| | ''Im Vertrauen auf die göttliche Hilfe wurde rasch zum Wiederaufbau geschritten. Die Bauern der Umgebung besonders jene von [[Neufahrn]], [[Maierhof|Mayrhofen]], [[Sommerholz]], [[Wertheim]], [[Pfongau]], [[Steindorf (Straßwalchen)|Steindorf]], [[Thalham]] und [[Matzing]] sowie Graf Othmar von [[Überacker|Ueberacker]] zu [[Schloss Sighartstein|Sighardstein]] und Baron [[Mayr-Melnhof]] lieferten umsonst 209 Baumstämme; viele Andere spendeten, z.B. [[Thalgau]] alleine 1 000 Stücke; ebenso brachten andere Sandfuhren. An Geldspenden liefen bis zum 24. Oktober bei 6&mbsp;000 [[Gulden|fl]] ein. Das Bauholz wurde schnell von Rabattleuten aus den umliegenden Dörfern gehackt, und konnte, da der Sommer sehr heiß war, gut austrocknen. Schon am [[9. Juli]] konnte der Dachstuhl über dem Kirchenschiffe aufgesetzt werden, wobei oben auf dem Gerüste eine kleine, aber recht herzliche Feierlichkeit gehalten wurde. Am [[25. Juli]] war auch schon der kleine Dachstuhl über dem Presbyterium aufgesetzt. Am [[31. Juli]] wurde mit den Seiten und Wandpfeilern begonnen. Am [[10. August]] fing man an, das Kirchendach mit Schifer einzudecken, welche Arbeit am [[26. August]] beendet war. Am [[23. August]] begannen die Maurer die Aufrichtung der Gibelmauer auf der Westseite, die am [[2. September]] vollendet wurde. Am [[21. September]] wurden die Fenster auf der Westseite der Kirche /: me renitente:/ ausgebrochen. Am [[29. August]] fieng der Zimmermeister an mit dem Abbinden des Thurmdachstuhls, und am 12. Sept. mit dem Aufsetzen des Thurmes; schon am [[20. September]] konnte der Helmbaum aufgesetzt werden. Am [[14. Oktober]] waren die Zimmermannsarbeiten am Thurme mitsammt der Verschallung fertig. Heute Sonntag, [[30. Oktober]] 1887 wurde das Thurmkreuz feierlich erhöht. Dasselbe wurde im Pfarrhofe abgeholt, und auf dem Marktplatze, nachdem von dem Pfarrer Kostenzer eine Ansprache gehalten worden war, von diesem geweiht. Alsdann wurde es von sechs Jünglingen, umgeben von zwölf Jungfrauen, in feierlicher Prozession durch den Markt getragen, hin zur Kirche gebracht und in Gegenwart einer unzähligen Volksmenge aufgesteckt.'' | | ''Im Vertrauen auf die göttliche Hilfe wurde rasch zum Wiederaufbau geschritten. Die Bauern der Umgebung besonders jene von [[Neufahrn]], [[Maierhof|Mayrhofen]], [[Sommerholz]], [[Wertheim]], [[Pfongau]], [[Steindorf (Straßwalchen)|Steindorf]], [[Thalham]] und [[Matzing]] sowie Graf Othmar von [[Überacker|Ueberacker]] zu [[Schloss Sighartstein|Sighardstein]] und Baron [[Mayr-Melnhof]] lieferten umsonst 209 Baumstämme; viele Andere spendeten, z.B. [[Thalgau]] alleine 1 000 Stücke; ebenso brachten andere Sandfuhren. An Geldspenden liefen bis zum 24. Oktober bei 6&mbsp;000 [[Gulden|fl]] ein. Das Bauholz wurde schnell von Rabattleuten aus den umliegenden Dörfern gehackt, und konnte, da der Sommer sehr heiß war, gut austrocknen. Schon am [[9. Juli]] konnte der Dachstuhl über dem Kirchenschiffe aufgesetzt werden, wobei oben auf dem Gerüste eine kleine, aber recht herzliche Feierlichkeit gehalten wurde. Am [[25. Juli]] war auch schon der kleine Dachstuhl über dem Presbyterium aufgesetzt. Am [[31. Juli]] wurde mit den Seiten und Wandpfeilern begonnen. Am [[10. August]] fing man an, das Kirchendach mit Schifer einzudecken, welche Arbeit am [[26. August]] beendet war. Am [[23. August]] begannen die Maurer die Aufrichtung der Gibelmauer auf der Westseite, die am [[2. September]] vollendet wurde. Am [[21. September]] wurden die Fenster auf der Westseite der Kirche /: me renitente:/ ausgebrochen. Am [[29. August]] fieng der Zimmermeister an mit dem Abbinden des Thurmdachstuhls, und am 12. Sept. mit dem Aufsetzen des Thurmes; schon am [[20. September]] konnte der Helmbaum aufgesetzt werden. Am [[14. Oktober]] waren die Zimmermannsarbeiten am Thurme mitsammt der Verschallung fertig. Heute Sonntag, [[30. Oktober]] 1887 wurde das Thurmkreuz feierlich erhöht. Dasselbe wurde im Pfarrhofe abgeholt, und auf dem Marktplatze, nachdem von dem Pfarrer Kostenzer eine Ansprache gehalten worden war, von diesem geweiht. Alsdann wurde es von sechs Jünglingen, umgeben von zwölf Jungfrauen, in feierlicher Prozession durch den Markt getragen, hin zur Kirche gebracht und in Gegenwart einer unzähligen Volksmenge aufgesteckt.'' |
| | * [[Franz Paul Enzinger|Enzinger, Franz Paul]]: ''Christliche Kunststätten Österreichs'', Nr. 452, [[Verlag St. Peter]], 2006 | | * [[Franz Paul Enzinger|Enzinger, Franz Paul]]: ''Christliche Kunststätten Österreichs'', Nr. 452, [[Verlag St. Peter]], 2006 |