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''Um auf Ihre Fragen zu antworten: Mit der Malerei geht es wie immer; schlecht oder gut, wie Sie es nennen wollen. Meiner Empfindung nach dürfte ich bis jetzt ziemlich viel in München gelernt haben. Über Weihnachten haben wir eine Concurrenzarbeit zu machen, die ich vielleicht in Wien machen werde. Daraus können Sie schon meine Zeit bemessen. Was meine Stimmung betrifft, so kann ich nur sagen, daß sie sich wenig verändert immer um O'' [durchstrichen: "null"] ''herumbewegt. Ich möchte mich gerne gegen alles abstumpfe[n], und kann es nicht. Das ist der Grundzug meiner Stimmung. Von zuhause hatte ich die letzte Zeit keine günstigen Nachrichten. Meine Mama war krank. Jetzt geht es ihr Gott sei Dank schon besser. Von Hanna habe ich einmal eine Nachricht erhalten. Auch von Rosl aus Genf eine Karte. Nun wünsche ich Ihnen recht fröhliche Weihnachten, denken Sie manchmal an mich, und seien Sie herzlichst gegrüßt von Ihrem // Oswald Grill // Viele Grüße, Handküsse und Empfehlungen an Eltern und Geschwister.''
 
''Um auf Ihre Fragen zu antworten: Mit der Malerei geht es wie immer; schlecht oder gut, wie Sie es nennen wollen. Meiner Empfindung nach dürfte ich bis jetzt ziemlich viel in München gelernt haben. Über Weihnachten haben wir eine Concurrenzarbeit zu machen, die ich vielleicht in Wien machen werde. Daraus können Sie schon meine Zeit bemessen. Was meine Stimmung betrifft, so kann ich nur sagen, daß sie sich wenig verändert immer um O'' [durchstrichen: "null"] ''herumbewegt. Ich möchte mich gerne gegen alles abstumpfe[n], und kann es nicht. Das ist der Grundzug meiner Stimmung. Von zuhause hatte ich die letzte Zeit keine günstigen Nachrichten. Meine Mama war krank. Jetzt geht es ihr Gott sei Dank schon besser. Von Hanna habe ich einmal eine Nachricht erhalten. Auch von Rosl aus Genf eine Karte. Nun wünsche ich Ihnen recht fröhliche Weihnachten, denken Sie manchmal an mich, und seien Sie herzlichst gegrüßt von Ihrem // Oswald Grill // Viele Grüße, Handküsse und Empfehlungen an Eltern und Geschwister.''
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==== Brief vom 30. Dezember 1901 von Oswald Grill an Franziska Spängler ====
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Brief von Oswald Grill an Franziska [[Spängler]], die älteste Tochter von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]], geboren 1877; ein kleiner Bogen; Briefumschlag "Fräulein // Franzi Spängler // Krems a. d. Donau // Alleestrasse 7. // N. Öst."; Briefmarke rote 10 Kreuzer k.k. Oesterr. Post, gestempelt "Wien 31.12.01 3-4 N"; Stempel auf der Rückseite "Krems a/d Donau bestellt 1.1.02 7 ½ - 9 ½ F"; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]:<br />
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''Wien, 30 / XII. 1901. // Liebes Fräulein Franzi! // Herzlichen Dank für Ihre liebe Karte. Ihren Brief, der sich mit meinem schon wieder gekreuzt hat, habe ich bis heute nicht erhalten. Er dürfte knapp nach meiner Abreise in München angekommen sein. Es hätte mich so verschiedenes gerade in diesem Briefe interessiert, was ich, wenn auch nicht wörtlich, so doch wenigstens / zwischen den Zeilen hätte herauslesen können. Von Hanna Kaserer habe ich erfahren, daß Sie zu Anfang Dezember in Wien waren. Es thut mir leid, daß das nicht jetzt sein kann. Vielleicht ist es mir möglich nächste Woche Dienstag oder Mittwoch nach Krems zu kommen. Aber Sie haben da gewiß schon zu thun, und ich möchte Sie aufhalten. Bitte schreiben Sie mir wann, und ob Sie überhaupt die Woche nach dem 3 Königstag noch Zeit haben, ob Sie Vormittag oder Nachmittag / eher zu treffen sind. // ''
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''Ich muß Sie schon noch einmal belästigen. Das ist umso gewissenloser von mir da ich weiß wie gerne Sie überhaupt eine Feder eintunken. Zu Ostern, meint Hanna, wird es möglich sein, dass ich Sie in Straß in Ihrem Costüm male. Sollte das endlich wirklich einmal dazukommen. Was kann aber da noch alles dazwischen kommen. Ob ich überhaupt zu dieser Zeit in Straß sein werde, ob das Wetter günstig sein wird, ob Sie Zeit haben werden etc.'' [fünf Punkte:] ….. ''Das alles / ist noch nicht sicher. Haben Sie heuer schon eine Winterparthie gemacht? Liegt Schnee in Krems? Möchte mich sehr freuen mit Ihnen ein Plauderstündchen zu halten. Leider weiß ich es jetzt selbst noch nicht einmal sicher, ob es mir möglich sein wird nach Krems zu fahren. Wie geht es Ihren Eltern, Ihren Geschwistern? Bitte Handküsse Empfehlungen und Grüße. Wie hat das Frl. Rosl<ref>Die jüngere Schwester von Franzi, Rosa [[Spängler]], * 1880 in Wien; † 1967; 1907 verheiratet mit Oswald Grill.</ref> Weihnachten verbracht? Eine fröhliche Jahreswende, viel Glück für kommende Zeiten wünscht Ihnen nebst den herzlichsten Grüßen // Ihr Oswald Grill''
 
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