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''Weißt Du, warum man uns seinerzeit vom Tode der alten Laschensky keine Mittheilung machte.<ref>Cäcilia [[Laschensky]], † 22. April 1877 mit 84 Jahren</ref> Man (die Math. Schneeberger an der Spitze) fürchtete, es könnte in Deinem damaligen Zustande Dich die Nachricht zu sehr angreifen; ich konnte leider für diese Vorsicht nicht jenes Verständniß u. jenen Dank haben, wie man annahm. Rosa’s<ref>Rosa Schlegel (* 1857; † 1936), wie Mina Halbschwester der Fanni; sie hilft in Wien.</ref> brave Leistungen habe ich sowohl bei Großmutter u Mutter u. den Eltern gebü[h]rend hervorgehoben u. den le[t]zteren für die Ueberlassung Rosas gedankt. Bezüglich Mina, welche sehr groß u stark u. recht hübsch ist, ist also entschieden, dß sie nach Linz an die LehrerinnenbildungsAnstalt kommt, anfangs kostete es sie einige Thränen, je[t]zt ist sie aber mit dem Gedanken schon mehr vertraut. // Von allen die herzlichsten Grüße an Dich, u Rosa, der Kleinen gib für mich einige herzhafte Busserln. Bezüglich ihres Füßchens habe ich außer mit Großmutter u. nur ganz obenhin mit den Eltern, mit Niemanden gesprochen, auch zu meiner Mutter nichts erwähnt.<ref>Die Stellung des einen Fußes wird mit einer Schiene korrigiert.</ref> // Ich freue mich sehr, von Dir bald wieder etwas zu erfahren, u. glaube, dß es am zweckmäßigsten ist, den nächsten Brief als Einschluß an die Mutter od[er] die Eltern in solchem Verschluße zu schi[c]ken, dß er dann hier selbstständig mit Ergänzung der Adresse an den Ort meines Aufenthalts geschi[c]kt werden kann. // An Rosa u Rosi meine Grüße // Ich verbleibe mit herzlichem Gruße u Kuße // Dein treuer Franz''
 
''Weißt Du, warum man uns seinerzeit vom Tode der alten Laschensky keine Mittheilung machte.<ref>Cäcilia [[Laschensky]], † 22. April 1877 mit 84 Jahren</ref> Man (die Math. Schneeberger an der Spitze) fürchtete, es könnte in Deinem damaligen Zustande Dich die Nachricht zu sehr angreifen; ich konnte leider für diese Vorsicht nicht jenes Verständniß u. jenen Dank haben, wie man annahm. Rosa’s<ref>Rosa Schlegel (* 1857; † 1936), wie Mina Halbschwester der Fanni; sie hilft in Wien.</ref> brave Leistungen habe ich sowohl bei Großmutter u Mutter u. den Eltern gebü[h]rend hervorgehoben u. den le[t]zteren für die Ueberlassung Rosas gedankt. Bezüglich Mina, welche sehr groß u stark u. recht hübsch ist, ist also entschieden, dß sie nach Linz an die LehrerinnenbildungsAnstalt kommt, anfangs kostete es sie einige Thränen, je[t]zt ist sie aber mit dem Gedanken schon mehr vertraut. // Von allen die herzlichsten Grüße an Dich, u Rosa, der Kleinen gib für mich einige herzhafte Busserln. Bezüglich ihres Füßchens habe ich außer mit Großmutter u. nur ganz obenhin mit den Eltern, mit Niemanden gesprochen, auch zu meiner Mutter nichts erwähnt.<ref>Die Stellung des einen Fußes wird mit einer Schiene korrigiert.</ref> // Ich freue mich sehr, von Dir bald wieder etwas zu erfahren, u. glaube, dß es am zweckmäßigsten ist, den nächsten Brief als Einschluß an die Mutter od[er] die Eltern in solchem Verschluße zu schi[c]ken, dß er dann hier selbstständig mit Ergänzung der Adresse an den Ort meines Aufenthalts geschi[c]kt werden kann. // An Rosa u Rosi meine Grüße // Ich verbleibe mit herzlichem Gruße u Kuße // Dein treuer Franz''
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==== Brief vom 30. Juli 1878 von Fanni Spängler an Franz Spängler ====
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Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
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''Salzburg 30 Juli 1878 // Mein lieber Franzl! // Ich danke dir vor Allem für den gestern erhaltenen Brief und für die Karte von heute, und gehe dann an die Beantwortung deiner Fragen u. zwar in derselben Reihenfolge wie du sie stellst. I. Ich glaube nicht, daß du bei Poy eine andere Gattung Nachtlichtchen finden wirst als wie in den kleinen rosenrothen Wachslichtchen, welche ich hatte. Ein Schwimmerl mußt du jedenfalls mitkaufen, da in jeder Schachtel eines miteingepackt ist. Wegen des Geldes werde ich heute noch Otto zu sprechen suchen'' [senkrecht am Rand mit Markierung:] ''// Otto u Luise reisen nämlich heut wahrscheinlich ab. //, sonst schickt dir schon die Großmutter 30 - 40 fl.'' [Gulden, Anm.] ''Meine Kasse steht auf etwas über 2 fl, hinreichend genug bis du kommst, da ich mich einer ganz XXchrenden Sparsamkeit befleiße; vielleicht kann ich hier besser sparen, und brauche dann / wenn das Regi[e]ren [?] wieder in meiner Hand ist, nur einen Bruchtheil meines Wirtschaftsgeldes. Das wäre schon gut. Wo das bewußte Tagebuch ist, weiß ich selbst nicht; jedenfalls ist es aufgehoben. Sieh‘ doch in der Lade des sog[XX] Kindertisches nach, ich meine ich habe es da hinein gelegt. Oder habe ich es in den Bücherkasten gelegt – hier habe ich es nicht. Daß Herr Kalhofer mich Anfangs voriger Woche besucht hat, habe ich ganz vergeßen, dir zu schreiben, es hat mich recht gefreut. //''
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''Der Frau Skiwa gieb nur alle schmutzige Wäsche mit auch deine Bettwäsche mit Ausnahme der Tuchentzieche, ich mag nicht, daß gebrauchte Wäsche 4 Wochen lang herumliegt. Anna soll dir am 1./8. das Bett frisch beziehen ich habe ihr schon die Wäsche gezeigt. // Krägen und Manschetten könnest du allenfalls mitnehmen, falls dir die noch vorräthigen zu wenig sind. / S'' [eineinhalb Zeilen zum Teil verwischt und unleserlich:] habe ich dir … Dutzende in die … ''gelegt, da kannst du die andern alle zu Hause lassen Gieb nur Alles der Frau Skiwa, bei unserer Ankunft bringen wir ohnehin gebrauchte Wäsche genug mit. // Wegen Annas Heimkommen nimm mit ihr selbst Rücksprache, mir gegenüber hat sie sich einmal geäußert, daß sie lieber vor uns ankommen möchte, damit sie Zeit hat, ihre Sachen auszupacken und zu ordnen. Von mir aus kann sie auch erst ein paar Stunden nach uns kommen. // Neulich begegnete ich den Herrn Finanzrath Lhiari [?] mit Vetter Leopold Spängler un[d] Herrn Baron Weiß senior. Heute wird Hugo Schumacher begraben; es ist ein Glück für Emma<ref>Emma Schumacher, geborene Zeller, verheiratet mit [[Albert Schumacher]]</ref>, daß er so bald abgerufen wurde, die Arme war bei ihrem Weinbründl. Das Ansehen seines Leiden[s] hat Emma recht angegriffen. /''
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''Heut wohnte ich der Schlußfeier in der Bürgerschule bei, welche recht hübsch war. Franzi war indeß bei meinen Eltern angestellt [?]. Als ich sie zu holen kam, quabelte sie laut vor Freude. Doch bleibt sie recht gut, wenn ich nicht da bin. Gestern waren Großmutter, deine Mutter und wir im Ludwigsbad im Moos. Seit le[t]ztem Freitag will das Wetter wieder gar nicht schön werden, gestern war es ziemlich gut. // Mir ist sehr leid, daß du nicht am 1. Abends fortkannst, ich zähle nun schon wirklich die Stunden bis ich dich wieder habe, mein Lieber. Wenn Franzi aufwacht, ist ihr erstes Wort Papa, Mama. Die Kleine ist wo[h]l auch lieb, doch etwas blaß vom Zahnen. Ich glaube, es wrd auch der 2. Stockzahn bald kommen. // Nun lebe wo[h]l, es küßt dich innig // deine treue Alte. // Von Allen und an Alle herzliche Grüße.''
 
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