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an [Nr. 9 a] Franziska Spängler (* 1877; † 1962) von Oswald Grill (* 1878; † 1964): 13. Januar 1902: Er war zwischendurch in Wien; erzählt liebevoll von seiner Mutter; "... hinaus [nach München] meiner Arbeit, meinem Felde, meiner Zukunft entgegen, nur mit dem einen Gedanken, ich will, und muß in der Kunst etwas erreichen. [aber... hat trübsinnige Gedanken] Und was habe ich dann auf der Welt, wenn ich an meiner Kunst verzweifle". Mutter alt und krank, bietet kein Zuhause. "Was gibt es da für eine Zukunft!" Franzi hatte nach ‚Heimweh’ gefragt. Nein..., "denn da sehe ich die öde Wirklichkeit vor mir". Fragt nach der Schwester Rosl.
 
an [Nr. 9 a] Franziska Spängler (* 1877; † 1962) von Oswald Grill (* 1878; † 1964): 13. Januar 1902: Er war zwischendurch in Wien; erzählt liebevoll von seiner Mutter; "... hinaus [nach München] meiner Arbeit, meinem Felde, meiner Zukunft entgegen, nur mit dem einen Gedanken, ich will, und muß in der Kunst etwas erreichen. [aber... hat trübsinnige Gedanken] Und was habe ich dann auf der Welt, wenn ich an meiner Kunst verzweifle". Mutter alt und krank, bietet kein Zuhause. "Was gibt es da für eine Zukunft!" Franzi hatte nach ‚Heimweh’ gefragt. Nein..., "denn da sehe ich die öde Wirklichkeit vor mir". Fragt nach der Schwester Rosl.
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''Als ich letzhin von Ihnen fortging hatte ich den Zug noch sehr bequem erreicht. Schwips hatte ich keinen, und so habe ich die ganze Fahrt gelesen statt geschlafen. In der Pokornygasse [Döbling] kamen mir mein Bruder und Gerkauer entgegen, die einstweilen statt meiner einen Schwips bekommen hatten, und schrecklich schön sangen. Sie waren nämlich mit einem bekannten Herrn beim Heurigen in Grinzing. Wir hatten über beide an diesem Abende noch riesig zu lachen. Barto war melancholisch, und Erwin [wohl der Bruder] übertrieben lustig. Beide sind aber sonst gerade das Gegentheil davon. Freitag darauf hatten wir Besuch. Auch Barto Czeck [Czeckauer] war wieder bei uns. Da wurde heftig Tischgerückt. Unter den Anwesenden war eine Collegin von mir, die ich spaßweise hypnotisieren wollte. Als ich aber sah, daß sie es ernst zu nehmen anfing und trotz fortwährendem Sträuben schon wirklich in einem hypnotischen Zustand sich befand, mußte ich den Spaß natürlich aufgeben. Man hätte damals leicht ernste Versuche anstellen können, aber ich wollte das nicht riskieren; dann war auch die Zeit nicht mehr dazu.''
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''Als ich letzhin von Ihnen fortging hatte ich den Zug noch sehr bequem erreicht. Schwips hatte ich keinen, und so habe ich die ganze Fahrt gelesen statt geschlafen. In der Pokornygasse [Döbling] kamen mir mein Bruder und Gerkauer entgegen, die einstweilen statt meiner einen Schwips bekommen hatten, und schrecklich schön sangen. Sie waren nämlich mit einem bekannten Herrn beim Heurigen in Grinzing. Wir hatten über beide an diesem Abende noch riesig zu lachen. Barto war melancholisch, und Erwin'' [wohl der Bruder, Anm.] ''übertrieben lustig. Beide sind aber sonst gerade das Gegentheil davon. Freitag darauf hatten wir Besuch. Auch Barto Czeck'' [Czeckauer] ''war wieder bei uns. Da wurde heftig Tischgerückt. Unter den Anwesenden war eine Collegin von mir, die ich spaßweise hypnotisieren wollte. Als ich aber sah, daß sie es ernst zu nehmen anfing und trotz fortwährendem Sträuben schon wirklich in einem hypnotischen Zustand sich befand, mußte ich den Spaß natürlich aufgeben. Man hätte damals leicht ernste Versuche anstellen können, aber ich wollte das nicht riskieren; dann war auch die Zeit nicht mehr dazu.''
 
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