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| − | '''Christoph Ebran von Wildenberg''' († [[16. Jänner]] [[1491]] in [[Mühldorf am Inn]], [[Teil des Landes Salzburg von 1442 -1803]]), war ein Salzburger [[Dompropst]] im [[15. Jahrhundert]] und letzter Salzburger [[Erzbischof|Gegenerzbischof]].<ref>siehe Seite: [[Teil des Landes Salzburg von 1442-1803]]</ref><references/>. | + | '''Christoph Ebran von Wildenberg''' († [[16. Jänner]] [[1491]] in [[Mühldorf am Inn]], [[Teil des Landes Salzburg von 1442 -1803]]), war ein Salzburger [[Dompropst]] im [[15. Jahrhundert]] und letzter Salzburger [[Erzbischof|Gegenerzbischof]]<ref>siehe Seite: [[Loslösung Salzburgs vom bayerischen Mutterland]]</ref>. |
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| | ==Leben== | | ==Leben== |
| | Der geborenen Salzburger Christoph Ebran wuchs wahrscheinlich am Landshuter Hof auf und wurde unter Erzbischof [[Burkhard II. von Weißpriach]] zum Salzburger [[Domherr]]n geweiht. Als solcher wird er im Juni [[1465]] erstmals urkundlich erwähnt. Bei der Wahl [[Bernhard von Rohr]]s zum neuen Erzbischof ([[1466]]) war Ebran bereits Priester und Domkapitular. | | Der geborenen Salzburger Christoph Ebran wuchs wahrscheinlich am Landshuter Hof auf und wurde unter Erzbischof [[Burkhard II. von Weißpriach]] zum Salzburger [[Domherr]]n geweiht. Als solcher wird er im Juni [[1465]] erstmals urkundlich erwähnt. Bei der Wahl [[Bernhard von Rohr]]s zum neuen Erzbischof ([[1466]]) war Ebran bereits Priester und Domkapitular. |
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| − | =====Die Wahl zum Dompropst=====
| + | ===Die Wahl zum Dompropst=== |
| − | Nach dem Tod des Dompropstes [[Kaspar von Stubenberg]], dessen feindliche Haltung dem Erzbischof gegenüber unter anderem zur Amtsmüdigkeit Bernhard von Rohrs geführt hatte, wählten die Domherren in Abwesenheit des Erzbischofs Christoph Ebran am [[10. November]] [[1478]] zum neuen Dompropst. Die Domherren hatten sich bewusst einen Bayern ausgesucht, um sich damit der Unterstützung des Bayernherzogs im Kampf gegen den [[Habsburger]] [[Friedrich III.]] zu versichern. | + | Nach dem Tod des Dompropstes [[Kaspar von Stubenberg]], dessen feindliche Haltung dem Erzbischof gegenüber unter anderem zur Amtsmüdigkeit Bernhard von Rohrs geführt hatte, wählten die Domherren in Abwesenheit des Erzbischofs Christoph Ebran am [[10. November]] [[1478]] zum neuen Dompropst. Die Domherren hatten sich bewusst einen Bayern ausgesucht, um sich damit der Unterstützung des [[Bayerische Herzöge in Salzburg|Bayernherzogs]] im Kampf gegen den [[Habsburger]] [[Friedrich III.]] zu versichern. |
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| | Nach der Rückkehr Bernhard von Rohrs - der Erzbischof hatte während seiner Abwesenheit mit dem Habsburger-Kaiser seinen Rücktritt abgesprochen - bemühte sich Ebran um Rohrs Verbleib im Amt. Es gelang ihm, die Salzburger Bürgerschaft zu mobilisieren und den Erzbischof davon zu überzeugen, dass sein Abdanken nicht im Sinne Salzburgs sein könne. | | Nach der Rückkehr Bernhard von Rohrs - der Erzbischof hatte während seiner Abwesenheit mit dem Habsburger-Kaiser seinen Rücktritt abgesprochen - bemühte sich Ebran um Rohrs Verbleib im Amt. Es gelang ihm, die Salzburger Bürgerschaft zu mobilisieren und den Erzbischof davon zu überzeugen, dass sein Abdanken nicht im Sinne Salzburgs sein könne. |
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| − | Friedrich III. antwortete mit einer Handelssperre und versuchte seinerseits, die Salzburger Bürgerschaft und den [[Äbte von St. Peter|Abt]] von [[Erzstift St. Peter|St. Peter]] zu überreden, ihm in seinem Ansinnen beizustehen. | + | Friedrich III. antwortete mit einer Handelssperre und versuchte seinerseits, die Salzburger Bürgerschaft und den [[Äbte von St. Peter|Abt]] von [[Erzabtei St. Peter|St. Peter]] zu überreden, ihm in seinem Ansinnen beizustehen. |
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| | Ungeachtet dessen ging Ebran seiner Arbeit als Dompropst nach. [[1479]] wurde er Mitglied der Bruderschaft von [[Wallfahrtskirche St. Leonhard bei Tamsweg|St. Leonhard ob Tamsweg]], im [[Mittelalter]] eines der bedeutendsten Wallfahrtsorte des heutigen Österreich. Am [[20. September]] des selben Jahres konnte er den Ungarnkönig Matthias Corvinus dafür gewinnen, einen Schutzvertrag zu unterzeichnen. Die [[Ungarn]] wollten [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] gegen alle Angreifer verteidigen, bekamen dafür erzbischöfliche Burgen in der [[Steiermark]] und in [[Kärnten]]. Im folgenden [[Ungarischer Krieg|Ungarnkrieg]] Kaiser Friedrichs verlor Ebran am [[2. Februar]] [[1480]] eine Schlacht im [[Lungau]], woraufhin er [[Burg Mauterndorf]], den größten Besitz des [[Domkapitel]]s im Lungau, den Ungarn überließ. | | Ungeachtet dessen ging Ebran seiner Arbeit als Dompropst nach. [[1479]] wurde er Mitglied der Bruderschaft von [[Wallfahrtskirche St. Leonhard bei Tamsweg|St. Leonhard ob Tamsweg]], im [[Mittelalter]] eines der bedeutendsten Wallfahrtsorte des heutigen Österreich. Am [[20. September]] des selben Jahres konnte er den Ungarnkönig Matthias Corvinus dafür gewinnen, einen Schutzvertrag zu unterzeichnen. Die [[Ungarn]] wollten [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] gegen alle Angreifer verteidigen, bekamen dafür erzbischöfliche Burgen in der [[Steiermark]] und in [[Kärnten]]. Im folgenden [[Ungarischer Krieg|Ungarnkrieg]] Kaiser Friedrichs verlor Ebran am [[2. Februar]] [[1480]] eine Schlacht im [[Lungau]], woraufhin er [[Burg Mauterndorf]], den größten Besitz des [[Domkapitel]]s im Lungau, den Ungarn überließ. |
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| − | =====Die Bürgerschaft lehnt sich auf=====
| + | ===Die Bürgerschaft lehnt sich auf=== |
| | Bedingt durch die anhaltende Handelssperre und den Krieg wandte sich die Salzburger Bürgerschaft immer mehr gegen den Erzbischof und seinen Dompropst. Seiner misslichen Lage bewusst, verzichtete Christoph von Ebran auf seinen Besitz am [[Festungsberg]] und wurde dafür zum Pfleger der [[Burg Halmberg]] bei [[Waging am See|Waging]]. Rohr hingegen versuchte nun, die Verantwortung für alles Geschehene dem Dompropst zuzuschieben, was - wenn man den Chroniken dieser Zeit Glauben schenken mag - auch durchaus gelang. | | Bedingt durch die anhaltende Handelssperre und den Krieg wandte sich die Salzburger Bürgerschaft immer mehr gegen den Erzbischof und seinen Dompropst. Seiner misslichen Lage bewusst, verzichtete Christoph von Ebran auf seinen Besitz am [[Festungsberg]] und wurde dafür zum Pfleger der [[Burg Halmberg]] bei [[Waging am See|Waging]]. Rohr hingegen versuchte nun, die Verantwortung für alles Geschehene dem Dompropst zuzuschieben, was - wenn man den Chroniken dieser Zeit Glauben schenken mag - auch durchaus gelang. |
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| | Am [[7. Juni]] [[1485]] stellte Papst Innozenz VIII. Christoph von Ebran, seine Mitstreiter und Diener unter den Schutz des heiligen Stuhls und untersagte Johann Beckenschlager jede Jurisdiktion gegenüber dem Dompropst. In Salzburg schloss Ebran [[1487]] mit dem [[Äbte von St. Peter|Abt]] des [[Erzstift St. Peter|Stiftes St. Peter]] - [[Rupert V. Keutzl]] - einen Vergleich, der die seit 40 Jahren umstrittene freie Wahl des Begräbnisplatzes in Salzburg sicherte. | | Am [[7. Juni]] [[1485]] stellte Papst Innozenz VIII. Christoph von Ebran, seine Mitstreiter und Diener unter den Schutz des heiligen Stuhls und untersagte Johann Beckenschlager jede Jurisdiktion gegenüber dem Dompropst. In Salzburg schloss Ebran [[1487]] mit dem [[Äbte von St. Peter|Abt]] des [[Erzstift St. Peter|Stiftes St. Peter]] - [[Rupert V. Keutzl]] - einen Vergleich, der die seit 40 Jahren umstrittene freie Wahl des Begräbnisplatzes in Salzburg sicherte. |
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| − | =====Gegenerzbischof=====
| + | ===Gegenerzbischof=== |
| | Als Bernhard von Rohr am [[21. März]] [[1487]] starb und der Aufstieg Johanns vom Administrator zum Erzbischof vorgezeichnet war, traf sich die Mehrheit der Domkapitulare in Mühldorf und wählte Christoph von Ebran am [[8. Juni]] [[1487]] zum neuen Erzbischof. Die beiden ältesten Domherren, [[Domdechant|Domdekan]] [[Andreas Mautner von Katzenberg]] und Stadtpfarrer [[Friedrich V. Graf von Schaunberg|Friedrich von Schaunberg]], später selbst Erzbischof, versagten ihm aber die Gefolgschaft und wählten Johann Beckenschlager zum neuen Erzbischof. Da Ebran nach den Ereignissen von 1481 nicht wirklich nach [[Salzburg]] zurückkehren konnte, war er gegen diesen Schritt machtlos. Zwar gab er seine Wahl öffentlich bekannt und forderte die Salzburger auf, sich beim Papst für ihn einzusetzen, die Antwort aus Rom fiel jedoch negativ aus. Am [[1. November]] [[1487]] wurden Ebran und seine Wähler exkommuniziert. | | Als Bernhard von Rohr am [[21. März]] [[1487]] starb und der Aufstieg Johanns vom Administrator zum Erzbischof vorgezeichnet war, traf sich die Mehrheit der Domkapitulare in Mühldorf und wählte Christoph von Ebran am [[8. Juni]] [[1487]] zum neuen Erzbischof. Die beiden ältesten Domherren, [[Domdechant|Domdekan]] [[Andreas Mautner von Katzenberg]] und Stadtpfarrer [[Friedrich V. Graf von Schaunberg|Friedrich von Schaunberg]], später selbst Erzbischof, versagten ihm aber die Gefolgschaft und wählten Johann Beckenschlager zum neuen Erzbischof. Da Ebran nach den Ereignissen von 1481 nicht wirklich nach [[Salzburg]] zurückkehren konnte, war er gegen diesen Schritt machtlos. Zwar gab er seine Wahl öffentlich bekannt und forderte die Salzburger auf, sich beim Papst für ihn einzusetzen, die Antwort aus Rom fiel jedoch negativ aus. Am [[1. November]] [[1487]] wurden Ebran und seine Wähler exkommuniziert. |
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| | * [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bernhard_von_Rohr&oldid=48389290 Wikipedia-Artikel zu Bernhard Rohr] | | * [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bernhard_von_Rohr&oldid=48389290 Wikipedia-Artikel zu Bernhard Rohr] |
| | * [[Peter Franz Kramml]]: ''Christoph Ebran von Wildenberg''. In: ''[[Salzfass]]. Heimatkundliche Zeitschrift des Historischen Vereins Rupertiwinkel e.V.'' 21. Jahrgang Heft 2/1987 | | * [[Peter Franz Kramml]]: ''Christoph Ebran von Wildenberg''. In: ''[[Salzfass]]. Heimatkundliche Zeitschrift des Historischen Vereins Rupertiwinkel e.V.'' 21. Jahrgang Heft 2/1987 |
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