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Knapp vor Übersiedlung des Betriebes nach [[Maxglan]] wurden [[1820]] in der Festungsgasse (am Fuße der [[Festung Hohensalzburg]]) mit dem [[Stieglkeller]] neue Lagerkapazitäten geschaffen. Der damalige Stieglbrauer Josef Schreiner gestaltete den Keller schließlich um und nutzte den anliegenden Garten zur Ausschank des Kellerbiers während der Sommermonate. Das war die "Geburtsstunde" des Stieglkellers.
 
Knapp vor Übersiedlung des Betriebes nach [[Maxglan]] wurden [[1820]] in der Festungsgasse (am Fuße der [[Festung Hohensalzburg]]) mit dem [[Stieglkeller]] neue Lagerkapazitäten geschaffen. Der damalige Stieglbrauer Josef Schreiner gestaltete den Keller schließlich um und nutzte den anliegenden Garten zur Ausschank des Kellerbiers während der Sommermonate. Das war die "Geburtsstunde" des Stieglkellers.
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===Stiegl in Maxglan===
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===Stiegl in Maxglan===
 
[[1863]] übersiedelte der damalige Besitzer [[Josef Schreiner]] (* [[1812]], † [[1880]]) die Stiegelbrauerei aus der Gstättengasse in den von ihm neu errichteten Maxglaner Brauereikomplex, der freilich schon 12 Jahre später einem dreitägigen Brand zum Opfer fiel.
 
[[1863]] übersiedelte der damalige Besitzer [[Josef Schreiner]] (* [[1812]], † [[1880]]) die Stiegelbrauerei aus der Gstättengasse in den von ihm neu errichteten Maxglaner Brauereikomplex, der freilich schon 12 Jahre später einem dreitägigen Brand zum Opfer fiel.
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Nach Schreiners Tod kam [[Franz Huemer]] an die Spitze des damaligen Besitzerkonsortiums. Er und sein Neffe [[Heinrich Kiener I.|Heinrich Kiener]] schufen die Voraussetzungen, dass die Brauerei schon 20 Jahre später ihren Ausstoß verfünffachen konnte.  
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Nach Schreiners Tod kam [[Franz Huemer]] an die Spitze des damaligen Besitzerkonsortiums. Er und sein Neffe [[Heinrich Kiener I.|Heinrich Kiener]] (* 1870 † 1950) schufen die Voraussetzungen, dass die Brauerei schon 20 Jahre später ihren Ausstoß verfünffachen konnte. Das Talent von Heinrich Kiener I. in organisatorischen und geschäftlichen Dingen ließen aus der Brauerei einen Musterbetrieb entstehen, der auch schwierige Zeiten überstand. Kiener erlebte praktisch jeden Zustand des Unternehmens mit: von der „Wiedererweckung“ durch seinen Onkel Franz Huemer und den Aufschwung zur Jahrhundertwende über die Notjahre während und nach dem 1. Weltkrieg, den Höhenflug der zwanziger Jahre bis zur darauffolgenden Wirtschaftskrise, schließlich wieder Kriegsjahre verbunden mit Beschlagnahme und Ausverkauf. Nach dem 2. Weltkrieg durfte Heinrich Kiener noch die ersten Erfolge des neuerlichen Aufbaus des Brauunternehmens miterleben.  
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Kommerzialrat Heinrich Kiener war bis zu seinem Tod [[1950]] im Unternehmen tätig. Die Leitung ging dann auf [[Heinrich Kiener II.|Ing. Heinrich Kiener]] über, unter dessen Führung die ''Stieglbrauerei zu Salzburg'' zur größten Privatbrauerei Österreichs wurde.
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Heinrich Kiener I. war bis zu seinem Tod [[1950]] im Unternehmen tätig. Die Leitung ging dann auf seinen Stiefsohn [[Heinrich Kiener II.|Ing. Heinrich Kiener]] (* 1911 † 1990) über, unter dessen Führung die ''Stieglbrauerei zu Salzburg'' zur größten Privatbrauerei Österreichs wurde.
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In den 40 Jahren, die Heinrich Kiener II der Stieglbrauerei vorstand, wurde der Betrieb laufend erneuert und modernisiert. Die Investitionen fanden ihren Niederschlag natürlich in der Bierproduktion, die sich in dieser Zeit fast vervierfachte: Waren es 1950 runde 130.000 Hektoliter Stiegl-Bier, die erzeugt wurden, steigerte sich der Ausstoß auf 511.000 Hektoliter im Jahr 1990.
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Einen wichtigen Schritt tat Stiegl-Direktor Kiener 1954 mit der Gründung der „Salzburger Getränkeindustrie“ (Coca-Cola-Salzburg), der er ebenfalls als geschäftsführender Gesellschafter vorstand. Der Stiegl-Schwesterbetrieb (heute Stiegl Getränke & Service Gesellschaft) entwickelte sich zur bedeutendsten alkoholfreien Getränkefirma im Land Salzburg.
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Seit [[1991]] leitet [[Dr. Heinrich Dieter Kiener]]] III. die Geschicke der Stieglbrauerei zu Salzburg. Als Großneffe und Adoptivsohn von Heinrich Kiener II trat er 1985 in die Brauerei ein und wurde bereits in Jugendjahren auf seine zukünftige Aufgabe als Stiegl-Chef vorbereitet. Er studierte an der Universität Innsbruck Rechtswissenschaften sowie Betriebswirtschaft und sammelte Erfahrungen in Brauereien und Banken. Seine fachspezifische Ausbildung erhielt er an der [[Doemens-Schule]], einer Lehr- und Versuchsanstalt für Brauer in Gräfelfing bei München. Im April [[1985]] trat er in die Brauerei ein, wo er bald als rechte Hand des Chefs agierte. Als Marketingstratege war er schon damals offen für Neues. Nach dem Ableben von Heinrich Kiener II. [[1990]] übernahm er die Position des geschäftsführenden Gesellschafters. Im Mai 2010 heiratete er seine Lebensgefährtin Mag. Alessandra Kiener, die ebenfalls im Unternehmen tätig ist.
    
Am [[16. Dezember]] [[2009]] wurde in Maxglan der Millionste Hektoliter Stieglbier gebraut. Die Menge entspricht 200 Millionen Stiegl-Halben.<ref>[http://bit.ly/4LCT4s Stiegl Presseaussendung]</ref>
 
Am [[16. Dezember]] [[2009]] wurde in Maxglan der Millionste Hektoliter Stieglbier gebraut. Die Menge entspricht 200 Millionen Stiegl-Halben.<ref>[http://bit.ly/4LCT4s Stiegl Presseaussendung]</ref>
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Der Name des landwirtschaftlichen Betriebes der Stieglbrauerei, des [[Rochushof]]s, erinnert an den Pestpatron, den Heiligen Rochus, und das dortige Pesthaus (Lazareth zum Heiligen Rochus) samt Pestfriedhof. Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]] [[1636]] hatte Pesthaus und Friedhof hier errichten ließ.
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Der Name des zur Brauerei gehörenden [[Rochushof]]s, erinnert an den Pestpatron, den Heiligen Rochus, und das dortige Pesthaus (Lazareth zum Heiligen Rochus) samt Pestfriedhof. Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]] [[1636]] hatte Pesthaus und Friedhof hier errichten ließ.
    
==Stiegl heute==
 
==Stiegl heute==
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