| | ''Der unglückliche Franz starb den 20. April d: J. in dem Hause seiner Schwester. Da ich mich allein befinde, glaubte er beßer zu thun bey seiner Schwester zu wohnen um beßer gepflegt werden zu können. – Beinahe neun ganze Monate ertrug er seine Krankheit, welche mit den Hemorroiden'' [Hämorriden, Anm.] ''seinen Anfang hatte, und welche / da sie schlecht kurirt wurden in die Eingeweide und dann in die Blase übergingen. – Seine Jugend und die Vernachläßigung den Rathgebungen erfahrener Ärzte kein Gehör gegeben zu haben, vergrößerten immer mehr seine Krankheit und wurde immer mehr geschwächt, endlich nahm er um die schrecklichen Schmerzen vovon er gequält war zu heben, eine starke Medizin und diese war Ursache, daß er alle Besinnung verlor, und nicht mehr sprechen konnte; er starb ohne eine schriftliche oder mündliche Anordnung treffen zu können. – Aber da das Unglück nie allein kommt, muß ich Ihnen bemerken, daß das Geld welches er hatte nach seinem Tode sich nicht mehr vorfand, auch konnte ich nicht das kleinste Andenken von seinem Nachlaß erhalten. – Ich mußte an ein gebührendes Leichenbegräbniß und ein ehrenvolles Begräbniß in unserm Kirchhofe denken, welches mich 600 Zwanz. Kostete, ich unterlaße wegen Kürze sehr viele andere Ausgaben welche mich im Laufe seiner Krankheit traffen. –'' | | ''Der unglückliche Franz starb den 20. April d: J. in dem Hause seiner Schwester. Da ich mich allein befinde, glaubte er beßer zu thun bey seiner Schwester zu wohnen um beßer gepflegt werden zu können. – Beinahe neun ganze Monate ertrug er seine Krankheit, welche mit den Hemorroiden'' [Hämorriden, Anm.] ''seinen Anfang hatte, und welche / da sie schlecht kurirt wurden in die Eingeweide und dann in die Blase übergingen. – Seine Jugend und die Vernachläßigung den Rathgebungen erfahrener Ärzte kein Gehör gegeben zu haben, vergrößerten immer mehr seine Krankheit und wurde immer mehr geschwächt, endlich nahm er um die schrecklichen Schmerzen vovon er gequält war zu heben, eine starke Medizin und diese war Ursache, daß er alle Besinnung verlor, und nicht mehr sprechen konnte; er starb ohne eine schriftliche oder mündliche Anordnung treffen zu können. – Aber da das Unglück nie allein kommt, muß ich Ihnen bemerken, daß das Geld welches er hatte nach seinem Tode sich nicht mehr vorfand, auch konnte ich nicht das kleinste Andenken von seinem Nachlaß erhalten. – Ich mußte an ein gebührendes Leichenbegräbniß und ein ehrenvolles Begräbniß in unserm Kirchhofe denken, welches mich 600 Zwanz. Kostete, ich unterlaße wegen Kürze sehr viele andere Ausgaben welche mich im Laufe seiner Krankheit traffen. –'' |
| − | ''Dieses ist alles was ich Ihnen gegenwärtig in solch / schmerzhaften Inhalt zu wißen mache. – Ich erwarte von Wien die Antwort meiner Bitte an Sn. K. K. Hohheit den Erzherzog Johann um einige Vergütung /: was sehr schwer halten wird :/ und ebenfalls um den Nachlaß des armen Hauptmanns. // Auch diesem, welches ich Ihnen mit aller Aufrichtigkeit an den Tag gelegt, werden Sie verkennen, daß nicht Sie allein unglücklich, sondern daß auch ich von tausend Unglücken gedrückt bin. – Bitten wir den Himmel, daß er mir Gesundheit schenke und meine Geschäfte fördere, damit ich die Mittel habe irgend eine Verfügung treffen zu können. – Nahmen Sie indeßen die zärtlichen Gefühle meiner Hochachtung // Ihr gewogenster // Johann Ant. Castelli'' | + | ''Dieses ist alles was ich Ihnen gegenwärtig in solch / schmerzhaften Inhalt zu wißen mache. – Ich erwarte von Wien die Antwort meiner Bitte an Sn. K. K. Hohheit den Erzherzog Johann um einige Vergütung /: was sehr schwer halten wird :/ und ebenfalls um den Nachlaß des armen Hauptmanns. // Auch diesem, welches ich Ihnen mit aller Aufrichtigkeit an den Tag gelegt, werden Sie verkennen, daß nicht Sie allein unglücklich, sondern daß auch ich von tausend Unglücken gedrückt bin. – Bitten wir den Himmel, daß er mir Gesundheit schenke und meine Geschäfte fördere, damit ich die Mittel habe irgend eine Verfügung treffen zu können. – Nehmen Sie indeßen die zärtlichen Gefühle meiner Hochachtung // Ihr gewogenster // Johann Ant. Castelli'' |