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Flughafenvorstand [[Roland Hermann]] kommentiert: „''Das wäre natürlich das Ende des Salzburger Flughafens.''“ Wobei das Management davon ausgeht, dass dieser radikale Weg nicht in der Praxis eingeschlagen wird. Geschäftsführer Karl Heinz Bohl hält es aber für plausibel, dass die deutsche Seite ihre „Maximalforderung“ als Ausgangspunkt für Verhandlungen sieht. Verhandlungen, welche in einem politischen Kompromiss münden könnten. Welcher wiederum für den Flughafen nachteiligere Öffnungszeiten zur Folge hätte.  
 
Flughafenvorstand [[Roland Hermann]] kommentiert: „''Das wäre natürlich das Ende des Salzburger Flughafens.''“ Wobei das Management davon ausgeht, dass dieser radikale Weg nicht in der Praxis eingeschlagen wird. Geschäftsführer Karl Heinz Bohl hält es aber für plausibel, dass die deutsche Seite ihre „Maximalforderung“ als Ausgangspunkt für Verhandlungen sieht. Verhandlungen, welche in einem politischen Kompromiss münden könnten. Welcher wiederum für den Flughafen nachteiligere Öffnungszeiten zur Folge hätte.  
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== 2013: Ramsauer will Schließung des Salzburger Flughafens erzwingen ==
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:''Hauptartikel: [[Rettet den Salzburger Flughafen]]''
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Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer hat im Bemühen, seine bayerische Heimat vom Fluglärm des Airport Salzburg zu verschonen, im Spätherbst 2013 eine Verordnung vorgelegt. Sie würde das Aus für den Flughafen bedeuten. Ramsauers vorgelegter Entwurf zur Verordnung sieht nämlich vor, dass Instrumentenanflüge "''über deutschem Hoheitsgebiet nur in besonderen Fällen genutzt werden''" dürfen. Dazu gehören etwa Notfälle oder Wetterbedingungen, die einen Südanflug im Sichtflug unmöglich machen oder eine Besatzung, die nicht über die erforderliche Ausbildung verfügt.
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Ramsauer fordert Mittagspause für Flughafen
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Begründet wird Ramsauers Verordnung damit, dass sich seit Inkrafttreten des Staatsvertrages zwischen Deutschland und Österreich "''die Anzahl der An- und Abflüge vom Flughafen Salzburg über deutschem Hoheitsgebiet erheblich erhöht''" habe. "''Die damit einhergehende zunehmende Lärmbelästigung der deutschen Bevölkerung soll mit dieser Durchführungsverordnung reduziert werden.''"
Drohungen. Der Salzburger Airport weiß nun, womit die deutsche Bundesregierung konkret droht: Per Verordnung könnten die Überflugzeiten auf sechs bis sieben Stunden gekürzt werden. Das wäre das Aus des Betriebs.
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Von christian resch heidi Huber
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salzburg-stadt (SN). Nicht hypernervös, eher überrascht: So reagierten Salzburgs Flughafenvorstände, als sie von den Plänen des deutschen Verkehrsministeriums erfuhren.
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Wie berichtet, sind Anrainer vor allem in Freilassing nicht gut auf den Salzburger Airport zu sprechen – rauschen doch neun von zehn einfliegenden Jets über die Köpfe der bayerischen Nachbarn in Richtung Landebahn.
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Im Verkehrsministerium in Wien kann man dieses Argument nur schwer nachzuvollziehen: Der in Freilassing gemessene Fluglärmpegel liege unter dem zulässigen Schwellenwert. Und die Zahl der Flugbewegungen habe seit 2005 drastisch abgenommen - von rund 24 500 auf rund 17 000 Bewegungen im Jahr 2012, hieß es auf APA-Anfrage.
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Schon lang hatte der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit etwas gedroht, das etwas abstrakt „Durchführungsverordnung“ heißt. Gemeint ist ein Verwaltungsakt der deutschen Regierung, welche die Benutzung bayerischen Flugraums für Flugzeuge einschränken könnte. Was genau in dieser Verordnung stehen würde, wusste aber niemand, weder in Bayern noch in Salzburg.
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Instrumentenanflüge seien das geeignetste Verfahren, weil es einen sicheren Anflug bei allen Wetterbedingungen ermöglicht. Dieses Anflugverfahren ist in Salzburg aus topografischen Gründen jedoch nur aus dem Norden - also über Bayern - möglich. Erlässt Ramsauer seine Verordnung wie geplant, wäre der Flugverkehr massiv eingeschränkt, für den Airport und die gesamte Salzburger und südbayrische Wirtschafts- und Tourismusregion hätte dies schwerwiegende Folgen.
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Mittlerweile ist der wichtigste Aspekt des Papiers durchgesickert: Das Verkehrsministe rium plant offenbar, die Lärmbelastung für deutsche Bürger auf sechs bis sieben Stunden pro Tag zu reduzieren. Derzeit ist der Flughafen täglich von 6 bis 23 Uhr, also 17 Stunden lang, in Betrieb. Denkbar ist laut Informationen des Flughafens, dass Flüge in einer Kernzeit von etwa 9 bis 12 Uhr am Vormittag und von 14 bis 17 Uhr am Nachmittag möglich sind. Was nicht nur „Schonzeiten“ morgens und abends, sondern auch eine flugtechnische „Mittagspause“ bedeuten würde. Wobei eine Bestätigung der deutschen Seite noch aussteht.
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Verkehrsministerin Doris Bures hat deshalb am 22. November 2013 zum Expertengespräch auf höchster Beamtenebene geladen. Dabei sei es zumindest erstmals gelungen, einander die Argumente von Angesicht zu Angesicht vorzubringen, hieß es aus dem österreichischen Ministerium. Ergebnisse gab es aber noch nicht, die Verhandlungen gehen weiter, auch wenn noch kein Termin vereinbart wurde.
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Flughafenvorstand Roland Hermann kommentiert: „Das wäre natürlich das Ende des Salzburger Flughafens.“ Wobei das Management davon ausgeht, dass dieser radikale Weg nicht in der Praxis eingeschlagen wird. Geschäftsführer Karl Heinz Bohl hält es aber für plausibel, dass die deutsche Seite ihre „Maximalforderung“ als Ausgangspunkt für Verhandlungen sieht. Verhandlungen, welche in einem politischen Kompromiss münden könnten. Welcher wiederum für den Flughafen nachteiligere Öffnungszeiten zur Folge hätte.
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Bures sagte, sie hoffe weiterhin auf eine Lösung im Verhandlungsweg, werde aber notfalls alle Mittel ausschöpfen und auch den Gang zum Europäischen Gerichtshof nicht scheuen. Beim Verkehrsministerrat Anfang Dezember 2013 möchte sie Ramsauer persönlich auf das Thema ansprechen<ref>{{Quelle SN|23. November 2013}}</ref>.
 
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Das Kernproblem bleibt: Die deutsche Bundespolitik hat sich darauf festgelegt, dass 30 Prozent der Landungen über Salzburg statt über Bayern stattfinden müssen. Dabei bleibe es auch, sagt ein Sprecher Ramsauers im SN-Gespräch. Und: Die Durchführungsverordnung komme definitiv. Inhaltliches verrät das Verkehrsministerium nicht. Ziel der Verordnung sei, „dass bereits bestehende Anflugverfahren über Salzburg besser genützt werden.“
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Die kolportierte Einschränkung der Flugzeiten freut Bettina Oestreich, die Sprecherin des Schutzverbands Rupertiwinkel. „''Hervorragend. Noch besser. Das ist mehr als wir gefordert haben. Ich hoffe, dass diese Zeiten für alle Flüge gelten – also Starts und Landungen.''“ Der Schutzverband wollte in seiner geplanten Durchführungsverordnung die Betriebszeiten wochentags auf 8 bis 21 Uhr beschränken, samstags auf 9 bis 20 Uhr und sonntags auf 10 bis 18 Uhr.
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Der Flughafen kommt den Bayern nun wenigstens teilweise entgegen: Ein verbessertes Anflugverfahren von Norden her soll die Bayern entlasten. Ist das Wetter schön und herrscht Nordwind, könnten in Zukunft tatsächlich 30 Prozent aller Landeanflüge an Freilassing „vorbeigeschleust“ werden. Jedoch: Ist es dunkel, das Wetter schlecht, oder kommt der Wind aus der falschen Richtung, führt auch in Zukunft kein Weg an Freilassing vorbei.
      
== Quellen ==
 
== Quellen ==

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