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| | ==== Brief vom 26. Dezember 1878 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== | | ==== Brief vom 26. Dezember 1878 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| | Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> | | Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> |
| − | ''Salzburg den 26/12 1878. Meine inigst geliebten Theuren! Wie sehr erfreute mich Euer Christgeschenck. Ich habe selbes schon 4 mal getragen, hat allgemeinen Beyfall und taugt mir vor allen, sehr gut auf den Kopf, ich kann sie auch auch [!] sehr gut brauchen weil ich die ich doch imer Hauben trage schon ein ganzes Jahr keine mehr bekommen habe auch der Schlips<ref>Diese Bedeutung von "Schlips" kann ich [O. H.] nicht identifizieren.</ref> ist sehr hübsch, ich trage selben immer zur Haube. Nehmt meinen Herzlichen dannck dafür. Ich dachte am Heil Abend wohl auch an Euch meine Lieben. Wie werden die Augelein der Kleinen Fany geglänzt haben, und wie / wird sie gehüpft sein vor Freude ich hätte sie recht gerne sehen mögen, und Papa, und Mama, werden sich an der Kleinen ihrer Freude geweidet haben. Bey Otto war auch ein schöner Christbaum, die Kinder wurden reichlich beschenkt. Als jedes ein Buch je nach dem Alter beschaffen dan die größren Schlittschuhe, die 3 Kleinen Pupen dan Geldtaschen. Dan Zeug zu warmen Regenmäntele dan Schlips die größren Etwie mit Briefpapier und Quwert. Stiefl und noch eine menge Kleinigkeiten. Ich wurde auch noch überrascht, mit einen sehr hübschen Sammthut, von Frau von Duregger, und Emile zusammen, der mich auch sehr freut, nun bin ich ganz schön zusammen gerichtet, für den Winter.'' / | + | ''Salzburg den 26/12 1878. Meine inigst geliebten Theuren! Wie sehr erfreute mich Euer Christgeschenck. Ich habe selbes schon 4 mal getragen, hat allgemeinen Beyfall und taugt mir vor allen, sehr gut auf den Kopf, ich kann sie auch auch [!] sehr gut brauchen weil ich die ich doch imer Hauben trage schon ein ganzes Jahr keine mehr bekommen habe auch der Schlips<ref>Diese Bedeutung von "Schlips" kann ich, [[Otto Holzapfel]], nicht identifizieren.</ref> ist sehr hübsch, ich trage selben immer zur Haube. Nehmt meinen Herzlichen dannck dafür. Ich dachte am Heil Abend wohl auch an Euch meine Lieben. Wie werden die Augelein der Kleinen Fany geglänzt haben, und wie / wird sie gehüpft sein vor Freude ich hätte sie recht gerne sehen mögen, und Papa, und Mama, werden sich an der Kleinen ihrer Freude geweidet haben. Bey Otto war auch ein schöner Christbaum, die Kinder wurden reichlich beschenkt. Als jedes ein Buch je nach dem Alter beschaffen dan die größren Schlittschuhe, die 3 Kleinen Pupen dan Geldtaschen. Dan Zeug zu warmen Regenmäntele dan Schlips die größren Etwie mit Briefpapier und Quwert. Stiefl und noch eine menge Kleinigkeiten. Ich wurde auch noch überrascht, mit einen sehr hübschen Sammthut, von Frau von Duregger, und Emile zusammen, der mich auch sehr freut, nun bin ich ganz schön zusammen gerichtet, für den Winter.'' / |
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| − | ''Bey uns ist es recht sehr kalt. Alles Lauft Schlittschuh, es ist eine neue Bahn errichtet worden nicht weit von den FarbenHäußern<ref>Diesen Hinweis kann ich [O. H.] nicht identifizieren. Der [[Leopoldskroner Weiher]] kann nicht gemeint sein; die Hinweise für die Stadt Salzburg bei [[Eislaufen]] sind alle viel jünger.</ref>, wo alles Wimmelt von Leuten jungen Leuten, das herrichten de[r]ßelben kostete mehrere Tausend gulden, das angenehmste dabey ist das alles nicht so weit zu gehen hat, und kein einbrechen des Eises zu fürchten ist, weil es keine Tiefe hat. Ubrigens ist es sehr schön hergerichtet, es sind mehrere Zelte auch ein große[s] Für Mußick, da haben die Großherzoglichen Herschaften auch ein eigenes Zelt. Dan eine Resta[u]ration, dan große Kandelaber zur Beleichtung für den Abend, dan ist auch eine Tannen Verzihrung. Kurz es ist recht hübsch zu sehen ich war gestern mit der Emile / Duregger draußen zu schauen.'' | + | ''Bey uns ist es recht sehr kalt. Alles Lauft Schlittschuh, es ist eine neue Bahn errichtet worden nicht weit von den FarbenHäußern<ref>Diesen Hinweis kann ich, [[Otto Holzapfel]], nicht identifizieren. Der [[Leopoldskroner Weiher]] kann nicht gemeint sein; die Hinweise für die Stadt Salzburg bei [[Eislaufen]] sind alle viel jünger.</ref>, wo alles Wimmelt von Leuten jungen Leuten, das herrichten de[r]ßelben kostete mehrere Tausend gulden, das angenehmste dabey ist das alles nicht so weit zu gehen hat, und kein einbrechen des Eises zu fürchten ist, weil es keine Tiefe hat. Ubrigens ist es sehr schön hergerichtet, es sind mehrere Zelte auch ein große[s] Für Mußick, da haben die Großherzoglichen Herschaften auch ein eigenes Zelt. Dan eine Resta[u]ration, dan große Kandelaber zur Beleichtung für den Abend, dan ist auch eine Tannen Verzihrung. Kurz es ist recht hübsch zu sehen ich war gestern mit der Emile / Duregger draußen zu schauen.'' |
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| − | ''Nun meine lieben wünsche ich Euch zum Schluß ein recht glückliches neues Jahr in all und jeder Beziehung, wen der liebe Gott ein Haserl [?] schückt, so möge er auch, ein Graßel schücken<ref>Das klingt nach einem Sprichwort. Ich [O. H.] konnte bisher unter den über 300 Redensarten mit "Hase" bei Wander (1870) zwei Hinweise finden: [Nr.] 39. "Der schuf den Hasen, der schuf auch den Rasen." [ohne Quellenangabe] und [Nr.] 142. "Wer da schuf den Hasen, der schuf auch den Rasen. – Gaal, [Nr.] 859." Vgl. Georg von Gaal, ''Sprichwörterbuch in sechs Sprachen'' […], Wien 1830. Nachweis: ''Deutsches Sprichwörter-Lexicon'' von Karl Friedrich Wilhelm Wander [Band 2, 1870, S. 368 ff.], digitalisierte Fassung […]: woerterbuchnetz.de</ref>, dies wünsche ich für Franz ganz besonders – – dir liebe Fany eine recht glückliche Entbindung, und ein früsches Kindlein. Und der kleinen Franzl das sie recht bald ohne alle Maschin recht herum springen kann, bey der Nacht wird sie die Maschin gewiß nicht mehr tragen dürfen. Der liebe Gott möge Euch alle recht gesund erhalten und viele Freuden schencken, mir bewahret Eure Liebe. Die Großmutter und Therese wünschen allen alles Gute zum Neujahr nebst herzlichen Grüßen an alle. Ich bitte auch von mir an die Bekanten viele glückwünsche und grüße. Es segnet Euch 1000 mahl Eure treue Mutter Spángler.'' | + | ''Nun meine lieben wünsche ich Euch zum Schluß ein recht glückliches neues Jahr in all und jeder Beziehung, wen der liebe Gott ein Haserl [?] schückt, so möge er auch, ein Graßel schücken<ref>Das klingt nach einem Sprichwort. Ich, [[Otto Holzapfel]], konnte bisher unter den über 300 Redensarten mit "Hase" bei Wander (1870) zwei Hinweise finden: [Nr.] 39. "Der schuf den Hasen, der schuf auch den Rasen." [ohne Quellenangabe] und [Nr.] 142. "Wer da schuf den Hasen, der schuf auch den Rasen. – Gaal, [Nr.] 859." Vgl. Georg von Gaal, ''Sprichwörterbuch in sechs Sprachen'' […], Wien 1830. Nachweis: ''Deutsches Sprichwörter-Lexicon'' von Karl Friedrich Wilhelm Wander [Band 2, 1870, S. 368 ff.], digitalisierte Fassung […]: woerterbuchnetz.de</ref>, dies wünsche ich für Franz ganz besonders – – dir liebe Fany eine recht glückliche Entbindung, und ein früsches Kindlein. Und der kleinen Franzl das sie recht bald ohne alle Maschin recht herum springen kann, bey der Nacht wird sie die Maschin gewiß nicht mehr tragen dürfen. Der liebe Gott möge Euch alle recht gesund erhalten und viele Freuden schencken, mir bewahret Eure Liebe. Die Großmutter und Therese wünschen allen alles Gute zum Neujahr nebst herzlichen Grüßen an alle. Ich bitte auch von mir an die Bekanten viele glückwünsche und grüße. Es segnet Euch 1000 mahl Eure treue Mutter Spángler.'' |
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