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[[1898]] waren es erstmals mehr als 100 000 Besucher, die man in der Stadt Salzburg registrierte. Schon [[1910]] waren es 180.000.
 
[[1898]] waren es erstmals mehr als 100 000 Besucher, die man in der Stadt Salzburg registrierte. Schon [[1910]] waren es 180.000.
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[[1902]] fanden im Stadtgebiet rund 1.200 Personen Arbeit im Gastgewerbe. Weitere Nutznießer vom Fremdenverkehr waren [[Fiaker]], Geldwechsler, [[Salzburger Dienstmann|Dienstmänner]], [[Fremdenführer]] und Hersteller von Touristenartikeln. So hatte sich die Firma Zulehner am [[Alter Markt|Alten Markt]] auf die Herstellung und den Vertrieb von alpiner Bekleidung und Ausrüstung spezialisiert. Das ''[[Tourismus Salzburg GmbH|Fremdenverkehrsbureau]]'' in der [[Schwarzstraße]] gab Auskünfte, vermittelte Reisen ins Gebirge und verkaufte ''Generalabonnements'' für das [[Salzkammergut]]. Man konnte die ''Salzburger Kollektivkarte'', ein früher Vorläufer der [[Salzburg Card]], erwerben, mit der man freien Eintritt oder eine Ermäßigung für eine Reihe von Sehenswürdigkeiten erhielt. Und natürlich wurden auch Fremdenführer stunden- oder tageweise vermittelt.
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[[1902]] fanden im Stadtgebiet rund 1&nbsp200 Personen Arbeit im Gastgewerbe. Weitere Nutznießer vom Fremdenverkehr waren [[Fiaker]], Geldwechsler, [[Salzburger Dienstmann|Dienstmänner]], [[Fremdenführer]] und Hersteller von Touristenartikeln. So hatte sich die Firma Zulehner am [[Alter Markt|Alten Markt]] auf die Herstellung und den Vertrieb von alpiner Bekleidung und Ausrüstung spezialisiert. Das ''[[Tourismus Salzburg GmbH|Fremdenverkehrsbureau]]'' in der [[Schwarzstraße]] gab Auskünfte, vermittelte Reisen ins Gebirge und verkaufte ''Generalabonnements'' für das [[Salzkammergut]]. Man konnte die ''Salzburger Kollektivkarte'', ein früher Vorläufer der [[Salzburg Card]], erwerben, mit der man freien Eintritt oder eine Ermäßigung für eine Reihe von Sehenswürdigkeiten erhielt. Und natürlich wurden auch Fremdenführer stunden- oder tageweise vermittelt.
    
Nach den bitteren Jahren des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] begann  [[1920]] mit der ersten [[Jedermann]]-Aufführung am Salzburger [[Domplatz]] die Zeit der [[Salzburger Festspiele]]. [[1922]] kam die erste Opernaufführung dazu. Zwar musste man [[1924]] wegen Geldmangel auf die Salzburger Festspiele verzichten, aber schon [[1925]] gab es wieder Grund zur Freude: Eröffnung des [[Haus für Mozart|Kleinen Festspielhauses]], erste Rundfunkübertragung und [[Bruno Walter]] dirigiert "Don Paquale".
 
Nach den bitteren Jahren des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] begann  [[1920]] mit der ersten [[Jedermann]]-Aufführung am Salzburger [[Domplatz]] die Zeit der [[Salzburger Festspiele]]. [[1922]] kam die erste Opernaufführung dazu. Zwar musste man [[1924]] wegen Geldmangel auf die Salzburger Festspiele verzichten, aber schon [[1925]] gab es wieder Grund zur Freude: Eröffnung des [[Haus für Mozart|Kleinen Festspielhauses]], erste Rundfunkübertragung und [[Bruno Walter]] dirigiert "Don Paquale".
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"[[Die Zauberflöte]]" wurde [[1928]] erstmals gespielt, [[1929]] folgte die Erstaufführung von "[[Der Rosenkavalier]]". Als Höhepunkt der Festspiele im Sommer [[1931]] gastierten die Budapester Philharmoniker zum ersten Mal und es gab erstmals Festspielübertragungen in die Vereinigten Staaten.
 
"[[Die Zauberflöte]]" wurde [[1928]] erstmals gespielt, [[1929]] folgte die Erstaufführung von "[[Der Rosenkavalier]]". Als Höhepunkt der Festspiele im Sommer [[1931]] gastierten die Budapester Philharmoniker zum ersten Mal und es gab erstmals Festspielübertragungen in die Vereinigten Staaten.
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1929 fand das erste [[Gaisbergrennen]] statt und zog Menschen aus ganz Europa an. Doch dann brachte [[1933]] die [[1 000-Mark-Sperre]] einen herben Rückschlag im Fremdenverkehr für Salzburg. Sie ließ die Zahl der deutsche Festspielbesucher auf 874 gegenüber 15.681 im Vorjahr schrumpfen.
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1929 fand das erste [[Gaisbergrennen]] statt und zog Menschen aus ganz Europa an. Doch dann brachte [[1933]] die [[1000-Mark-Sperre]] einen herben Rückschlag im Fremdenverkehr für Salzburg. Sie ließ die Zahl der deutsche Festspielbesucher auf 874 gegenüber 15&nbsp681 im Vorjahr schrumpfen.
    
Im Krieg gab es keine Fremdenverkehr, die nationalsozialistische Bewegung ''Kraft durch Freude'' (KDF)<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Kraft_durch_Freude Wikipedia "Kraft durch Freude"</ref> ersetzte quasi diesen. Doch schon im Sommer [[1945]], am [[12. August]], kaum dass der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] endlich zu Ende war, zeigte die Eröffnung der neuen Salzburger Festspiele den Willen zur Freude und Zukunftsglauben.
 
Im Krieg gab es keine Fremdenverkehr, die nationalsozialistische Bewegung ''Kraft durch Freude'' (KDF)<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Kraft_durch_Freude Wikipedia "Kraft durch Freude"</ref> ersetzte quasi diesen. Doch schon im Sommer [[1945]], am [[12. August]], kaum dass der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] endlich zu Ende war, zeigte die Eröffnung der neuen Salzburger Festspiele den Willen zur Freude und Zukunftsglauben.
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Lange Zeit haben auch Politiker die Kaufkraft dieser Bustouristen unterschätzt. Vor allem weitgehend unbekannt ist die Tatsache, dass beispielsweise zu den Festspielen die Sponsoren, aber auch anderen Firmen und Institutionen Gäste busweise nach Salzburg einladen und im Stadtgebiet bewegen müssen. Dabei erreichen die Ausgaben durchaus € 500.-- und mehr pro Person und Tag, die für und von diesen Festspielgästen ausgegeben werden. Trotzdem können diese Gäste bedingt durch Fahrverbote und Auflagen für kostenpflichtige Sondergenehmigungen für Busfahrten im inneren Stadtgebiet nur bedingt transportiert werden und müssen teilweise auch zu Fuß von ihren Hotels wie [[Hotel Sacher|Sacher]] oder [[Hotel Sheraton Salzburg|Sheraton]] gehen. Im Gegensatz zu den PKW-Gästen, die ja z. B. durch die [[Mönchsberggaragen|Altstadtgaragen]] unmittelbar am historischen Altstadtkern aus- und einsteigen können.
 
Lange Zeit haben auch Politiker die Kaufkraft dieser Bustouristen unterschätzt. Vor allem weitgehend unbekannt ist die Tatsache, dass beispielsweise zu den Festspielen die Sponsoren, aber auch anderen Firmen und Institutionen Gäste busweise nach Salzburg einladen und im Stadtgebiet bewegen müssen. Dabei erreichen die Ausgaben durchaus € 500.-- und mehr pro Person und Tag, die für und von diesen Festspielgästen ausgegeben werden. Trotzdem können diese Gäste bedingt durch Fahrverbote und Auflagen für kostenpflichtige Sondergenehmigungen für Busfahrten im inneren Stadtgebiet nur bedingt transportiert werden und müssen teilweise auch zu Fuß von ihren Hotels wie [[Hotel Sacher|Sacher]] oder [[Hotel Sheraton Salzburg|Sheraton]] gehen. Im Gegensatz zu den PKW-Gästen, die ja z. B. durch die [[Mönchsberggaragen|Altstadtgaragen]] unmittelbar am historischen Altstadtkern aus- und einsteigen können.
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=== Schlechtwetterregelung ===
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=== Schlechtwettersperre ===
2007  wurde wieder eine bereits früher eingeführte, dann verworfene ''Schlechtwetterregelung'' aktuell. Bei Regentagen im Sommer dürfen nur Fahrzeuge mit österreichischen oder [[Berchtesgadener Land]]-Kennzeichen in die Stadt einfahren. Fahrzeuge mit anderen Kennzeichen werden auf Parkflächen am Rande der Stadt umgeleitet.
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2007  wurde wieder eine bereits früher eingeführte, dann verworfene [[Schlechtwettersperre]] aktuell. Bei Regentagen im Sommer dürfen nur Fahrzeuge mit österreichischen oder [[Berchtesgadener Land]]-Kennzeichen in die Stadt einfahren. Fahrzeuge mit anderen Kennzeichen werden auf Parkflächen am Rande der Stadt umgeleitet.
    
Diese Regelung rief 2007 natürlich Gegner und Befürworter auf den Plan. [[Stephan Handl]] ist  Polizist und befasst sich als Verkehrsinspektor mit der Verkehrsplanung, Baustellenkoordination und Veranstaltungen in der Landeshauptstadt. Und auch mit dieser Problematik. Gegner meinen, die Gäste fühlten sich ausgesperrt und würden weniger Geld ausgeben. Befürworter halten jedoch dagegen, dass Gäste, die zunächst Stundenlang im Stau stünden, weder Lust oder auch dann noch die notwendige Zeit hätten, Geld auszugeben.
 
Diese Regelung rief 2007 natürlich Gegner und Befürworter auf den Plan. [[Stephan Handl]] ist  Polizist und befasst sich als Verkehrsinspektor mit der Verkehrsplanung, Baustellenkoordination und Veranstaltungen in der Landeshauptstadt. Und auch mit dieser Problematik. Gegner meinen, die Gäste fühlten sich ausgesperrt und würden weniger Geld ausgeben. Befürworter halten jedoch dagegen, dass Gäste, die zunächst Stundenlang im Stau stünden, weder Lust oder auch dann noch die notwendige Zeit hätten, Geld auszugeben.
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2012 kam dann noch die [[Altstadtsperre]] hinzu, die die Gemüter sehr erhitzte.
    
=== Arroganz gegenüber Gästen ===
 
=== Arroganz gegenüber Gästen ===
 
Immer wieder kommt es in Gastronomiebetrieben in der Stadt Salzburg vor, dass Gäste aus eigenartigen Gründen nicht bedient werden. Jüngste Beispiele sind dem Autor dieses Beitrages persönlich passiert bzw. war unmittelbarer Beteiligter.  
 
Immer wieder kommt es in Gastronomiebetrieben in der Stadt Salzburg vor, dass Gäste aus eigenartigen Gründen nicht bedient werden. Jüngste Beispiele sind dem Autor dieses Beitrages persönlich passiert bzw. war unmittelbarer Beteiligter.  
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====== Pizzeria Il Centro in der Linzer Gasse 36 - arrogant und eingebildet ======
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==== Pizzeria Il Centro in der Linzer Gasse 36 - arrogant und eingebildet ====
 
Freitag, 2. September, nach 13:30 Uhr, nur mäßiger Besuch in der [[Linzer  Gasse]], die [[Pizzeria Il Centro II]] hat noch einen freien Tisch. Dort  wollte ich noch schnell etwas trinken, bevor ich eine kleine Gruppe Freunde traf, mit denen ich Salzburg besichtigen wollte. Ich saß, ein dunkelhäutige Kellner näherte sich meinem Tisch, wohl der  indisches Chef der italienischen Pizzeria, fragte, ob ich essen will.  Auf meine Antwort, ich möchte nur etwas trinken, meinte er hart und  unfreundlich, ich solle den Tisch verlassen. Ohne Essen gibt es beim ihm  auch nichts zu trinken. 13:35 Uhr Freitag, kein Touristentrubel.
 
Freitag, 2. September, nach 13:30 Uhr, nur mäßiger Besuch in der [[Linzer  Gasse]], die [[Pizzeria Il Centro II]] hat noch einen freien Tisch. Dort  wollte ich noch schnell etwas trinken, bevor ich eine kleine Gruppe Freunde traf, mit denen ich Salzburg besichtigen wollte. Ich saß, ein dunkelhäutige Kellner näherte sich meinem Tisch, wohl der  indisches Chef der italienischen Pizzeria, fragte, ob ich essen will.  Auf meine Antwort, ich möchte nur etwas trinken, meinte er hart und  unfreundlich, ich solle den Tisch verlassen. Ohne Essen gibt es beim ihm  auch nichts zu trinken. 13:35 Uhr Freitag, kein Touristentrubel.
    
Als ich ihm eine kostenlose Werbung in Form dieses Beitrags in Aussicht stellte, meinte er dazu, das sei im  egal. Es scheint ihm sehr gut zu gehen, hat er doch noch die Pizzeria il  Centro in der [[Kaigasse]]. Er braucht keine nur trinkende Einheimische.  Und seine Gäste an den beiden anderen Tischen schüttelten den Kopf - ob  die ihm wohl ein Trinkgeld gaben?
 
Als ich ihm eine kostenlose Werbung in Form dieses Beitrags in Aussicht stellte, meinte er dazu, das sei im  egal. Es scheint ihm sehr gut zu gehen, hat er doch noch die Pizzeria il  Centro in der [[Kaigasse]]. Er braucht keine nur trinkende Einheimische.  Und seine Gäste an den beiden anderen Tischen schüttelten den Kopf - ob  die ihm wohl ein Trinkgeld gaben?
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====== Steinterrassen-Besuch nur in angemessener Kleidung, nicht aber als ganz normaler Österreicher ======
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==== Steinterrassen-Besuch nur in angemessener Kleidung, nicht aber als ganz normaler Österreicher ====
 
Samstag, 3. September 2011, war noch so ein richtiger warmer Herbsttag  mit um die 30° C. Meine Freunde waren am Nachmittag durstig und wollten,  etwa 15 Personen, die [[Steinterrasse]] besuchen. Nette Menschen, einige Pensionisten darunter, manche auch jünger, aber alle waren ganz normal  angezogen. Also keine Shorts, Leiberl, Trainingshosen oder so.  
 
Samstag, 3. September 2011, war noch so ein richtiger warmer Herbsttag  mit um die 30° C. Meine Freunde waren am Nachmittag durstig und wollten,  etwa 15 Personen, die [[Steinterrasse]] besuchen. Nette Menschen, einige Pensionisten darunter, manche auch jünger, aber alle waren ganz normal  angezogen. Also keine Shorts, Leiberl, Trainingshosen oder so.  
    
Doch der Kellner rümpfte die Nase und in seiner Erstaussage blieb der  kleinen Gruppe, die Salzburg erleben wollte, der Zutritt zur  Steinterrasse verwehrt. In einem Nachsatz besserte er seine Meinung auf,  in dem er irgendwie murmelte, na ja und vielleicht ausnahmsweise (waren  vielleicht momentan zu wenig Gäste da?). Doch da entschied meine  Bekannte, die diese Gruppe begleitete, sich ein anderes Lokal zu suchen,  wo Salzburger und andere Österreicher noch willkommen sind - ich war  derweil oben beim [[Kapuzinerkloster]] und fotografierte die mäßig gefüllte Steinterrasse...
 
Doch der Kellner rümpfte die Nase und in seiner Erstaussage blieb der  kleinen Gruppe, die Salzburg erleben wollte, der Zutritt zur  Steinterrasse verwehrt. In einem Nachsatz besserte er seine Meinung auf,  in dem er irgendwie murmelte, na ja und vielleicht ausnahmsweise (waren  vielleicht momentan zu wenig Gäste da?). Doch da entschied meine  Bekannte, die diese Gruppe begleitete, sich ein anderes Lokal zu suchen,  wo Salzburger und andere Österreicher noch willkommen sind - ich war  derweil oben beim [[Kapuzinerkloster]] und fotografierte die mäßig gefüllte Steinterrasse...
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====== Verderben die Salzburger Festspiele Salzburg ======
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==== Verderben die Salzburger Festspiele Salzburg ====
 
Im Sommer dreht sich, so scheint es, alles um die [[Salzburger Festspiele]] und Geld. Dass es auch elf Monate zwischen Festspielen gibt, in denen  die Lokale doch auch gefüllt sein sollten, scheinen manche Gastronomen nicht wahrzunehmen.
 
Im Sommer dreht sich, so scheint es, alles um die [[Salzburger Festspiele]] und Geld. Dass es auch elf Monate zwischen Festspielen gibt, in denen  die Lokale doch auch gefüllt sein sollten, scheinen manche Gastronomen nicht wahrzunehmen.
  

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