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Die Einstellung der Glasindustrie im Jahr [[1929]] brachte eine  Massenarbeitslosigkeit in [[Bürmoos]] und der näheren Umgebung. Der letzte 2012 noch  lebende Zeitzeuge Alexander Schwarz (95) schilderte den [[Salzburger Nachrichten]] seine Erinnerungen.
 
Die Einstellung der Glasindustrie im Jahr [[1929]] brachte eine  Massenarbeitslosigkeit in [[Bürmoos]] und der näheren Umgebung. Der letzte 2012 noch  lebende Zeitzeuge Alexander Schwarz (95) schilderte den [[Salzburger Nachrichten]] seine Erinnerungen.
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Durch die Schließung der großen Glasfabrik 1929 waren auf einen Schlag fast 90 Prozent der damals 1 000 Bewohner von Bürmoos  arbeitslos. Schwarz hatte erst kurz zuvor, 1928, als Dreizehnjähriger in der Glashütte der  Gebrüder Stiassny  zu arbeiten begonnen. Er war ein ''Schwengelbub'', der den Glasbläsern zugearbeitet hatte. Schwarz erzählt: „''Der Hüttenmeister hat meiner Mutter gesagt: ,Der  Bub kann eh in die Donnerstagsschule gehen  –  und ab und zu  einen  zweiten Tag in der Woche.''‘“ Kinderarbeit war damals normal und seine Mutter  sei froh gewesen,  dass ihr  Sohn  Geld nach Hause brachte.  
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Durch die Schließung der großen Glasfabrik 1929 waren auf einen Schlag fast 90 Prozent der damals 1 000 Bewohner von Bürmoos  arbeitslos. Schwarz hatte erst kurz zuvor, 1928, als Dreizehnjähriger in der Glashütte der  Gebrüder Stiassny  zu arbeiten begonnen. Er war ein ''Schwengelbub'', der den Glasbläsern zugearbeitet hatte. Schwarz erzählt: „''Der Hüttenmeister hat meiner Mutter gesagt: ,Der  Bub kann eh in die Donnerstagsschule gehen  –  und ab und zu  einen  zweiten Tag in der Woche.''‘“ [[Kinderarbeit]] war damals normal und seine Mutter  sei froh gewesen,  dass ihr  Sohn  Geld nach Hause brachte.  
    
Der typische Tagesablauf in der  hierarchisch organisierten Glasfabrik begann um Mitternacht. Da mussten die Schwengelbuben zuerst die  Glasbläser-Herren, für die sie zuständig waren, wecken. Dann begann um zwei Uhr früh die Schicht, die bis Mittag gedauert hatte. Dieser Rhythmus war wegen des Werkstoffs Glas notwendig, da dieses eineinhalb Tage gebraucht hatte, bis es geschmolzen war.  Die  beschwerliche Arbeit mit dem tausend Grad heißen Glas habe die Arbeiter  auch körperlich schwer in Mitleidenschaft gezogen. Viele Glasmacher sind  relativ jung  an Tuberkulose gestorben, einer typischen Berufskrankheit, die häufig über die Glasmacherpfeife  weitergegeben wurde.  
 
Der typische Tagesablauf in der  hierarchisch organisierten Glasfabrik begann um Mitternacht. Da mussten die Schwengelbuben zuerst die  Glasbläser-Herren, für die sie zuständig waren, wecken. Dann begann um zwei Uhr früh die Schicht, die bis Mittag gedauert hatte. Dieser Rhythmus war wegen des Werkstoffs Glas notwendig, da dieses eineinhalb Tage gebraucht hatte, bis es geschmolzen war.  Die  beschwerliche Arbeit mit dem tausend Grad heißen Glas habe die Arbeiter  auch körperlich schwer in Mitleidenschaft gezogen. Viele Glasmacher sind  relativ jung  an Tuberkulose gestorben, einer typischen Berufskrankheit, die häufig über die Glasmacherpfeife  weitergegeben wurde.  

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