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==Die Stallscheune==
 
==Die Stallscheune==
=====Der Stall=====
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=====Stall=====
 
Die Stallscheune als Hauptwirtschaftsgebäude des Zwiehofes stellt nach Kurt Conrad „eines der großartigsten Bauwerke der alpinen Streusiedlungslandschaft dar. Sie ist aus baumwälzig belassenen Rundstämmen gezimmert, weshalb der Scheunenteil über dem Stall im Pongau einfach >Zimmer< genannt wird. Im Pinzgau heißt der befahrbare Scheunenteil >Brucken<. Das Erdgeschoß mit dem Stall heißt >Hof<, es wird quer zur Firstrichtung von einer breiten Durchfahrt, dem >Leerhof< geteilt.“ Talseitig befinden sich die Stallungen, die bis ins 19. Jahrhundert als Grubenställe ausgebildet waren. Der darin entstehende Dauermist wurde im Winterhalbjahr mit Schlitten und sog. >Schleipfen< auf die Wiesen und Felder ausgebracht.  Die Futterbarren waren beweglich an den Wänden angebracht, wodurch sie je nach Anwachsen der Dunghöhe mit der >Barrnhebleiter< hochgehoben werden konnten. Bergseitig gelangte man vom Leerhof in den Erd- oder Tiefstadel, „der als >Tiefbansen< vom Obergeschoß aus mit Heu beschickt wird, in den daneben befindlichen >Streustadel<, der die Aststreu aufnimmt, und manchmal auch in einen kleineren Stallraum für Schafe, Jungvieh oder Pferde, sofern diese nicht in eigenen Stallgebäuden untergebracht sind.“  
 
Die Stallscheune als Hauptwirtschaftsgebäude des Zwiehofes stellt nach Kurt Conrad „eines der großartigsten Bauwerke der alpinen Streusiedlungslandschaft dar. Sie ist aus baumwälzig belassenen Rundstämmen gezimmert, weshalb der Scheunenteil über dem Stall im Pongau einfach >Zimmer< genannt wird. Im Pinzgau heißt der befahrbare Scheunenteil >Brucken<. Das Erdgeschoß mit dem Stall heißt >Hof<, es wird quer zur Firstrichtung von einer breiten Durchfahrt, dem >Leerhof< geteilt.“ Talseitig befinden sich die Stallungen, die bis ins 19. Jahrhundert als Grubenställe ausgebildet waren. Der darin entstehende Dauermist wurde im Winterhalbjahr mit Schlitten und sog. >Schleipfen< auf die Wiesen und Felder ausgebracht.  Die Futterbarren waren beweglich an den Wänden angebracht, wodurch sie je nach Anwachsen der Dunghöhe mit der >Barrnhebleiter< hochgehoben werden konnten. Bergseitig gelangte man vom Leerhof in den Erd- oder Tiefstadel, „der als >Tiefbansen< vom Obergeschoß aus mit Heu beschickt wird, in den daneben befindlichen >Streustadel<, der die Aststreu aufnimmt, und manchmal auch in einen kleineren Stallraum für Schafe, Jungvieh oder Pferde, sofern diese nicht in eigenen Stallgebäuden untergebracht sind.“  
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=====Die Scheune=====
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=====Scheune=====
 
Vom Leerhof gelangt man über eine Stiege ins Obergeschoß. Dieses wird bergseitig durch eine breite Auffahrt erschlossen . Sie führt als >Zimmerbruckn<in das >Vorzimmer<, von dem aus die Tiefbansen beschickt werden. Es folgt die über dem Leerhof gelegene Vortenne, die „als >Kreuztenn< das Obergeschoß querschiffartig teilt und als Abstellraum für Fahrzeuge, auch als Schnitz- und Werkraum dient.“ Von der Vortenne gelangt man durch das >Tenntor< in die über dem Stall gelegene Dreschtenne, „den eigentlichen >Tenn<, der von der Giebelseite her durch das >Tennstürl< belichtet wird und beiderseits die >Kare< als Behälter für das einst reichlich angebaute Getreide aufweist.“ Hier befanden sich manchmal kleine Tennkasten zur Aufbewahrung des frisch ausgedroschenen Getreides. Diese Körner wurden erst nach der Reinigung mit der >Putzmühl< oder >Windmühl< in den freistehenden Getreidekasten geschüttet. Über der Tenne finden sich auf den Bundtramen weitere Bretterböden und Bühnen, >Bamaritzen< genannt. Auf ihnen wurde Roßheu, Bohnenstroh oder Gerätschaften gelagert. Das die Stallscheune deckende Pfettendach war ein Schwerdach, unter dessen ausladendem Vordach giebel- und traufseitig ein Gang mit einem Stangen- oder Stabgeländer lief, [[Laub- oder Schaubgang]] genannt. Auf diesem wurde das als Beifutter für die Schafe, Ziegen oder das Jungvieh verwendete Ahorn- oder Eschenlaub und die Strohschauben des ausgedroschenen Getreides, im Pongau auch die häufig angebauten Bohnen, zur Trocknung gelagert.
 
Vom Leerhof gelangt man über eine Stiege ins Obergeschoß. Dieses wird bergseitig durch eine breite Auffahrt erschlossen . Sie führt als >Zimmerbruckn<in das >Vorzimmer<, von dem aus die Tiefbansen beschickt werden. Es folgt die über dem Leerhof gelegene Vortenne, die „als >Kreuztenn< das Obergeschoß querschiffartig teilt und als Abstellraum für Fahrzeuge, auch als Schnitz- und Werkraum dient.“ Von der Vortenne gelangt man durch das >Tenntor< in die über dem Stall gelegene Dreschtenne, „den eigentlichen >Tenn<, der von der Giebelseite her durch das >Tennstürl< belichtet wird und beiderseits die >Kare< als Behälter für das einst reichlich angebaute Getreide aufweist.“ Hier befanden sich manchmal kleine Tennkasten zur Aufbewahrung des frisch ausgedroschenen Getreides. Diese Körner wurden erst nach der Reinigung mit der >Putzmühl< oder >Windmühl< in den freistehenden Getreidekasten geschüttet. Über der Tenne finden sich auf den Bundtramen weitere Bretterböden und Bühnen, >Bamaritzen< genannt. Auf ihnen wurde Roßheu, Bohnenstroh oder Gerätschaften gelagert. Das die Stallscheune deckende Pfettendach war ein Schwerdach, unter dessen ausladendem Vordach giebel- und traufseitig ein Gang mit einem Stangen- oder Stabgeländer lief, [[Laub- oder Schaubgang]] genannt. Auf diesem wurde das als Beifutter für die Schafe, Ziegen oder das Jungvieh verwendete Ahorn- oder Eschenlaub und die Strohschauben des ausgedroschenen Getreides, im Pongau auch die häufig angebauten Bohnen, zur Trocknung gelagert.
  
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