Frau Jakober ist bis heute geistig rege und kann auf ein langes und ereignisreiches Leben zurückblicken. Sie steht jetzt im Jahr [[2011]] in ihrem 94. Lebensjahr und lebt im Haus ihrer Tochter. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit konnte sie als aus ärmlichen, ländlichen Verhältnissen stammende Frau ihrer Generation im zweiten Bildungsweg einen anspruchsvollen Beruf erlernen und diesen ein ganzes Berufsleben lang ausüben. Sie hat in ihrem Leben auch eine eigene Familie gegründet, eigene Kinder geboren und freut sich über Enkel und Urenkel. Sie hat mehrere politische Regime erlebt und ist Zeitzeugin wesentlicher gesellschaftlicher Veränderungsprozesse, die sich nicht zuletzt in ihrem Berufsbereich manifestieren. Von hohen Geburtenraten und von Hausgeburten bei Petroleumlicht unter unzureichenden hygienischen Verhältnissen, zu denen sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs war, ist die Entwicklung innerhalb nur eines Menschenalters über das dramatische Absinken der Geburtenrate bis hin zur kontrollierten Reproduktionsmedizin mit all den bekannten Begleiterscheinungen fortgeschritten. Ob alles wirklich ein Fortschritt war, darüber ist sich Frau Jakober nicht völlig sicher.
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Frau Jakober ist bis heute geistig rege und kann auf ein langes und ereignisreiches Leben zurückblicken. Sie steht jetzt im Jahr [[2011]] in ihrem 94. Lebensjahr und lebt im Haus ihrer Tochter. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit konnte sie als aus ärmlichen, ländlichen Verhältnissen stammende Frau ihrer Generation im zweiten Bildungsweg einen anspruchsvollen Beruf erlernen und diesen ein ganzes Berufsleben lang ausüben. Sie hat in ihrem Leben auch eine eigene Familie gegründet, eigene Kinder geboren und freut sich über Enkel und Urenkel. Sie hat mehrere politische Regime erlebt und ist Zeitzeugin wesentlicher gesellschaftlicher Veränderungsprozesse, die sich nicht zuletzt in ihrem Berufsbereich manifestieren:
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Vom Erb- und Rassenwahn der NS-Zeit mit der für Hebammen behördlich verordneten Meldepflicht von missgebildet geborenen Kindern und die Hausgeburten bei Petroleumlicht und unter unzureichenden hygienischen Bedingungen, über die Nachkriegszeit mit ihren hohen Geburtenraten, das dramatische Absinken der Geburtenzahlen in den letzten Jahrzehnten bis hin zur kontrollierten Reproduktionsmedizin der Gegenwart mit all den bekannten Begleiterscheinungen. Ob alles wirklich ein Fortschritt war, darüber ist sich Frau Jakober nicht völlig sicher.