| | 2012 wollten manche bei offiziellen Veranstaltungen der [[Pädagogische Hochschule Salzburg|Pädagogischen Hochschule Salzburg]] keine Musik mehr von Tobias Reiser. Dort spielt bei den Weihnachtsfeiern traditionell die hochschulinterne Volksmusikgruppe, die auch Werke von Reiser aufführt. Die Diskussion darüber war vor der Weihnachtsfeier am Donnerstagabend, den [[20. Dezember]] [[2012]] erneut aufgeflammt. | | 2012 wollten manche bei offiziellen Veranstaltungen der [[Pädagogische Hochschule Salzburg|Pädagogischen Hochschule Salzburg]] keine Musik mehr von Tobias Reiser. Dort spielt bei den Weihnachtsfeiern traditionell die hochschulinterne Volksmusikgruppe, die auch Werke von Reiser aufführt. Die Diskussion darüber war vor der Weihnachtsfeier am Donnerstagabend, den [[20. Dezember]] [[2012]] erneut aufgeflammt. |
| − | Das ging so weit, dass in der Volksmusikszene das Gerücht die Runde machte, dass Reiser an der Salzburger Lehrerausbildungsanstalt generell "verboten" werden soll. Dieser Schritt ist zwar noch nicht gesetzt. Vizerektor [[Christoph Kühberger]] bestätigte aber, dass man die Aufführung von Reisers Musik bei offiziellen Anlässen "überdenken" werde. Es gehe um die Frage, welche "Signale" mit der nicht hinterfragten Wiedergabe der Reiser-Musik ausgesandt würden. Denn: "''Reiser hat sich nie von seinen antisemitischen Aussprüchen distanziert.''" Ähnlich äußert sich Rektorin [[Elfriede Windischbauer]]. Sie sei froh, dass Reisers Musik kritisch hinterfragt werde, schließlich sei er "''Teil des NS-Systems''" gewesen. "''Darüber wollen wir eine Diskussion führen.''" Das Rektorat will zu Jahresbeginn 2013 eine Expertenrunde rund um [[Ulrike Kammerhofer-Aggermann]], Leiterin des [[Landesinstitut für Volkskunde|Landesinstituts für Volkskunde]], und den Literaturwissenschafter Karl Müller einladen. Reiser habe "''ein für seine Zeit und für die Menschen in den Heimat- und Trachtenvereinen typisches Genre von populärer Musik geschaffen''", sagte Kammerhofer-Aggermann. Seine Musik werde von kompetenten Musikern und Musikwissenschaftern als qualitätsvoll eingestuft. "''Dass Reiser und seine Musik im NS-Regime gefördert und auch missbraucht wurden, ist eine andere Seite der Medaille.''" Und diese Seite dürfe "''nicht ignoriert werden''". Müller wollte zu der laufenden Debatte nichts sagen. Nur so viel: Er sei gegen jegliche "Zensur". | + | Das ging so weit, dass in der Volksmusikszene das Gerücht die Runde machte, dass Reiser an der Salzburger Lehrerausbildungsanstalt generell "verboten" werden soll. Dieser Schritt ist zwar noch nicht gesetzt. Vizerektor [[Christoph Kühberger]] bestätigte aber, dass man die Aufführung von Reisers Musik bei offiziellen Anlässen "überdenken" werde. Es gehe um die Frage, welche "Signale" mit der nicht hinterfragten Wiedergabe der Reiser-Musik ausgesandt würden. Denn: "''Reiser hat sich nie von seinen antisemitischen Aussprüchen distanziert.''" Ähnlich äußert sich Rektorin [[Elfriede Windischbauer]]. Sie sei froh, dass Reisers Musik kritisch hinterfragt werde, schließlich sei er "''Teil des NS-Systems''" gewesen. "''Darüber wollen wir eine Diskussion führen.''" Das Rektorat will zu Jahresbeginn 2013 eine Expertenrunde rund um [[Ulrike Kammerhofer-Aggermann]], Leiterin des [[Landesinstitut für Volkskunde|Landesinstituts für Volkskunde]], und den Literaturwissenschafter Karl Müller einladen. Reiser habe "''ein für seine Zeit und für die Menschen in den Heimat- und Trachtenvereinen typisches Genre von populärer Musik geschaffen''", sagte Kammerhofer-Aggermann. Seine Musik werde von kompetenten Musikern und Musikwissenschaftern als qualitätsvoll eingestuft. "''Dass Reiser und seine Musik im NS-Regime gefördert und auch missbraucht wurden, ist eine andere Seite der Medaille.''" Und diese Seite dürfe "''nicht ignoriert werden''". Müller wollte zu der laufenden Debatte nichts sagen. Nur so viel: Er sei gegen jegliche "Zensur". |
| | Die Hochschulleitung will jedenfalls nicht nur überdenken, ob Reisers Musik bei öffentlichen Anlässen noch aufgeführt werden soll. Man werde auch prüfen, was das alles für die Lehre bedeute, sagt Kühberger. Ziel müsse in jedem Fall ein "kritischer Umgang" mit der Zeit des Nationalsozialismus sein. | | Die Hochschulleitung will jedenfalls nicht nur überdenken, ob Reisers Musik bei öffentlichen Anlässen noch aufgeführt werden soll. Man werde auch prüfen, was das alles für die Lehre bedeute, sagt Kühberger. Ziel müsse in jedem Fall ein "kritischer Umgang" mit der Zeit des Nationalsozialismus sein. |