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| | ''Im übrigen kann ich Dir nicht viel berichten, da sich Gottlob nichts besonderes ereignet. // Gestern war ich bei Leithe; der alten Frau geht es etwas besser. Sie u. die ganze Familie empfehlen sich Dir u. der Mutter // Dieser Tage begegnete ich Oberst Szivo, welcher mir sagte, dß Otilie [?] u die Kinder glü[c]klich in Vahren'' [Vahrn, Anm.] ''bei Brixen angekommen sind, dß er'' [es, Anm.] ''der Frau v Fenzl gute gehe, dem Arthur aber weniger. // An Alle meine herzlichsten Grüße, der Großmutter entrichte auch meine Bitte um gütige Gewährung ihrer Gastfreundschaft für mich. // Die Franzi u Dich herzlichst grüßend u. im Geiste küßend verbleibe ich // Dein treuer Franz'' | | ''Im übrigen kann ich Dir nicht viel berichten, da sich Gottlob nichts besonderes ereignet. // Gestern war ich bei Leithe; der alten Frau geht es etwas besser. Sie u. die ganze Familie empfehlen sich Dir u. der Mutter // Dieser Tage begegnete ich Oberst Szivo, welcher mir sagte, dß Otilie [?] u die Kinder glü[c]klich in Vahren'' [Vahrn, Anm.] ''bei Brixen angekommen sind, dß er'' [es, Anm.] ''der Frau v Fenzl gute gehe, dem Arthur aber weniger. // An Alle meine herzlichsten Grüße, der Großmutter entrichte auch meine Bitte um gütige Gewährung ihrer Gastfreundschaft für mich. // Die Franzi u Dich herzlichst grüßend u. im Geiste küßend verbleibe ich // Dein treuer Franz'' |
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| | + | ==== Brief vom 27. Juli 1878 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== |
| | + | Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; XX = unleserlich:<br /> |
| | + | ''Salzburg 27 Juli 1878 // Mein lieber Franzl! // Dein lieber Brief machte mir große Freude, ich küße dich dafür herzlichst. // Zur angene[h]men Neuigkeit theile ich dir mit, daß ich heute bei unserm Mädi den ersten Stockzahn entdeckt habe. Daß bald wieder ein Zahn kommen wird, habe ich wo[h]l gedacht, da die Kleine etwas bläßer aussah, und Nachts öfters im Schlafe aufschrie, wie sie es immer thut, wenn ein Zahn im Durchbrechen war. Übrigens befindet und unterhält sie sich hier ganz ausgezeichnet. Ich thue mein Bestes, daß ich das Verziehen vermeide, und hoffe auch, daß es mir gelingen wird, unser Kind so einfach zu erhalten, wie bisher. Ich bin schon so neugierig, ob du unser Mäde besser entwickelt findest, wenn du kommst. // Je näher der Tag deines Kommens rückt, besto mehr freue ich mich auf ein frohes Wiedersehen. // Ich denke die kleine Maus wird dir auch wieder gut gefallen. // Solltest du zufällig Dr: Lorinser noch einmal sehen, so sage ihm, daß der Vater bisher noch nicht das Gewünschte hat erhalten können. //'' |
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| | + | ''Hat Herr Hammer noch nicht die Rechnung geschickt? Sei doch so gut, und sage der Anna, sie soll das Kindertischchen dem Tischler bringen, daß es ordentlich zusammen gerichtet wird, bis wir kommen, denn die Kleine wird ganz gut darin si[t]zen können. Das Tischchen soll neu gestrichen werden so gelb, wie die Möbel in Anna’s Kabinet. // Daß deine Wirtschaft so sehr glatt abläuft, hat mich schon auf den Gedanken gebracht, ob du nicht am Ende förmlich den Wunsch hast, daß deine / nichtsnu[t]zige Gattin, recht der'' [das, Anm.] ''fünfte Rad am Wagen, dir für alle Zeit die Schlüßel der Haushaltung übertrage[n] möge? Die Nadeln etc: bitte ich nur mitzubringen. Mit meinem alten Stock hat es weiter gar keine Bewandtniß, als daß ich ihn hier nicht brauche, und deßhalb mit guter Gelegenheit XXickte. Wenn du Platz hast in deinem Koffer, so nimm doch ein, allenfalls auch zwei große Pakete Karlsbader Oblaten mit, ich glaube, daß Großmutter und Mutter sie recht gerne eßen würden. Gestern Nachmittag war deine Mutter ich u. das Kind bei Tante Alois<ref>Maria Theresia, die Frau von [[Aloys Spängler]]</ref> zum Kafe geladen. Die Kleine war recht brav. Großmutter hat ihr einen ziemlich großen Gummiball gekauft, mit welchem sie sich sehr unterhält. Gestern und heute haben wir echten Salzburger Regen, da strenge ich mich ganz gewiß nicht an, mit dem Kinde. / Sei nicht böse, daß ich schon schließe, doch ich habe eine Jacke für Großmutter heute fertig zu machen. Darum lebe wo[h]l, auf baldiges Wiedersehen hofft deine alte Fanni. Alles läßt dich grüßen und auch ich grüße Alle bestens.'' |
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| | + | ==== Brief ohne Datum, erschlossen ca. 27. Juli 1878, von Franz Spängler an Fanni Spängler ==== |
| | + | Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br /> |
| | + | ''Meine liebe Fanny! // In Beantwortung Deines lieben Briefes bestätige ich Dir zunächst das richtige Einlangen des Koffers, für den ich zugleich an Fracht u. Zustellungsgebü[h]r 1 fl'' [Gulden, Anm.] ''zahlen mußte, dann des heute eingelangten Schlüßels. In dem Koffer ist auch Dein alter graugrüner Ro[c]k enthalten; was soll’s mit diesem, dß du hieher schi[c]ktest. Die Einkäufe werde ich schon besorgen jedoch selbstverständlich die Sachen erst selbst mitbringen; od[er] soll ich sie gleich kaufen u. schi[c]ken? // Am Mittwoch war ich bei Director Lorinser, der sich Dir bestens empfehlen läßt; er äußerte sich über das Füßchen der Franzi recht zufrieden gestellt auch rühmte den großen Fleiß, den du auf die Sache verwendet hast. An Verhaltensmaßregeln hat er mir nichts aufgetragen, als daß du Nachts immer auch die Bandage anlegen sollst. / Er selbst wird Anfang September, vielleicht auch Ende August nach Salzburg kommen. Dr Lorinser läßt den Vater bestens grüßen, u. ihn erinnern wegen des vor einigen Wochen gestellten Ersuchens wegen des Schlußes der Arbeit des Prof. Walz<ref>Vgl. [[Michael Walz]], [[Die Grabdenkmäler von St. Peter und Stift Nonnberg zu Salzburg]], 1867 bis 1875. Offenbar geht es um den III. Teil, der nicht mehr im Druck erschienen ist.</ref> über die Salzburgischen Grabdenkmale in den Mittheilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Ich war am selben Nachmittag auch bei Sattler, welche sich Dir empfehlen laßen, u. bald auf der durchreise nach Gießen zur Hochzeit Huberts durch Salzburg kommen werden. Die Hochzeit finden am 12. August statt. //'' |
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| | + | ''Ich war je[t]zt ein Paar Abende nicht zu Hause; am Sonntag war ich, da Anna gebeten hatte, länger ausbleiben zu dürfen, Abends beim Rindhof [?], am Montag bei Angermayer, welche mir schon Vorwürfe gemacht hatten, dß ich nie zu ihnen komme. Am Dienstag waren Angermayer / Franz Julius u ich mit Ludwig Spängler zusammen beim Voglfang (Westbahngarten) u gestern war ich bei Fanny Spängler, wo wir Whist spielten. // Jetzt [!] werde ich wieder solid sein u zu Hause bleiben. // Anna hat Dienstags gewaschen u gestern gebügelt, u. hat auch heute noch einiges gebügelt; im Ganzen wi[c]kelt sich die Wirtschaftsführung sehr glatt ab, u. ich hoffe durch diese Sorge keine grauen Haare zu bekommen. // Ich freue mich herzlich zu hören, dß es Dir und der Kleinen gut geht, u. freue mich insbesond[ere], wenn die Kleine allen gut gefällt, u. die Kleine alle gerne haben. Uebrigens bitte ich Dich achtzugeben, dß sie nicht verzogen u. verwöhnt wird. Gehe nur fleißig schwimmen; es ist Dir gewiß sehr gesund, u. die Kleine hat sicher auch ihren Spaß dabei; strenge Dich aber mit dem Tragen desselben nicht zu sehr an, / u. laße doch gewiß, wenn Rosa od Mina mit Dir gehen, auch diese abwechslungsweise das Kind tragen. Der Besuch des Mönchberges wäre schon recht aber es dürfte Dir doch zu anstrengend sein, das Kind hinaufzutragen. Schone Dich doch gewiß in dieser Hinsicht, sonst siehst Du am Ende minder gut aus, bis ich hinaufkomme, u. damit wäre ich nicht zufrieden. //'' |
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| | + | ''Ich freue mich auch schon sehr darauf, Dich wieder umarmen zu können, u. bei Dir zu sein; morgen od[er] längstens übermorgen über 8 Tage sind wir ja hoffentlich wieder beisammen. // Wegen des Geldbedarfes werde ich dir im nächsten Briefe schreiben. // Nun schließe ich aber, indem ich Dich noch bitte alle bestens zu grüßen. Meine Mutter soll nicht böse sein, wenn ich nicht eigens ihr schreibe, sie hört ja ohnehin von Dir, was ich mache. Bezüglich meiner Mutter freut es mich doppelt dß ich Recht hatte, als ich Deiner Befürchtung widersprach. Manchesmal hat ja doch der Mann auch recht, wenn auch die Frau es nicht glauben will. Dich u Franzi herzlich grüßend u küßend Dein // treuer Franz'' [quer dazu am Rand:] ''Anna läßt Dir die Hand küßen, ich habe ihr schon entrichtet, was Du wegen ihres Namenstages zu schreiben hast.'' |
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