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''Liebste Fanny // Für Deinen Brief meinen herzlichsten Dank; er freute mich um so mehr als er sehr ausführlich u. länger, als der le[t]zte war. // Für deine Mittheilung danke ich Dir bestens; ich sehe daraus dß es Dir u. Franzi Gottlob gut geht. // Nun zur Beantwortung Deiner Fragen. Den Koffer bitte ich gelegentlich schon in der nächsten Woche mir zu senden; erkundige Dich selbst od[er] durch Otto, welche Sendungsart billiger ist, durch Post od[er] Bahn-Eilgut; mir wäre ersteres bequemer, da das Abholen bei der Post viel einfacher ist als das bei der Bahn. // Den Schlüßel kannst Du, wenn der Koffer leer ist, in Papier eingesiegelt anhängen, od[er] in einer folgenden Postsendung schi[c]ken. / Gestern ließ ich den 1. Coupons pro August wechseln, um die Wäsche zahlen zu können, welche bei 3 fl'' [Gulden, Anm.] ''ausmachte. Die Wäsche haben wir in den Kasten eingeräumt, u. ich hoffe so, dß du nicht zur Klage über Unordnung Anlaß hast. // Bezüglich der Wäsche werde ich mich nach Deinem Briefe richten, nur die 2 weißen Gilets gebe ich schon Ende in dieser Woche zum Waschen der Frau Minna. //''
 
''Liebste Fanny // Für Deinen Brief meinen herzlichsten Dank; er freute mich um so mehr als er sehr ausführlich u. länger, als der le[t]zte war. // Für deine Mittheilung danke ich Dir bestens; ich sehe daraus dß es Dir u. Franzi Gottlob gut geht. // Nun zur Beantwortung Deiner Fragen. Den Koffer bitte ich gelegentlich schon in der nächsten Woche mir zu senden; erkundige Dich selbst od[er] durch Otto, welche Sendungsart billiger ist, durch Post od[er] Bahn-Eilgut; mir wäre ersteres bequemer, da das Abholen bei der Post viel einfacher ist als das bei der Bahn. // Den Schlüßel kannst Du, wenn der Koffer leer ist, in Papier eingesiegelt anhängen, od[er] in einer folgenden Postsendung schi[c]ken. / Gestern ließ ich den 1. Coupons pro August wechseln, um die Wäsche zahlen zu können, welche bei 3 fl'' [Gulden, Anm.] ''ausmachte. Die Wäsche haben wir in den Kasten eingeräumt, u. ich hoffe so, dß du nicht zur Klage über Unordnung Anlaß hast. // Bezüglich der Wäsche werde ich mich nach Deinem Briefe richten, nur die 2 weißen Gilets gebe ich schon Ende in dieser Woche zum Waschen der Frau Minna. //''
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''Einen neuen schwarzen Ro[c]k habe ich mir bestellt, u da ich selben noch vor meiner Abreise zahlen möchte, so werde ich wo[h]l Geld benöthigen. // Was Deine Frage wegen der Verlassenschafts Angelegenheit betrifft, so sage dem Vater, dß er ja nicht glauben solle, ich hätte noch nichts darin gethan, od[er] es fehle mir an gutem Willen, wie oft bin ich schon / Nachm in die Kanzlei mit der Absicht gegangen, an der Sache zu arbeiten u. fast ebenso oft kamen mir wieder amtliche Arbeiten dazwischen. // Uebrigens habe ich die Sache bereits so weit gefördert, dß ich bevor ich von hier weggehe, alles was hier einzuleiten ist, gemacht habe, u. dß ich das, was beim Gerichte in Leitmeri[t]z zu thun ist, hier noch vorbereite u hinschi[c]ke u dann von Salzburg aus, wo ich mehr Zeit haben werde, es beenden kann, so daß [!] ich bei meiner Rü[c]kkunft dann sofort die erforderlichen Schritte zur Derikuli[e]rung [?] und Behebung der Obligationen machen kann. Diese le[t]zteren Schritte noch vor meinem Weggehen zu machen, ist mir freilich [?] nicht mehr möglich. Um einen Beweis meines guten Willens in dieser Sache zu geben, führe ich an, dß ich seit Sonntag den ganzen Nachmittag tro[t]z schönen Wetters zu Hause gesessen bin, u an der fraglichen Sache gearbeitet habe. Jetzt [!]<ref>Hier und an vielen anderen Stellen markiere ich [O. H.] mit einem Ausrufezeichen das tatsächliche Schriftbild, so auch einige Zeilen davor das "daß". Zumeist kürzt Franz ja mit "dß" und lässt in der Regel wie das Dehnungs-h und das c im ck auch das t vor dem z weg. Dass er hier "jetzt" schreibt, vermute ich ist einer langsamen Änderung der Rechtschreibung geschuldet, die übrigens von Fanni bereits deutlicher übernommen wurde.</ref> ist es 6 Uhr, u ich beeile / mich noch diesen Brief zu beenden, ich hoffe auch, den Vater hiemit einiger Massen zufrieden zu stellen. //''
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''Einen neuen schwarzen Ro[c]k habe ich mir bestellt, u da ich selben noch vor meiner Abreise zahlen möchte, so werde ich wo[h]l Geld benöthigen. // Was Deine Frage wegen der Verlassenschafts Angelegenheit betrifft, so sage dem Vater, dß er ja nicht glauben solle, ich hätte noch nichts darin gethan, od[er] es fehle mir an gutem Willen, wie oft bin ich schon / Nachm in die Kanzlei mit der Absicht gegangen, an der Sache zu arbeiten u. fast ebenso oft kamen mir wieder amtliche Arbeiten dazwischen. // Uebrigens habe ich die Sache bereits so weit gefördert, dß ich bevor ich von hier weggehe, alles was hier einzuleiten ist, gemacht habe, u. dß ich das, was beim Gerichte in Leitmeri[t]z zu thun ist, hier noch vorbereite u hinschi[c]ke u dann von Salzburg aus, wo ich mehr Zeit haben werde, es beenden kann, so daß [!] ich bei meiner Rü[c]kkunft dann sofort die erforderlichen Schritte zur Derikuli[e]rung [?] und Behebung der Obligationen machen kann. Diese le[t]zteren Schritte noch vor meinem Weggehen zu machen, ist mir freilich [?] nicht mehr möglich. Um einen Beweis meines guten Willens in dieser Sache zu geben, führe ich an, dß ich seit Sonntag den ganzen Nachmittag tro[t]z schönen Wetters zu Hause gesessen bin, u an der fraglichen Sache gearbeitet habe. Jetzt [!]<ref>Hier und an vielen anderen Stellen markiere ich, [[Otto Holzapfel]], mit einem Ausrufezeichen das tatsächliche Schriftbild, so auch einige Zeilen davor das "daß". Zumeist kürzt Franz ja mit "dß" und lässt in der Regel wie das Dehnungs-h und das c im ck auch das t vor dem z weg. Dass er hier "jetzt" schreibt, vermute ich ist einer langsamen Änderung der Rechtschreibung geschuldet, die übrigens von Fanni bereits deutlicher übernommen wurde.</ref> ist es 6 Uhr, u ich beeile / mich noch diesen Brief zu beenden, ich hoffe auch, den Vater hiemit einiger Massen zufrieden zu stellen. //''
    
''Im übrigen kann ich Dir nicht viel berichten, da sich Gottlob nichts besonderes ereignet. // Gestern war ich bei Leithe; der alten Frau geht es etwas besser. Sie u. die ganze Familie empfehlen sich Dir u. der Mutter // Dieser Tage begegnete ich Oberst Szivo, welcher mir sagte, dß Otilie [?] u die Kinder glü[c]klich in Vahren'' [Vahrn, Anm.] ''bei Brixen angekommen sind, dß er'' [es, Anm.] ''der Frau v Fenzl gute gehe, dem Arthur aber weniger. // An Alle meine herzlichsten Grüße, der Großmutter entrichte auch meine Bitte um gütige Gewährung ihrer Gastfreundschaft für mich. // Die Franzi u Dich herzlichst grüßend u. im Geiste küßend verbleibe ich // Dein treuer Franz''
 
''Im übrigen kann ich Dir nicht viel berichten, da sich Gottlob nichts besonderes ereignet. // Gestern war ich bei Leithe; der alten Frau geht es etwas besser. Sie u. die ganze Familie empfehlen sich Dir u. der Mutter // Dieser Tage begegnete ich Oberst Szivo, welcher mir sagte, dß Otilie [?] u die Kinder glü[c]klich in Vahren'' [Vahrn, Anm.] ''bei Brixen angekommen sind, dß er'' [es, Anm.] ''der Frau v Fenzl gute gehe, dem Arthur aber weniger. // An Alle meine herzlichsten Grüße, der Großmutter entrichte auch meine Bitte um gütige Gewährung ihrer Gastfreundschaft für mich. // Die Franzi u Dich herzlichst grüßend u. im Geiste küßend verbleibe ich // Dein treuer Franz''