| | Der letzte einflussreiche Hagenauer in Bayern war Abt Heinrich (V.) von Hagenau aus der Freisinger Linie, der dem Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg vorstand. Er hatte sein Amt [[1292]] angetreten, wurde jedoch [[1315]] zum Rücktritt gezwungen. Das Bistum Freising war ja als Schutzmacht verloren gegangen und die wenigen verbliebenen Güter und Lehen der Hagenauer lagen vorwiegend in ihrem alten Stammgebiet nördlich von München, im Umkreis von Freising. So hatten sich bereits im 14. Jahrhundert einige Familienmitglieder der Freisinger Linie (nach alten Konflikten mit dem Hause Wittelsbach und dem Bistum Passau) dazu entschieden, in den Schutz der Residenzstadt München zu begeben, wo sie später Bürger wurden. München war im Mittelalter keine freie Reichsstadt, sondern immer einem Stadtherren unterstellt gewesen. Der Stadtherr von München war, nach dem Gründer Heinrich der Löwe (aus dem Geschlecht der Welfen), ab 1180 der jeweilige Bischof von Freising. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts konnten sich jedoch die bayerischen Herzöge (Haus Wittelsbach) in der Stadtherrschaft gegenüber dem Freisinger Bischof durchsetzen. Im Jahr 1328 wurde München auch Residenzstadt des [[Reich|römisch-deutschen]] Kaisers Ludwig IV. (aus dem Haus der Wittelsbacher). Im 14. und [[15. Jahrhundert]] wurden die Freisinger Hagenauer in zahlreichen Münchner sowie Indersdorfer Tausch-, Kauf- und Stiftungs-Urkunden genannt. Im Jahr [[1365]] wurde Bertold Hagenauer noch unter den äußeren Stadträten (Stadträte für den außerhalb der Stadtmauern liegenden Teil Münchens) der Münchner Patrizier genannt. Der Abstieg ging jedoch stetig voran und es gelang den Hagenauern nicht mehr Ämter von Vögten, Burggrafen oder Landrichtern zur Verwaltung fürstlicher beziehungsweise kirchlicher Güter zu erlangen. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts hatte auch die bayrische Linie der Herren von Hagenau nahezu alle ihre Lehen und Güter verloren. Der ursprüngliche Stammsitz, der "Edelsitz Hagenau" bei Schrobenhausen, war ja bereits 1348 aufgegeben worden. Der neue Stammsitz, der allerdings ebenfalls ein alter Besitz der Herren von Hagenau gewesen war, befand sich jetzt südlich von Allershausen. Die Hagenauer waren wirtschaftlich tief gefallen und [[1484]] verkaufte der ''"ehrbare Herr Stephan Hagenauer zu Allershausen"'' den bayrischen Stammsitz Allershausen (Indersdorfer Urkunde). Die Hagenauer hatten ihr Erbbegräbnis bei der Abtei Weihenstephan. Martin v. Deutinger, Dompropst zu München, berichtete über das Begräbnis eines Ritters Warmund von Fraunberg, der in der im Jahr 1501 errichteten Kapelle bei der Abtei Weihenstephan in Freising begraben wurde; dort ''"fanden auch Adelige aus verschiedenen Geschlechtern (von Hagenau, Fraunhofen und Aiterbach) ihre letzte Ruhestätte"''. | | Der letzte einflussreiche Hagenauer in Bayern war Abt Heinrich (V.) von Hagenau aus der Freisinger Linie, der dem Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg vorstand. Er hatte sein Amt [[1292]] angetreten, wurde jedoch [[1315]] zum Rücktritt gezwungen. Das Bistum Freising war ja als Schutzmacht verloren gegangen und die wenigen verbliebenen Güter und Lehen der Hagenauer lagen vorwiegend in ihrem alten Stammgebiet nördlich von München, im Umkreis von Freising. So hatten sich bereits im 14. Jahrhundert einige Familienmitglieder der Freisinger Linie (nach alten Konflikten mit dem Hause Wittelsbach und dem Bistum Passau) dazu entschieden, in den Schutz der Residenzstadt München zu begeben, wo sie später Bürger wurden. München war im Mittelalter keine freie Reichsstadt, sondern immer einem Stadtherren unterstellt gewesen. Der Stadtherr von München war, nach dem Gründer Heinrich der Löwe (aus dem Geschlecht der Welfen), ab 1180 der jeweilige Bischof von Freising. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts konnten sich jedoch die bayerischen Herzöge (Haus Wittelsbach) in der Stadtherrschaft gegenüber dem Freisinger Bischof durchsetzen. Im Jahr 1328 wurde München auch Residenzstadt des [[Reich|römisch-deutschen]] Kaisers Ludwig IV. (aus dem Haus der Wittelsbacher). Im 14. und [[15. Jahrhundert]] wurden die Freisinger Hagenauer in zahlreichen Münchner sowie Indersdorfer Tausch-, Kauf- und Stiftungs-Urkunden genannt. Im Jahr [[1365]] wurde Bertold Hagenauer noch unter den äußeren Stadträten (Stadträte für den außerhalb der Stadtmauern liegenden Teil Münchens) der Münchner Patrizier genannt. Der Abstieg ging jedoch stetig voran und es gelang den Hagenauern nicht mehr Ämter von Vögten, Burggrafen oder Landrichtern zur Verwaltung fürstlicher beziehungsweise kirchlicher Güter zu erlangen. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts hatte auch die bayrische Linie der Herren von Hagenau nahezu alle ihre Lehen und Güter verloren. Der ursprüngliche Stammsitz, der "Edelsitz Hagenau" bei Schrobenhausen, war ja bereits 1348 aufgegeben worden. Der neue Stammsitz, der allerdings ebenfalls ein alter Besitz der Herren von Hagenau gewesen war, befand sich jetzt südlich von Allershausen. Die Hagenauer waren wirtschaftlich tief gefallen und [[1484]] verkaufte der ''"ehrbare Herr Stephan Hagenauer zu Allershausen"'' den bayrischen Stammsitz Allershausen (Indersdorfer Urkunde). Die Hagenauer hatten ihr Erbbegräbnis bei der Abtei Weihenstephan. Martin v. Deutinger, Dompropst zu München, berichtete über das Begräbnis eines Ritters Warmund von Fraunberg, der in der im Jahr 1501 errichteten Kapelle bei der Abtei Weihenstephan in Freising begraben wurde; dort ''"fanden auch Adelige aus verschiedenen Geschlechtern (von Hagenau, Fraunhofen und Aiterbach) ihre letzte Ruhestätte"''. |
| − | Stephans Verwandter, Ulrich Hagenauer de Allershausen, der [[1470]] geheiratet hatte, besaß noch ein Gut in der Nähe von Allershausen (Westerndorf). Dieses Gut hatte sein Sohn Georg um [[1503]] übernommen, kurz bevor der Landshuter Erbfolgekrieg (1504-1505) ausbrach, in dem viele Dörfer niedergebrannt wurden. Um [[1530]] wurde Georg Hagenauer das letzte Mal auf seinem Gut bei Westerndorf genannt. Wahrscheinlich hatte er es übergegeben, möglicher Weise an seinen Sohn Sebastian. Der damalige Landesfürst des 1505 (auf Grund des Landshuter Erbfolgekrieges) entstandenen Fürstentums Pfalz-Neuburg, Pfalzgraf Ottheinrich (von der Pfalz), war 1542 zum evangelischen Glauben übergetreten. Im darauffolgenden schmalkaldischen Krieg (1546-1547) zogen mehrere zehntausend Landsknechte plündernd und brandschatzend durch diese Gegend Bayerns. Schließlich verließ Georgs Sohn Sebastian Hagenauer de Allershausen um [[1546]] Bayern in Richtung Salzburg. Nach Salzburg hatten die Hagenauer ja zumindest seit 1493 urkundlich belegten Kontakt zu Mitgliedern alter (auch in Bayern begüterter) Salzburger Patrizier-Familien, wie zum Geschlecht der [[Keutzl]] oder zum Geschlecht der [[Althamer]]. Die Familie Keutzl war ein wohlhabendes Geschlecht aus Salzburg (dort bereits im 14. Jh. genannt), unter deren Mitgliedern sich viele Pfleger, Bürgermeister (sechs mal zwischen 1375 und 1441), Richter und Kaufleute befanden. Der bekanntestete Keutzl war der Salzburger Abt von St. Peter, [[Rupert V. Keutzl|Rupert V.]], der die oben erwähnte Urkunde von [[1493]] siegelte. Das Geschlecht der Althamer (später durch mehrere Heiraten mit den Hagenauern versippt) scheint ab 1442 in den Passauer und Salzburger Urkunden auf. Die Althamer, unter denen sich auch viele Geistliche befanden, stellten mit [[Sebastian Althamer]] im Jahr [[1565]], sowie von [[1573]] - [[1576]] (ebenfalls ein Sebastian Althamer) den [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]]. Nach 1550 wird der nun ausgewanderte Sebastian Hagenauer mit seinem (nach dem Großvater benannten) Sohn Georg im Erzbistum Salzburg in Urkunden erwähnt. | + | Stephans Verwandter, Ulrich Hagenauer de Allershausen, der [[1470]] geheiratet hatte, besaß noch ein Gut in der Nähe von Allershausen (Westerndorf). Dieses Gut hatte sein Sohn Georg um [[1503]] übernommen, kurz bevor der Landshuter Erbfolgekrieg (1504-1505) ausbrach, in dem viele Dörfer niedergebrannt wurden. Um [[1530]] wurde Georg Hagenauer das letzte Mal auf seinem Gut bei Westerndorf genannt. Wahrscheinlich hatte er es übergegeben, möglicher Weise an seinen Sohn Sebastian. Der damalige Landesfürst des 1505 (auf Grund des Landshuter Erbfolgekrieges) entstandenen Fürstentums Pfalz-Neuburg, Pfalzgraf Ottheinrich (von der Pfalz), war 1542 zum evangelischen Glauben übergetreten. Im darauffolgenden schmalkaldischen Krieg (1546-1547) zogen mehrere zehntausend Landsknechte plündernd und brandschatzend durch diese Gegend Bayerns. Schließlich verließ Georgs Sohn Sebastian Hagenauer de Allershausen um [[1546]] Bayern in Richtung Salzburg. Nach Salzburg hatten die Hagenauer ja zumindest seit 1493 urkundlich belegten Kontakt zu Mitgliedern alter (auch in Bayern begüterter) Salzburger Patrizier-Familien, wie zum Geschlecht der [[Keutzl]] oder zum Geschlecht der [[Althamer]]. Die Familie Keutzl war ein wohlhabendes Geschlecht aus Salzburg (dort bereits im 14. Jh. genannt), unter deren Mitgliedern sich viele Pfleger, Bürgermeister (sechs mal zwischen 1375 und 1441), Richter und Kaufleute befanden. Der bekanntestete Keutzl war der Salzburger Abt von St. Peter, [[Rupert V. Keutzl|Rupert V.]], der die oben erwähnte Urkunde von [[1493]] siegelte. Das ebenfalls in dieser Urkunde genannte Geschlecht der Althamer, das später durch mehrere Heiraten mit den Hagenauern versippt war, scheint ab 1442 in Passauer und Salzburger Urkunden auf. Die Althamer, unter denen sich auch viele Geistliche befanden, stellten mit [[Sebastian Althamer]] im Jahr [[1565]], sowie von [[1573]] - [[1576]] (ebenfalls ein Sebastian Althamer) den [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]]. Nach 1550 wird der nun ausgewanderte Sebastian Hagenauer mit seinem (nach dem Großvater benannten) Sohn Georg im Erzbistum Salzburg in Urkunden erwähnt. |