Änderungen

Zeile 208: Zeile 208:     
''Ich freue mich auch schon sehr darauf, Dich wieder umarmen zu können, u. bei Dir zu sein; morgen od[er] längstens übermorgen über 8 Tage sind wir ja hoffentlich wieder beisammen. // Wegen des Geldbedarfes werde ich dir im nächsten Briefe schreiben. // Nun schließe ich aber, indem ich Dich noch bitte alle bestens zu grüßen. Meine Mutter soll nicht böse sein, wenn ich nicht eigens ihr schreibe, sie hört ja ohnehin von Dir, was ich mache. Bezüglich meiner Mutter freut es mich doppelt dß ich Recht hatte, als ich Deiner Befürchtung widersprach. Manchesmal hat ja doch der Mann auch recht, wenn auch die Frau es nicht glauben will. Dich u Franzi herzlich grüßend u küßend Dein // treuer Franz'' [quer dazu am Rand:] ''Anna läßt Dir die Hand küßen, ich habe ihr schon entrichtet, was Du wegen ihres Namenstages zu schreiben hast.''
 
''Ich freue mich auch schon sehr darauf, Dich wieder umarmen zu können, u. bei Dir zu sein; morgen od[er] längstens übermorgen über 8 Tage sind wir ja hoffentlich wieder beisammen. // Wegen des Geldbedarfes werde ich dir im nächsten Briefe schreiben. // Nun schließe ich aber, indem ich Dich noch bitte alle bestens zu grüßen. Meine Mutter soll nicht böse sein, wenn ich nicht eigens ihr schreibe, sie hört ja ohnehin von Dir, was ich mache. Bezüglich meiner Mutter freut es mich doppelt dß ich Recht hatte, als ich Deiner Befürchtung widersprach. Manchesmal hat ja doch der Mann auch recht, wenn auch die Frau es nicht glauben will. Dich u Franzi herzlich grüßend u küßend Dein // treuer Franz'' [quer dazu am Rand:] ''Anna läßt Dir die Hand küßen, ich habe ihr schon entrichtet, was Du wegen ihres Namenstages zu schreiben hast.''
 +
<hr>
 +
 +
==== Brief ohne Datum, erschlossen 28. Juli 1878 früh, von Franz Spängler an Fanni Spängler ====
 +
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
 +
''Meine liebe Fanny! // Meinen herzlichen Dank für deinen lieben Brief, den ich heute früh erhielt; mit Freude entna[h]m ich daraus, daß [!] Ihr Euch wo[h]lbefindet, u. dß auch der 1. Sto[c]zahn ohne Müe[h]ungen des Wo[h]lbefinden[s] der Kleinen glü[c]klich durchkam. // Ich habe gestern die Nadeln gekauft, die Wolle werde ich dieser Tage kaufen; nur hinsichtlich der Nachtlichter bitte ich um Angabe, welche von den verschiedenen Größen od[er] Qualitäten, die sie etwa haben, ich ne[h]men soll, und ob ich ein porzellanenes Schwimmerl auch kaufen soll.<ref>"beim nachtlicht ein einsatz (von kork oder papier), der das licht hält und auf dem öl schwimmt" (Grimm, ''Deutsches Wörterbuch'' digital; woerterbuchnetz.de, Bd. 14/15, 1898, Sp. 2643, ''Schwimmer'')</ref> Was die Carlsbader Oblaten betrifft, so kann ich nichts versprechen, bevor ich einpa[c]ke; ist es mir möglich, so werde ich welche mitbringen. // Was die Geldfrage betrifft, so muß ich dich ersuchen mir am liebsten den ganzen Betrag der August’coupons'' [Zinsen von Aktien, Anm.] ''welche Otto in Händen hat (33 fl 60 Xr)'' [Gulden, Kreuzer; Anm.] ''od. mit Rü[c]ksicht auf den Cassarest / den Otto hat rund'' [unterstrichen:] ''35 fl'' [Gulden, Anm.] ''zu senden um für alle Eventualitäten gesichert zu sein. Sage dem Otto, dß ich das Monathgeld der Mutter pro August schon dieser selbst geben werde.''
 +
 +
''Hammer hat bisher eine Rechnung nicht geschi[c]kt, u. ich werde ihn je[t]zt auch nicht mehr dazu aufsuchen, sondern laße dieß bis zu unserer Rü[c]kkunft Wir geht es Dir selbst mit dem Gelde? // Gestern Abends war Zillner Eduard bei mir; ich hatte, da ich wegen unserer Salzburger Studenten hier einiges mit ihm zu besprechen hatte, Morgens im Spitale aufgesucht, u. habe ihn zum Behufe bequemerer Rü[c]ksprache für Abends zu mir eingeladen. Eduard sprach mir seine Bewunderung aus, wie würdevoll ich die Hausfrau erse[t]zte, u. alles XXlich ordnete. // Habe übrigens keine Sorge [?], dß ich Dir das Szepter des Hausregimentes abne[h]men werde; Du sollst es, wie / bisher behalten u. es wird mir sehr angene[h]m sein, wenn ich es nicht mehr zu führen brauche. // Dieser Tage suchte ich das "Tagebuch" von Camilla Mertens, ohne es finden zu können. Hast Du es mitgenommen? oder wenn nicht, wo hast Du es hier aufgehoben? //
 +
 +
''Hat Dich Kalhofer noch nicht besucht?; er schrieb mir in der vorle[t]zten Woche u. erwähnte dabei, dß er Dich besuchen werde. Ich muß übrigens nochmals auf eine Haushaltsfrage zurü[c]kkommen; am Donnerstag (1 August) soll ich also der Frau Skiwa noch Wäsche mitgeben, soll ich ihr'' [unterstrichen:] ''alle schmu[t]zige Wäsche mitgeben, auch solche Stü[c]ke die sonst zu Hause gewaschen werden, od[er] soll ich vielleicht meine Krägen, Manschetten, Sa[c]ktücher mitbringen, damit sie in Salzburg gewaschen werden? u. wie steht es mit der Bettwäsche? mir scheint es nicht nothwendig, sie schon waschen zu lassen. // Die Schlüßel der Kästen, dann je einen Wohnungsschlüßel werde ich also der Maria u Gabriele geben, da eine / von diesen während des ganzen August hier bleibt; je einen Wohnungsschlüßel werde ich mitne[h]men, damit wir doch in die Wohnung hineinkönnen, wenn wir am Morgen früher als Anna ankommen sollten. Oder soll ich der Anna auftragen, dß sie am Abende'' [unterstrichen:] ''vor unserer Ankunft zurü[c]kommen soll? Ich glaube, es ist früh genug, wenn sie auch erst am selben Morgen ankommt.''
 +
 +
''Ich glaube nun über alles mich bei der hohen Gebieterin unterthänigst angefragt u um hohe Weisung gebeten zu haben u bitte nun noch, Hochdieselbe wolle gnädigst diese meine ergebensten Anfragen beantworten. // Ich bitte Dich schließlich, alle die sich meiner erinnern bestens zu grüßen, u. verbleibe mit herzlichen Gruß u Kuß an Dich u Franzi, in der Hoffnung baldigen frohen Wiedersehens Dein // treuer Mann // Franz.''
 +
<hr>
 +
 +
==== Brief ohne Datum, erschlossen 28. Juli 1878 abends, von Franz Spängler an Fanni Spängler ====
 +
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]. Ein Blatt; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; XX = unleserlich; sehr flüchtige Schrift:<br />
 +
''Meine liebe Fanny! // Ich war heute so pressi[e]rt, insbesondere durch Gänge, die ich in der Angelegenheit der bewußten Verlassenschaften<ref>vgl. Briefe vom 20. Juli 1878 und ca. 22. Juli 1878</ref> zu machen hatte, dß ich erst je[t]zt um 6 Uhr Abends dazukomme, dir zu schreiben. Ich muß mich daher sehr kurz fassen, um den Brief weiter zu bringen. Was zunächst die Uebergabe des Kindertischchens an den Tischler betrifft, so bin ich nicht recht damit einverstanden, dasselbe je[t]zt zu Tischler zu geben. Es läge beinahe 4 Wochen herum, u würde höchstens vielleicht die neue La[c]ki[e]rung wieder beschädigt werden, ich meine daher, wir sollen lieber es erst nach unserer Rü[c]kkunft zum Tischler geben, da der Bedarf desselben auch dann noch kein so dringender sein wird Anna hat gebeten, dß sie das De[c]kbrett des Tafelbettes zum Tisch[l]er geben dürfe, damit es ausgebessert u. neu angestrichen werde; bist du damit einverstanden? // Ich bitte dich mir über diese 2 Punkte noch umgehend zu schreiben / Ferner was soll ich mit den 3 XXde[c]ken auf den Betten machen, sollen Sie aufgebreitet liegenbleiben, od[er] mit einem Leintuch od[er] dergl. zugede[c]kt od[er] zusammengelegt u. in den Betten od[er] in einem Kasten aufgehoben werden? Auch hierüber bitte ich noch um Antwort. // Hiemit glaube ich um alles nachgefragt zu haben, was ich zu fragen hat[te]. // Nun lebe wohl, au[f] baldiges frohes Wiedersehen freut sich von ganzem Herzen // Dein // Dich treuliebender // Franz''
 
<hr>
 
<hr>