Cell, Zell, …) setzte sich jedenfalls bald als Bezeichnung  auch für die weltliche Ansiedlung durch, von der (früh-)mittelalterlichen Anlage des  Marktplatzes (heute Stadtplatz) blieb die Anordnung der Gebäude und hierbei insbesondere der Vogtturm im Wesentlichen unverändert erhalten. Die Bauherren dieses stattlichen Turmes sind unbekannt, müssen aber jedenfalls auch in einflussreichen Adelsgeschlechtern (Herren von Pinzgowe?) gesucht werden.
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Und bald begann mit dem Aufkommen des ersten Massentransportmittels der Menschheitsgeschichte, der Eisenbahn, auch ein neues Kapitel für Stadt und Land Salzburg. Als am 30. Juli [[1875]] erstmals eine Zugsgarnitur der [[Salzburg-Tiroler-Bahn]] am Bahnhof in [[Zell am See]] einfuhr, schlug für den Markt gleichsam auch die Geburtsstunde des Tourismus, damals wurde eine Entwicklung zu einem zentralen Fremdenverkehrsort eingeleitet, die im Wesentlichen bis heute andauert.
 
Und bald begann mit dem Aufkommen des ersten Massentransportmittels der Menschheitsgeschichte, der Eisenbahn, auch ein neues Kapitel für Stadt und Land Salzburg. Als am 30. Juli [[1875]] erstmals eine Zugsgarnitur der [[Salzburg-Tiroler-Bahn]] am Bahnhof in [[Zell am See]] einfuhr, schlug für den Markt gleichsam auch die Geburtsstunde des Tourismus, damals wurde eine Entwicklung zu einem zentralen Fremdenverkehrsort eingeleitet, die im Wesentlichen bis heute andauert.
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Auswärtige Pioniere, allen voran der aus dem damals preußischen Posen stammende und später in Breslau beheimatete [[Rudolf Ehrenfried Riemann]], rüttelten die einheimische Bevölkerung wach und fanden beim „Bürgermeister mit Weitblick“ [[Josef Salzmann]], der auch verhindert hatte, dass die Bahn über [[Thumersbach]] geführt und die [[Bezirkshauptmannschaft]] nach [[Saalfelden]] verlegt wurde, offene Ohren. So waren schon [[1871]] in Zell am See eine Alpenvereinssektion gegründet und Wanderwege angelegt worden, auf der [[Schmittenhöhe]] stand seit [[1874]] den Gästen ein Unterkunftshaus, das ständig Erweiterungen erfuhr und in den 80-er Jahren v.a. von Carl und Emilie Haschke zu einem Berghotel mit über 40 Zimmern und 90 Betten ausgebaut wurde, zur Verfügung. Dass man nun zunehmend auch mit Touristen „rechnete“, zeigt die Gründung eines Verschönerungsvereins in [[Zell am See]] im Jahr [[1877]], aus dieser Zeit stammen auch die ersten Faltprospekte mit Wandervorschlägen und -karten. Verdiente Bürgermeister nach [[Josef Salzmann]] in der Zeller „Gründerzeit“ waren [[Josef Fill]], [[Leopold Sterzinger]] und [[Dr. Josef Müller]].
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Auswärtige Pioniere, allen voran der aus dem damals preußischen Posen stammende und später in Breslau beheimatete [[Rudolf Riemann]], rüttelten die einheimische Bevölkerung wach und fanden beim „Bürgermeister mit Weitblick“ [[Josef Salzmann]], der auch verhindert hatte, dass die Bahn über [[Thumersbach]] geführt und die [[Bezirkshauptmannschaft]] nach [[Saalfelden]] verlegt wurde, offene Ohren. So waren schon [[1871]] in Zell am See eine Alpenvereinssektion gegründet und Wanderwege angelegt worden, auf der [[Schmittenhöhe]] stand seit [[1874]] den Gästen ein Unterkunftshaus, das ständig Erweiterungen erfuhr und in den 80-er Jahren v.a. von Carl und Emilie Haschke zu einem Berghotel mit über 40 Zimmern und 90 Betten ausgebaut wurde, zur Verfügung. Dass man nun zunehmend auch mit Touristen „rechnete“, zeigt die Gründung eines Verschönerungsvereins in [[Zell am See]] im Jahr [[1877]], aus dieser Zeit stammen auch die ersten Faltprospekte mit Wandervorschlägen und -karten. Verdiente Bürgermeister nach [[Josef Salzmann]] in der Zeller „Gründerzeit“ waren [[Josef Fill]], [[Leopold Sterzinger]] und [[Dr. Josef Müller]].
 
==Die Zeller Gründerzeit von 1875 bis 1914==
 
==Die Zeller Gründerzeit von 1875 bis 1914==
 
Als besondere Attraktion galt bei den Gästen des aufstrebenden Fremdenortes insbesondere auch das – vergletscherte – Hochgebirge, Ausflüge nach [[Kaprun]] und [[Ferleiten]] waren überaus beliebt. Auf Initiative des Zeller Alpenvereins und ausgeführt von Bezirksbauingenieur [[Nikolaus Gassner]], wurden in kurzer Zeit eine Mautstraße ins Kaprunertal und ein Karrenweg bis zum Moserboden erbaut. Auf bequeme Art und Weise konnte man ab Jänner [[1897]] ausgehend vom Bahnhof in [[Zell am See]] mit der schmalspurigen Lokalbahn in den [[Oberpinzgau]] zu den weitum bekannten Krimmler Wasserfällen reisen.
 
Als besondere Attraktion galt bei den Gästen des aufstrebenden Fremdenortes insbesondere auch das – vergletscherte – Hochgebirge, Ausflüge nach [[Kaprun]] und [[Ferleiten]] waren überaus beliebt. Auf Initiative des Zeller Alpenvereins und ausgeführt von Bezirksbauingenieur [[Nikolaus Gassner]], wurden in kurzer Zeit eine Mautstraße ins Kaprunertal und ein Karrenweg bis zum Moserboden erbaut. Auf bequeme Art und Weise konnte man ab Jänner [[1897]] ausgehend vom Bahnhof in [[Zell am See]] mit der schmalspurigen Lokalbahn in den [[Oberpinzgau]] zu den weitum bekannten Krimmler Wasserfällen reisen.

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