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Im März [[1944]] hatte sie erst die Abschlussprüfung absolviert und schon im April des Jahres stand ihr ihre erste Hausgeburt bevor. Noch ohne Niederlassungsbewilligung und ohne ausreichendes Arbeitsgerät wurde sie eines Tages mittels der sog. Hebammenglocke – eine Hausglocke vor dem Hauseingang der Hebammendienstwohnung – von einem Maishofener Bauern heraus geläutet. Er wollte sie zur Entbindung einer seiner Mägde abholen. Da die Magd nicht versichert war, war ihr eine Geburt im Krankenhaus nicht möglich. Frau Jakober teilte ihm mit, dass sie noch keine Niederlassungsbewilligung habe und daher noch nicht als Hebamme arbeiten dürfe.
 
Im März [[1944]] hatte sie erst die Abschlussprüfung absolviert und schon im April des Jahres stand ihr ihre erste Hausgeburt bevor. Noch ohne Niederlassungsbewilligung und ohne ausreichendes Arbeitsgerät wurde sie eines Tages mittels der sog. Hebammenglocke – eine Hausglocke vor dem Hauseingang der Hebammendienstwohnung – von einem Maishofener Bauern heraus geläutet. Er wollte sie zur Entbindung einer seiner Mägde abholen. Da die Magd nicht versichert war, war ihr eine Geburt im Krankenhaus nicht möglich. Frau Jakober teilte ihm mit, dass sie noch keine Niederlassungsbewilligung habe und daher noch nicht als Hebamme arbeiten dürfe.
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Da sie der Bauer aber weiter bedrängte, informierte sie ihn, dass nur Dr. Zillner, damals Amtsarzt in Zell am See, die Möglichkeit habe, ihr die ausnahmsweise Erlaubnis zum Praktizieren zu erteilen. Der Bauer fuhr umgehend mit seinem Ross nach [[Zell am See]], kam einige Zeit später retour und sagte: ''„Magst scho geh, da Zillner hat`s dalabt!“''
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Da sie der Bauer aber weiter bedrängte, informierte sie ihn, dass nur Dr. [[Josef Zillner]], damals Amtsarzt und Leiter des staatlichen Gesundheitsamtes in Zell am See, die Möglichkeit habe, ihr die ausnahmsweise Erlaubnis zum Praktizieren zu erteilen. Der Bauer fuhr umgehend mit seinem Ross nach [[Zell am See]], kam einige Zeit später retour und sagte: ''„Magst scho geh, da Zillner hat`s dalabt!“''
    
Bei der Wöchnerin angekommen, musste die Hebamme feststellen, dass die anwesende Bäuerin vermutlich aus gutem Grund grantig und unwirsch war, und dass es weder eine Schüssel zum Händewaschen, noch Leintücher, noch eine entsprechende Lichtquelle, noch den nötigen Platz zum Arbeiten gab. Ihre Hände hat sie sich dann in einem ''Holzsechta'' beim Brunntrog gewaschen und die bitterarme Magd in ihrer misslichen Lage von einem [[Ledige Kinder|ledigen Kind]], zu dem es keinen offiziellen Kindesvater gab, bei Petroleumlicht erfolgreich entbunden.
 
Bei der Wöchnerin angekommen, musste die Hebamme feststellen, dass die anwesende Bäuerin vermutlich aus gutem Grund grantig und unwirsch war, und dass es weder eine Schüssel zum Händewaschen, noch Leintücher, noch eine entsprechende Lichtquelle, noch den nötigen Platz zum Arbeiten gab. Ihre Hände hat sie sich dann in einem ''Holzsechta'' beim Brunntrog gewaschen und die bitterarme Magd in ihrer misslichen Lage von einem [[Ledige Kinder|ledigen Kind]], zu dem es keinen offiziellen Kindesvater gab, bei Petroleumlicht erfolgreich entbunden.
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