| Zeile 3: |
Zeile 3: |
| | == Geografie == | | == Geografie == |
| | [[Datei:Grenzstein von 1920 am Krimmler Tauern.jpg|thumb|Grenzstein von 1920 am Krimmler Tauern]] | | [[Datei:Grenzstein von 1920 am Krimmler Tauern.jpg|thumb|Grenzstein von 1920 am Krimmler Tauern]] |
| − | Südtirol (it. ''Alto Adige'', Hochetsch) ist ein Gebirgs- und Durchgangsland mit vielfältigen Landschaftsformen auf engem Raum. Über 85% seiner Fläche liegen über 1000, fast 65% sogar höher als 1500 Meter über dem Meeresspiegel. Im Talbecken des Eisack um [[Brixen]] und in der breiten Etschtalfurche von Meran über Bozen bis Salurn gedeiht eine üppige Vegetation mit reichem Edelobstbau und Weinbau. Im Osten hat Südtirol Anteil an dem aus Kalken aufgebauten Felsland der [[Dolomit]]en. Der Brenner ist die Wasserscheide zwischen Schwarzem Meer und der Adria, der mit 1.375 [[m ü. A.]] niedrigste Übergang über die [[Zentralalpen]] und die verkehrsreichste Grenzstation Italiens. | + | Südtirol (it. ''Alto Adige'', Hochetsch) ist ein Gebirgs- und Durchgangsland mit vielfältigen Landschaftsformen auf engem Raum. Über 85% seiner Fläche liegen über 1 000, fast 65% sogar höher als 1 500 [[m ü. A.]]. Im Talbecken des Eisack um [[Brixen]] und in der breiten Etschtalfurche von Meran über Bozen bis Salurn gedeiht eine üppige Vegetation mit reichem Edelobstbau und Weinbau. Im Osten hat Südtirol Anteil an dem aus Kalken aufgebauten Felsland der [[Dolomit]]en. Der Brenner ist die Wasserscheide zwischen Schwarzem Meer und der Adria, der mit 1 375 m ü. A. niedrigste Übergang über die [[Zentralalpen]] und die verkehrsreichste Grenzstation Italiens. |
| | | | |
| | Im Norden grenz Südtirol an [[Nordtirol]]; im Nordosten an das [[Salzburg (Bundesland)|Bundesland Salzburg]]; im Osten an [[Osttirol]]; im Südosten an die italienische Region Veneto (Venezien); im Süden an die italienische Provinz Trient ([[Trentino]]), die zusammen mit Südtirol die Region ''Trentino-Südtirol'' (Trentino-Alto Adige) bildet, sowie an die italienische Region Lombardei und im Westen an die [[Schweiz]] ([[Schweiz#Graubünden|Graubünden]]); | | Im Norden grenz Südtirol an [[Nordtirol]]; im Nordosten an das [[Salzburg (Bundesland)|Bundesland Salzburg]]; im Osten an [[Osttirol]]; im Südosten an die italienische Region Veneto (Venezien); im Süden an die italienische Provinz Trient ([[Trentino]]), die zusammen mit Südtirol die Region ''Trentino-Südtirol'' (Trentino-Alto Adige) bildet, sowie an die italienische Region Lombardei und im Westen an die [[Schweiz]] ([[Schweiz#Graubünden|Graubünden]]); |
| Zeile 42: |
Zeile 42: |
| | | | |
| | ==Wirtschaft== | | ==Wirtschaft== |
| − | Seit rund 200 Jahren wird in Südtirol Obstbau betrieben. Äpfel haben mit 95% der Ernte den weitaus größten Anteil. Nennenswert ist noch der Anbau von Birnen und Marillen. 60% der Obsterzeugung gehen in den Export. Wesentlich älter als der Obstanbau ist der Weinbau, der seit 2500 Jahren in Südtirol heimisch ist. 82% Rot- und 18% Weißweine werden erzeugt. 5800 Weinbaubetriebe bewirtschaften eine Gesamtanbaufläche von rund 5500 Hektar und rund 20 Millionen Rebstöcken. | + | Seit rund 200 Jahren wird in Südtirol Obstbau betrieben. Äpfel haben mit 95% der Ernte den weitaus größten Anteil. Nennenswert ist noch der Anbau von Birnen und Marillen. 60% der Obsterzeugung gehen in den Export. Wesentlich älter als der Obstanbau ist der Weinbau, der seit 2 500 Jahren in Südtirol heimisch ist. 82% Rot- und 18% Weißweine werden erzeugt. 5 800 Weinbaubetriebe bewirtschaften eine Gesamtanbaufläche von rund 5 500 Hektar und rund 20 Millionen Rebstöcken. |
| | | | |
| | Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft mit 5,3% Anteil am BIP, die Industrie mit 31,9% sowie Dienstleistungen mit 62,8% (Datenstand 2000). | | Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft mit 5,3% Anteil am BIP, die Industrie mit 31,9% sowie Dienstleistungen mit 62,8% (Datenstand 2000). |
| Zeile 51: |
Zeile 51: |
| | Im allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung Europas erholte sich auch der Südtiroler Fremdenverkehr wieder. Der Höhenflug des Fremdenverkehrs in den 1970er-Jahren trug wesentlich zur allgemeinen Wohlstandssteigerung in Südtirol bei. Anfang der 1980er-Jahre wurde dem Fremdenverkehr Südtirols durch raumordnerische Beschränkungen de facto ein Bettenstop auferlegt, was zu einer Stagnation des Angebotes (Betten) führte, andererseits auch die Provinz vor Bausünden und Betondörfern bewahrte. | | Im allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung Europas erholte sich auch der Südtiroler Fremdenverkehr wieder. Der Höhenflug des Fremdenverkehrs in den 1970er-Jahren trug wesentlich zur allgemeinen Wohlstandssteigerung in Südtirol bei. Anfang der 1980er-Jahre wurde dem Fremdenverkehr Südtirols durch raumordnerische Beschränkungen de facto ein Bettenstop auferlegt, was zu einer Stagnation des Angebotes (Betten) führte, andererseits auch die Provinz vor Bausünden und Betondörfern bewahrte. |
| | | | |
| − | 1995 zählte Südtirol insgesamt 26 Mio. Nächtigungen. Seither gab es einen leichten Rückgang, bis 2005 die Zahl der Nächtigungen wieder auf etwas über 26 Mio. geklettert ist. Im Fremdenverkehr sind ca. 30.000 Personen beschäftigt, dies entspricht 12% aller Beschäftigten. 58% der Beschäftigten im Gastgewerbe sind Frauen. | + | 1995 zählte Südtirol insgesamt 26 Mio. Nächtigungen. Seither gab es einen leichten Rückgang, bis 2005 die Zahl der Nächtigungen wieder auf etwas über 26 Mio. geklettert ist. Im Fremdenverkehr sind ca. 30 000 Personen beschäftigt, dies entspricht 12% aller Beschäftigten. 58% der Beschäftigten im Gastgewerbe sind Frauen. |
| | | | |
| − | Insgesamt gibt es in Südtirol 10.041 Beherbergungsbetriebe, 4.359 gehören zu den gastgewerblichen und 5.682 zu den nichtgastgewerblichen Betrieben. Die Beherbergungsbetriebe bieten den Touristen insgesamt über 214.000 Betten an. | + | Insgesamt gibt es in Südtirol 10 041 Beherbergungsbetriebe, 4 359 gehören zu den gastgewerblichen und 5.682 zu den nichtgastgewerblichen Betrieben. Die Beherbergungsbetriebe bieten den Touristen insgesamt über 214 000 Betten an. |
| | | | |
| | ==Sehenswürdigkeiten== | | ==Sehenswürdigkeiten== |
| Zeile 78: |
Zeile 78: |
| | | | |
| | * Im Grödnertal: | | * Im Grödnertal: |
| − | :: In St. Christina im Grödnertal befindet sich die wohl berühmteste Skipiste in Südtirol, die Abfahrt [http://www.hotel-interski.com/de/winter/abfahrt-saslong-in-st-christina.html "Saslong"]. Der Zieleinlauf dieser Weltcup-Piste befindet sich unmittelbar im Ortskern von St. Christina. Bereits seit dem ersten Weltcup-Abfahrtslauf auf dieser Piste, im Jahr 1969, zählt sie zu den festen Bestandteilen des alpinen Skiweltcup. Eine Besonderheit dieser Skipiste ist, dass oft Außenseiter mit hohen Startnummern gute Platzierungen erreichten. Das hängt mit der hinter dem Langkofel hervorkommenden Sonne und der daraus resultierenden direkten Einstrahlung und den sich verändernden Pistenverhältnissen zusammen. | + | :: In St. Christina im Grödnertal befindet sich die wohl berühmteste Skipiste in Südtirol, die Abfahrt Saslong<ref> siehe [http://www.hotel-interski.com/de/winter/abfahrt-saslong-in-st-christina.html "Saslong"]</ref>. Der Zieleinlauf dieser Weltcup-Piste befindet sich unmittelbar im Ortskern von St. Christina. Bereits seit dem ersten Weltcup-Abfahrtslauf auf dieser Piste, im Jahr 1969, zählt sie zu den festen Bestandteilen des alpinen Skiweltcup. Eine Besonderheit dieser Skipiste ist, dass oft Außenseiter mit hohen Startnummern gute Platzierungen erreichten. Das hängt mit der hinter dem Langkofel hervorkommenden Sonne und der daraus resultierenden direkten Einstrahlung und den sich verändernden Pistenverhältnissen zusammen. |
| | | | |
| | == Persönlichkeiten == | | == Persönlichkeiten == |
| Zeile 89: |
Zeile 89: |
| | * Ab 1940 wurden [[Südtiroler]] auch in Salzburg angesiedelt, besonders in eigenen [[Südtiroler-Siedlung]]en. | | * Ab 1940 wurden [[Südtiroler]] auch in Salzburg angesiedelt, besonders in eigenen [[Südtiroler-Siedlung]]en. |
| | * Über den [[Krimmler Tauern]] und die [[Birnlücke]] erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg die [[Krimmler Judenflucht]] ins [[Ahrntal]]. | | * Über den [[Krimmler Tauern]] und die [[Birnlücke]] erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg die [[Krimmler Judenflucht]] ins [[Ahrntal]]. |
| | + | |
| | ===Personen=== | | ===Personen=== |
| | * [[Michael Pacher]] aus Bruneck war ein bedeutender Künstler der österreichischen [[Gotik|Spätgotik]], bereits mit Einflüssen der Renaissance. Seine Tätigkeit in Salzburg ist von [[1496]] bis [[1498]] nachweisbar. | | * [[Michael Pacher]] aus Bruneck war ein bedeutender Künstler der österreichischen [[Gotik|Spätgotik]], bereits mit Einflüssen der Renaissance. Seine Tätigkeit in Salzburg ist von [[1496]] bis [[1498]] nachweisbar. |