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Hier lebte Stefan Zweig zwischen [[1919]] und [[1934]] mit Friderike und den beiden aus Friderikes erster Ehe mit Felix Edler von Winternitz (* [[1877]]; † [[1950]]) hervorgegangenen Töchtern Alice Elisabeth, genannt Alix, und Susanna Benediktine, genannt Suse. Nach den Lebenserinnerungen seiner Frau hatte Zweig in diesem Haus etwa 200 000 Manuskriptseiten verfasst. Die Villa wurde mit einer überreichen Bibliothek ausgestattet, der Hausherr sammelte antike Möbel (u. a. den Schreibtisch Ludwig van Beethovens) und brachte hier seine kostbare Autographensammlung unter. Der Dichter eine enge Beziehung zur Stadt Salzburg; er ging regelmäßig den steilen [[Kalvarienbergkapellen auf dem Kapuzinerberg|Kalvarienweg]] in die Stadt hinunter, um im [[Café Bazar]] Zeitungen zu lesen oder im Schachclub des [[Café Mozart|Cafés Mozart]] mit dem damals sozialdemokratisch gesinnten Emil Fuchs eine Partie Schach zu spielen. Der [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] wurde von ihm im Gefolge von [[Hermann Bahr]] ebenso bestiegen wie der [[Untersbergstock]].
 
Hier lebte Stefan Zweig zwischen [[1919]] und [[1934]] mit Friderike und den beiden aus Friderikes erster Ehe mit Felix Edler von Winternitz (* [[1877]]; † [[1950]]) hervorgegangenen Töchtern Alice Elisabeth, genannt Alix, und Susanna Benediktine, genannt Suse. Nach den Lebenserinnerungen seiner Frau hatte Zweig in diesem Haus etwa 200 000 Manuskriptseiten verfasst. Die Villa wurde mit einer überreichen Bibliothek ausgestattet, der Hausherr sammelte antike Möbel (u. a. den Schreibtisch Ludwig van Beethovens) und brachte hier seine kostbare Autographensammlung unter. Der Dichter eine enge Beziehung zur Stadt Salzburg; er ging regelmäßig den steilen [[Kalvarienbergkapellen auf dem Kapuzinerberg|Kalvarienweg]] in die Stadt hinunter, um im [[Café Bazar]] Zeitungen zu lesen oder im Schachclub des [[Café Mozart|Cafés Mozart]] mit dem damals sozialdemokratisch gesinnten Emil Fuchs eine Partie Schach zu spielen. Der [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] wurde von ihm im Gefolge von [[Hermann Bahr]] ebenso bestiegen wie der [[Untersbergstock]].
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Durch Stefan Zweig wurde das Paschingerschlössl zu einem herausragenden Ort der Begegnung internationaler Größen dieser Zeit, vornehmlich von Schriftstellern und Musikern (u. a. [[Thomas Mann]], [[Hugo von Hofmannsthal]], [[James Joyce]], [[Richard Strauss]], [[Arthur Schnitzler]], George Wells, [[Carl Zuckmayer]], Franz Werfel, Hans Carossa, Jakob Wassermann, Romain Rolland oder Hermann Bahr). Jules Romains gab dem Haus wegen dieser zahlreichen auswärtigen Besucher den Namen „Villa (in) Europa“.  
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Durch Stefan Zweig wurde das Paschingerschlössl zu einem herausragenden Ort der Begegnung internationaler Größen dieser Zeit, vornehmlich von Schriftstellern und Musikern (u. a. [[Thomas Mann]], [[Hugo von Hofmannsthal]], [[James Joyce]], [[Richard Strauss]], [[Arthur Schnitzler]], George Wells, [[Carl Zuckmayer]], Franz Werfel, Hans Carossa, Jakob Wassermann, Romain Rolland oder Hermann Bahr). Jules Romains gab dem Haus wegen dieser zahlreichen auswärtigen Besucher den Namen "Villa (in) Europa".  
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Mit dem wachsenden Antisemitismus der [[Zwischenkriegszeit]] und wegen einer Hausdurchsuchung der austrofaschistischen Polizei am [[18. Februar]] [[1934]],<ref>Reinhard Medicus: "Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit"</ref> aber auch in der Zeit einer immer brüchiger werdenden Ehe sah er sich gezwungen, Salzburg zu verlassen, und emigrierte nach London [[Großbritannien|England]]. Am [[18. Mai]] [[1937]]<ref>{{Quelle Kulturlexikon}}</ref> verkaufte Friderike Zweig das Haus an Friedl Gollhofer um 63.000 [[Schilling]].<ref name="SVB1937"></ref> Stefan und Friederike Zweig bekamen nur einen Teil des Erlöses, mussten "Judenfluchtsteuer" bezahlen und hatten das Objekt weit unter seinem Wert verkaufen müssen.<ref>lt. Dr. Reinhard Medicus</ref>
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Mit dem wachsenden Antisemitismus der [[Zwischenkriegszeit]] und wegen einer Hausdurchsuchung der austrofaschistischen Polizei am [[18. Februar]] [[1934]],<ref>[[Reinhard Medicus]]: "Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit"</ref> aber auch in der Zeit einer immer brüchiger werdenden Ehe sah er sich gezwungen, Salzburg zu verlassen, und emigrierte nach London [[Großbritannien|England]]. Am [[18. Mai]] [[1937]]<ref>{{Quelle Kulturlexikon}}</ref> verkaufte Friderike Zweig das Haus an Friedl Gollhofer um 63.000 [[Schilling]].<ref name="SVB1937"></ref> Stefan und Friederike Zweig bekamen nur einen Teil des Erlöses, mussten "Judenfluchtsteuer" bezahlen und hatten das Objekt weit unter seinem Wert verkaufen müssen.<ref>lt. Dr. Reinhard Medicus</ref>
    
Heute liegt es umgeben von Bäumen und Sträuchern romantisch verwachsen, vom [[Stefan-Zweig-Weg]] aus nur in Ansätzen erkennbar. Die Villa ist in Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
 
Heute liegt es umgeben von Bäumen und Sträuchern romantisch verwachsen, vom [[Stefan-Zweig-Weg]] aus nur in Ansätzen erkennbar. Die Villa ist in Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
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=== Ära Wolfgang Porsche ===
 
=== Ära Wolfgang Porsche ===
Anfang [[Dezember]] [[2021]] wurde bekannt, dass Dr. [[Wolfgang Porsche]], Aufsichtsratsvorsitzender der [[Porsche]] AG und der Porsche Automobil Holding, die Liegenschaft im [[Oktober]] [[2020]] um 8,4 Mill. Euro von der Eigentümerfamilie [[Gollhofer]] gekauft hatte. Der 87-jährige Gunther Gollhofer und sein 77-jähriger Bruder Wolfgang hatten das Haus bis zuletzt bewohnt. Wolfgang Porsche hatte Herbst 2021 in einem Gespräch mit der Tageszeitung "Der Standard" betont, er denke an "eine Mischung aus öffentlicher und privater Nutzung". Angedacht sei eine Seminar- und Vortragsstätte.   
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Anfang [[Dezember]] [[2021]] wurde bekannt, dass Dr. [[Wolfgang Porsche]], Aufsichtsratsvorsitzender der [[Porsche]] AG (mit Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen in Baden-[[Württemberg]]) und der [[Porsche Holding|Porsche Automobil Holding]], die Liegenschaft im [[Oktober]] [[2020]] um 8,4 Mill. Euro von der Eigentümerfamilie [[Gollhofer]] gekauft hatte. Der 87-jährige Gunther Gollhofer und sein 77-jähriger Bruder Wolfgang hatten das Haus bis zuletzt bewohnt. Wolfgang Porsche hatte Herbst 2021 in einem Gespräch mit der Tageszeitung "Der Standard" betont, er denke an "eine Mischung aus öffentlicher und privater Nutzung". Angedacht sei eine Seminar- und Vortragsstätte.   
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Verhandlungen der [[Universität Salzburg]] gemeinsam mit [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadt]] und [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land]] waren [[2019]] an den Vorstellungen der Eigentümer gescheitert. Laut einem Schätzgutachten der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) habe die Villa einen Wert von fünf bis sechs Mill. Euro, schilderte [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Harald Preuner]] ([[ÖVP]]). Die Eigentümer hätten neun Mill. Euro verlangt. Zwar hätten sich private Sponsoren gefunden, jedoch sei der Betrag von drei Millionen Euro nicht aufbringbar gewesen. Wolfgang Porsche habe ihn vor rund einem halben Jahr davon informiert, dass er die Villa gekauft habe, sagt Preuner.<ref name="SN07Dez2021"></ref>  
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Verhandlungen der [[Universität Salzburg]] gemeinsam mit [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadt]] und [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land]] waren [[2019]] an den Preisvorstellungen der Eigentümer gescheitert. Laut einem Schätzgutachten der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) habe die Villa einen Wert von fünf bis sechs Mill. Euro, schilderte [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Harald Preuner]] ([[ÖVP]]). Die Eigentümer hätten neun Mill. Euro verlangt. Zwar hätten sich private Sponsoren gefunden, jedoch sei der Betrag von drei Millionen Euro nicht aufzubringen gewesen. Wolfgang Porsche habe ihn vor rund einem halben Jahr davon informiert, dass er die Villa gekauft habe, sagte Preuner.<ref name="SN07Dez2021"></ref>  
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Schon unter Bürgermeister Harald Preuner gab es gemeinsam mit dem [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] und der [[Universität Salzburg]] Bestrebungen, das [[Stefan Zweig Centre Salzburg|Stefan-Zweig-Zentrum]], das bislang in der [[Edmundsburg]] auf dem [[Mönchsberg]] beheimatet ist und künftig mit dem Literaturarchiv im Paschingerschlössl zusammengelegt werden soll. Die Umsiedelung des Stefan-Zweig-Zentrums aus der Edmundsburg in die Stefan-Zweig-Villa sei schon bei der Gründung des Zentrums [[2008]] ein Wunsch gewesen. Dies sagte der ehemalige [[Rektoren und Dekane der Universität Salzburg|Rektor der Universität Salzburg]], [[Heinrich Schmidinger]], im Februar 2025. Die Universität plante, neben der Forschungstätigkeit auch Veranstaltungen rund um Zweig in seiner ehemaligen Villa abzuhalten. Noch unter Bürgermeister [[Heinz Schaden]] ([[SPÖ]]) wurden Pläne für ein Museum ab [[2014]] erarbeitet. Doch die Erreichbarkeit der Villa am Kapuzinerberg stellte sich schon damals als Hemmschuh dar. "Ein Lift, ausgehend von einem ehemaligen Tunnel aus dem Zweiten Weltkrieg, der von der Steingasse weit in den Berg führte, sollte errichtet werden, damit die Besucher in die Zweig-Villa kommen können", sagt [[Klemens Renoldner]], Gründungsdirektor des Zweig-Zentrums.
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Schon unter Bürgermeister Harald Preuner gab es gemeinsam mit dem [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] und der [[Universität Salzburg]] Bestrebungen, das [[Stefan Zweig Centre Salzburg|Stefan-Zweig-Zentrum]], das bislang in der [[Edmundsburg]] auf dem gegenüberliegenden [[Mönchsberg]] beheimatet ist und künftig mit dem Literaturarchiv im Paschingerschlössl zusammengelegt werden soll. Die Umsiedelung des Stefan-Zweig-Zentrums aus der Edmundsburg in die Stefan-Zweig-Villa sei schon bei der Gründung des Zentrums [[2008]] ein Wunsch gewesen. Dies sagte der ehemalige [[Rektoren und Dekane der Universität Salzburg|Rektor der Universität Salzburg]], [[Heinrich Schmidinger]], im Februar [[2025]]. Die Universität plante neben der Forschungstätigkeit auch Veranstaltungen rund um Zweig in seiner ehemaligen Villa abzuhalten. Noch unter Bürgermeister [[Heinz Schaden]] ([[SPÖ]]) wurden Pläne für ein Museum ab [[2014]] erarbeitet. Doch die Erreichbarkeit der Villa am Kapuzinerberg stellte sich schon damals als Hemmschuh dar. "Ein Lift, ausgehend von einem ehemaligen Tunnel aus dem [[Zweiten Weltkrieg]], der von der [[Steingasse]] weit in den Berg führt, sollte errichtet werden, damit die Besucher in die Zweig-Villa kommen können", sagt [[Klemens Renoldner]], Gründungsdirektor des Zweig-Zentrums.
    
[[Datei:Gämse_Paschingerschlössl_Kapuzinerbergl_21_Mai_2018_8.jpg|thumb|[[Gämse]] im Garten des Paschingerschlössls.]]  
 
[[Datei:Gämse_Paschingerschlössl_Kapuzinerbergl_21_Mai_2018_8.jpg|thumb|[[Gämse]] im Garten des Paschingerschlössls.]]  
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Nicht äußern möchte sich weiterhin (Stand Februar 2025) Wolfgang Porsche zur Causa, wie ein Sprecher auf neuerliche Anfrage mitteilt. Fakt ist, die Zweig-Villa ist fürs Wohnen gewidmet. Darauf bezieht man sich auch im Umfeld von Porsche.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/traeume-museum-villa-stefan-zweig-salzburg-173713048 www.sn.at], 18. Februar 2025: "Privattunnel auf den Kapuzinerberg: Traum von Museum in der Villa von Stefan Zweig platzte schon 2019", ein Beitrag von [[Marco Riebler]]</ref>
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Fakt ist, die Zweig-Villa ist fürs Wohnen gewidmet. Darauf bezieht man sich auch im Umfeld von Porsche.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/traeume-museum-villa-stefan-zweig-salzburg-173713048 www.sn.at], 18. Februar 2025: "Privattunnel auf den Kapuzinerberg: Traum von Museum in der Villa von Stefan Zweig platzte schon 2019", ein Beitrag von [[Marco Riebler]]</ref>
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Am Donnerstag, den [[16. Mai]] 2025, übergab Aktivistin Gisela Zeindlinger über eine der zahlreichen Online-Petitions-Plattformen innerhalb von drei Wochen österreichweit gesammelte knapp über 16&nbsp;000 Unterschriften gegen den Porsche-Privattunnel an [[Bürgermeister der Stadt Salzburg |Bürgermeister]] [[Bernhard Auinger (Politiker)|Bernhard Auinger]] ([[SPÖ]]). Die Forderung lautete, dass der [[Salzburger Gemeinderat]] den Bau des Tunnels im Kapuzinerberg zur Villa von Wolfgang Porsche auf dem Berg verhindern soll.  Aber für Auinger steht fest, dass er, wenn der Baubescheid positiv ist, im Gemeinderat zustimmen, und mit ihm die Mehrheit im Gemeinderat wird. Viele in der Stadt sehen in dieser Causa eine Neiddebatte, die in social Medias geführt werden. Dort fragen sich Poster, wie kann sich einer für über zehn Millionen Euro einen privaten Tunnel zu seiner Luxuswagen-Garage bauen und andere können sich keine Wohnung leisten? Auinger betont, dass Wolfgang Porsche kein Freund von ihm sei, er sei allerdings als ehemaliger Betriebsrat bei der [[Porsche Holding Salzburg|Porsche Holding]] eher auf der Seite von Wolfgang Porsche.<ref>[https://www.facebook.com/photo/?fbid=1110874234180272&set=pcb.1110874767513552 www.facebook.com], [[InfoMediaWorx]], 16. Mai 2025</ref>
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==== Zufahrtstunnel im Kapuzinerberg ====
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Anfang Februar [[2025]] wurde bekannt, dass Wolfgang Porsche einen rund 500&nbsp;Meter langen Tunnel plant, der von der [[Parkgarage Linzer Gasse]] abzweigt und in einer Parkkaverne unterhalb des Paschingerschlössls endet. Der Großteil der vorgesehenen Tunnelfläche liegt unterhalb der Villa und gehört somit Porsche ([[Kellerrecht]]). 1&nbsp;500 Quadratmeter für den Bau des Tunnels und Parkkaverne hatte die Stadtgemeinde Porsche zur Verfügung gestellt. Der Vertrag mit der [[Stadtgemeinde Salzburg]], der dem Villeneigentümer das Einfahrtsrecht über die Parkgarage einräumt, wurde im März [[2024]] geschlossen: 40.000 Euro als Einmalzahlung wurden für dieses Servitut verlangt.<ref name="SN06" /> Ein eigenes Gutachten dafür wurde jedoch nicht erstellt. "Es konnte damals kein Gutacher gefunden werden und daher diente ein Vergleichsgutachten der [[Salzburger Festspiele]] (<small>Anm.: Erweiterung des [[Festspielbezirk]]s im [[Mönchsberg]]</small>) als Grundlage für die Berechnung des Entgelts", sagt der ehemalige Bürgermeister  Harald Preuner. Bürgermeister [[Bernhard Auinger (Politiker)|Bernhard Auinger]] ([[SPÖ]]), der vor seiner Tätigkeit in der Spitzenpolitik Betriebsratsvorsitzender der [[Porsche Holding]] war, teilte mit, dass mit den Projektverantwortlichen von Porsche vereinbart wurde, dass ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben wird. Die Kosten trägt Porsche. Ob die Parkkaverne von Porsche schlussendlich genutzt werden darf, hängt vom Gemeinderat ab. Dieser muss über die Änderung im Flächenwidmungsplan (Einzelbewilligung) der Stadt entscheiden.<ref name="SN01Mar25">{{Quelle SN|1. März 2025, Lokalteil Seite 4}}</ref>
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==== Zufahrtstunnel im Kapuzinerberg ====
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Der Felsstollen soll einen Durchmesser von 4,75&nbsp;Metern haben und eine Steigung von zehn Prozent aufweisen. Immerhin liegen 49 Höhenmeter zwischen der Parkgarage an der [[Glockengasse]] und dem Ende des Tunnels unter der Villa. Der Tunnel soll 510&nbsp;Meter Länge haben. Den Abschluss soll eine Kaverne mit neun Stellplätzen bilden. Von dieser Tiefgarage aus ist dann ein Fußwegtunnel in die Villa vorgesehen.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/wolfgang-porsche-autotunnel-stefan-zweig-villa-salzburger-kapuzinerberg-173002051 www.sn.at], 5. Februar 2025</ref> Das Gestein werde herausgefräst und nicht gesprengt, das Aushubmaterial über die Parkgarage abtransportiert. Gerechnet wird mit maximal 10&nbsp;000&nbsp;Kubikmetern Ausbruchmaterial, einer Tunnelbauzeit von sieben Monaten und fünf Lkw-Fahrten pro Tag. Die Sanierung der denkmalgeschützten Villa wurde Ende August 2025 abgeschlossen. Auf eine Baubewilligung für den Tunnel hoffen die Verantwortlichen noch in diesem Jahr.<ref name="SN06">[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/tunnel-wolfgang-porsche-stefan-zweig-villa-salzburg-im-untergrund-platz-173066407 www.sn.at], 6. Februar 2025</ref>
Anfang Februar [[2025]] wurde bekannt, dass Wolfgang Porsche einen rund 500 Meter langen Tunnel plant, der von der [[Parkgarage Linzer Gasse]] abzweigt und in einer Parkkaverne unterhalb des Paschingerschlössls endet. Der Großteil der vorgesehenen Tunnelfläche liegt unterhalb der Villa und gehört somit Porsche ([[Kellerrecht]]). 1&nbsp;500 Quadratmeter für den Bau des Tunnels und Parkkaverne hatte die Stadtgemeinde Porsche zur Verfügung gestellt. Der Vertrag mit der [[Stadtgemeinde Salzburg]], der dem Villeneigentümer das Einfahrtsrecht über die Parkgarage einräumt, wurde im März 2024 geschlossen: 40.000 Euro als Einmalzahlung wurden für dieses Servitut verlangt.<ref name="SN06" /> Ein eigenes Gutachten dafür wurde jedoch nicht erstellt. "Es konnte damals kein Gutacher gefunden werden und daher diente ein Vergleichsgutachten der Salzburger Festspiele (<small>Anm.: Erweiterung des [[Festspielbezirk]]s im [[Mönchsberg]]</small>) als Grundlage für die Berechnung des Entgelts", sagt der ehemalige Bürgermeister  Harald Preuner.  Bürgermeister Auinger, der vor seiner Tätigkeit in der Spitzenpolitik Betriebsratsvorsitzender der [[Porsche Holding]] war, teilte mit, dass mit den Projektverantwortlichen von Porsche vereinbart wurde, dass ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben wird. Die Kosten trägt Porsche. Ob die Parkkaverne von Porsche schlussendlich genutzt werden darf, hängt vom Gemeinderat ab. Dieser muss über die Änderung im Flächenwidmungsplan (Einzelbewilligung) der Stadt entscheiden.<ref name="SN01Mar25">{{Quelle SN|1. März 2025, Lokalteil Seite 4}}</ref>
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Rund zehn Millionen Euro soll Porsche dem Vernehmen nach in den Tunnelbau investieren.<ref name="SN01Mar25" />
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Der Felsstollen soll einen Durchmesser von 4,75 Metern haben und eine Steigung von zehn Prozent aufweisen. Immerhin liegen 49 Höhenmeter zwischen der Parkgarage in der [[Glockengasse]] und dem Ende des Tunnels unter der Villa. Der Tunnel soll 510 Metern Länge haben. Den Abschluss soll eine Kaverne mit neun Stellplätzen bilden. Von dieser Tiefgarage aus ist dann ein Fußwegtunnel in die Villa vorgesehen.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/wolfgang-porsche-autotunnel-stefan-zweig-villa-salzburger-kapuzinerberg-173002051 www.sn.at], 5. Februar 2025</ref>
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Am [[16. Mai]] 2025, übergab Aktivistin Gisela Zeindlinger über eine der zahlreichen Online-Petitions-Plattformen innerhalb von drei Wochen österreichweit gesammelte knapp über 16&nbsp;000 Unterschriften gegen den Porsche-Privattunnel an Bürgermeister Auinger. Die Forderung lautete, dass der [[Salzburger Gemeinderat]] den Bau des Tunnels im Kapuzinerberg zur Villa von Wolfgang Porsche auf dem Berg verhindern soll. Aber für Auinger stand fest, dass er, wenn der Baubescheid positiv ist, im [[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderat]] zustimmen, und mit ihm die Mehrheit im Gemeinderat wird. Viele in der Stadt sahen in dieser Causa eine Neiddebatte, die in ''social Medias'' geführt wurde. Dort fragten sich Poster, wie kann sich einer für über zehn Millionen Euro einen privaten Tunnel zu seiner Luxuswagen-Garage bauen und andere können sich keine Wohnung leisten? Auinger betont, dass Wolfgang Porsche kein Freund von ihm sei, er sei allerdings als ehemaliger Betriebsrat bei der Porsche Holding eher auf der Seite von Wolfgang Porsche.<ref>[https://www.facebook.com/photo/?fbid=1110874234180272&set=pcb.1110874767513552 www.facebook.com], [[InfoMediaWorx]], 16. Mai 2025</ref>
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Das Gestein werde herausgefräst und nicht gesprengt, das Aushubmaterial über die Tiefgarage abtransportiert. Gerechnet wird mit maximal 10&nbsp;000 Kubikmetern Ausbruchmaterial, einer Tunnelbauzeit von sieben Monaten und fünf Lkw-Fahrten pro Tag. Die Sanierung der denkmalgeschützten Villa soll im Frühjahr oder Sommer 2025 abgeschlossen werden. Auf eine Baubewilligung für den Tunnel hoffen die Verantwortlichen noch in diesem Jahr.<ref name="SN06">[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/tunnel-wolfgang-porsche-stefan-zweig-villa-salzburg-im-untergrund-platz-173066407 www.sn.at], 6. Februar 2025</ref>
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Am Donnerstag, den [[4. September]] 2025 erteilte Stadtgemeinde Salzburg die raumordnungsrechtliche Einzelbewilligung für eine Tiefgarage samt Zufahrtstunnel zur Stefan-Zweig-Villa auf dem Kapuzinerberg.  
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Rund zehn Millionen Euro soll Porsche dem Vernehmen nach in den Tunnelbau investieren.<ref name="SN01Mar25" />
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Die politische Diskussion bei der Sitzung am Donnerstag war überwiegend sachlich, drehte sich aber doch immer wieder im Kreis. Am Ende wurde auf Antrag der [[KPÖ plus]] namentlich und alphabetisch abgestimmt, was bei den übrigen Ausschussmitgliedern für Kopfschütteln sorgte.  Die Ausschussmitglieder der ÖVP, SPÖ und FPÖ stimmten für den Hauptantrag, jene der [[Bürgerliste]] dagegen, zwei von drei Gemeinderäten der KPÖ plus ([[Klaudius May]] und [[Sara Sturany]]) enthielten sich am Ende der Stimme und beteiligten sich nicht an der Abstimmung. KPÖ-Mandatar Peter Weiss enthielt sich nicht, sondern stimmte gegen den Hauptantrag. Für Klaudius May, Gemeinderat der KPÖ plus, sei schwer zu begründen, weshalb bei einem Wohnhaus wie der Zweig-Villa der Platz für acht Tiefgaragenplätze benötigt werde, wenn bereits oberirdisch acht Stellplätze vorhanden seien.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/porsche-tunnel-stadt-salzburg-licht-183906745 www.sn.at], 4. September 2025: Porsche-Tunnel: Stadt Salzburg gibt grünes Licht</ref>  
    
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