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| | Am [[6. September]] [[1929]] fand am Gaisberg das erste internationale Gaisbergrennen statt. Baron [[Franz Preuschen]], der in Salzburg-[[Aigen]] wohnte, war damals Präsident des [[SAMTC|Salzburger Automobilclubs]] (S.A.C.), der dieses Rennen, zusammen mit dem ''Bayerischen Automobil-Club'' veranstaltete. Der Start war damals noch in [[Gnigl]] bei der heutigen Obuskehre in [[Obergnigl]]. | | Am [[6. September]] [[1929]] fand am Gaisberg das erste internationale Gaisbergrennen statt. Baron [[Franz Preuschen]], der in Salzburg-[[Aigen]] wohnte, war damals Präsident des [[SAMTC|Salzburger Automobilclubs]] (S.A.C.), der dieses Rennen, zusammen mit dem ''Bayerischen Automobil-Club'' veranstaltete. Der Start war damals noch in [[Gnigl]] bei der heutigen Obuskehre in [[Obergnigl]]. |
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| − | Peppi (Josef) Walla auf Sunbeam (Motorrad) fuhr mit 8:15,9 min (85 km/h Schnitt) die Tagesbestzeit. Bei den Tourenwagen kam der Deutsche Manfred von Brauchitsch auf Mercedes mit einem Schnitt von 72 km/h zum Sieg. Schnellster Salzburger war [[Max Reheis]] auf A.J.S. (englische Motorradmarke) mit 8:41,88 min (82 km/h). In der Rennwagenklasse siegte Jiri Prinz Lobkowitz auf Bugatti mit einem Schnitt von 79 km/h; der schnellste Automobilist war [[Max Graf Arco-Zinneberg]], ebenfalls auf Mercedes, mit einer Zeit von 8:50,96 min (80 km/h); schnellster Salzburger im Automobil war Bergrat Dr. Ing. [[Karl Imhof]] mit 10:58,87 (65 km/h). | + | Peppi (Josef) Walla auf Sunbeam (Motorrad) fuhr mit 8:15,9 min. (85 km/h Schnitt) die Tagesbestzeit. Bei den Tourenwagen kam der Deutsche Manfred von Brauchitsch auf Mercedes mit einem Schnitt von 72 km/h zum Sieg. Schnellster Salzburger war [[Max Reheis]] auf A.J.S. (englische Motorradmarke) mit 8:41,88 min. (82 km/h). In der Rennwagenklasse siegte Jiri Prinz Lobkowitz auf Bugatti mit einem Schnitt von 79 km/h; der schnellste Automobilist war [[Max Graf Arco-Zinneberg]], ebenfalls auf Mercedes, mit einer Zeit von 8:50,96 min (80 km/h); schnellster Salzburger im Automobil war Bergrat Dr. Ing. [[Karl Imhof]] mit 10:58,87 min. (65 km/h). |
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| | ==== 1930 ==== | | ==== 1930 ==== |
| | Im Organisationskomitee befanden sich Salzburger von Rang und Namen (Auszug): Neben dem S.A.C.-Präsidenten seine Vizepräsidenten Kommerzialrat [[Josef Klein]], Ing. [[Edwin Schurich]], [[Philipp Graf Boos-Waldeck]] und [[Rudolf Zrost]], vom S.A.C. selbst waren u.a. vertreten [[Hans Gessele]], [[Ludwig Hau]], [[Paul Koppenwallner]], Baron [[Friedrich Mayr-Melnhof]], Dir. Prof. Dr. [[Bernhard Paumgartner]], Kommerzialrat [[Richard Tomaselli]], im ''Empfangskomitee'' u.a. Kommerzialrat [[Heinrich Kiener I.]], im Streckenkomitee u.a. [[Franz Stengl]], Leiter der Rettungsgesellschaft war Obermedizinalrat Dr. [[Christian Varnschein]], einzelne Rettungsstationen wurden u.a. von Primarius Dr. [[Rudolf von Rauchenbichler]] und Primarius Dr. [[Eduard von Hueber]] geleitet, der Sicherheitsdienst unterstand [[Alfons Graf Mels-Coloredo]] und Sprecher am Radio waren Dir. Prof. Dr. Bernhard Paumgartner und [[Wolfgang von Karajan]]. | | Im Organisationskomitee befanden sich Salzburger von Rang und Namen (Auszug): Neben dem S.A.C.-Präsidenten seine Vizepräsidenten Kommerzialrat [[Josef Klein]], Ing. [[Edwin Schurich]], [[Philipp Graf Boos-Waldeck]] und [[Rudolf Zrost]], vom S.A.C. selbst waren u.a. vertreten [[Hans Gessele]], [[Ludwig Hau]], [[Paul Koppenwallner]], Baron [[Friedrich Mayr-Melnhof]], Dir. Prof. Dr. [[Bernhard Paumgartner]], Kommerzialrat [[Richard Tomaselli]], im ''Empfangskomitee'' u.a. Kommerzialrat [[Heinrich Kiener I.]], im Streckenkomitee u.a. [[Franz Stengl]], Leiter der Rettungsgesellschaft war Obermedizinalrat Dr. [[Christian Varnschein]], einzelne Rettungsstationen wurden u.a. von Primarius Dr. [[Rudolf von Rauchenbichler]] und Primarius Dr. [[Eduard von Hueber]] geleitet, der Sicherheitsdienst unterstand [[Alfons Graf Mels-Coloredo]] und Sprecher am Radio waren Dir. Prof. Dr. Bernhard Paumgartner und [[Wolfgang von Karajan]]. |
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| − | [[1930]], am [[31. August]], wurde das Rennen erstmals im Radio übertragen. Der Sprecher war der spätere [[Mozarteum]]<nowiki>sdirektor</nowiki> [[Bernhard Paumgartner|Prof. Dr. Bernhard Paumgartner]] und [[Wolfgang von Karajan]], der selbst Motorradrennen fuhr<ref>siehe [[Internationales Tauernrennen]]</ref>. Tom Bullus, der Engländer auf der schnellen NSU, setzte mit 7:59,52 min (89,436 km/h) eine neue Rekordmarke, der Berliner Joachim von Morgen auf Bugatti blieb mit einer Zeit von 7:58,19 (89,623 km/h) min nur knapp darunter. | + | [[1930]], am [[31. August]], wurde das Rennen erstmals im Radio übertragen. Der Sprecher war der spätere [[Mozarteum]]<nowiki>sdirektor</nowiki> Prof. Dr. Bernhard Paumgartner und Wolfgang von Karajan, der selbst Motorradrennen fuhr<ref>siehe [[Internationales Tauernrennen]]</ref>. Tom Bullus, der Engländer auf der schnellen NSU, setzte mit 7:59,52 min. (89,436 km/h) eine neue Rekordmarke, der Berliner Joachim von Morgen auf Bugatti blieb mit einer Zeit von 7:58,19 (89,623 km/h) min. nur knapp darunter. |
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| | ==== 1931 ==== | | ==== 1931 ==== |
| − | Auch [[1931]] trumpfte der Engländer Tom Bullus mit einer neuerlichen Rekordzeit auf: 7:46,61 - das entspricht einer Schnittgeschwindigkeit von 91,9 km/h. Aber von Brauchitsch brauste mit seinem schweren Mercedes SSK in nur 7:45,36 (92,1 km/h) den Gaisberg hinauf. Nur Joachim von Morgen in seinem leichteren Bugatti schaffte es noch schneller: 7:44,05. Ein späterer Salzburger und auch aktiver Teilnehmer an diesem Bergrennen war bereits als Neunjähriger bei diesem dritten Gaisbergrennen als Zuschauer dabei: [[Helmut Krackowizer]]. | + | Auch [[1931]] trumpfte der Engländer Tom Bullus mit einer neuerlichen Rekordzeit auf: 7:46,61 min. - das entspricht einer Schnittgeschwindigkeit von 91,9 km/h. Aber von Brauchitsch brauste mit seinem schweren Mercedes SSK in nur 7:45,36 min. (92,1 km/h) den Gaisberg hinauf. Nur Joachim von Morgen in seinem leichteren Bugatti schaffte es noch schneller: 7:44,05. Ein späterer Salzburger und auch aktiver Teilnehmer an diesem Bergrennen war bereits als Neunjähriger bei diesem dritten Gaisbergrennen als Zuschauer dabei: [[Helmut Krackowizer]]. |
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| | ==== 1932 ==== | | ==== 1932 ==== |
| − | Das Rennen [[1932]] versank in Nebel und [[Regen]] und nur der große Rudolf Caraciola (Deutschland) auf Alfa Romeo war der einzige Rennfahrer, der bei diesem Rennen eine Zeit unter acht Minuten schaffte (7:57,081 min.). Bei den Sportwagen hatte die ''Scuderia Ferrari'' mit einem Maserati mit Fahrer Berone Ippolito und einem Alfa Romeo mit Fahrer Trossi Conte teilgenommen, noch produzierte Enzo Ferrari nicht unter eigenem Namen. Trossi war auch der Schnellste in seiner Klasse mit einer Zeit von 8:32,7 (92,62 km/h). Bei den Motorrädern fuhr der deutsche Toni Bauhofer auf DKW eine Zeit von 8:50,13 min. | + | Das Rennen [[1932]] versank in Nebel und [[Regen]] und nur der große Rudolf Caraciola (Deutschland) auf Alfa Romeo war der einzige Rennfahrer, der bei diesem Rennen eine Zeit unter acht Minuten schaffte (7:57,081 min.). Bei den Sportwagen hatte die ''Scuderia Ferrari'' mit einem Maserati mit Fahrer Berone Ippolito und einem Alfa Romeo mit Fahrer Trossi Conte teilgenommen, noch produzierte Enzo Ferrari nicht unter eigenem Namen. Trossi war auch der Schnellste in seiner Klasse mit einer Zeit von 8:32,7 min. (92,62 km/h). Bei den Motorrädern fuhr der deutsche Toni Bauhofer auf DKW eine Zeit von 8:50,13 min. |
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| | ==== 1933 ==== | | ==== 1933 ==== |
| − | [[1933]] fand dann vor dem [[Zweiten Weltkrieg]] das letzte Mal am Gaisberg ein Rennen statt. Und es brachte schließlich eine neue absolute Bestzeit, gefahren vom Italiener Conte Trossi auf Alfa Romeo in 7:42,57 min (92,62 km/h). [[Philipp Graf Boos-Waldeck]] fuhr mit 8:04,08 min. eine ganz passable Zeit. Der spätere Sportwagenhersteller ''Carlo Abarth'', fuhr - noch als - Karl Abarth in der Motorradbeiwagen-Klasse mit. | + | [[1933]] fand dann vor dem [[Zweiten Weltkrieg]] das letzte Mal am Gaisberg ein Rennen statt. Und es brachte schließlich eine neue absolute Bestzeit, gefahren vom Italiener Conte Trossi auf Alfa Romeo in 7:42,57 min. (92,62 km/h). [[Philipp Graf Boos-Waldeck]] fuhr mit 8:04,08 min. eine ganz passable Zeit. Der spätere Sportwagenhersteller ''Carlo Abarth'', fuhr - noch als - Karl Abarth in der Motorradbeiwagen-Klasse mit. |
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| | ===== Ergebnisse ===== | | ===== Ergebnisse ===== |
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| | ===Nach dem Zweiten Weltkrieg=== | | ===Nach dem Zweiten Weltkrieg=== |
| − | Nach dem Krieg gab es erstmals wieder am [[8. August]] [[1948]] eine [[Gaisberg-Wertungsfahrt]]. Bei den Motorrädern gewann [[Helmut Krackowizer]] auf BSA 350 mit 6:55,8 min seine Klasse vor [[Helmut Volzwinkler]] auf Puch SGS in 6:56,6; Krackowizer war in späteren Jahren als Platzsprecher und Pressechef für die Gaisbergrennen tätig. Auch [[Wilhelm Koch|Willi Koch]], Fahrschulbesitzer, fuhr bei dieser Wertungsfahrt mit. | + | Nach dem Krieg gab es erstmals wieder am [[8. August]] [[1948]] eine [[Gaisberg-Wertungsfahrt]]. Bei den Motorrädern gewann [[Helmut Krackowizer]] auf BSA 350 mit 6:55,8 min. seine Klasse vor [[Helmut Volzwinkler]] auf Puch SGS in 6:56,6 min.; Krackowizer war in späteren Jahren als Platzsprecher und Pressechef für die Gaisbergrennen tätig. Auch [[Wilhelm Koch|Willi Koch]], Fahrschulbesitzer, fuhr bei dieser Wertungsfahrt mit. |
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| | ====Großer Bergpreis von Österreich==== | | ====Großer Bergpreis von Österreich==== |
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| | Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es zwar nicht die Bezeichnung "Großer Bergpreis von Österreich", aber das erste [[Großglockner Automobil- und Motorradrennen#Geschichte der „Großen Bergpreise“ in Österreich|Großglockner Rennen]] [[1935]] könnte man durchaus als einen solchen bezeichnen. | | Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es zwar nicht die Bezeichnung "Großer Bergpreis von Österreich", aber das erste [[Großglockner Automobil- und Motorradrennen#Geschichte der „Großen Bergpreise“ in Österreich|Großglockner Rennen]] [[1935]] könnte man durchaus als einen solchen bezeichnen. |
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| − | Beim Gaisbergrennen 1962 wurde vom Grazer Alfa-Romeo-Händler Ossi Vogl ein junger Sportler für das Rennen gemeldet: [[Jochen Rindt]], der mit Startnummer 87 auf seiner Giulia TI in seiner Klasse mit einer Zeit von 5:40,3 min (Schnitt 91,24 km/h) mit fünf Sekunden Vorsprung auf den Deutschen H. Bergmann gewann. Man beachte, dass die Schnittgeschwindigkeit von 1962 noch unter jenem der Vorkriegszeit lag! | + | Beim Gaisbergrennen 1962 wurde vom Grazer Alfa-Romeo-Händler Ossi Vogl ein junger Sportler für das Rennen gemeldet: [[Jochen Rindt]], der mit Startnummer 87 auf seiner Giulia TI in seiner Klasse mit einer Zeit von 5:40,3 min. (Schnitt 91,24 km/h) mit fünf Sekunden Vorsprung auf den Deutschen H. Bergmann gewann. Man beachte, dass die Schnittgeschwindigkeit von 1962 noch unter jenem der Vorkriegszeit lag! |
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| | ==== Europabergmeister ==== | | ==== Europabergmeister ==== |
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| | *1957: Willy Peter Daetwyler, Schweiz, Maserati | | *1957: Willy Peter Daetwyler, Schweiz, Maserati |
| − | *1958: Wolfgang Graf Berghe von Trips, Horrem, Porsche | + | *1958: [[Wolfgang Graf Berghe von Trips]], Horrem, Porsche |
| | *1959: Edgar Barth, Kornwestheim, Porsche | | *1959: Edgar Barth, Kornwestheim, Porsche |
| | *1960: Heinrich Walter, Schweiz, Porsche | | *1960: Heinrich Walter, Schweiz, Porsche |