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==== Brief vom 9. Juni 1851 aus Wien: ====
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==== Brief vom 9. Juni 1851 von Richard Schlegel an Fanny Kobler: ====
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Brief von [[Richard Franz Schlegel]] aus Wien an [[Franziska Kobler]]:<br />
 
''Liebe Schwiegermutter! Ich danke für das Busserl vom Dirndl [die Tochter Fanni]! Daß Du meinen Brief auch nachträglich nicht erhalten hast, liegt einzig und allein an der Post" … Wieder geht es um Geld, um die Frage, ob die Schwiegermutter sein Silber und Gold in Geld wechseln soll; er bittet, dass sie ihm "200 fr CMz" [Gulden] schickt, "damit ich das nöthige Rigorosumgeld bey der Hand habe. […] Gruß an die Theres u. Bekannte. Lebe wohl Dein Sohn Richard''
 
''Liebe Schwiegermutter! Ich danke für das Busserl vom Dirndl [die Tochter Fanni]! Daß Du meinen Brief auch nachträglich nicht erhalten hast, liegt einzig und allein an der Post" … Wieder geht es um Geld, um die Frage, ob die Schwiegermutter sein Silber und Gold in Geld wechseln soll; er bittet, dass sie ihm "200 fr CMz" [Gulden] schickt, "damit ich das nöthige Rigorosumgeld bey der Hand habe. […] Gruß an die Theres u. Bekannte. Lebe wohl Dein Sohn Richard''
 
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==== Brief vom 16. und 17. Juni 1851 aus Wien: ====
 
==== Brief vom 16. und 17. Juni 1851 aus Wien: ====
 
''Liebe Schwiegermutter! Ohngeachtet der großen Menge an Arbeit, wo ich oft die ganze Woche nicht weiß, was für ein Tag ist, war ich […] im Geiste bey Euch und mit Euch […] Ich habe Dich in meinem letzten Briefe gebeten, mir für mein Silber 200 fn C[M]z […] zu schicken […] Lorinser läßt dich herzlich grüßen; er war vorgestern bei seiner Familie […]'', die in der Nähe von Baden [bei Wien], in Kalksburg, den Sommer zubringt; mit der Eisenbahn ist er hingefahren; sie haben "ein herziges schwarzaugiges Mädchen etwas über 2 Jahre alt" Er [Lorinser] will gleichzeitig das 2. Rigorosum machen und zieht sich im nächsten Monat von allen Geschäften zurück, um ungestört arbeiten zu können. Kalksburg<ref>Kalksburg ist bis 1938 eine selbständige Gemeinde im südlichen Wienerwald, heute im 23. Bezirk Liesing.</ref> ist ein kleiner Ort im Grünen, "wenig von den vergnügungssüchtigen Wienern besucht oder bewohnt, es hat eine gebirgige Umgebung […] Lebt wohl, und bleibt gesund […] Ich bin jetzt auch um viel ruhiger, weil auch die gute Betti<ref>Betti, manchmal Betty, ist die Cousine der Höllbräuin Fanny ([[Franziska Kobler]]) in Salzburg. Sie ist also, obwohl jünger, die Tante von [[Zäzilia Amalia Kobler]] (* 1821; † 1848), verheiratet 1846 mit [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881). Betti Kobler (* 1825; † 10. August 1881 in Grein an der Donau, Oberösterreich) ist verheiratet mit Leopold Katzinger (zeitweise in Schärding). Viele Briefe erwähnen sie; 1844 [siehe dort] schreibt sie mehrfach an Fannys Tochter "Mali", auch manchmal "Maly" ([[Zäzilia Amalia Kobler]]).</ref> bei Euch ist. Gib der kleinen Maus viele 1000 Busseln und grüße mir herzlich die Betti und die Theres. Lebe wohl. Dein dankschuldiger Sohn Richard"
 
''Liebe Schwiegermutter! Ohngeachtet der großen Menge an Arbeit, wo ich oft die ganze Woche nicht weiß, was für ein Tag ist, war ich […] im Geiste bey Euch und mit Euch […] Ich habe Dich in meinem letzten Briefe gebeten, mir für mein Silber 200 fn C[M]z […] zu schicken […] Lorinser läßt dich herzlich grüßen; er war vorgestern bei seiner Familie […]'', die in der Nähe von Baden [bei Wien], in Kalksburg, den Sommer zubringt; mit der Eisenbahn ist er hingefahren; sie haben "ein herziges schwarzaugiges Mädchen etwas über 2 Jahre alt" Er [Lorinser] will gleichzeitig das 2. Rigorosum machen und zieht sich im nächsten Monat von allen Geschäften zurück, um ungestört arbeiten zu können. Kalksburg<ref>Kalksburg ist bis 1938 eine selbständige Gemeinde im südlichen Wienerwald, heute im 23. Bezirk Liesing.</ref> ist ein kleiner Ort im Grünen, "wenig von den vergnügungssüchtigen Wienern besucht oder bewohnt, es hat eine gebirgige Umgebung […] Lebt wohl, und bleibt gesund […] Ich bin jetzt auch um viel ruhiger, weil auch die gute Betti<ref>Betti, manchmal Betty, ist die Cousine der Höllbräuin Fanny ([[Franziska Kobler]]) in Salzburg. Sie ist also, obwohl jünger, die Tante von [[Zäzilia Amalia Kobler]] (* 1821; † 1848), verheiratet 1846 mit [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881). Betti Kobler (* 1825; † 10. August 1881 in Grein an der Donau, Oberösterreich) ist verheiratet mit Leopold Katzinger (zeitweise in Schärding). Viele Briefe erwähnen sie; 1844 [siehe dort] schreibt sie mehrfach an Fannys Tochter "Mali", auch manchmal "Maly" ([[Zäzilia Amalia Kobler]]).</ref> bei Euch ist. Gib der kleinen Maus viele 1000 Busseln und grüße mir herzlich die Betti und die Theres. Lebe wohl. Dein dankschuldiger Sohn Richard"